4.303 Irrenberg-Hundsrücken

Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Irrenberg-Hundsrücken« vom 16. Januar 2002 (GBl. v. 21.02.2002. S. 99).

Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385). zuletzt geändert durch das Gesetz zur Neuorganisation der Naturschutzerwaltung und zur Änderung des Denkmalschutzgesetzes vom 14.März 2001 (GBl. S. 189) und § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1.Juni 1996 (GBl S. 369), wird verordnet:

Allgemeine Vorschriften

§ 1

Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 naher bezeichneten Flachen im Landkreis Zollernalbkreis auf dem Gebiet

1. der Stadt Albstadt, Gemarkung Pfeffingen,

2. der Stadt Balingen, Gemarkung Streichen und Gemarkung Zillhausen,

3. der Gemeinde Bisingen, Gemarkung Bisingen und Gemarkung Thanheim,

werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Irrenberg-Hundsrücken".

§ 2

Schutzgegenstand

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 127,72 ha.

(2) Es umfasst Flächen der Albhochfläche, Hangpartien des Albtraufs sowie den kesseiförmig in die Albtafel eingekerbten Talschluss des Roschbachtales.

Betroffen sind ganz oder teilweise:

1. auf Gemarkung Pfeffingen das Gewann Irrenberg

2. auf Gemarkung Streichen

die Gewanne Hinter dem Berg und Uchental

3. auf Gemarkung Zillhausen

die Gewanne Breitenwasen, Hörnle, Schiebelen, Schönenhalde. Sießenwiese, Talen. Tiefenwiese und Uchental

4. auf Gemarkung Bisingen

die Gewanne Beckensteig und Hundsrücken

5. auf Gemarkung Thanheim

die Gewanne Jägerweg und Kohlgrube.

Der Verlauf der Grenzen des Naturschutzgebiets wird nachstehend im Uhrzeigersystem grob beschrieben. Die aufgeführten Grenzgrundstücke befinden sich innerhalb des Schutzgebiets, es sei denn, sie sind mit »ohne dieses = od« oder »teilweise = tw« gekennzeichnet.

Die Schutzgebietsgrenze verläuft, beginnend im Norden auf Gemarkung Thanheim. entlang der Flurstücke (Flste) Nr. 2088 tw und 2087. Dabei werden auf Gemarkung Pfeffingen die Flste Nr. 3941 tw. 3942 und 3943 sowie das Flst Nr. 3213 als Ausbuchtungen einbezogen. Die östliche Grenze verläuft auf Gemarkung Pfeffingen entlang der Flste Nr. 3223, 3224/1. 3234. 3234-3237 und 3242. Weiter entlang der östlichen Gemarkungsgrenze von Zillhausen ab den Flsten Nr. 1012 bis 1049 und im Süden von Flsten Nr. 1049 bis 1070 sowie entlang der Flste Nr. 1072, 1074, 1076, 1078. 832/1, 832 und 831. Ab dem Flst. Nr. 83! wieder in nördlicher Richtung entlang der Flste Nr. 828-825, 823, 821, 820, 849/2, 852, 851 und 850. Ab dem Schnittpunkt des Flst Nr. 850 mit dem Flst Nr. 858/1. Gemarkung Streichen, auf Gemarkung Streichen entlang des Flst Nr. 858/1; ab den Flsten Nr. 938/1 bis 918 entlang des Weges (Flst Nr.903 od), weiter entlang der Flste Nr. 914. 910 und 909. Anschließend der Wechsel auf die Gemarkung Zillhausen. dort entlang der F!ste Nr. 890 und 889. Ab dem Schnittpunkt des Flst Nr. 889, Gemarkung Zillhausen, mit dem Flst Nr. 644 od, Gemarkung Streichen, und dem Flst Nr. 5207, Gemarkung Bisingen. in westlicher Richtung - auf der Gemarkung Bisingcn - entlang der Gemarkungsgrenze bis zum Schnittpunkt mit dem Weg od bei Flst Nr. 5298. Dann weiter in nördlicher Richtung entlang des Weges od bis zum Flst Nr. 5296. dann wieder in östlicher Richtung entlang des Weges od bis zum Ausgangspunkt an der Gemarkungsgrenze Bisingen/Thanheim.

(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 25. September 2001 im Maßstab 1:25000 kombiniert mit einer Detailkarte im Maßstab 1:2500, mit durchgezogener roter Linie eingetragen. Die rote Bandierung ist Teil der Schutzgebietsfläche. Die Karle ist Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen und beim Landratsami Zollernalbkreis in Balingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

(4) Die Verordnung mit Karte ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 3 Satz 4 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3

Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung eines vielfältig strukturierten Gebiets als günstiger natürlicher Lebensraum für vom Aussterben bedrohte, gefährdete und geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie als kulturhistorisch und ästhetisch herausragender Landschaftsteil.

