4.272 Heiden in Lonsee und Amstetten

 

Würdigung

 

 

(Auszug aus der Würdigung)

 

3. Schutzwürdigkeit der einzelnen Teilgebiete

 

3.1. Hörnen

Die Gebiete werden durch Schafbeweidung in extensiver Hütehaltung von zwei Schäfern genutzt.

Außerdem wird auf einem Teilbereich auch Koppel-Schafhaltung durch einen weiteren Schafhalter betrieben.

Die weniger wertvollen südlichen Bereiche und das westlich anschließende Trockentälchen mit Gegenhang (Wacholder- und Gebüschbestandener Wegrain) sollten inklusive der Grünland- und Ackerflächen als Pufferzonen, mögliche Pferch-Flächen, Sicherung des Landschaftsbildes (Trockental) und Abrundung in die Schutzgebietsplanung einbezogen werden.

Fauna und Flora

Es handelt sich um ehemals „Reine Wacholderheiden", heute eher den Wacholder-Laubholz-Heiden zuzuordnen, mit unterschiedlichem Verbuschungsgrad auf flachgründigen, nährstoffarmen Böden.

Hier findet sich ein Mosaik von Pflanzengesellschaften.

Dabei handelt es sich um basenreichen Kalkmagerrasen des Mesobromion, bodensaure Bezirke (Aveno-Genistetum sagittalis) als Inseln, den Übergang zu Magerwiesen (Mesobrometum erecti), Trockenrasen-Anklänge des Xerobromion, sowie Hecken und Gebüsche.

Diese Gebüsche des Berberidion-Verbands, Assoz. Crataego-Prunetum bilden die klassische, hier mit 46 Arten besonders artenreiche Gesellschaft der Schafweiden.

Bedingt durch Nährstoffeinträge nehmen Fettwiesen- und Ruderalflächen innerhalb der Magerrasen zu.

Diese Vielfalt der Flora ist Grundlage für eine entsprechend reichhaltige Fauna.

Von den bisher 235 bestimmten Pflanzenarten sind 39 gefährdet oder geschützt: (gekürzt; vgl. SGBART)

Vögel:

Die Mischung aus meist dornigen Gebüschen und Freiflächen ergeben zusammen mit der umgebenden Feldflur Lebens- und Bruträume für Gebüsch- und Bodenbrüter.

Die wenigen Bäume bieten Sitzwarte für Mäusebussard, Rotmilan und Turmfalke.

Insgesamt wurden 34 Arten beobachtet; an gefährdeten Vogel-Arten wurden hier festgestellt: (gekürzt; vgl. SGBART)

Die Gesamt-Summe von 65 Arten, davon 48 auf Roten Listen, zeigt, daß diese Biotop-Strukturen Rückzugsgebiete für andernorts vom Lebensraumverlust betroffene Arten darstellen.

 

3.2. Frauenberg-Häldele

Die Weide wird von der Herde des örtlichen Pächters in Hütehaltung beweidet.

Hinzu kommt starker Freizeitbetrieb, der sich v.a. in verschiedenen Feuerstellen dokumentiert.

Die Parzelle 2576 ist ein Acker (geplante Pferchfläche).

Daneben finden sich Streuobstbestände und Grünlandbereiche im Gebiet.

Fauna und Flora

Das Teilgebiet besteht aus ursprünglich „Reinen Wacholderheiden", bzw. „Wacholder-Forchen-Heide" auf flachgründigen, nährstoffarmen Böden mit unterschiedlicher Verbuschung, eingezwängt zwischen dem den Talhang bedeckenden Wald, der überall in die Heide vordringt und der flurbereinigten Landwirtschaftsfläche auf der Hochfläche.

Es stellt floristisch und faunistisch die typische Schafweide auf Kalk mit extensiver, aber relativ starker Beweidung dar.

Die Wacholderheiden tragen überwiegend basenreiche Kalkmagerrasen des Mesobromion in der Ausprägung der Schafweiden, mit Magerwiesen-(Mesobrometum erecti), sowie Fettwiesen-Bereichen.

Die Hecken- und Gebüschstreifen des Gebietes gehören zum Berberidion.

In einer Teilfläche springen an mehreren Stellen Felsköpfe an der Hangkante nach Ost vor.

