2.201 Betzenbuckel

 

Würdigung

 

 

Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Betzenbuckel"

 

1. Lage

Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Betzenbuckel" liegt im östlichen Enzkreis und erstreckt sich auf Teilgebiete der Gemeinde Friolzheim, Heimsheim und Tiefenbronn, Ortsteil Mühlhausen an der Würm.

Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 195 ha.

Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt rund 45 ha, soweit es in einem Funktionszusammenhang mit dem Naturschutzgebiet steht.

Nach diesem Gesichtspunkt greift es mit Gebietsteilen bis über den Seegraben im Westen und bis zur Autobahn im Norden.

Mit der Verordnung des Natur- und Landschaftsschutzgebietes „Betzenbuckel" reagiert die höhere Naturschutzbehörde, insoweit dies zur Abgrenzung des dienenden Landschaftsschutzgebietes erforderlich ist, auch auf die vor einiger Zeit abgeschlossene Neuordnung der Flur in Friolzheim durch die Flurbereinigung und den durch sie veränderten Zuschnitt der Grundstücke.

Die nicht im Funktionszusammenhang mit dem Naturschutzgebiet stehenden, weit größeren Gebietsteile der alten „Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen und Landschaftsbestandteilen entlang der Reichsautobahn Stuttgart-Heilbronn und Stuttgart-Karlsruhe in den Kreisen Leonberg und Vaihingen-Enz" vom 22. Mai 1941 auf der Gemarkung Heimsheim werden nicht in die Verordnung miteinbezogen.

Die Überarbeitung ist hier Sache der dafür zuständigen Unteren Naturschutzbehörde.-

Das Naturschutzgebiet umfaßt im Wesentlichen die Erhebung der Hauptmuschelkalkstufe des „Betzenbuckels" mit 494 Meter über dem Meeresspiegel im Oberen Muschelkalk (mo).

Von den Ceratitenschichten und dem Trochitenkalk des Hauptmuschelkalks auf dem namensgebenden Betzenbuckel streichen die geologischen Schichten bis zum Gewann „Am Galgen" im Süden in den Mittleren Muschelkalk (mm) mit Gips, Anhydrit und Steinsalz aus.

Für den Würm-Heckengäu tritt der Stufenrand des Hauptmuschelkalks mit der west- und südexponierten Erhebung des „Betzenbuckels" am Würmbucht-Nordrand bei Friolzheim besonders eindrucksvoll in Erscheinung.

Die Hauptmuschelkalkstufe ragt hier 70 Meter über die Röthplatte von Tiefenbronn.

Der „Betzenbuckel" beherrscht als besonders markantes Landschaftselement im welligen-kuppigen Fliesengefüge der Hochflächen und Trockenmulden das nur von wenigen und nur bis 100 Meter tief eingelassenen wasserführenden Tälern gegliederte Muschelkalkplateau.

Der Berg ist typisch für eine Landschaft, die bis auf die meist recht schmalen Auen entlang der Fließgewässer trocken ist.

Vom Trauf aus gesehen liegen westlich angrenzend der Östliche Hagenschieß mit der nach Süden und Südwesten zum Schwarzwald hin ansteigenden und zu ihm hin vermittelnden, dünnen Wellenkalkdecke (mu) davor, und südlich davon die Würmbucht mit ihren weiten Tälern in einer aufgelösten Muschelkalkplatte.

Obwohl auch der Enz-Grenzbach-Heckengäu mit nicht geringen Waldanteilen ausgestattet ist, nimmt die Bewaldung nach Westen in den angrenzenden naturräumlichen Einheiten allmählich aber deutlich zu.

Besonders gegensätzlich ist die von Friolzheim zur Würm ziehende Mulde des Seegrabens gegenüber dem von Trockenstandorten gekennzeichneten Raum des „Betzenbuckels-Am Galgen" ausgestattet.

Denn die überdurchschnittlich breite Mulde der „Seewiesen" gehört zu den besonders gut vom Wasser, vom Seegraben und den Quellen in unmittelbaren Nähe, versorgten Kontraststandorten.

Die „Seewiesen" sind bereits Naturschutzgebiet (NSG „Tiefenbronner Seewiesen") und als ausgedehntes Feuchtgebiet aus landschaftsökologischer Gesamtsicht integraler Bestandteil eines sich in seiner Vielfalt ergänzenden Kompendiums.

