4.272 Heiden in Lonsee und Amstetten

Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Heiden in Lonsee und Amstetten« auf den Gemarkungen Ettlenschieß, Halzhausen, Lonsee, Luizhausen, Radelstetten und Urspring der Gemeinde Lonsee sowie den Gemarkungen Amstetten und Reutti der Gemeinde Amstetten, Alb‑Donau‑Kreis vom 27. September 1996 (GBl. v. 31.10.1996, S. 670).

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29.März 1995 (GBl. S. 385) und § 28 Abs. 2 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBl. S. 369) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Lonsee, Gemarkung Ettlenschieß, Halzhausen, Lonsee, Luizhausen, Radelstetten und Urspring, sowie der Gemeinde Amstetten, Gemarkungen Amstetten und Reutti, Alb‑Donau‑Kreis werden zu Naturschutzgebieten erklärt. Die Naturschutzgebiete führen die Bezeichnung »Heiden in Lonsee und Amstetten«.

Die unter Schutz gestellten Flächen liegen in den Gebieten

·               Hörnen

·               Frauenberg‑Häldele

·               Bergäcker‑Eckartshalde

·               Stählenberg

·               Plattendach

·               Kreuzstein

·               Ettlenschießer Tiefental

·               Am Hörnle

·               Lehrhau

·               Billengreut

·               Sinabronner Bühl

·               Sommerhalde

·               Hägelesberg

·               Achstetter Berg

·               Hohe Egert.

 

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 123 ha.

(2) Sie umfassen:

14,1 ha im Gebiet »Hörnen«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkungen Holzhausen, Gewann »Tiergäßlen« mit Parzelle 2753
Gewann »Haldenäcker« mit Parzellen 2713, 2714, 2715 (teilw.), 2716 (teilw.), 2717
Gewann »Hörnen« mit Parzellen 2605, 2606, 2607, 2608 (teilw.), 2653 (teilw.), 2680, 2681

·               Gemarkung Lonsee, Gewann »Schwärze« mit Parzellen 2618, 2619, 2620, 2621 (teilw.)
Gewann »Straßenäcker« mit Parzellen 2624 (teilw.), 2625 (teilw.), 2626
Gewann »Landgarben« mit Parzelle 2622

·               Gemarkung Luizhausen, Gewann »Landgarben« mit Parzellen 420, 421, 422, 423 (teilw.)
Gewann »Hättelteich « mit Parzellen 438 (teilw. ), 440, 441

14,36 ha im Gebiet »Frauenberg‑Häldele«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Lonsee, Gewann »Häldele« mit Parzellen 2649 (teilw.), 2595, 2183 (teilw.), 2184 (teilw.)
Gewann »Auf dem Frauenberg« mit Parzellen 2561 (teilw.)
Gewann »Unterer Frauenberg« mit Parzellen 2562, 2565 (teilw.), 2566, 2567, 2568
Gewann »Frauenberg« mit Parzellen 2572 (teilw.), 2573, 2574, 2575, 2576, 2577, 2579, 2580, 2581 (teilw.), in den Gewannen »Häldele« und »Halde« mit Parzelle 2649, in den Gewannen »Ob dem Häldele« und »Häldele« mit Parzelle 2578

·               Gemarkung Halzhausen, Gewann »Auf dem Frauenberg« mit Parzellen 2771 (teilw.), 2770 (teilw.)

13,1 ha im Gebiet »Bergäcker‑Eckartshalde«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Halzhausen, Gewann »Bergäcker« mit Parzellen 2087 (teilw.), 2116, 2117, 2118, 2119, 2120, 2122 (teilw.), 2487 (teilw.) und Gewann »Eckartshalde« mit Parzelle 2122

23,6 ha im Gebiet »Stählenberg‑Plattendach‑Kreuzstein«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Urspring, Gewann »Kreuzstein« mit Parzelle 2247 (teilw.),
Gewann »Kreuzhalde« mit Parzelle 2248 (teilw.)
Gewann »Geislinger Spitalwald« mit Parzelle 2249 (teilw.)
Gewann »Bodenäcker« mit Parzellen 2250 (teilw.), 2251, 2252, 2253, 2254 (teilw.), 2255
Gewann »Au« mit Parzelle 2270
Gewann »Plattendach« 2271 (teilw.), 2272, 2273 (teilw.)
Gewann »Stählenberg« mit Parzellen 2317 (teilw.), 2319 (teilw.), 2324, 2315

·               Gemeinde und Gemarkung Amstetten, Gewann »Kreuzstein« mit Parzellen 830/2, 831/3, 832/3 (teilw.)