Auf den Felsen breitet sich die Felsband-Gesellschaft (Assoz. Allyso-Sedetum albi) aus; an einer Stelle ist an den Felsköpfen noch ein Anklang der Felsspalten-Gesellschaft (Mauerrauten-Blasenfarn-Gesellschaft) zu finden.

Entlang der Hangkante dringt der angrenzende Wald in die Heideflächen vor.

Ein Teil ist verwaldet, an einer Stelle durch einen jungen Weidewald (hainartiger Sukzessionswald aus Laubhölzern mit Fichten).

Unter den bisher gefundenen 184 Pflanzenarten sind 16 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten, davon 59 Leitarten der Schafweiden (GRADMANN 1950) (gekürzt; vgl. SGBART)

Das Teilgebiet Halde wird als Heidestreifen in seiner gesamten Länge vom Wald begrenzt.

Für Vögel sind deshalb die Gebüsche und Hecken nur ergänzender Lebensraum.

Man findet hier im Wesentlichen die üblichen Wald- und Waldrand-Arten.

Bodenbrüter haben es in der stark beweideten Fläche schwer.

Mit 26 bisher beobachteten Arten, davon 19 potentielle Brutvogelarten ist dieses Teilgebiet als normalwertig zu bezeichnen.

Eine davon steht auf den Roten Listen. (gekürzt; vgl. SGBART).

 

3.3. Bergäcker-Eckartshalde

Das Gebiet ist zurzeit nicht verpachtet, wird aber dennoch sporadisch beweidet.

Wegen der Probleme beim Pferchen und beim Trieb ist die Beweidungssituation ungenügend.

Einen Teil des Gebietes nimmt ein als Fettwiese bewirtschaftetes Flurstück ein.

Bei gleichem Untergrund wie die Heideflächen enthält dieses noch Magerrasenarten.

Durch Wiederaufnahme der Beweidung kann hier der Heidestatus wieder hergestellt werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre mittels dieser Fläche das Pferchproblem zu lösen, und so den - durch Pferchen auf der Heidefläche verursachten - Nährstoffeintrag zu unterbinden, und damit den Erhalt der Heideflächen zu sichern.

Als siedlungsnahe Freifläche hat die Heide auch Erholungsfunktion.

Fauna und Flora

Das Gebiet ist auf dem Gewann Bergäcker eine ehemalige Wacholderheide.

Sie zeigt heute das Bild einer offenen, durch Heckenstreifen gegliederten, teilweise felsigen Magerwiese.

Diese Fläche stellt floristisch und faunistisch die trockenwarme Schafweide auf Kalk mit extensiver, aber relativ ungünstiger Beweidungssituation dar.

Es finden sich hier Arten der basenreichen Halbtrockenrasen in der Ausprägung des Gentiano-Koelerietum, der steinig-felsigen Trockenrasen, der basenarmen Halbtrockenrasen (Aveno-Genistetum sagittalis), der Magerwiesen (Mesobrometum erecti) und der Hecken und Gebüsche des Berberidion.

Die Gebüsche des Berberidion-Verbands bilden die klassische, hier mit 34 Arten artenreiche Gesellschaft der Schafweide.

Im Gebiet befindet sich außerdem eine Schutthalde, die von xerothermophilen Pflanzenarten besiedelt wird.

Sie trägt auf teilweise offenem Feinschotter- und Lehmboden eine Ruderalbrache-Gesellschaft mit Arten der Halbtrockenrasen, der Ackerwildkräuter, der Trockenrasen, und Arten der nitrophilen Ruderalflora.

Mehrere stattliche Weideichen stehen ebenfalls auf der Fläche, und prägen das Bild der Heide mit.

Die Teilfläche Eckartshalde ist heute zu 90% ein ehemaliger Weidewald mit alten Eichen, Hain- und Rotbuchen.

Dieser Wald prägt im Wesentlichen das Erscheinungsbild und ist sehr hochwertig.

Auf der Fläche findet man in den lichteren Bereichen noch weitgehend die typische Flora vergleichbar der Teilfläche Bergäcker.