Entsprechend ist bei der synökologischen Berwertung auch der tierökologische Aspekt, insbesondere die artenreiche Avifauna, hervorzuheben, und zwar gerade deswegen, weil das Element Wasser und damit auch feuchte Auen für die Tierwelt des trockenen „Betzenbuckels" große Bedeutung hat.

Das Gegenüber von feuchten und trockenen Standorten ist ausschlaggebend für die hohe Diversität des Gesamtraumes im Grenzbereich unterschiedlicher geologischer Formationen.

Es ist deshalb bei der Würdigung wichtig, von einer Artenliste auszugehen, die Vögel nasser wie trockener Standorte gleichermaßen aufführt.

 

2. Vegetation

Erholungsfunktion und landschaftsgeschichtliche Bedeutung

Schon bei flüchtiger Betrachtung fällt der Betzenbuckel als landschaftlich und ökologisch bedeutsames Gebiet auf.

Seine Kuppen sind charakteristisch für den Heckengäu; die mageren, häufig nur wenige Zentimeter mächtig auf dem Muschelkalk liegenden Böden haben sich im wesentlichen zu keiner anderen Nutzung als zur Schafweide angeboten.

Diese für das Erscheinungsbild bestimmende Wirtschaftsform, die sich heute schon wieder um die beiden Kuppen „Betzenbuckel" und „Dünnberg" konzentriert, aber seit kurzem auch die Kuppe „Am Galgen" südlich der Ortsverbindungsstraße Friolzheim-Heimsheim einbezieht, dokumentiert ein Stück Landschaftsgeschichte.

Besucherinnen und Besucher können sich dem Reiz der niederwüchsigen, zumeist gelb-braunen Matten, die mit einzelnen Rosenbüschen und dem markanten, zum Teil recht hoch geratenen Wacholder durchsetzt sind, wohl kaum entziehen.

So kommt dem Betzenbuckel neben seiner überragenden ökologischzen Bedeutung sicher auch eine wichtige Funktion als Erholungsgebiet zu.

Darüber-hinaus vermag er noch, selbst ein Stück Geschichte, Geschichtlichkeit in's Bewußtsein zu rücken.

Reichliche Sommerwärme bei mäßig bis geringen Niederschlägen sowie von Natur aus nährstoffarme Böden bilden die Voraussetzung für die für ihn typische Vegetation der Halbtrockenrasen, der Hecken und der kleinen Gehölze.

Schafweiden (Beweidete Halbtrockenrasen)

Diese Standorte haben eine ausgesprochen dünne Bodendecke, die auch bei nachhaltiger agrochemischer Bemühung eine Feldbewirtschaftung kaum lohnt.

So tragen sie entweder Magerwiesen (Mesobrometen) oder Magerweiden (Gentiano-Koelerieten).

Magerwiesen gibt es im Gebiet nur kleinflächig, entweder im Saumbereich von Gehölzen, wo die Beweidung nicht oder doch nur sporadisch erfolgt (hier können sie oftmals ebensogut als mehr oder weniger ausgedehnter 'Saum' aufgefaßt werden), oder als Einsprengsel in die mageren Salbei-Glatthaferwiesen (hier können sie ebensowohl als deren extremere Ausprägung verstanden werden).

'Typische' Mesobrometen sind im Gebiet im Grunde nicht vorhanden.

So ist das Gentiano-Koelerietum im Gebiet der standortgemäße Vertreter der Halbtrockenrasen.

Halbtrockenrasen sind im Naturraum generell selten und daher als schutzwürdig einzustufen.

Sie bilden sowohl aus floristischer, als auch aus faunistischer Sicht den Lebensraum seltener oder doch im Rückgang begriffener Arten.

In dieser Hinsicht erscheint der Betzenbuckel weiter entwicklungsfähig:

Die Enzianarten Gefranster Enzian (Gentiana ciliata), Deutscher Enzian (Gentiana germanica) sowie die Gemeine Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris (3).und Rote Liste Baden-Württemberg 3) ist erst mit wenigen Exemplaren vertreten.

Es ist wahrscheinlich, daß durch die Schafe weitere Arten aus anderen Weidegebieten eingeschleppt werden.

Hecken und Gehölze

Nachlässige Bewirtschaftung führte in weiten Bereichen zu einem starken Aufkommen von Büschen, Hecken und schließlich Gehölzen.

