4.198 Egelseewiesen

 

W ü r d i g u n g

 

1.       Landschaftliche Situation

     Das NSG Egelseewiesen liegt nordwestlich von Ruhestetten im

   Landkreis Sigmaringen (TK 1 : 25.000 Bl. 8020 SO und 8021 SO) auf dem

   Gebiet der Gemeinde Wald.

   Es handelt sich im Kernbereich um einen Mischwald, der auf einem Moor-

   körper stockt, umgeben von feuchten Mähwiesen, einem kleinen Großseg-

   genried und einem aufgelassenen Bahnkörper, sowie nördlich davon noch-

   mals einige Grünlandflächen. Das Gebiet umfaßt eine Fläche von ca. 48 ha.

1.1    Naturräumliche Gliederung

     Das NSG "Egelseewiesen" liegt in der naturräumlichen Einheit des "ober-

     schwäbischen Hügellandes". Es handelt sich hierbei um die vom Rheinglet-

     scher während der letzten Eiszeit (Würm 1 und 2) geformten Jungmo-

     ränenlandschaft.

1.2    Geologie

   Das Gebiet liegt im Bereich eines Niedermoortorfes aus dem Holozän, um-

   geben von Endmoränen des Maximalstandes (äußere Jungendmoräne),

   als wallförmige Rücken, meist aus kiesig- sandigem Geschiebemergel.

   Laut Moorkarte von Baden‑Württemberg liegt das Egelseemoor in einer

   relativ flachen Mulde am Außenrand der äußeren Jungend­moräne, die sich

   nach Osten und Westen in schmalen Ausläufern verflacht. Die Moormächtig-

   keit geht stellenweise bis 430 cm. Wie die Schichtfolge zeigt, bestand ein Vor-

   see nur an den tief­sten Moorstellen. Ansonsten besteht der Moorkörper in der

   Haupt­masse aus Schilf‑ und Schilfseggentorfen als Ergebnis von Versumpfungs-

   prozessen. Die Moorentwicklung ist nicht bis zum vollen Hochmoorstadium

   vorangekommen. Vereinzelt bezeugt die Ve­getation jedoch eine schon recht me-

   so‑ bis oligotrophe Schluß­phase.

1.3    Entwicklung

   Auf dem Torfkomplex im Quellgebiet der Ablach stockt ein Fichte­n‑Kiefern‑

Birken‑Moorwaldkomplex, welcher offensichtlich seit Jahrzehnten nicht mehr

genutzt wurde. In früherer Zeit muß im Gebiet Torf gestochen worden sein, wie

das Auffinden der Pfa­hlbauten unter der Torfdecke, sowie noch heute sichtbare

Kanten und Entwässerungsgräben der ehemaligen Torfstiche nahe­legen. Nach

Aufgabe der Torfgewinnung kann sich der Moorwald­kom­plex infolge der Sukzes-

sion gebildet haben.

   Die den Moorwald umgebenden feuchten Grünlandflächen, ehemalige Streu‑

   und Naßwiesen, konnten im Laufe ihrer Bewirtschaftung durch die damit ver-

   bundenen fortschreitenden Entwässerungsmaß­nahmen, immer trockener

   gelegt werden, so daß sie heute als meh­rschürige Wiesen genutzt werden

   können.

   Der Bahndammbereich konnte sich nach der Aufgabe der Bundes­bahn­-

   strecke Pfullendorf ‑ Schwankenreute (1971) und der damit verbundenen

   Unterlassung von Herbizidspritzungen, botanisch bis zu seinem derzeitig

   schützenswerten Zustand entwickeln.

1.4    Nutzung

   Einer direkten Nutzung unterliegen derzeit nur die den Wald umgebenden

   Grünlandbereiche (darin bereits eine Ackerfläche im Süden), sowie die Grünland-

   flächen nördlich des Bahnkörpers.

   Keiner direkten Nutzung unterliegen

   ‑ der Moorwaldkomplex

   ‑ das Großseggenried

   ‑ der alte Bahnkörper.

2.       Schutzwürdigkeit

   Die Biotopkartierung von Baden‑Württemberg stellt den Bereich des Moor-

   waldes als besonders schutzwürdig heraus und schlägt den Schutzstatus

   "Naturschutzgebiet" vor.

   Das NSG "Egelseewiesen" umfaßt neben dem in seiner Kernzone gelegenen

   Moorwaldkomplex, welcher seit Jahrzehnten nicht mehr bewirtschaftet wurde,

   noch eine Vielzahl verschiedenartiger Lebensraumtypen für Flora und Fauna.