Unter den bislang nachgewiesenen 168 Pflanzenarten wurden 15 geschützte und/oderRote-Liste-Arten bestimmt. (gekürzt; vgl. SGBART)

Neben der normalen ökologischen Wertigkeit ist die Heide in ihrer offenen Lage am Hang für das Landschaftsbild mit ihren Gehölzstreifen ein Übergang und eine Pufferzone zwischen Siedlung, Verkehrsflächen, Wald und freier Ackerflur, und als solche eine wertvolle Bereicherung der Landschaft im Lonetal.

Ihre Bedeutung kann noch gesteigert werden, wenn sie wieder regelmäßig extensiv beweidet wird.

Sie soll deshalb in den Heideverbund Lonsee-Amstetten aufgenommen werden.

Die naturnahen Waldgesellschaften ergänzen das Landschaftsbild hervorragend.

 

3.4. Stählenberg-Plattendach-Kreuzstein

Alle Teilflächen werden extensiv von der Schafherde des örtlichen Pächters beweidet, sowohl die freien Heideflächen, als auch der Weidewald, soweit er für Schafe zugänglich ist.

Ein Teil des Gebietes kann wegen seines schmalen Zuschnittes lediglich noch als Triebweg genutzt werden.

Ein Grünlandstreifen am Hangfuß vom Stählenberg dient notgedrungen zeitweise als Pferchfläche, sonst wird er als mehrschürige Fettwiese genutzt.

Am östlichen Stählenberg wird im Winter ein kleiner Skilift mit Abfahrtshang betrieben.

Zwei Mittelspannungsleitungen ziehen in Schneisen über den Stählenberg.

Fauna und Flora

Das Gebiet ist ein Mosaik aus süd-, nord-, und westexponierten Heidestreifen, ehemaligem und bestehendem Weidewald, Fichtenkulturen und Gebüschzonen.

Die Wacholderheiden tragen überwiegend basenreiche Kalkmagerrasen des Mesobromion in der Ausprägung der Schafweiden, sowie Fettwiesen-Zonen am Fuß des Stählenbergs.

Daneben kommen auch Arten der Magerrasen bodensaurer Standorte vor.

Der Skiliftbereich und die übrigen Magerrasen des Stählenberg-Nordhangs sind stark vermoost.

Der Westhang (ehemal. Steinbruch) und der Südhang des Stählenbergs sowie Bereiche im Kreuzstein tragen Trockenrasen-Anklänge des Xerobromion, sowie wenig beweidete Teile das Mesobrometum erecti.

Der ehemalige Weidewald mit eingelagerten Heideflächen ist nach Phasen mangelnder Beweidung heute durch Sukzession und Aufforstung verdichtet.

Der hohe Flächenanteil des Weidewalds (Carici-Fagetum, bzw. Galio odorati-Fagetum), sowie die Fichtenaufforstungen ergeben eine starke Zerstückelung der Magerrasen.

Die Hecken und Gebüsche trockenwarmer Standorte gehören zum Berberidon, im ehemaligen Steinbruch mit Esche, Salweide, Feld- und Bergulme ergänzt.

Am Waldrand, sowie an Hecken und Gebüschen finden sich in Teilbereichen wertvolle Saumgesellschaften.

Mit 43 Holzgewächs-Arten ist dieses Teilgebiet hier auffallend artenreich.

Besonders wertvoll ist hierbei die Gruppe der dornentragenden Arten, darunter 6 Wildrosen.

Einige freie Felsbuckel bieten Lebensraum für die Felsband- bzw. Felsspalten-Gesellschaft.

Auch für das Landschaftsbild ist diese Mischung der Vegetationsstrukturen eine Bereicherung.

Unter den bisher 178 bestimmten Pflanzenarten wurden 23 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten gefunden: (gekürzt; vgl. SGBART)

Die extensiv bewirtschafteten Weiden mit hohem Waldanteil, aber in der besonderen Ausprägung des Weidewalds in Sukzession, bilden ein kulturhistorisches Denkmal in der Landschaft des nördlichen Lonetals und sind für Flora und Fauna wertvolle Lebensräume.

 

3.5. Ettlenschießer Tiefental

Das Tiefental ist ein Trockental, in das am Grund eine steilwandige Rinne eingeschnitten ist.

Eine Wasserführung ist heute nur bei extremen Niederschlägen und bei schneller Schneeschmelze auf gefrorenem Boden zu beobachten.