Auch der Tobel ist das Ergebnis einer solchen Sukzession: Er dürfte aus einer mehr oder weniger locker mit Kiefern bestandenen Weide (vergleichbar derjenigen östlich des Schaftstalls, die inzwischen durch Pflege wieder für Schafe nutzbar gemacht worden ist) hervorgegangen sein.

Die Gebüsche und Hecken des Schlehen-Ligusterbuschs haben mit ihrem großen Anteil verschiedener Rosenarten einen erheblichen ästhetischen Wert.

Neben anderen wurde die Keilblättrige Rose (Rosa elliptica) und die Kleinblütige Rose (Rosa micrantha) aufgefunden (beide (3) und Rote Liste Baden-Württemberg 3).

Auch ist ihr Blütenreichtum im Sommer Nahrungsquelle zahlreicher Insektenarten.

Daneben sind sie Rückzugsgebiet, Nist-und Lebensraum vieler Wirbeltiere.

Weideflächen und Gehölze greifen mehr oder weniger stark ineinander: Das Spektrum reicht von den großflächigen, von einzelnen Hecken und Büschen durchsetzten, zentralen Bereichen der Schafweiden, über kleinflächige Hecke-Saum-Weide-Strukturen, bis hin zu kaum mehr begehbaren Gehölzen.

Gerade diese Verzahnung von Hecken (oder Waldmantel) und Weide (oder Wiese) stellt eine ökologisch wertvolle Grenzfläche dar.

Solche Ökokline bilden den Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten mit sehr unterschiedlichen Standortansprüchen: hier der Gehölzvegetation des Schlehen-Ligusterbuschs (Pruno-Ligustretum), der Saumgesellschaft des Zickzackklee-Odermennig-Saums (Trifolio medii-Agrimonietum) und der Magerweide.

Der Kontrast dieser Lebensräume erhöht die Diversität des Standorts.

Idealerweise sollten neben den offenen Weideflächen auch solche engeren Strukturen erhalten bleiben.

Zwar wird die Beweidung auch hier eine wichtige Funktion für den Standorterhalt erfüllen, doch werden solche stärker verzahnten Areale weniger intensiv beweidet, oftmals werden die Tiere lediglich durchgetrieben.

So können sich auch die im Allgemeinen höherwüchsigen Stauden der Saumgesellschaften entwickeln, deren Blütenreichtum zumal im Herbst für viele Insekten eine bedeutende Nahrungsquelle ist.

Andererseits sollen zu stark verbuschte Bereiche wieder geöffnet werden, um eine hinsichtlich der Diversität optimale Gesamtsituation wiederherzustellen.

Krautsäume

Im Schutz, den ihnen die Gehölze vor zu intensiver Besonnung und insbesondere vor Verbiß durch die weidenden Schafe gewähren, entwickeln sich je nach Verzahnungsgrad von Weide und Gehölzen mal fragmentarische, mal in die Fläche gehende ('Versaumung') Krautsäume.

Sie können den Gesellschaften der wärmebedürftigen, trockenheitsertragenden Krautsäume (Trifolio-Geranietea, Trifolio-Origanetailia) zugeordnet werden.

Die Assoziation ist die des Zickzackklee-Odermennig-Saums (Trifolio medii-Agrimonietum).

Da viele Arten dieser Krautsäume erst im Herbst blühen, bilden sie eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Insektenarten in der ansonsten für sie eher mageren Jahreszeit.

Wirtschaftswiesen

Neben der Weidennutzung wird, vor allem an den Hanglagen und am Hangfuß, Grünland in größerem Umfang als Wiese bzw. Streuobstwiese genutzt.

In weiten Teilen erfolgt diese Nutzung extensiv, so daß wir hier den Typus der Salbei-Glatthaferwiese (Arrhenatheretum salvietosum) antreffen und sogar, allerdings nur kleinflächig, Halbtrockenrasen (Mesobrometen).

Bei einer intensiveren Bewirtschaftung und/oder auf feuchteren Standorten finden wir die Glatthaferwiese in ihrer typischen Ausprägung vor (Arrhenatheretum elatioris), so zum Beispiel auf den Gewannen Kalkofen und Roßweide.

Besserer Wasserversorgung differenziert dabei eine etwas feuchtere Variante.