Von besonderer ökologischer Bedeutung sind hierbei;

- die Kalk-Pionierrasen

- die Kalk-Magerrasen

- die extensiv genutzten Mähwiesen trockener   und feuchter Ausprägung

- die Gebüsche trockenwarmer und feuchter Standorte einschließlich ihrer Staudensäume

- die Feldgehölze, Baumgruppen und Einzelbäume

- die naturnahen Fließgewässer mit der daran gebundenen Flora und Fauna

- die Staudenfluren

- die Kleinseggenriede

- die Großseggenriede

- die Röhrichtbestände

- die Orchideen-Buchenwälder

- die Schlucht-, Hangmisch- und Auwälder

- die Waldmeister-Buchenwälder.

Diese Lebensraumtypen entsprechen ganz oder teilweise den in der Richtlinie 92/43 EWG des Rates vom 21.Mai 1992 (ABI. EG Nr. L 206/7 vom 22.Juli 1992. geändert durch Richtlinie 97/62/EG des Rates vom 27.Oktober 1997, ABI. LG Nr. L 305/42. Flora-Fauna-Habital-Riehtlinie - FFH-R -) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, beschriebenen Kalk-Pionierrasen (prioritär), Kalk-Magerrasen, magere Flachland-Mähwiesen, Berg-Mähwiesen, Feuchte Hochstaudenfluren, Kalkreiche Niedermoore, Orchideen-Buchenwälder, Waldmeister-Buchenwälder, Auwälder mit Erle, Esche und Weide (prioritär), Schlucht- und Hangmischwälder (priorilär). Das Schutzgebiet ist Teil der NATURA 2000 - Gebietskulisse Nr. 7719-301 »Albtrauf östlich Balingen«, die als Gebiet von besonderer gemeinschaftlicher Bedeutung nach Artikel 4. 1 der FFH-R- in die Vorschlagsliste zur Meldung an die Kommission aufgenommen wurde.

Aufgrund der außergewöhnlichen Vielfalt an teilweise kleinflächig verzahnten und miteinander vernetzten Biotopstrukturen stellt das Gebiet in seiner Gesamtheit einen günstigen natürlichen Lebensraum für an extensiv genutztes Offenland, Pflegeflächen, Brachestadien, Kleingewässer und natürliche bzw. naturnahe Waldbestände gebundene Tier- und Pflanzenarten dar. Es weist insbesondere seltene und geschützte Pflanzen-, Heuschrecken-, Tagfalter-, Wildbienen- und Vogelarten auf.

§ 4

Verbote

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Veränderung oder nachhaltigen Störung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können. Insbesondere sind die in den Absätzen 2 bis 6 genannten Handlungen verboten.

(2) Zum Schulz von Tieren und Pflanzen ist es verboten:

1. Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

2. Standorte besonders geschützter Pflanzen durch Aufsuchen, Fotografieren. Filmen oder ähnliche Handlungen zu beeinträchtigen oder zu zerstören;

3. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

4. wild lebende Tiere an ihren Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören;

5. Hunde frei laufen oder schwimmen zu lassen.

(3) Verboten ist es, bauliche Maßnahmen durchzuführen und vergleichbare Eingriffe vorzunehmen, wie

1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen; dies gilt auch für Einfriedigungen jeder Art sowie für Sport-, Spiel- oder Erholungseinrichtungen;

2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern können;

4. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen.

(4) Bei der Nutzung der Grundstücke ist es verboten:

1. die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Abgrabungen und Aufschüttungen, Sprengungen oder Bohrungen;

2. Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern;

3. Dauergrünland oder Dauerbrache umzubrechen;

4. aufzuforsten, die Entwicklung von Laubholz- oder Mischbeständen hin zu Nadelholzreinbeständen aktiv zu fördern, Christbaum- und Schmuckreisigkulturen oder Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen sowie auf andere Weise nicht standortheimische Gehölze oder Pflanzen einzubringen;

5. Pflanzenschutzmittel, Düngemittel oder Chemikalien zu verwenden;

6. Weidezäune, Koppeln und Pferche zu errichten;

7. Feldraine. Feldgehölze, Hecken, Gebüsche, Einzelbäume, Staudenfluren, Quellfluren, Seggenriede und Röhrichtbestände zu beseitigen oder zu beeinträchtigen.