Die offenen Flächen sind im Wesentlichen als Schafweide in Hütehaltung durch den örtlichen Pächter genutzt.

Auf ebeneren Stücken im Osten liegen eingesprengt gedüngte Futterwiesen und ein Acker.

Dadurch sind weitere Heidereste für den Schäfer kaum mehr erreichbar.

Fauna und Flora

Das Teilgebiet trägt die typische Flora und Fauna der Wachholderheiden im Übergang zwischen basenreichem und bodensaurem Zustand.

Die fiederzwenkenreiche Schafweide nimmt den größeren Teil ein, der Trespenrasen dominiert zwischen Straße und Rinne.

Durch den über die ganze Länge angrenzenden Wald treten Saumstrukturen auf, an den von den Schafen abgetretenen steilen Weg- und Rinnenböschungen Bereiche mit Trockenrasen.

Die Vegetation ist durch den Bestand an 17 Rote-Liste-Arten von 183 bisher bestimmten Pflanzenarten (9,3%) für Schafweiden als normalwertig zu bezeichnen; 52 sind Kennarten nach § 24a NatSchG.

Als letzter offener Bereich des Trockentals Tiefental zwischen Forsten und Sukzessionswald und als wichtige Schafweidefläche des Heideverbunds Lonsee-Amstetten ist dieses Teilgebiet eine „Sicherungsfläche", d.h. im Heideverbund unbedingt schutzwürdig und zu erhalten. (gekürzt)

Der Bestand an Vogelarten ist geprägt durch den streifenförmigen Verlauf der Heide zwischen Wäldern.

Es überwiegen deshalb Wald- und Waldrand-Arten.

Nur im Osten weitet sich die Freifläche aus; dort ist auch das Brutrevier des Neuntöters.

Von 20 beobachteten Arten, sind 18 Brutvögel. (gekürzt)

Trotz der relativ starken Beweidung und des erst im Sommer erfolgten Einschlags eines Teils der stark beschattenden Fichten ist dieses Teilgebiet für die gefährdeten Magerrasen- und Gebüscharten von großer Bedeutung.

 

3.6. Am Hörnle

Das obere Lonetal wird im Bereich des Teilgebietes auf seiner Westseite von durchschnittlich 30 Grad steilen ehemaligen Prallhängen begrenzt.

Diese Hänge werden heute von Wacholderheiden bedeckt.

Nur ein kleiner Teil der Tfl. Hörnle trägt einen Fichtenforst.

Beide Teilflächen werden durch extensive Schafbeweidung in Hütehaltung von den Herden des örtlichen Schafhalters genutzt.

Ein kleines Teilstück der Heide ist durch die, in einem Felseinschnitt verlaufende, K 7314 völlig isoliert und kann nicht beweidet werden.

Am Nordrand der Tfl. Hörnle befindet sich ein kleiner Festplatz.

Auch stehen mehrere Sitzbänke an der oberen Hangkante.

Die ortsnahe Lage bedeutet insgesamt eine höhere Trittbelastung; dies wird durch etliche Trampelpfade in der Fläche auf dem Gewann Aurain deutlich.

Fauna und Flora

Beide Gebiete bestehen aus Wacholderheiden mit überwiegend typischer Flora und Fauna der Schafweiden auf Kalk.

Hinzu kommen Magerrasen im Übergang zwischen basenreichem und bodensaurem Zustand.

Die fiederzwenkenreiche Schafweide nimmt den größeren Teil ein, der schlecht beweidete Trespenrasen dominiert im SW-Teil des Gewannes Hörnle.

Durch die über die ganze Länge oben begrenzenden Baumhecken und locker verstreuten Gehölzen treten Saumstrukturen auf.

Die Hecken und Gebüsche gehören zum Berberidion Ass. Pruno-Ligustretum.

Vorspringende Felsköpfe und -bänder werden von den Schafen abgetreten und abgeweidet, Felsband-, Felsspalten- und Trockenrasengesellschaften bilden dort verzahnte Mosaiken (Alysso-Sedetum albi, bzw. Sedo-Festucetum pallentis, Asplenietum trichomano-rutae-murariae, Xerobrometum).

Anthropogene Felswände an den beiden Bahndurchstichen sind von den gleichen Pflanzengesellschaften besiedelt.

