2.071 Rastatter Rheinaue

 

Würdigung

 

 

Dieses Schutzgebiet ist das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Regierungsbezrik Karlsruhe.

Es umfaßt Teile der Überflutungsauen des Rheines, welche zu den gefährdetsten Landschaftstypen Europas zählen.

Nur noch 13 % der ursprünglichen Rheinaue im Regierungsbezirk Karlsruhe werden heute noch regelmäßig von den Hochwassern des Rheines überflutet, im Wesentlichen die Rheinauenwälder nördlich der Staustufe Iffezheim.

Ein wichtiger Schritt zur Erhaltung dieser letzten noch weitgehend intakten Auenwälder wurde mit der Unterschutzstellung der Rastatter Rheinaue getan.

Die Rastatter Rheinaue stellt mit ihren Pflanzen- und Tierarten und Artengemeinschaften, die teilweise bundesweit gefährdet sind, ein Gebiet höchster biologisch-ökologischer Wertigkeit dar.

In der Naturschutzverordnung wurden Nutzungsregelungen getroffen, die hoffen lassen, daß dieses einzigartige Naturschutzgebiet auf lange Zeit in seiner Urtümlichkeit erhalten bleiben kann.

Durch den gleichzeitigen Erlaß von Schonwalderklärungen für die besonders naturnahen Bereiche innerhalb des Naturschutzgebiets und die Aufstellung präziser Bewirtschaftungsrichtlinien durch die Forstverwaltung sind die Weichen für eine nachhaltige Sicherung der flächenmäßig ausgedehntesten Eichen-Ulmenwald- und Silberweidenwaldkomplex der badischen Rheinaue gestellt.

Für das Zustandekommen der Verordnung besonders hervorzuheben ist die sehr gute Zusammenarbeit mit der elsässischen Gemeinde Münchhausen, die über fast 100 ha Eigentum im Naturschutzgebiet verfügt.

In ausführlichen Verhandlungen, die im Geiste deutsch französischer Zusammenarbeit geführt wurden, war die Gemeinde bereit, auf eine Intensivierung der Nutzung ihres rechtsrheinischen Waldbesitzes zu verzichten und so zum Schutz der Lebensgemeinschaften der Rheinaue beizutragen.