4.036 Wildes Ried

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern über das Naturschutzgebiet ”Wildes Ried” auf Markung Sattenbeuren, Gemeinde Reichenbach, Kreis Saulgau vom 19. Januar 1960 (GBl. v. 16.02.1960, S. 15).

Auf Grund der §§ 4, 15, 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. 1 S. 821), 10, 14 Abs. 2 des Landesgesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vorn 8. Juni 1959 (Ges.Bl. S. 53), § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. 1 S. 1275) i. d. F. der Änderungsverordnung des Kultusministeriums vom 19. März 1956 (Ges.Bl. S. 57) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet.

 

§ 1

Das 4 km südlich des Federsees auf Markung Sattenbeuren liegende Naturschutzgebiet wird in dem in § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfang mit dem Tag der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 22,6 ha und umfaßt ein Teilstück der Parzelle Nr. 145/1 Markung Sattenbeuren.

 (2) Die genauen Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:2500 rot eingetragen, die beim Regierungspräsidium in Tübingen niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der unteren Naturschutzbehörde In Saulgau und beim Bürgermeisteramt in Reichenbach.

 

§ 3

 (1) Im Schutzgebiet dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 (2) Insbesondere ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut‑ und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen;

·               d) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt ‑ einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen ‑ auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen;

·               f) Bauten jeder Art zu errichten;

·               g) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebiets hinweisen.

 (3) Ausnahmen von den Verboten kann das Regierungspräsidium zulassen.

 

§ 4

Unberührt bleiben:

·               a) die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

·               b) der Abbau des Hochmoors durch die Staatlichen Torfwerke, mit Ausnahme der mit Bergkiefern bestockten Fläche einschl. eines 10 m breiten. Schutzstreifens (in der Karte grün und schraffiert);

·               c) das Räumen und Vertiefen des Grabens entlang des Feldwegs Nr.41 und des Wassergrabens Nr. 5/2 entlang der Grenze des Schutzgebiets.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft, soweit nicht schärfere Strafbestimmungen anzuwenden sind.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Gesetzblatt für Baden‑Württemberg in Kraft.

 

Tübingen, den 19. Januar 1960

Birn