16,5 ha im Gebiet »Ettlenschießer Tiefental«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Ettlenschieß,
Gewann »Sommerhalde« mit Parzellen 599/1, 602, 603, 606, 607, 613 (teilw.), 620

6,74 ha im Gebiet »Am Hörnle«,

·               Gemeinde und Gemarkung Amstetten
Gewann »Au« mit Parzelle 717 (teilw.)
Gewann »Hörnle« mit Parzellen 778, 780 (teilw.), 781 (teilw.), 781/2 (teilw.), 789 (teilw.)
Gewann »Vohtal« mit Parzellen 777, 790 (teilw.)
Gewann »Heldenstein« mit Parzelle 435

5,9 ha im Gebiet » Lehrhau «, Gemeinde Amstetten,

·               Gemarkung Reutti
Gewann »Iehrhau« mit Parzellen 264 (teilw.), 265 (teilw.), 267, 268, 273 (teilw.), 278, 279
Gewann »Heide« mit Parzellen 289, 290, 291

2,76 ha im Gebiet »Billengreut«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Lonsee
Gewann »Burrain« mit Parzellen 2355 (teilw.), 2371 (teilw.), 2351

7,4 ha im Gebiet »Sinabronner Bühl«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Halzhausen, Gewann »Klingenhau« mit Parzelle 2342
Gewann »Bühl« mit Parzellen 2335, 2330, 2329, 2327 und 2332 (teilw.)
Gewann »Pfifferlauh« mit Parzellen 2300, 2299, 2283 (teilw.) und 2328

6,0 ha im Gebiet »Sommerhalde/Hägelesberg«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Urspring
Gewann »Sommerhalde« mit Parzelle 2575
Gewann »Taläcker« mit Parzellen 2581, 2583‑2586, 2709
Gewann »Hägelesberg« mit Parzelle 2145

5,2 ha im Gebiet »Achstetter Berg«, Gemeinde Lonsee

·               Gemarkung Radelstetten,
Gewann »Achstetter Berg« mit Parzelle 247

6,9 ha im Gebiet »Hohe Egert«, Gemeinde Amstetten

·               Gemarkung Reutti
Gewann »Hohe Egert« mit Parzellen 168, 167, 164, 163, 151, 152, 150 (teilw.) und 148 (teilw.)

(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in zwölf Flurkarten, jeweils in den Maßstäben 1:2500 und 1:50000 dargestellt. Diese Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Sollten sich Unterschiede zwischen der textlichen Beschreibung des Schutzgebietes (vgl. Absatz 2) und der Darstellung der geschützten Flächen in den Schutzgebietskarten ergeben, so sind die Karten maßgeblich. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und bei den Bürgermeisterämtern Amstetten und Lonsee auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am achten Tag nach der Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt (Ersatzverkündung der Karten).

 (4) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 3 Satz 4 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung der landschaftstypischen und kulturhistorisch bedeutsamen Kalkmagerrasen, Wacholderheiden, Weidewälder, Wälder trockenwarmer Standorte sowie die Erhaltung der Reste der ehemals viel ausgedehnteren Weideflächen für Schafe in extensiver Hütehaltung.

Der Schutzzweck ist insbesondere

1.            die Erhaltung der auf noch beweideten Flächen vorhandenen Magerwiesen (Mesobrometum erecti) bzw. des Enzian‑Schillergrasrasens (Gentiano‑Koelerietum) und der frühlingsenzianreichen Halbtrockenrasen (Gentiano vernae‑Brometum) sowie der basenreichen Kalkmagerrasen des Mesobromion und bodensaurer Bereiche (Aveno‑Genstetum sagittalis);

2.            die Erhaltung der Flächen als Habitat der artenreichen und bedrohten Pflanzen‑ und Tiergemeinschaften der Felsen, der Trockenrasen, der Halbtrockenrasen und der naturnahen Wälder und Gebüsche im Verbund als trockenwarme Biotope mit wertvoller, gefährdeter Flora und Fauna als Zufluchtsort für zahlreiche licht‑ sowie wärmeliebende Pflanzen‑ und Tierarten, die in unserer heutigen Landschaft kaum noch Lebensraum finden;

3.            die Bewahrung der Heideflächen vor Umbruch, Aufforstung und anderen Nutzungsintensivierungen;

4.            die Bewahrung der landschaftsprägenden Schönheiten und Eigenarten, die im Naturraum eine Besonderheit darstellen und als Relikte der früheren Wirtschaftsweise von hohem landeskulturellem Wert sind;

5.            die Erhaltung der Eignung dieser Flächen für eine Erholung mit hohem Erlebniswert.