Magere Wiesen, insbesondere Halbtrockenrasen, sind durch Intensivierung ihrer Nutzung gefährdet.

Sie sind der Lebensraum zahlreicher schonungsbedürftiger oder schutzwürdiger Arten wie

Echte Schlüsselblume (Primula veris), Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) (3), Gefranster Enzian (Gentiana ciliata), Deutscher Enzian (Gentiana germnica).

Neben der Erhaltung solcher Standorte sollten die Schutzmaßnahmem auch eine Ausweitung der extensiven Bewirtschaftung einschließen.

Ackernutzung

Teile des Gebiets werden als Felder bewirtschaftet, so vor allem der Sattel zwischen „Betzenbuckel" und „Dünnberg" (Gewann „Zwischen den Bergen").

Eine Ausweitung der Ackerflächen sollte unbedingt verhindert werden.

Darüber hinaus ist eine Extensivierung wünschenswert, um seltene Ackerwildkräuter, wie etwa das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) (3), am Standort zu erhalten und ihnen eine Ausbreitung zu ermöglichen.

 

3. Fauna

Avifauna (Vogelwelt)

Der tierökologische Seinsbereich wird über den Aspekt Avifauna angesprochen.

Bei der Zusammenstellung der Arten fällt auf, daß die grundsätzlich gegebene Strukturvielfalt der Vegetation und die extrem weitgespannte Amplitude der Biotoppotentiale einerseits, sowie der Bestand und die Entwicklung, insbesondere die durch Pflegemaßnahmen und Wiedereinsetzung der Wanderschäferei als extensive Nutzung erreichte, andererseits dem Gebiet gerade mit Blick auf die Vogelwelt eine bemerkenswerte faunistische Bedeutung gegeben hat.

Dieses Faktum ist im Schutzzweck zu berücksichtigen.

Allein schon aus tierökologischer Sicht kann das Naturschutzgebiet „Betzenbuckel" durchaus als ein für sich genommen wertvoller Lebensraum angesprochen werden.

Gerade bei dieser Einschränkung sollte nicht übersehen werden, daß es zusammen mit den unterschiedlichen Feuchtgebieten des Naturschutzgebietes „Tiefenbronner Seewiesen" eine Gesamtheit darstellt, die mit allen ihren typischen, von der Trockenheit oder auch vom Wasser geprägten Standorten die Funktionalität des „Heckengäus" in einem der Schnittpunkte unterschiedlicher naturräumlicher Untereinheiten in konzentrierter Form repräsentiert.

Bei der Würdigung des Schutzzwecks ist von einer vielen Tierarten gelegenen Nutzung, die Wanderschäferei nämlich, auszugehen.

Vornehmlich sie hat dem Schutzgebiet eine Reihe wichtiger, unterschiedlicher Biotoptypen geschaffen.

Sie ist als typisches Agens der kulturhistorischen Landschaft zu erhalten und zu fördern.

Bei der Größe und dem Charakter des Schutzgebietes bzw. der beiden Schutzgebiete zusammen erscheint die Beschränkung auf Vögel als Deskriptoren akzeptabel, zumal diese Tiergruppe besonders artenreich und standorttypisch vertreten ist:

Nach Jahren der Pflege ist die Heidelerche (2) als Brutvorkommen wieder heimisch geworden.

Sie gilt als besonders landschaftstypische Art, deren Lebensraum auf dem Betzenbuckel wieder erfolgreich eingerichtet werden konnte.

Die Biotopansprüche variieren von den trockenen Waldrändern über die weitverbreiteten baum- und buschbestandenen Halbtrockenrasen, über die mageren Wiesen und Weiden, die Wacholderheiden und die Streuobstwiesen bis hin zu vegerationsararmen Flächen.

Die Heidelerche bevorzugt mehr oder weniger warme Lagen bzw. Hangexpositionen.

Flächen mit niederwüchsigem Gras, von mehr oder weniger vegetationsfreien Flecken strukturiert, dienen der Nahrungssuche.

Im Herbst und im Winter vermag die Heidelerche auf Brachflächen und Ödland mit Ruderalflora auszuweichen.

Alle diese Ausstattungselemente sind im Schutzgebiet vereinigt.

Ihre Verwandte, die Feldlerche (5) spricht dagegen auf offenes Gelände mit weitgehend freiem Horizont mehr an.

