4.010 Trichter-Ehehalde

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Trichter-Ehehalde" auf Markung Rottenburg am Neckar, Kreis Rottenburg a. Neckar (Reg.-Anz. f. Württ. v. 15.02.1938).

 

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31.Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

Das rund 2 Kilometer nordwestlich von Rottenburg a.N. in den Gewannen Trichter und Ehehalde auf Markung Rottenburg a.N., Kreis Rottenburg a.N., liegende Schutzgebiet Trichter-Ehehalde wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 2,7075 Hektar und umfasst in den Gewannen Trichter und Ehehalde auf Markung Rottenburg a.N. die Parzellen Nr. 4853, 5068/2, 5069 bis 5078, 5079/1, 5079/2, 5080 bis 5083, 5086 bis 5097 und 5159 sowie Teile der Parzellen Nr. 5147 bis 5155, 5156/1, 5156/2, 5157, 5158 und 5160.

 (2) Die genauen Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Rottenburg a.N. und dem Bürgermeister in Rottenburg a.N.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebiets ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten;

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen;

·               d) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen, oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen;

·               f) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf en Schutz des Gebietes hinweisen;

·               g) jede Art der künstlichen Düngung.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) die landwirtschaftliche Nutzung in dem bisherigen Umfange.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im "Regierungs-Anzeiger für Württemberg" in Kraft.

 

Stuttgart, den 9. Februar 1938

Der Württembergische Kultminister

- als höhere Naturschutzbehörde -

Mergenthaler