Der Osthang in Hörnle-NO ist auf frischerem, oberflächlich entkalktem Grund von der Flora der Magerrasen bodensaurer Standorte bedeckt.

Unter den bisher insgesamt 203 Pflanzenarten wurden 18 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten gefunden, 59 sind Kennarten nach § 24a NatSchG: (gekürzt; vgl. SGBART)

Trotz der vielfältigen Biotope ist der Anteil der besonders geschützten oder Rote-Listen-Arten mit „nur" 18 Arten der Nutzung als Schafweide angemessen und zeigt eine gute Wertigkeit des Gebietes an.

Die erste Untersuchung der Schmetterlingsfauna ergab eine ähnlich wertvolle Zusammensetzung wie die der Flora.

Von 35 bestimmten Arten stehen 18 (50%) auf Roten Listen oder/und sind nach Bundesartenschutz-VO besonders geschützt. (gekürzt)

Als letzter offener Lonetalhang im Raum Amstetten zwischen Ackerland, Verkehrsflächen, Wohn- und Industriebebauung und als wichtige Schafweidefläche des Heideverbunds Lonsee-Amstetten ist dieses Teilgebiet unbedingt schutzwürdig.

 

3.7. Lehrhau

Fauna und Flora

Die Magerrasen des Gebietes tragen jetzt - nach Ende der Beweidung - die hochwertige Flora der Magerwiesen.

In Teilbereichen sind alte Weidbuchen und Weidhainbuchen in Gebüsch eingewachsen und bilden einen Sukzessionswald mit einer Waldbodenkrautschicht.

Die Hecken und Gebüsche am Rand der Magerrasen gehören meist zum Berberidion.

Diese Gebüsche und naturnahen Wälder trockenwarmer Standorte sind besonders wertvoll und geschützt (§ 24a NatSchG).

An den Waldsäumen und an Gebüschen findet man Arten der Saumvegetation trockenwarmer Standorte.

Unter den bisher insgesamt 189 Pflanzenarten wurden 19 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten (10%) gefunden, 55 sind Kennarten nach § 24a NatSchG. (gekürzt; vgl. SGBART)

Als letzter mehr oder weniger offener Bereich neben dem Gebiet „Hohe Egert" auf der östlichen Albhochfläche der Gemarkung und als wichtige Schafweidefläche des Heideverbunds Lonsee-Amstetten stellt dieses Teilgebiet eine „Sicherungsfläche" dar, d.h. es ist unbedingt schutzwürdig.

 

3.8. Billengreut-Triebäcker

Das Teilgebiet stellt am östlichen Ortsrand von Lonsee den letzten Überrest der Wacholderheiden dar, die nach Aufgabe der Beweidung weitgehend der Sukzession zum Heidewald überlassen wurden.

Heute wird das Gebiet ab und zu wieder durch die Herde des örtlichen Schafhalters beweidet, wobei ein Teil der Fläche, wegen trennender Äcker, nicht regelmäßig befahren werden kann.

Die verwaldeten Flächen und die gemähten Fettwiesen können nicht mehr beweidet werden.

Die Tfl. Mengsel in Ortsrandlage dient als Erholungsgebiet, u.a. mit einem Waldfestplatz; hier befindet sich auch ein Streuobstbestand.

Fauna und Flora

Durch Aufgabe der Beweidung entstand hier ein Mosaik von Pflanzengesellschaften.

Teile des Gebietes werden von offener Wacholderheide mit der typischen Flora der beweideten Kalkmagerrasen bedeckt.

In diesen Flächen befinden sich auch einige bodensaure Zonen mit der zugehörigen Flora.

Am Rand der Magerrasen sind Hecken- und Gehölzstrukturen vorhanden.

Diese Hecken und Gebüsche gehören meist zum Berberidion.

Ein großer Bereich des Gebietes ist mangels Pflege in den heutigen Laubholz-Sukzessionswald übergegangen.

Hier hat eine Waldbodenkrautschicht die Magerrasen abgelöst.

An regelmäßiger beweideten Stellen hat sich ein parkartiger Hutewald entwickelt.

Arten der Saumvegetation trockenwarmer Standorte findet man an den Waldsäumen und auf Flächen an Gebüschen.

