4.039 Mariataler Wäldle

Verordnung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern über das Naturschutzgebiet ”Mariataler Wäldle” auf Markung Eschach, Landkreis Ravensburg vom 11.August 1966 (GBl. v. 06.10.1966, S. 207).

Aufgrund der §§ 4, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorn 26. Juni 1935 (RGBl. 1 S. 821) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959, (Ges.Bl. S. 53) sowie aufgrund des § 10 dieses Gesetzes in Verbindung mit §§ 3 und 4 Abs. 3 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung des Kultusministeriums vom 17. Oktober 1962 (Ges.Bl. S. 203) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums folgendes verordnet:

 

§ 1

Die in § 2 näher bezeichneten Grundstücke auf Markung Eschach, Landkreis Ravensburg, werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 10,8 ha und umfaßt die Flurstücke 459,46111, 461/2, 462, 464 und 465/1 auf Markung Eschach und den Feldweg Nr. 72 im Bereich des Flurstücks 462.

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und einen Katasterplan 1:2500 rot eingetragen. Die Karten sind beim Regierungspräsidium Südwürttemberg‑Hohenzollern in Tübingen niedergelegt. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich beim Kultusministerium Baden‑Württemberg in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Tübingen, beim Landratsamt in Ravensburg, beim Bürgermeisteramt Eschach und beim Forstamt Ravensburg.

 

§ 3

 (1) Im Schutzgebiet dürfen, unbeschadet der in § 4 genannten Ausnahmen, keine Veränderungen vorgenommen werden.

 (2) Insbesondere ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut‑ und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet berechtigter Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder lästige Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) zu zelten, zu lagern, Wohnwagen abzustellen, Feuer zu machen, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               f) Bild‑ oder Schrifttafeln anzubringen, sofern sie nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen oder der Markierung der Forstabteilungen dienen,

·               g) Bauwerke jeder Art zu errichten, Straße n. oder Wege anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu. verändern,

·               h) natürliche Wasserläufe oder Gewässer zu verändern oder zu beseitigen, Schmutz‑ oder Düngestoffe in die Gewässer einzubringen oder Entwässerungsmaßnahmen durchzuführen.

 

§ 4

Unberührt bleiben:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) die landwirtschaftliche Nutzung im bisherigen Umfang,

·               c) die forstliche Nutzung unter pfleglicher Erhaltung des sich bietenden Waldbildes und der naturnahen Holzartenmischung sowie die Anlage von notwendigen Wegen und Rückelinien,

·               d) die fischereiliche Nutzung ohne Düngung des Weihers. Ein Ablassen des Weihers mit folgender Neubespannung darf höchstens alle 3 Jahre erfolgen.

 

§ 5

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Südwürttemberg‑Hohenzollern Ausnahmen von den Vorschriften des § 3 genehmigt werden.

 

§ 6

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geldbuße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes).

 

§ 7

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden‑Württemberg in Kraft.

 

TÜBINGEN, den 11.August 1966

BIRN