4.057 Aachtobel

Verordnung über das "Naturschutzgebiet Aachtobel" in den Gemarkungen Hohenbodmann und Altheim, Landkreis Überlingen (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 24.04.1939).

Auf Grund der §§ 49 12 Abs. 29, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

Das rund 400 m östlich von Hohenbodman in den Gemarkungen Hohenbodman und Altheim, Landkreis Überlingen, liegende Bachtal der Großschönacher Aach wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet hat eine Grösse von rund 72 ha und umfasst

·               a) in der Gemarkung Hohenbodman die Grundstücke Lagerbuch-Nr. 37, 39 bis 41, 42a, 43, 50, 57, 58, 62, 63, 79, 80, 108, 127 bis 130, 182 bis 184, 184/1, 185, 186, 200 und 201 sowie Teile der Grundstücke Lagerbuch-Nr. 36, 38, 42, 44, 64, 65, 77, 81 und 109;

·               b) in der Gemarkung Altheim die Grundstücke Lagerbuch-Nr. 1025 bis 1027 und Teile der Grundstücke Lagerbuch-Nr. 1022 und 1024.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt ist. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Überlingen und bei den Bürgermeistern in Hohenbodman und Altheim.

 

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureissen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureissen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Bier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmassnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen  Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt, einschliesslich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf  andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               f) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz  des Gebietes hinweisen.

 

§ 4

 (1) Unberührt bleiben:

·               a) die rechtmässige Ausübung der Jagd und der Fischerei,

·               b) die landwirtschaftliche Nutzung der Wiesen in der bisherigen Wirtschaftsform,

·               c) die waldbaulichen Massnahmen, soweit sie zur Erhaltung und Sicherung des Schutzgebietes erforderlich sind; jedoch sind grössere Kahlschläge nicht gestattet.

 (2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

 

Karlsruhe, den 24. März 1939

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts 

- als höhere Naturschutzbehörde -

Im Auftrag Gärtner