Schutzziel ist die dauerhafte Sicherung der Heiden durch Nutzung als Schafweideflächen, deren Erweiterung im Rahmen von Flächenstillegungen in der Landwirtschaft und die Abwendung von Gefährdungen.

 

§ 4 Verbote

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

(2) Im Naturschutzgebiet ist insbesondere verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen, Sport‑, Spiel‑ oder Erholungseinrichtungen zu schaffen sowie Einfriedigungen jeder Art zu errichten;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern; ausgenommen sind Maßnahmen der in § 5 Abs. 1 Nr. 9 bezeichneten Art und im übrigen Leitungen öffentlicher Versorgungsträger und öffentliche Verkehrsanlagen, wenn bei ihrer Planung Einvernehmen mit der für Befreiungen zuständigen Naturschutzbehörde hergestellt wird; ausgenommen ist ferner die Herstellung einer Zu‑ und Abfahrt der Fa. Heidelberger Druckmaschinen AG von der und zur Kreisstraße 7314 unter Inanspruchnahme von Parzelle Nr. 780 auf der Grundlage des Generalplans Erweiterung D vom 29. August 1990 und weiterführender Pläne, wenn hierfür ein Verfahren nach § 24 a Abs. 4 NatSchG durchgeführt wird;

3.            die Bodengestalt durch Abbauvorhaben, Grabungen oder Materialablagerungen zu verändern;

4.            fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs‑ oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu hinterlassen oder zu lagern;

6.            Plakate, Bild‑ oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;

7.            zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen;

8.            ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

9.            außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen oder zu unterhalten;

10.        Hunde frei laufen zu lassen;

11.        in den Gebieten »Hörnen«, »Ettlenschießer Tiefental« und »Hohe Egert« außerhalb von Straßen und befestigten Wegen zu reiten;
in den übrigen Gebieten des § 1 ist das Reiten nur auf Straßen, befestigten und unbefestigten Wegen zugelassen, auf letzteren jedoch ausschließlich dann, wenn mindestens Anfang und Ende des die Schutzgebietsgrenzen schneidenden oder berührenden Wegestücks sowie hiervon berührte Kreuzungen oder Gabelungen durch für Reitwege übliche Schilder gekennzeichnet sind;

12.        in den Gebieten »Hörnen« und »Hohe Egert« die Wege und die in den Schutzgebietskarten dargestellten und vermarkten Wege zu verlassen;

13.        das Gebiet außerhalb von Straßen oder befestigten Wegen mit Fahrrädern zu befahren;

14.        das Gebiet außerhalb von Straßen und befestigten Wegen mit motorisierten Fahrzeugen aller Art, ausgenommen Krankenfahrstühlen, zu befahren;

15.        Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle, zu starten oder zu landen;

16.        Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

17.        Standorte besonders geschützter Pflanzen durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu beeinträchtigen oder zu zerstören;

18.        neu aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;

19.        wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut‑, Wohn‑ oder Zufluchtstätten dieser Tiere freizulegen, zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

20.        Störungen an den Lebens‑, Brut‑ und Wohn‑ oder Zufluchtstätten wildlebender Tiere, insbesondere durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu verursachen;

21.        gebietsfremde Tiere auszusetzen oder anzusiedeln;

22.        Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern, insbesondere Grünland in Ackerland umzubrechen;

23.        Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen, Wildkräutern und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen und Tieren beeinflussen, anzuwenden;

24.        Düngemittel zu verwenden.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

(1) Abweichend von § 4 ist es zulässig:

1.            die landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang fortzusetzen, wobei
1.1 die Veränderung der Bodengestalt, insbesondere durch Abgrabungen, Aufschüttungen, Wegebau oder die Auffüllung von Bodenvertiefungen oder Senken, nicht zulässig ist;
1.2 der Umbruch von Dauergrünland oder Dauerbrache nicht zulässig ist;
1.3 Feldraine, Hecken, Gebüsche, Wälle, Tümpel oder sonstige landschaftsprägende Elemente weder gerodet, abgesägt noch in sonstiger Weise beseitigt, zerstört oder beschädigt werden dürfen;
ein ordnungsgemäßer Rückschnitt außerhalb der Vogelbrutperiode (1. März bis 31. Juli) ist zulässig;
1.4 die Verwendung von Düngemitteln nur auf Wirtschaftsgrünland, Ackerflächen und in Sonderkulturen zulässig ist;
1.5 Schafpferche im Naturschutzgebiet außer auf Äckern nicht errichtet werden dürfen;
1.6 abgängige Obsthochbäume mit geeigneten Hochstammsorten wieder ersetzt werden sollen;
1.7 landwirtschaftliche Erzeugnisse oder andere Wirtschaftsstoffe sowie Feldmieten, Fahrsilos oder ähnliche Einrichtungen nur auf intensiv genutzten Flächen gelagert oder angelegt werden dürfen. Das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war, bleibt unberührt;