   Dies sind wie bereits erwähnt

   ‑  ein kleines Großseggenried im Nordosten

   ‑  frische bis feuchte Wirtschaftswiesen auf Niedermoor und anmoorigen Böden

-  Schilfflächen im Westen zwischen Bahnkörper und Moorwald, sowie nördlich

   des Bahnkörpers mit Weidengebüsch

   ‑  der Bahnkörper und seine Gräben mit den unterschiedlichsten Vegetationstypen

   ‑  sowie die nördlich des Bahnkörpers gelegenen Wirtschafts­wiesen, die eine

      Pufferfunktion zu den schutzwürdigeren Bereichen einnehmen.

Bei dem Gebiet handelt es sich zusätzlich um einen wichtigen, erhaltens-

werten Landschaftsbestandteil von kulturhistorischer und archäologischer

Bedeutung.

2.1    Flora

     Der Moorwaldkomplex ist ein artenreicher Fichten‑Kiefern- Birken­‑Moorwald,

     der einen äußerst hohen Totholzanteil aufweist und offensichtlich seit Jahrzehn-

     ten nicht mehr bewirtschaftet wurde.

     Charakteristisch ist ein hoher Arten‑ und Strukturreichtum; dies wäre das Neben-

     Einander von verschiedenen Nadel‑ und Laub­ge­hölzen, unterschiedliche

     Altersklassen, von lebenden und totem Holz, besonnten und schattigen Wald-

     partien, sowie offenem und dicht bewachsenem Waldboden und unterschiedli-

     chen Feuchtig­keitsstufen.

     Dieser Strukturreichtum ermöglicht die gleichzeitige Befriedi­gung der verschieden-

     artigsten Ansprüche von Tier‑ und Pflanzen­arten. Darunter befinden sich

     auch bereits einige Ho­chmoorarten und mehrere Rote‑Liste‑Arten.

Im Rahmen der Mooskartierung Baden‑Württembergs der Landesan­sta­lt

für Umweltschutz Karlsruhe wurde die Moosflora im Moor­wal­dbereich

stichprobenartig erhoben. Dabei konnten 23 Arten erfaßt werden. Bei einer

genaueren Untersuchung würden wahr­scheinlich zahlreiche weitere Arten

hinzukommen. Der Moorwald­bereich zeich­net sich durch eine artenreiche und

standortstypi­sche Moos­flora aus. Er wurde im Zuge der Mooskartierung als für die

Moosflora bedeutsames Biotop (Nr. 80200001) eingestuft.

Diese Vielzahl an Lebensraum für die Pflanzenwelt wird noch durch die den

Wald umgebenden Standorte Feuchtwiese, Großseg­gen­ried und aufgelas-

sener Bahndamm zusätzlich bereichert.

Der alte Bahnkörper bietet selbst folgende Biotoptypen:

‑  trockene, lückige Ruderalfluren im Gleiskörper

    im östlichen Abschnitt nur spärliche und lückenhafte Vege­tation, nach

    Westen zunehmend dichter mit beginnender Gehölz­ s­ukzession.

‑  ruderale Halbtrockenrasengesellschaft

   Charakterarten dieses Bereiches sind Mausohrhabichtskraut,           Sandthymian

   quendelblättriges Sandkraut.

‑  die Böschungsbereiche im östlichen Teil des Bahnkörpers:

   enthalten vor allem Arten der Glatthaferwiesen, nach Aufgabe der Mahd

   sind hier auch Waldsaum‑ und Ruderalarten einge­ wandert.

-      Gräben

die dem Bahndamm beidseitig begleitenden Gräben unterscheiden sich in

der Wasserführung und der Beschattung stark vonein­ander; dementspre-

chend unterschiedlich ist die Vegetation. Der Graben an der Nordseite

des Damms weißt eine artenreiche Verlandungsvegetation mit Wasserstern,

Teichschachtelhalm, flutendem Schwaden und anderen auf.

Die im Süden gelegenen Gräben sind zum Großteil durch dichtes Saalweiden-

gebüsch beschattet und mit dichtenSeggenbeständen bewachsen.

Im Böschungsbereich der Gräben finden sich stellenweise Hoch­sta­udenfluren

mit Mädesüß, Blutweiderich und anderen Arten.

