4.055 Spetzgarter Tobel

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Spetzgarter Tobel" in den Gemarkungen Überlingen und Hödingen, Bezirksamt Überlingen (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 06.12.1938).

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl.. S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgend verordnet:

 

§ 1

Der rund 1 km südöstlich von Hödingen in den Gemarkungen Überlingen und Hödingen, Bezirksamt Überlingen, liegende Spetzgarter Tobel wird in d im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schatz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Grösse von 12,3691 ha und umfasst in der Gemarkung Überlingen die Grundstücke Lagerbuchnummer 1826-1829, 1824, 1862, 1964, 1965, 3593, 3593a, 3594c, 3595a, 1768 und in der Gemarkung Hödingen das Grundstück Lagerbuchnummer 379.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Überlingen, bei den Bürgermeisterämtern in Überlingen und Hödingen und dem Geschäftsführer der Landesnaturschutzstelle in Karlsruhe.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureissen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureissen, freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, z ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder töten oder Puppen, Larven, Bier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmassnahmen gegen Kulturschädlinge und sonstige lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle weg zuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt (einschliesslich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen) auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               f) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz  des Gebietes hinweisen.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

·               a) die rechtmässige Ausübung der Jagd und Fischerei,

·               b) die landwirtschaftliche Nutzung der Wiesen und Äcker in dem bisherigen Umfange und unter Beibehaltung der bisherigen Wirtschaftsform,

·               c).die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung unter Wahrung des Charakters als Schutzgebiet und unter Vermeidung von Kahlschlägen.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

 

Karlsruhe, den 29, Oktober 1938,

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichte 

- als höhere Naturschutzbehörde 

In Vertretung,

Frank