2.            die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in bisheriger Intensität fortzusetzen, wobei Neuaufforstungen im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde zulässig sind;

3.            die Jagd auszuüben, wobei
3.1 neue Hochsitze nur im unbedingt notwendigen Umfang und nur als einfache Leitern aus naturbelassenen Hölzern landschaftsgerecht in hochwüchsigen Gehölzen errichtet werden dürfen. Abgängige oder nicht mehr genutzte Hochsitze sind zu entfernen;
3.2 keine neuen Wildäcker, Futterstellen und Kirrungen eingerichtet und unterhalten werden dürfen, außerhalb der Kalkmagerrasen sind neue Kirrungen zugelassen;
3.3 keine Hunde abgerichtet werden dürfen und Jagdhunde in der Zeit vom 15. März bis 31. Juli ‑außer bei der Nachsuche ‑ außerhalb des Waldes angeleint geführt werden müssen;
3.4 keine Tiere eingebracht werden dürfen;

4.            die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Wassergräben und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung fortzusetzen, wobei
4.1 die Veränderung der Bodengestalt, insbesondere durch Abgrabungen, Aufschüttungen, Wegebau oder die Auffüllung von Bodenvertiefungen oder Senkungen, nicht zulässig ist;
4.2 Absatz 1 Nr. 1.3 entsprechend gilt;
4.3 die Verwendung von Düngemitteln nicht zulässig ist;
4.4 Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen, Wildkräutern und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen oder Tieren beeinflussen, nicht angewendet werden dürfen. Für bestehende Grill- und Parkplätze gilt diese Bestimmung nur, soweit diese in den Schutzgebietskarten dargestellt sind;

5.            das Bergfest in der Gemeinde Amstetten auf der im Gebiet »Am Hörnle« in der zugehörigen Flurkarte dieser Verordnung (vgl. § 2 Abs. 3) dargestellten Fläche alljährlich einmal durchzuführen. Dabei dürfen Abfälle oder abfallähnliche Stoffe nicht verbrannt werden;

6.            die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen, Gewässer und Wege, Eisenbahnanlagen, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen fortzusetzen, wobei Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen, Wildkräutern und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen oder Tieren beeinflussen, nicht angewendet werden dürfen;

7.            Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle zur Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile zugelassen oder angeordnet werden, insbesondere für die im Pflegeplan vorgesehenen Arbeiten, durchzuführen;

8.            behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen aufzustellen;

9.            kommunale Ver‑ und Entsorgungsleitungen, auch soweit sie privatwirtschaftlichen Unternehmen dienen, unter Beachtung des Schutzzwecks zu unterhalten, in Stand zu setzen, bei im wesentlichen gleichem Verlauf zu ändern oder zu erweitern.

(2) Die zulässigen Handlungen sind so auszuüben, daß sie den Schutzzweck (§ 3) mit größtmöglicher Rücksicht beachten und im Rahmen der Möglichkeiten fördern. Errichtungs‑, Unterhaltungs‑ und Instandsetzungsarbeiten sollen nicht in der Vogelbrutzeit vom 1. März bis 31. Juli ausgeführt werden.

 

§ 6 Schutz‑ und Pflegemaßnahmen

Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde ‑ im Wald im Einvernehmen mit dem jeweils zuständigen Staatlichen Forstamt ‑ in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnungen festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.

 

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt.

Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 Landesjagdgesetz handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig die Jagd entgegen § 5 Abs. 1 Nr. 3 ausübt.

 

§ 9 Aufhebung von Vorschriften

Die Verordnung vom 1. Februar 1979 Landschaftsschutzgebiet »Nördliches Lonetal« tritt für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.

 

§ 10 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist (§ 2 Abs. 3 Satz 4) in Kraft.

 

TÜBINGEN, den 27. September 1996

DR. GÖGLER