Auf den feuchten Wirtschaftswiesen ist teilweise noch ein recht unterschied-

liches Bodenrelief anzutreffen, welches dort wieder­u­m für kleinräumig

verschiedene Standortsbedingungen sorgt. Hier war einst auch ein Vorkom-

men von Trollius europaeus (Troll­blume) und Primula farinosa (Mehlprimel)

anzutreffen (siehe Erläuterungen zur Moorkarte von Baden‑Württemberg).

Zwischen dem Bereich des Grünlandes und des Waldes existiert in unter-

schiedlichster Ausprägung der Waldsaum, welcher in der Regel auch besonders

artenreich ist, da er Arten beider angren­zenden Biotoptypen in sich beherbergen

kann. Der Waldsaum ist leider nur stellenweise von guter Ausprägung, so daß

es hier ang­ebracht wäre selbigem mehr Fläche zu einer optimalen Ent­wick-

­lung zuteil werden zu lassen.

2.2    Fauna

Im Untersuchungsgebiet des "Moorwaldes" Egelseewiesen wurden 41 Brut-

vogelarten festgestellt. Ein Viertel der Arten sind Höhlenbrüter. Mindestens 4 

Arten sind entweder bei der Anlage ihrer Bruthöhlen bzw. bei der ausreichen-

den Bereitstellung ihrer Nahrung im Jahreszyklus obligat auf Tot‑ und Morsch-

holz angewiesen. Diesem letzten Gesichtspunkt kommt entscheidende Bedeu-

tung zu. Dies erst recht, da alle betroffenen Vogelarten Standvögel sind und so-

mit das ganze Jahr über im Gebiet ausrei­chend und physiologisch wertvolle

Nahrung zur Verfügung haben müssen.

Unter den Vogelarten finden sich 3 Arten der Roten Liste der gefährdeten Tiere

von Baden‑Württemberg.

Die Schotter des ehemaligen Bahnkörpers sind ein sich stark erwärmen-

der Bereich, der Lebensraum für eine speziell angepaßte Kleintierwelt bietet,

die sich in den üblichen Nutzungs‑ und Wirtschaftsflächen nicht dauer-

haft behaupten kann. Dies sind u.a. die seltene Laufkäferart Dromius marginel-

lus und der Tatze­nkäfer Timarcha teneprichosa (Blattkäferart).

Die Gräben des ehemaligen Bahnkörpers beherbergen 4 Amphibien‑

und 2 Reptilienarten, sowie eine sehr artenreiche Wasserinsek­tenfauna.

Auch ein Vorkommen der seltenen, "stark gefährdeten" gerandeten Jagd-

spinne (Dolomedes vimbriatus) wurde hier festgestellt.

Das Gebiet ist auch ein wertvolles Biotop für zahlreiche Schmet­terlingsarten.

In der Biotopkartierung von Baden‑Württem­berg wurden die im und am Wald

lebenden Arten erfaßt. Dieses Artenspektrum wird noch durch die am Bahnkör-

per lebenden Arten bereichert.

3.      Gefährdung

Das Gebiet zeigt die für viele Feuchtgebiete typischen Ein­griffe

und Veränderungen, die zwangsläufig zu einer Verarmung der Flora und Fau-

na führen.

Von den umliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen geht ein erheblicher

Druck auf den Moorwaldkomplex und das kleine Großseggenried aus, derart,

daß zur besseren Drainage und zur Bodenverbesserung das Entwässerungssystem

sukzessive tiefer gelegt und ausgebaut wird und die damit verbundene

Grundwasser­senkung erheblich den Wasserhaushalt des Gebietes beeinflußt.

Die Gefahr des Grünlandumbruches, wie im Süden bereits erfolgt, stellt eine

starke Belastung des Gebietes durch Nährstoff‑ und Pestizideintrag dar.

4.       Schutzzweck

Schutzzweck im Bereich des Moorwaldes ist es, ihn als Lebens­raum für zahl-

reiche waldbewohnende Vogelarten, insbe­sondere für Höhlenbrüter, sowie

eine artenreiche Bodenvege­tation zu erhalten. Daraus folgt im einzelnen Erhalt

‑  eines hohen Anteils von Tot‑ und Altholz

‑  von Höhlenbäumen

‑  des stufigen Aufbaus mit unterschiedlichen Altersklassen

‑  der artenreichen Bodenvegetation, einschließlich der Moos­vegetation

‑  der Baumartenzusammensetzung

‑  der kleinräumig wechselnden Feuchtestufen

Ebenso ist es Schutzzweck dem gestörten Waldrand Möglichkeiten zu einer

optimalen Entwicklung zu geben.