Trockene bis wechselfeuchte Böden mit niedriger sowie abwechslungsreich strukturierter Gras- und Krautschicht werden von ihr angenommen; kurze Vegetation mit offenen  Stellen wird von ihr bevorzugt.

Der Neuntöter (3) fühlt sich als typische Art der Heckengäulandschaft auf den gut verteilten und artenreichen Heckenbeständen der offenen Landschaft wohl.

Seine Beutetiere, Käfer, Heuschrecken, Grillen u. a. greift er vorzugsweise auf größeren, kurzrasigen und vegetationsarmen Flächen.

Zu den Bewohnern gleicher oder ähnlicher Biotope gehört neben der Garten- und der Mönchsgrasmücke die seltene Dorngrasmücke (3).

Als Art wärmerer Lagen gehören trockene Gebüsch- und Heckenlandschaften zu den für sie optimalen Standorten.

Was die Bodenwasserversorgung betrifft, variieren die Habitatansprüche der Grauammer (2) von feuchten Streuwiesen bis hin zu trockenen Böden.

Wichtig ist der Grauammer eine dichte Bodenvegetation zur Nestdeckung, die in offenem Gelände mit einzelnen Bäumen und Büschen durchsetzt liegt.

Nachdem die naturräumliche Ausstattung des Schutzgebietes alle die von der Grauammer bevorzugten Merkmale aufweist, kann auch die Grauammer als eine typische Art des Schutzgebietes angesprochen werden.

Zu den Charakterarten der offenen Landschaft gehören das Rebhuhn (2) und die Wachtel (2).

Während das Rebhuhn nach Hecken und Gebüschen als Unterschlupf zur Nestanlage sucht, genügen der Wachtel ungepflege Weiden und Wiesen, ja sogar Brachen, die ohne weiteres auch als offene, nur mit Grasbüscheln bewachsene Böden angenommen werden.

Als Brutvogel sporadisch anzutreffen ist der Steinschmetzer (3) in den beiden Steinbrüchen.

Auf diese Sonderhabitate ist die Art angewiesen, weil für sie neben Jagd- und Sitzwarten Spalten, Nischen oder Höhlungen für das Nest vorhanden sein müssen.

Zum Lebensraum gehört offenes, übersichtliches Gelände mit kurzer bis karger Vegetation.

Sicher nicht auf jeden Fall zu erwarten war, daß das sehr selten gewordene Braunkehlchen (2) auf den Fluren des „Betzenbuckels-Am Galgen" vorkommen würde.

Dafür spricht, daß die reichlich vorhandenen Weiden, mehr noch die Wiesen ein in der Tat für diese Vogelart interessantes Angebot darstellen.

Der bislang stabilen Population von bis zu sechs Brutpaaren bietet das Schutzgebiet zweifellos gute Gelegenheiten.

Zu den Biotoptypen des Schutzgebietes gehören auch Streuobstbestände.

Sie sind Lebensraum für seltene Arten wie den Wendehals (3), aber auch für verwandte Arten wie den Grünspecht und den mehr in die Waldbereiche orientierten Buntsprecht.

Die Wälder sind der Lebensraum von einer überraschend starken Population des Schwarzspechtes.

Aber auch die Sumpfmeise, der Pirol (5) und der Gelbspötter (5) haben sich dort eingefunden.

Zuletzt sind die nahegelegenen großen Waldgebiete des „Hagenschießes" und des „Dornhau" zu erwähnen.

Aus ihnen fliegen z. B. der Sperber (4), der Habicht (4), der Schwarz-Milan (3), die Hohltaube (2) und vermutlich auch der Rot- Milan (2) in das Schutzgebiet ein.

Von den in einer Liste zusammengefaßten Vogelarten ist nur eine bestimmte, für das Gebiet aber besonders typische Auswahl gewürdigt worden.

Mit ihr ist versucht worden, die Strukturvielfalt des Schutzgebietes und die darauf reagierende Diversität der Fauna anzudeuten.

 

 

 

Jacob

 

 

Ps.: Die in Klammern gesetzten Ziffern im Kapitel 3: Fauna geben die Schutzwürdigkeit von Arten nach der „Roten Liste der gefährdeten Tiere und Plannzen in der Bundesrepublik", skaliert nach Zahlenwerten, wieder.