(5) Insbesondere bei Erholung, Freizeit und Sport ist es verboten:

1. die Wege zu verlassen;

2. das Gebiet außerhalb befestigter Wege von mindestens 2 Metern Breite mit Fahrrädern zu befahren. Dies gilt insbesondere für den nicht befestigten Grasweg im Gewann Hörnle;

3. außerhalb befestigter Wege von mindestens 3 Meiern Breite zu reiten;

4. das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen aller Ar! zu befahren, ausgenommen Krankenfahrstühle und Anlieger zur Bewirtschaftung der Grundstücke;

5. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, Kraftfahrzeuge außerhalb öffentlicher Parkplätze abzustellen oder öffentliche Veranstaltungen aller Art (wie Volkswandern. Sportveranstaltungen und u. ä.) durchzuführen;

6. die Gewässer fischereilich oder angelsportlich zu nutzen;

7. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigen lassen und Landen von Flugmodellen.

(6) Weiter ist es verboten:

1. Abfälle, Dung, Ernterückstände oder sonstige Gegenstände zu hinterlassen oder zu lagern;

2. Feuer zu machen oder zu unterhalten;

3. ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen.

§ 5

Zulässige Handlungen

(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß im Sinne des Naturschutzgesetzes erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass:

1. die Bodengestalt - auch kleinflächig - nicht verändert wird;

2. durch neue Entwässerungs- oder andere Maßnahmen der Wasserhaushall nicht verändert wird;

3. Grünland oder Dauerbrache -auch zur Neueinsaat- nicht umgebrochen wird;

4. Pflanzenschutzmittel -außer auf Ackerflächen- nicht verwendet werden;

5 Feldraine, Feldgehölze, Hecken, Gebüsche, Einzelbäume, Staudenfluren, Quellfluren, Seggenrieder, Röhrichtbestände und sonstige landschaftsprägende Elemente nicht erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt werden;

6. die Düngung auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen nicht über den Nährstoffentzug der spezifischen extensiven Grünlandnutzung hinausgeht. Landwirtschaftlich genutzte Grundstücke, die sich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg befinden oder deren Erwerb für Zwecke des Naturschutzes durch Dritte aus öffentlichen Mitteln bezuschusst wurde, sollen nicht gedüngt werden;

7. landwirtschaftliche Erzeugnisse oder andere Wirtschaftsstoffe nicht gelagert sowie Feldmieten, Fahrsilos oder ähnliche Einrichtungen nicht angelegt werden;

8. die Einmähder und Holzwiesen in den Gewannen Irrenberg und Hörnle nur einmal jährlich gemäht werden und das Mähgut innerhalb von zwei Wochen abgeräumt und außerhalb des Schutzgebietes verwertet oder entsorgt wird;

9. die Mähwiesen außerhalb der Einmähder und Holzwiesen nur ein- bis zweimal jährlich gemäht werden und das Mähgut innerhalb von zwei Wochen abgeräumt und außerhalb des Schutzgebietes verwertet oder entsorgt wird;

10. die Beweidung nur außerhalb der Einmähder und Holzwiesen jeweils als Herbstweide mit Schafen in Hütehaltung oder mit Rindern in mobilen Elektrozäunen zwischen dem 1. September und dem 31. Dezember erfolgt. Koppeln, Pferche und dauerhafte Weidezäune dürfen nicht errichtet werden.

(2) Für die forstwirtschaftliche Badennutzung gelten die Verbote des g 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang ordnungsgemäß erfolgt und die Grundsätze und Ziele des Naturschutzgesetzes sowie den Schutzzweck berücksichtigt,

Voraussetzung ist weiter, dass:

1. in den Steillagen und Altbeständen der Gewanne Hundsrücken, Beckensteig, Jägerweg, Kohlgrube und Schönenhalde nur einzelstammweise Holznutzungen durchgeführt werden;

2. die in der Detailkarte schraffiert dargestellte Fichtenerstaufforstung im Gewann Hörnle unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Standortverhältnisse langfristig in ein lockeres Laubgehölz mit holzwiesenartigem Charakter umgewandelt wird. Durch Ausstockung sollen die Feuchtgebiete und die Aussicht auf das Roschbachtal verbessert werden;

3. auf den übrigen Waldflächen langfristig auf eine Ausstockung standortfremder Baumarten hingewirkt wird und die standortheimischen Laubwaldgesellschaften sukzessive wiederhergestellt werden. Als Ziel ist eine dauerwaldartige, vorrangig auf Naturverjüngung basierende Bewirtschaftung anzustreben;

4. Holzlagerplätze nicht auf vegetationskundlich wertvollen Flächen angelegt werden;

5. die Pflege der Waldränder und -säume an den Ansprüchen der hier vorkommenden gefährdeten Tagfalterarten ausgerichtet wird;

6. bei Durchforstung. Hieb u. ä. anfallendes Reisig, Schnittgut oder Holz nicht auf vegetationskundlich wertvollen Freiflächen und Pflanzenstandorten außerhalb des Waldes gelagert wird;

7. Tothölzer, Höhlenhäume oder Horstbäume -unter Beachtung der Verkehrssicherungspflicht- bis zu ihrem natürlichen Verfall erhalten werden.

