4.009 Greuthau

Verordnung über das ”Naturschutzgebiet Greuthau” auf Markung Honau, Kreis Reutlingen (Reg.-Anz. f. Württ. v. 22.02.1938).

 

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31.Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

Die rund 1.300 Meter südlich von Honau auf der Markung Honau, Kreis Reutlingen, liegende Weidelandschaft ”Greuthau” wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rund 192 Hektar und umfaßt auf Markung Honau die Parzellen Nr. 1195/2, 1195/1, 1195a/1, 1195b/1, 1212-1220, 1223, 1226, 1227, 1232, 1238/1, 1238/2, 1238/3, 1238a, 1238a/1, 1239.

 (2) Die genauen Grenzen des Schutzgebiets sind in eine Karte rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Reutlingen und dem Bürgermeisteramt in Honau.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebiets ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen, sowie Bäume und Sträucher forstwirtschaftlich zu nützen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               f) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

·               g) Bauten jeder Art zu errichten.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) die Wiesen- und Ackernutzung in dem bisherigen Umfange,

·               c) die künstliche Düngung der Äcker, Wiesen und Schafweiden,

·               d) die ordnungsmäßige Nutzung als Schafweide unter Schonung aller Gebüsche, Wacholder und Bäume unter Ausschluß des Abbrennens,

·               e) die femelartige forstliche Bewirtschaftung einschließlich des Erntens von Bucheckern, jedoch mit dem Verbot des Nachpflanzens von Nadelhölzern; bei der Behandlung der Waldränder ist auf das Landschaftsbild Rücksicht zu nehmen.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgebietes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Regierungs-Anzeiger für Württemberg in Kraft.

 

Stuttgart, den 9. Februar 1938

Der Württ. Kultminister

- als Höhere Naturschutzbehörde -

gez. Mergenthaler

 

Änderungen:

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Änderung

der Verordnung über das „ Naturschutzgebiet Greuthau“

vom 14. März 2006

 

Augrund der §§ 26 und 73 Abs. 3 in Verbindung mit § 82 Abs.1 des Gesetzes

zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvor-

sorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 13. Dezember

2005 ( GBI. S. 745), wird verordnet:

 

§ 1

(1) Die nordöstliche Grenze des Naturschutzgebietes wird nach Maßgabe der mit

einem Orthofoto unterlegten Flurkarte im Maßstab 1 : 1 000 des Regierungs-

präsidiums Tübingen vom 19. August 2004 (Teilausschnittskarte), kombiniert

mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000, neu festgelegt. Die neue

Schutzgebietsgrenze ist in durchgängiger roter Linie, die wegfallende Schutzgebiets-

grenze in durchbrochener gelber Linie angelegt. Die Darstellung der Schutzgebiets-

grenze erfolgt nachrichtlich, soweit sie durch diese Verordnung nicht geändert wird.

Die Karte ist Bestandteil der Verordnung.

(2) Durch die neue Grenzziehung werden die Talstationen des Skilifts Traifelberg

auf Gemarkung Lichtenstein-Honau sowie landwirtschaftliche Lagerplätze und

Schuppen in diesem Bereich aus dem Schutzgebiet ausgegrenzt. Die neue Schutz-

Gebietsgrenze wird, ergänzend zur Kartendarstellung, ausgehend von dem Punkt,

an welchem die Schutzgebietsgrenze auf die Gereuthaustraße trifft, in nordwest-

licher Richtung wie folgt beschrieben:

Ab der Wegkreuzung (Schnittpunkt der Flurstücke Nr. 1187 und 1195/1)verläuft

die Schutzgebietsgrenze zunächst rund 16 m in südwestlicher Richtung. Sie führt

dann in nordwestlicher Richtung hinter der Talstation des Skilifts und dem weiteren

dort befindlichen Gebäude vorbei und trifft nach etwa 56 m auf den nach Norden

führenden Wirtschaftsweg. Sie kreuzt diesen und verläuft entlang des Wirtschafts-

weges nach Norden. Nach etwa 33 m weicht sie von der Nutzungsgrenze ab und

verläuft etwa 57 m in nördlicher Richtung, bis sie auf das Flurstück  Nr. 602 trifft.

Sie folgt sodann der Grenze zwischen den Flurstücken Nr. 1195/1 und Nr. 602

in nordöstlicher Richtung und trifft nach etwa 61 m auf Flurstück Nr. 1187.

Ab hier bleibt es bei der alten Schutzgebietsgrenze.

(3) Bei einer Abweichung zwischen der textlichen Beschreibung und der Karten-

darstellung gelten die in der Teilausschnittskarte getroffenen Festlegungen.

§ 2

Die Verordnung des württembergischen Kultusministeriums über das „Natur-

Schutzgebiet Greuthau“ vom 9. Februar 1938 (Regierungsanzeiger für Württemberg

Nr. 22 vom 22.2.1938) wird wie folgt geändert:

(1) In § 2 Abs.1, 1. Halbsatz wird die Größenangabe „rund 192 Hektar“ durch die

Größenangabe „rund 191,65 Hektar“ ersetzt. In § 2 Abs. 1, 2. Halbsatz wird nach der

Ziffer „1195/1“ eingefügt: „(teilweise)“ und nach der Ziffer 1239: „(vollständig)“.

(2) § 2 wird folgender Absatz 3 hinzugefügt: „Für den Bereich der Talstadion des

Skilifts Traifelberg sind die Grenzen des Schutzgebiets in der mit einem Orthofoto

unterlegten Flurkarte im Maßstab 1 . 2.000 des Regierungspräsidiums Tübingen

vom 19.08.2004 eingetragen und in durchgängiger Linie rot angelegt.“

§ 3

Diese Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen,

Konrad-Adenauer-Straße 20, und beim Landratsamt Reutlingen, Umweltschutz-

amt, Karlstraße 27 in Reutlingen, auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am

Tag nach der Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur Einsicht

durch jedermann während der Sprechzeiten ausgelegt. Die Verordnung mit Karte

 ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den vorstehend bezeichneten Stellen

zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

(2) Für die ausgegrenzte  Fläche tritt die Verordnung des württembergischen

Kultusministerium über das „Naturschutzgebiet Greuthau“ vom 9. Februar 1938

gleichzeitig außer Kraft.

Tübingen, den 14. März 2006

Hubert Wicker