4.052 Salenberg

Verordnung des Württ. Kultministers als höhere Naturschutzbehörde über das ”Naturschutzgebiet Salenberg” in der Gemarkung Lonsee, Landkreis Ulm a. D. (Reg.-Anz.f. Württ. v. 12.5.1942).

Auf Grund des § 13 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. 1 S 821) und § 7 Abs. 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. 1 S. 1275) ,wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

Der unmittelbar nordnordwestlich von Lonsee in der Gemarkung Lonsee, LK Ulm a. D., liegende Salenberg wird in dem in § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tag der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 28,0734 Hektar und umfaßt in der Gemarkung Lonsee, Kartenblatt (Flur) IV 56 die Parzellen Nr. 1204/3 (zum größten Teil) sowie die Parzellen Nr. 1204/6 und Parzellen Nr. 1204/7.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:2500 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Ulm a. D. und dem Bürgermeister in Lonsee.

 

§ 3

 (1) Im Bereich der Parzelle 1204/3 ist verboten:

·               a) Pflanzen, Bäume und Sträucher (insbesondere Wacholder) zu beseitigen, auszureißen oder sonst zu beschädigen;

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeigneten Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten;

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen;

·               d) eine andere als die in § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben;

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen Feuer –abgesehen von Sonnwendfeuern- anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

·               f) Bauten oder Zäune zu errichten, Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen;

·               g) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebiets hinweisen.

 (2) Im Bereich der Parzellen 1204/6 und 1204/7 ist verboten:

weitere Steine zu brechen oder den Abraum anders als nach den von der höheren Naturschutzbehörde erlassenen Vorschriften zu versorgen und zu bepflanzen, sowie Bauten aller Art zu errichten.

 (3) Verunstaltungen sind zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zugemutet werden kann und ohne größere Aufwendungen möglich ist.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleibt:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd;

·               b) die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Bewirtschaftung und Nutzung der Waldfläche unter Vermeidung von Kahlschlägen und Bevorzugung von Laubhölzern;

·               c) die Nutzung als Schafweide, jedoch ohne Anwendung irgendwelcher Düngung;

·               d) die Benutzung und Bepflanzung (Linde, Mehlbeere, Vogelbeere, Birke) des Geländes in der nordöstlichen Waldecke bei Höhe 604,6 für die Zwecke der H.J.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Regierungs-Anzeiger für Württemberg in Kraft.

 

Stuttgart, den 8. Mai 1942

i.V. gez. Deyle