Unter den bisher 178 Pflanzenarten wurden 11 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten (6%) gefunden, 61 sind Kennarten nach § 24a NatSchG. (gekürzt; vgl. SGBART)

Dieser geringe Anteil an Rote-Liste-Arten bestätigt den fortgeschrittenen Sukzessionszustand.

Als letzter halboffener Bereich östlich von Lonsee und als wichtige Schafweidefläche des Heideverbunds Lonsee-Amstetten stellt dieses Teilgebiet eine „Sicherungsfläche" dar, d.h. es ist schutzwürdig.

 

3.9. Sinabronner Bühl

Das Gebiet ist nicht im Pachtvertrag des örtlichen Schäfers enthalten.

Er zieht jedoch auf seiner Triebroute sporadisch durch dieses Gebiet.

Die Grünlandbereiche im Gebiet dienen der Arrondierung, als Schutz vor möglichen negativen Einflüssen und Veränderungen.

Der einbezogene Acker könnte als Pferchacker dienen, um das Gebiet künftig besser zu nutzen.

Fauna und Flora

Das Teilgebiet stellt den Überrest der Wacholderheiden dar, die nach längerer Weidepause der Sukzession überlassen, aufgeforstet oder zu Ackerland umgebrochen wurden.

In Teilbereichen der Flächen sind noch alle Merkmale der Vegetation der gelegentlich beweideten, offenen Wacholderheide erhalten.

Hierbei findet sich sowohl die Ausprägung des Kalk-Magerrasens, als auch des bodensauren Magerrasens.

Daneben trägt das Gebiet verschiedene wertvolle Gehölzstrukturen, die die Feldflur bereichern.

Auf den Flächen an den Gebüschen findet man Arten der Saumvegetation trockenwarmer Standorte.

Ein großer Teil der Hochfläche Bühl ist aber zu Ackerland umgebrochen, bzw. wurde mit Bauschutt aufgefüllt.

Unter den bisher 185 Pflanzenarten wurden 17 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten gefunden, 54 sind Kennarten nach § 24a NatSchG. (gekürzt; vgl. SGBART); die Anzahl von 17 Arten zeigt den floristischen Wert dieser Heidereste.

Auf den gebüschreichen Flächen in der flurbereinigten, ausgeräumten Ackerflur sind im Untersuchungsjahr 35 Vogelarten beobachtet worden.

18 Arten sind Brutvögel, 10 Arten stehen auf der Roten Liste.

Die beiden R1 und R2–Arten sind je einmal auf dem Frühjahrszug beobachtet worden. (gekürzt)

Als wichtige Schafweidefläche des Heideverbunds Lonsee-Amstetten stellt diesesTeilgebiet eine „Sicherungsfläche" dar, d.h. es ist schutzwürdig, da es sich zudem um biotopvernetzende Strukturen östlich von Sinabronn in relativ ausgeräumter Feldflur handelt.

 

3.10. Sommerhalde-Hägelesberg

Der örtliche Schafhalter nutzt das Gebiet mit seiner Schafherde in extensiver Hütehaltung.

Teile der Fläche können wegen zu starker Verbuschung nicht mehr beweidet werden.

Auch die Heide Hägelesberg wird nicht mehr beweidet.

Die kleine eingesprengte Fettwiesen-Parzelle Nr.2584 darf manchmal zum Pferchen benutzt werden; die Fettwiese auf Flst.Nr. 2588 wird derzeit noch von einem Landwirt für den Schafhalter zur Heugewinnung gemäht.

Im Südteil des Gebietes befindet sich ein genutzter Freizeitplatz; des Weiteren befindet sich ein Wanderparkplatz im Gebiet.

An den Hägelesberg grenzen Kleingärten.

Fauna und Flora

Das Teilgebiet Sommerhalde besteht zum einen aus einer teilgepflegten, jedoch vom Wald bedrängten und mit vielen Bäumen bestandenen Wacholderheide.

Zum anderen aus einer stark verbuschten, durch ihre SO- bis SW-Exposition und anstehende Felsbuckel dennoch wertvollen Teilfläche.

Kalkmagerrasen des Mesobromion in der Ausprägung der Schafweiden (Gentiano-Koelerietum) trägt nur noch ein Teil des Gebietes.