Schutzzweck im Bereich des landwirtschaftlich genutzten Grün­landes ist es:

der Erhalt des offenen, feuchten Grünlandgürtels mit seinem unregelmä-

ßigen Bodenrelief und seiner von unter­schiedlichen Feuchtstufen geprägten

Wiesenvegetation als Lebensraum für an Feuchtwiesen gebundene Tier‑ und

Pflanzen­arten, sowie als Pufferzone gegenüber den erhöht gelegenen Äckern

mit ihrem hohen Nährstoff‑ und Pestizidein­trag.

Weiterer Schutzzweck ist der Erhalt der landwirtschaftlich nicht genutzten

naturnahen Biotopstrukturen wie z.B.

  ‑  das Großseggenried

  ‑  die Schilfröhrichte

  ‑  die Hochstaudenfluren

  ‑  die Grabenvegetationen

Auch der vorhandene Obstbaumbestand entlang der Gebietsgrenze im Wes-

ten sollte erhalten bleiben.

Der alte Bahnkörper mit seinen verschiedenartigen Standorten und Biotopty-

pen (Hecken, Trockenbiotope) sollte in seiner der­zeitigen Funktionsfähig-

keit erhalten und frei von störenden Ein­flüssen bleiben.

Schutzzweck sind außerdem Pflege‑ und Gestaltungsmaßnahmen, die zu

einer ökologischen Aufwertung des Gebietes führen.

5.       Pflege und zukünftige Bewirtschaftung

Der Wald sollte entsprechend der Schonwalderklärung und dem aus dem

Schutzzweck resultierenden Maßgaben verwaltet werden. D.h:

-  Verzicht auf die Nutzung von Totholz und kränkelnden Bäumen, speziell

   dürren Birken, Erlen, Haseln, Kiefern und Eichen

‑  Erhalt der Höhlenbäume

‑  Belassung von Windwurf‑ und Schneebruchlöchern

‑  Verbot des Pestizideinsatzes, durch den das Nahrungsangebot der Spechte

   geschwächt oder vernichtet werden könnte

‑  Verzicht auf Entwässerung

‑  Verzicht auf Waldwegebau

Der Grünlandbereich sollte weiterhin als Grünland bewirt­schaftet werden,

wünschenswert ist jedoch eine Extensivierung, was eine enorme Arten­zunahme

zur Folge hätte und dem Gesamt­gefüge sehr zugute käme. (Evtl. könnte sich

der ehemalige Bestand von Trollblume oder gar Mehlprimel wieder einstellen.)

Es wird ange­strebt, die Extensivierungsmaßnahmen über das Öko­logieprogramm

mit interessierten Landwirten (auf freiwilliger Basis) zu fördern. Womöglich unter

zusätzlicher Berücksichti­gung der Entwicklung eines artenreichen Waldsaumes.

Die erfolgte Umbruchmaßnahme vom Grünland in Acker sollte unbe­dingt

rückgängig gemacht werden.

Im Bereich des Bahndammes ist evtl. eine Pflegemaßnahme bei zu starkem

Aufkommen von Gehölzen vorzunehmen.

Gegen das Nachpflanzen von einigen Obstbäumen (Hochstämmen), am westlichen

Rand des Gebietes, ist nichts einzuwenden.

6.       Zusammenfassung

Das NSG "Egelseewiesen" liegt nordwestlich von Ruhestetten im L­andkreis

Sigmaringen (TK 1 : 25.000 Bl.8020 SO und 8021 SO) auf dem Gebiet

der Gemeinde Wald.

Es handelt sich in der Hauptsache um einen auf Moorboden stockenden arten-

reichen Moormischwald. Dieser ist von feuchten Wirtschaftswiesen, einem kleinen

Großseggenried und einem alten außer Betrieb befindlichen Bahnkörper umgeben.

Nördlich daran anschließend liegen teilweise noch im Bereich von Niedermoor­-

boden Gebüsche und Schilfflächen, sowie Wirtschaftsgrünland.

Das Gebiet ist aus einem Niedermoor heraus entstanden, hat allerdings

die Entwicklung zum vollen Hochmoorstadium nicht beenden können.

Schützenswert sind vor allem der Jahrzehntelang nicht bewirt­schaftete Moorwald

mit seiner großen Diversität in Bezug auf Artenzusammensetzung, standörtlichen

Gegebenheiten, sowie seinem hohen Anteil an Totholz und kränkelnden Bäumen.

