1.102 Schlucht des Großen Wimbachs
Würdigung
Naturschutzgebiet „Schlucht des Großen Wimbachs"
Das Tal des Großen Wimbachs mündet
unmittelbar oberhalb von Laufen in das Kochertal.
Es gehört zu den noch unberührten und
biologisch wertvollsten Räumen des gesamten Keuperberglandes beidseits des
Kochertales.
Nach den Erhebungen der
Biotopkartierung sowie der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege
liegt der zum Schutz vorgesehene Teil im Wesentlichen im Bereich der Unteren
Bunten Mergel, des Kieselsandsteins und der Oberen Bunten Mergel.
Zwei harte Sandsteinbänke
überwindet der wasserreiche Bach in eindrucksvollen, mehrere meterhohen
Wasserfällen.
Unterhalb der Wasserfälle befinden
sich tiefe und breite „Gumpen", an die bachabwärts Zonen mit starken
Ablagerungen und Inselbildungen anschließen.
Sandsteinblöcke finden sich an
vielen Stellen, herabgestürzt auch noch weit unterhalb im Bereich der Unteren
Bunten Mergel.
Am eindrucksvollsten ist der von
den Wurzeln einer Fichte umklammerte hohe, mächtige Block nahe dem oberen
Wasserfall.
Frische Mergelabrisse,
Hangrutschungen usw. zeigen die kräftige Erosion, den „jugendlichen"
Charakter des schluchtartigen Tales und verleihen ihm einen stellenweise fast
wilden Charakter.
Vegetationskundlich fällt ein
nebeneinander von Pflanzennährstoff und kalkreicher, feuchter Standorte und von
Pflanzen auf, die für nährstoffarm, saure, zum Teil auch trockene Standorte
typisch sind.
Letztere finden sich auf fast
ebenen, flachgründigen Terrassen mit Sandstein-Untergrund sowie in kleinem
Umfang auf Sandsteinblöcken, erstere sehr viel weitflächiger an den
Schluchthängen.
Nach der forstlichen
Standortkartierung liegt das Wimbachtal im Bereich des paenemontanen
Buchen-Tannenwaldes (Regionalgesellschaft) der Inneren Schwäbisch-Fränkischen
Keuperwaldberge.
Vom Bereich der Schlucht selbst
werden folgende Einzelgesellschaften genannt:
Bacherlenwald und Schluchtwald
mit Schwarzerle, Bergahorn, Linde,
Haselwurz, Bachbunge, Winterschachtelhalm, Engelwurz, Waldgeißbart, Wolligem
Hahnenfuß u.a.;
Farn-Buchen-Tannenwald
mit Dornfarn, Wurmfarn,
Frauenfarn, Eichenfarn, Blasen-farn (an Felswänden), Goldnessel,
Waldschwingel-Tannen-Buchenwald
mit Sauerklee, Einbeere,
Waldbingelkraut, Maiglöckchen, Leberblümchen usw. – im Übergang zu nährstoff-
und kalkreichem Buchenwald mit reichem Vorkommen des Leberblümchens,
Seidelbast, Frühlingsplatterbse usw.;
Beerstrauch-Tannenwald
mit Heidelbeere, Bergblatterbse,
Heidekraut, Gebräuchlichem Ehrenpreis, Besenginster u.a. (auf
Sandsteinunterlage).
Floristisch hervorzuheben ist das
sehr reiche Vorkommen des im Keuperbergland seltenen Leberblümchens, ferner des
Winterschachtelhalms, Waldgeißbartes sowie des Gelappten Schildfarns.
Von Herrn Prof. Krieglsteiner wird
die reiche Pilzflora hervorgehoben.
Bemerkenswert ist ferner die in
großer Zahl auftretende blutrote Krusten auf glattem, überrieseltem Gestein
bildende Süßwasserrotalge Hildenbrandtia rivularis.
Erwähnt sei außerdem die
Wasseramsel.