Manche Bereiche sind oberflächlich entkalkt und durch das Vorkommen von Arten der Magerrasen bodensaurer Standorte erkennbar.

Teile der noch offenen Flächen werden von Kalk-Magerrasen in der Ausprägung der wenig beweideten Mesobrometum-erecti-Gesellschaft bedeckt.

Durch Lichtmangel und Nährstoffeintrag ist in Teilbereichen ein Übergang zur Fettweide zu beobachten.

Im Einfluß des von oben her vordringenden Waldes entstanden Saumgesellschaften trockenwarmer Standorte, aber auch die Krautschicht des Waldbodens.

Die Felsbuckel sind mit einem Gemenge aus Trockenrasen-, Halbtrockenrasen- und Felsspalten-Bewohnern bewachsen.

Die z.T. stark vorherrschenden Gebüsche gehören zum Verband „Berberidion", die Bäume zum „Buchenmischwald mittlerer Standorte".

Einige mächtige Weideichen stehen ebenfalls auf den Flächen.

Der Bestand von 35 Gehölzarten, davon 2 auf Roten Listen, 23 Arten als Kennarten nach § 24a/Biotopschutzgesetz, ist sehr reichhaltig und damit wertvoll.

Er zeigt aber auch die fortgeschrittene Sukzession dieser Heiden.

Es sind aber noch alle Merkmale der Vegetation der beweideten Wacholderheiden vorhanden.

Unter den 177 Pflanzenarten, die bisher gefunden wurden, sind 16 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten, 57 Kennarten nach § 24a NatSchG. (gekürzt; vgl. SGBART)

Dieser Bestand zeigt die insgesamt noch gute Zusammensetzung der Magerrasen und Berberidion-Gehölze.

Die Vegetation kann danach hoch- bis normalwertig eingestuft werden.

Vögel:

Dieses Teilgebiet ist durch seine schmale langgestreckte Form und seine Lage als Waldsaum Lebensraum weniger für Heidebewohner, vielmehr für Gebüsch-und Waldarten.

Im kleinen Gebiet wurde bislang die große Zahl von 25 Arten beobachtet.

Die teilweise schattenreiche Lage der Heiden führt dazu, daß die wärmeliebenden Arten benachteiligt sind.

Nur im Südwestteil der Sommerhalde treten diese Arten auf.

Dagegen erscheint der Waldrandbewohner Kleiner Eisvogel regelmäßig.(gekürzt)

Das Teilgebiet ist für die Schafbeweidung sowohl als Weidefläche als auch als Trittstein bzw. vernetzende Struktur im Heideverbund Lonsee-Amstetten notwendig und soll daher auch trotz problematischer Lage erhalten werden.

 

3.11. Achstetter Berg

Die Heide wird schon länger nicht mehr beweidet, jedoch - zuletzt im Winter 1991/92 - zu ca. 2/3 mechanisch gepflegt.

Sie wird heute v.a. für Freizeitaktivitäten genutzt.

Fauna und Flora

Das Teilgebiet besteht aus einer größtenteils gepflegten Wacholderheide mit der Flora basenreicher und teilweise bodensaurer Magerrasen.

Hier findet man die Leitarten sowohl von Magerwiesen als auch von Schafweiden.

Der weitere Teil zeigt verschiedene Stadien der Sukzession zum „Kiefernwald trockenwarmer Standorte auf Kalk".

Die Magerrasen sind mangels Beweidung im Zustand der bereits verfilzenden Trespen-Magerwiese (Mesobrometum erecti); entlang der Waldränder und Gebüsche (Berberidon) treten Saumgesellschaften auf.

Die Gehölze bestehen nur im Süden überwiegend aus Wacholder; sonst sind sie mit Laubhölzern gemischt, locker über die Heide verstreut und mit 39 Arten sehr artenreich.

Dieser gepflegte Bereich ist heute eine das Landschaftsbild prägende, locker mit Wacholder und wenigen anderen Gehölzen bestandene Heide.

An Sturmwurf- und Brandstellen, auf den und um die Häckselhaufen, die von der Pflegeaktion vor 2 Jahren noch am Parkplatz liegen, und natürlich an der Schuttdeponie an der Südgrenze haben sich nährstoff- und lichtbedürftige Arten angesiedelt.

