4.043 Blinder See

Verordnung des Begierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern über das Naturschutzgebiet »Blinder See« auf Gemarkung Fronhofen, Landkreis Ravensburg vom 18.April 1969 (GBl. v. 05.08.1969, S. 159).

Auf Grund der §§ 4, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBI. I S. 821) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959 (Ges.Bl. S. 53) sowie auf Grund des § 10 dieses Gesetzes in Verbindung mit §§ 3 und 4 Abs. 3 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung des Kultusministeriums vom 17. Oktober 1962 (Ges.Bl. S. 203) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums Baden‑Württemberg folgendes verordnet:

 

§ 1

Der Blinde See und seine Umgebung auf Gemarkung Fronhofen, Landkreis Ravensburg, werden in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet besteht aus den Flurstücken Nr. 486/1, 486/2, 487, 488 und 514/2 sowie aus dem zwischen den Flurstücken Nr. 486/1 und 486/2 verlaufenden Teil des Baches Nr. 11 der Gemarkung Fronhofen. Es hat eine Größe von 7,8273 ha.

 (2) Seine Grenzen sind in eine Übersichtskarte i.M. 1:25000 und in eine Flurkarte i.M. 1:2500 rot eingetragen. Die Karten sind beim Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern in Tübingen niedergelegt. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich beim Kultusministerium Baden‑Württemberg in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Tübingen, beim Landratsamt in Ravensburg und beim Bürgermeisteramt in Fronhofen. Die Karten können beim Regierungspräsidium, beim Landratsamt und beim Bürgermeisteramt während der Dienststunden eingesehen werden.

 

§3

 (1) Im Schutzgebiet dürfen, unbeschadet der in § 4 genannten Ausnahmen, keine Veränderungen vorgenommen werden.

 (2) Insbesondere ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut‑ und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet berechtigter Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder lästige Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) Wohnwagen, Zelte,Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, Lager‑ oder Parkplätze anzulegen, ‑ Schutt, Müll oder Unrat abzulagern, Abfaälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Bodenbestandteile oder Röhrenleitungen einzubringen oder die Bodengestalt zu verändern oder zu beschädigen,

·               f) Bauwerke jeder Art zu errichten, Straßen oder Wege anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern,

·               g) Einfriedigungen, Stützmauern, Uferverbauungen. Bootsanlegestellen, Bade‑ oder Laufstege anzulegen,

·               h) die Gewässer zu verändern oder zu beseitigen, Schmutz oder Düngestoffe in die Gewässer einzubringen oder Entwässerungsmaßnahmen durchzuführen,

·               i) Bild‑ oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht ausschließlich auf den Schutz des. Gebiets hinweisen oder der forstlichen Einteilung dienen.

 

§ 4

Unberührt bleiben:

·               a) die landwirtschaftliche, jagdliche und fischereiliche Nutzung im bisherigen Umfang,

·               b) Pflegemaßnahmen, die zur Erhaltung des Naturschutzgebietes von der Höheren Naturschutzbehörde angeordnet werden.

 

§ 5

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern Ausnahmen von den Vorschriften des § 3 genehmigt werden.

 

§ 6

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geldbuße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetz).

 

§ 7

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden –Württemberg in Kraft.

 

Tübingen, den 18. April 1969

in Vertretung

Dr. Junken