Von denen im Moorwald vorgefundenen Pflanzen sind zahlreiche Arten auf der

Roten Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere von Baden-Württemberg als in

ihrem Bestand gefährdet aufgeführt.

Des weiteren wurden im Wald allein 41 Brutvogelarten festge­stellt. Sowohl

die Biotopkartierung von Baden‑Württemberg als auch die Mooskartierung von

Baden‑Württemberg führen den Bereich des Moorwaldes als bedeutendes

Biotop bzw. schlagen eine Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet vor.

Das den Moorwald umgebende feuchte Grünland dient zum einen als Pufferzone

 gegenüber den angrenzenden Äckern mit ihrem hohen Nä­hrstoff‑ und Pesti-

zideintrag, zum anderen geht von ihnen selbst durch die vorgenommenen  Ent-

wäs erungsmaßnahmen ein direk­ter Einfluß auf das Wassergefüge des

Moorkomplexes aus.

Der im Gebiet von Ost nach West verlaufende Bahnkörper bietet mit seinen nas-

sen Gräben, seinen besonders trockenem Gleis­körper und seinen Böschungen ein

Mosaik an verschiedensten Lebensräume für die Tier‑ und Pflanzenwelt.

Vorhandene Schilfflächen und Gebüsche stellen ebenfalls einen schützenswer-

ten Lebensraum innerhalb des ökologischen Gefüges des Gebietes dar.

Schutzzweck des NSG Egelseewiesen ist es:

-  den Moorwald als Lebensraum für zahlreiche waldbewohnende Vogel-

   arten, insbesondere für Höhlenbrüter, sowie eine arten­reiche Bodenvege-

   tation zu erhalten

- dem gestörten Waldrand Möglichkeiten zu einer optimalen Ent­wicklung zu

   geben

-  Erhalt des offenen, feuchten mit seinem unregelmäßigen Boden­relief und

   seiner von unterschiedlichen Feuchtestufen gepräg­ten Wiesenvegetation

   als Lebensraum für an Feuchtwiesen ge­bundene Tier‑ und Pflanzenarten, so-

   wie als Pufferzone gegen­über den erhöht gelegenen Äckern mit ihrem hohen

   Nährstoff‑ und Pestizideintrag

-  Erhalt der landwirtschaftlich nicht genutzten naturnahen Bio­topstrukturen

   (das Großseggenried, die Schilfröhrichte, die Hochstaudenfluren und die

   Grabenvegetationen)

-  Erhalt des vorhandenen Obstbaumbestandes entlang der Gebiets­grenze

    im Westen

-  Erhalt des alten Bahnkörpers mit seinen verschiedenartigen St­andorten

    und Biotoptypen

-  Pflege und Gestaltungsmaßnahmen vorzunehmen, die zu einer ökologi-

    schen Aufwertung des Gebietes führen

-   Rückführung des bestehenden Ackers in Grünland.

7.      Danksagung

An dieser Stelle sei dem BUND für seine konstruktive Mitarbeit bei der Erhebung

floristischer und faunistischer Daten des Gebietes gedankt.

8.      Literaturverzeichnis

GÖTTLICH, K.H. (1971): Moorkarte von Baden‑Württemberg 1 : 50.000,

         Erläuterungen zu Bl. Stockach L 8120

LANDESANSTALT FÜR UMWELTSCHUTZ BADEN‑WÜRTTEMBERG (1989):

         Arten‑ und Biotopschutzprogramm Baden‑Württemberg Band 1, Rote

         Listen der gefährdeten Tier und Pflanzen Baden- Württembergs

LANDESANSTALT FÜR UMWELTSCHUTZ BADEN‑WÜRTTEMBERG (1985):

         Biotop­kartierung Baden‑Württemberg Biotop‑Nr. ...

MEYNEN, E. & SCHMITTHÜSEN, J. (1953): Handbuch der natur­räum-

         lichen Gliederung Deutschlands

SAUER, M. (1990): Moosflora im geplanten NSG "Egelseewiesen", unveröff.

STADELMAIER, H. (1990): Ornithologische Bewertung des Gebietes Egelsee

         bei Ruhestetten, unveröff.

WEIDENBACH, F. et all (1975): Geologische Karte von Baden- Württem-

         berg 1 : 25.000

 

Tübingen, den 6.12.1990

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