(3) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß in Sinne des Naturschutzgesetzes erfolgt.

Voraussetzung ist weiter, dass:

1. Hochsitze nur außerhalb von trittempfindlichen Bereichen und nur landschaftsgerecht aus naturbelassenen Hölzern errichtet werden;

2. keine Wildäcker und keine weiteren Futterstellen angelegt werden. Kirrungen und Ablenkungsfütterungen bedürfen der Zustimmung der Naturschutzbehörde;

3. die Schalenwildbestände so reguliert werden, dass eine Naturverjüngung und der Umbau in eine Laubholzwaldgesellschaft ohne technische Schutzeinrichtungen möglich ist;

4. keine Tiere eingebracht werden;

5. als Standwild auftretendes Gams- und Muffelwild während der Jagdzeit unverzüglich erlegt wird. Hegemaßnahmen, die ein Besiedeln von Gams- und Muffelwild im Gebiet fördern, sind unzulässig;

6. das Schulzgebiet im Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd mit Kraftfahrzeugen nur auf hierfür geeigneten Wegen befahren werden darf, es (sei) eingefügt LfU denn zur Beförderung von schwerem und sperrigem Material für die Errichtung und Instandhaltung zulässiger jagdlicher Einrichtungen und zur Bergung von erlegtem Schalenwild.

(4) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen -einschließlich der Quellfassungen Uchentalquelle l und II- in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.

(5) Die Verbote des § 4 der Verordnung gelten nicht für Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde angeordnet wurden oder mit deren Zustimmung durchgeführt werden.

(6) Die Verordnung des Landratsamts Zollernalbkreis vom 15. August 1989 zur Festsetzung von Wasserschutzgebieten für die Grundwasserfassungen der Stadt Balingen, Stadtteil Streichen und die Rechtsverordnung des Landratsamts Zollernalbkreis vom 11. April 1984 zum Schutze des Grundwassers im Einzugsgebiet der Quellfassung Steinhofener Wald Quelle l bleiben unberührt. Dies gilt auch für sonstige weitergehende öffentlich-rechtliche Vorschriften.

§ 6

Schutz- und Pflegemaßnahmen

(1) Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflege- oder Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnung festgelegt, für Waldflächen im Einvernehmen mit dem staatlichen Forstamt.

(2) Der Umbau der in der Detailkarte im Gewann Hörnle durch Schraffur dargestellte Fichtenerstaufforstung zu einem lockeren, holzwiesenartigen Laubgehölz ist eine Entwicklungsmaßnahme. Die Umbauplanung erfolgt durch die staatliche Forstverwaltung im Einvernehmen mit der Naturschutzverwallung. Die Umsetzung setzt die Zustimmung der Grundstückseigentümer voraus. Die betroffenen Grundstücke sollen - soweit erforderlich - im Rahmen der haushaltsrechtlichen Ansätze für Naturschutzzwecke erworben oder deren Erwerb durch Dritte bezuschusst werden.

(3) Genehmigungspflichtige Anlagen, Anpflanzungen oder Aufforstungen sind zu beseitigen, soweit sie ohne die erforderlichen Gestattungen errichtet bzw. angepflanzt wurden und den Schutzzweck beeinträchtigen.

Schlussvorschriften

§ 7

Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 8

Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig im Sinne des g 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutzgebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene oder nach § 5 in die Verbote einbezogene Handlungen vornimmt.

(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs.2 Nr. 7 des LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 oder § 5 die Jagd ausübt.

§ 9

Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

(2) Gleichzeitig außer Kraft treten:

1. Die Verordnung des Preußischen Regierungspräsidenten in Sigmaringen vom 13. Juni 1939 über das Naturschutzgebiet »Hundsrücken«.

2. Die Verordnung des Württembergischen Kultusministers in Stuttgart vom 8.September 1943 über das Naturschutzgebiet »Irrenberg«.

3. Die Verordnung des Landratsamtes Balingen in Balingen vom 17. März 1970 über das Landschaftsschutzgebiet »Hundsrücken«, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht.

Tübingen, den 16. Januar 2002

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