4.029 Ursulahochberg

 

Verordnung des Württ. Kultministers als höherer Naturschutzbehörde über das ”Naturschutzgebiet Ursulahochberg” in der Gemarkung Pfullingen, Landkreis Reutlingen (Reg. Anz. f. Württ. v. 06.08.1941).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes  verordnet:

 

§ 1

Die 3,5 km südöstlich von Pfullingen in der Gemarkung Pfullingen, Landkreis Reutlingen, liegenden Ursulahochberg-Magerwiesen werden in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 8,9751 ha und umfaßt in der Gemarkung Pfullingen Kartenblatt (Flur) SO VII/15 die Parzelle Nr. 14 554/6.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:2500 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Reutlingen und dem Bürgermeisteramt in Pfullingen.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebiets ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen, zu spielen, zu lagern, zu zelten, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               f)  Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen

·               g)  Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

·               h) irgend eine Art von Düngung durchzuführen,

·               i) mit Kraftfahrzeugen zu fahren oder zu parken.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) die Benutzung der Ränder des Schutzgebietes zur Fällung und Abfuhr des Holzes aus dem unmittelbar angrenzenden Wald,

·               c) die landwirtschaftliche Nutzung als Magerwiese, jedoch erst nach dem 25. Juli, und unter Ausschluß jeglicher Beweidung,

·               d) die zu wissenschaftlichen Untersuchungen nötigen kleineren Eingriffe und Bestockungen, sowie das Ansiedeln der auf den Pfullinger Magerwiesen heimischen Pflanzen durch die von mir beauftragten Personen,

·               e) die Bestimmungen des von der Stadtgemeinde Pfullingen mit dem Württ. Landesamt für Denkmalpflege und dem Bund für Vogelschutz e. V. abgeschlossenen Vertrags vom 4 August 1933.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im ”Regierungs-Anzeiger für Württemberg” in Kraft.

 

Stuttgart, den 18. Juli 1941.

i. V. Meyding