4.012 Allgaier Riedle

Verordnung über das ”Naturschutzgebiet Allgaier Riedle” auf Markung Kürnbach im Gemeindebezirk Schussenried, Kreis Waldsee (Reg.-Anz. f. Württ. v. 01.03.1938).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31.Oktober 1935 ‚(RGBl. I S.1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Das rund 400 m nordnordwestlich von Allgaierhof auf Markung Kürnbach im Gemeindebezirk Schussenried, Kreis Waldsee, liegende Allgaier Riedle wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rund 3 ha und umfaßt im Gemeindebezirk Schussenried, Markung Kürnbach, einen Teil der Parzelle Nr. 419/1

 (2) Die genauen Grenzen des Schutzgebiets sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:10000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der Württembergischen Forstdirektion in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Waldsee, dem Forstamt in Schussenried und dem Bürgermeister in Schussenried.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen, sowie Bäume und Sträucher forstwirtschaftlich zu nutzen,

·               b) Pflanzen einzubringen;

·               c) Feuer anzumachen, zu lärmen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

·               d) Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen.

·               e) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleiben

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) die Nutzung der abgestorbenen und absterbenden Nadelhölzer.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften im § 3 von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen des § 3 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im ”Regierungs-Anzeiger für Württemberg” in Kraft.

 

Stuttgart, den 25. Februar 1938

Der Württembergische Kultminister

- als höhere Naturschutzbehörde -

i. V. gez. Meyding.