2.116 Roberner See

 

Würdigung

 

 

Die südwestliche Abdachung des Sandstein-Odenwaldes wird hauptsächlich von der Elz und der Itter zum Neckar hin entwässert.

Dazwischen hat sich der bei Neckargerach mündende Seebach ein kleines Einzugsgebiet geschaffen.

Während sich der Bach im Unterlauf ein tiefes, enges Tal in den Buntsandstein gegraben hat, sind die Quelläste bei Wagenschwend und Robern als flache Muldetäler ausgebildet, die von den offenen, landwirtschaftlich genutzten Rodungsinseln in das geschlossene Waldtal überleiten.

Am Übergang zwischen der flachwelligen Hochfläche zum Krebtal des Seebachs, welcher durch einen deutlichen Gefälleknick gekennzeichnet ist, liegt in knapp 400 Meter Höhe im Südwesten von Robern in einer stillen Waldecke der Roberner See.

In seiner jetzigen Form existiert der See seit 1966, er geht jedoch auf einen früheren Weiher zurück, der zur Holzflößerei gestaut worden war.

Einige Reste alter Dämme talaufwärts zeugen von weiteren Schwallweihern, deren Wasser zum Flößen von Scheiterholz aus den sonst nahezu unzugänglichen Wäldern im unteren Seebachtal benötigt wurde.

Der Oberlauf des Seebaches wird zum größten Teil von extensiv genutzten Wiesen begleitet.

Reste eines alten Wässerwiesensystems lassen die traditionelle Bewirtschaftungsart erkennen.

Während der letzten Jahre haben sich relativ ungestört eine Vielfalt seltener Lebensgemeinschaften entfalten können.

Lehminseln überdecken mancherorts die anstehenden Schichten des Buntsandsteins, die tiefer liegenden Stellen weisen lokale Vernässungen auf den wasserstauenden Horizonten der Röttone auf.

Diese differenzierten Standortbedingungen ermöglichen unterschiedliche Nutzungsformen: Wald auf den Hochflächen, extensives Grünland in den Mulden und dem Talzug, Ackerland auf den mit Lehm bedeckten Flächen.

So finden sich im See und seinen ufernahen Bereichen Schwimmblattgesellschaften, Großseggenrieder und Röhrichte.

Imponierend wirkt die breite Zone der Seggen am nördlichen Seeufer mit der bultenbildenden

Steifen-Segge, der Schnabel-Segge und der Blasen-Segge.

Nachdem die traditionelle landwirtschatliche Bewirtschaftung aufgegeben wurde, hat sich talaufwärts je nach Standort und Feuchtegrad ein Vegetationsmosaik unterschiedlicher Feuchtwiesengesellschaften ausgebildet.

Mädesüßfluren, Sumpfdotterblumen-Wiesen, Waldsimsen-Fluren und Schlangenknöterich-Bestände wachsen in wechselnassen, nährstoffreichen Bodenmulden.

In versumpften Wiesensenken trifft man Mischbestände von Waldbinsengemeinschaften an.

Kleine Trupps von Waldveilchen sind hier immer wieder zu bewundern.

Eingestreut finden sich weniger durchnäßte Stellen.

Hier stehen Arten nährstoffarmer Böden wie

die Hirsen-Segge, der Teufelsabbiß und das Borstengras.

Die sanft ansteigenden Ränder der Talsenke sind mit Fettwiesen bewachsen und werden als Grünland, teilweise auch als Viehweide genutzt.

Nahe dem Waldtrauf tritt Quellwasser zutage.

Auf diesem gut durchfeuchteten Ort hat sich eine kleine Gebüschgruppe der Kriechweide angesiedelt.

Ihr Vorkommen ist sonst nur aus südlicheren Bereichen von Baden-Württemberg belegt.

Entlang des Baches und der Gräben stehen sehr dekorativ einzelne Erlen und Weidengebüsche.

Zwei nur sehr mühsam gedeihende Fichtenparzellen befinden sich in Seenähe auf nassen Standorten; ihre Rückumwandlung in Feuchtwiesen ist längerfristig beabsichtigt.

Das Schutzgebiet genießt durch sein Angebot unterschiedlicher Feuchtwiesenstrukturen und seiner offenen Wasserfläche besondere Attraktivität für die Vogelwelt.

Regelmäßig brüten hier neben Bläßhuhn und Teichhuhn auch Reiherente und Zwergtaucher.

Durchzügler finden sich hier zur Nahrungsaufnahme ein.

Ergänzt wird die Fauna durch einen reichen Insekten- und Amphibien-Bestand.

Die jagdlichen und fischereilichen Nutzungen sind eingeschränkt.

Ein Rundwanderweg führt großräumig um das Schutzgebiet.