4.032 Zellerhornwiese

Anordnung des Kultministeriums über das Naturschutzgebiet ”Zellerhornwiese” in der Gemarkung Onstmettingen, Kreis Balingen vorn 14. Februar 1950 (Reg. Bl. Württ.-Hohenz. v. 29.04.1950).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 [und 6] der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) ordnet das Kultministerium als oberste und höhere Naturschutzbehörde an:

§ 1

Die nördlich und westlich des Aussichtspunktes Zellerhorn gelegene Zellerhornwiese in der Gemarkung Onstmettingen Kreis Balingen wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfang mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Anordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

(1) Das Schutzgebiet hat eine Grüße von 4,4 ha und umfaßt in der Gemarkung Onstmettingen Kartenblatt (Flur) SW XXX, 5 die Parzellen Nr. 4143-4156 und SW XXXI, 5.

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1: 25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:2500 rot eingetragen. Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der höheren Naturschutzbehörde in Tübingen, der unteren Naturschutzbehörde in Balingen und dem Bürgermeisteramt in Onstmettingen.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen einschließlich Bäume und Sträucher zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen.

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) eine andere als in § 4 angegebene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               f) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               g) Bild‑ und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

·               h) die Rasenfläche auf irgendeine Art zu düngen.

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

·               a) die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) pflegliche Eingriffe in den Baum‑ und Strauchbestand nach den Angaben des Landes‑ bzw. Kreisbeauftragten für Naturschutz,

·               c) die Mahd der Rasenflächen nach dem 15. Juli.

 (2) In besonderen Fällen kann das Kultministerium Ausnahmen von den Vorschriften dieser Anordnung genehmigen.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Anordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.

Tübingen, den 14. Februar 1950.

Dr. Sauer.