Insgesamt ist die Vegetation mit 184 Pflanzenarten, davon 19 auf Roten Listen, im floristischen Sinne als besonders schutzwürdig zu bezeichnen.

Nach dem Biotopschutzgesetz § 24a kommen 52 Kennarten für 6 geschützte Biotoptypen hinzu. (gekürzt; vgl. SGBART)

Dieses Teilgebiet ist mit seiner Struktur aus offener Heide, Gebüsch und Wald mit viel Totholz, sowie seiner Lage zwischen Wald, Acker- und Grünland reich an Biotopen für Vögel.

Die hohe Zahl von 29 beobachteten Arten entspricht diesen Rahmenbedingungen; 20 Arten sind Brutvögel im Gebiet: (gekürzt)

Die unbeweidete aber erst vor zwei Jahren gepflegte Heide mit ihren Gräsern und ihrem Blumenflor bietet für Schmetterlinge, besonders die xerothermen Offenlandbewohner, gute Lebensbedingungen.

Es konnten bisher insgesamt 41 Arten bestimmt werden; 20 davon stehen auf der Roten Liste: (gekürzt)

Der hohe Anteil von fast 50% gefährdeten Arten, der sich bei genauerer Untersuchung sicher weiter erhöhen würde, zeigt den Wert dieses Gebiets als Schmetterlingsbiotope.

Als einzige erhaltene größere Wacholderheide im Westen des Gemeindegebiets Lonsee ist dieses Gebiet für die Wiederaufnahme der Schafbeweidung im Heideverbund Lonsee-Amstetten als Weidefläche und Trittstein auf dem Trieb von Urspring nach Reutti unverzichtbar.

Nach einigem Pflegeaufwand kann sich aus dem vorhandenen Potential die Flora der Kalk-Magerrasen wieder auf den größten Teil der Gesamtfläche ausdehnen.

Mit der Wiedereinführung der extensiven Schafbeweidung wird die Sukzession besser unter Kontrolle gebracht.

 

3.12. Hohe Egert

Der größte Teil des Gebiets wird nicht genutzt.

Die Schafbeweidung wurde schon vor mehreren Jahren aufgegeben.

Bis 1991 wurde eine Teilfläche von Rindern beweidet, Randzonen wurden gedüngt und in mehrschürige Fettwiesen, bzw. Ackerland umgewandelt; Mistlagerung, Lesesteinplatz, landwirtschaftliche Abfälle und zahlreiche „wilde Fahrspuren" sind weitere Störfaktoren.

Für die Nutzung als Erholungsgebiet besteht eine Feuerstelle mit Sitzbänken.

Fauna und Flora

Die isoliert liegende Heide mit relativ kleiner Fläche trägt die Vegetation der Wacholder-Fichten-Heiden mit Magerrasen bodensaurer Standorte.

Sie ist durch einen hohen Gehölzbestand gekennzeichnet.

Die fehlende Beweidung führte großflächig zur Verbuschung.

Diese ist durch Pflegemaßnahmen nur in Teilbereichen stark, dagegen sind mehrere Fichtengruppen im Landschaftsbild sehr dominierend.

Der Südwestteil des Gebiets ist bereits im Stadium des Sukzessionswalds.

Hier wurde durch gezielte Ausstockung von alten Fichten ein artenreiches, lichtes Gehölz mit wertvoller Flora erhalten.

Am Südrand des Gebiets grenzen Feldhecken auf Lesesteinriegeln gegen die Feldflur ab.

Im Artenspektrum von 40 Holzgewächsen dominieren die Laubholzarten, bemerkenswert sind 8 Wildrosenspezies mit der gefährdeten Kleinblütigen Rose (Rosa micrantha).

Die Magerrasen in der Wacholderheide sind durch Pflegemaßnahmen erhalten geblieben.

Durch fehlende Beweidung entwickelte sich aus den ehemals beweideten Halbtrockenrasen der Enzian-Kammschmielen-Gesellschaft eine Trespenmagerwiese (Mesobrometum erecti), die durch oberflächliche Entkalkung in den Magerrasen bodensaurer Standorte mit Bereichen der Flügelginsterweide (Aveno Genistetum sagittalis) übergeht.

Die Kennarten der Schafweide werden ergänzt durch Magerwiesenkennarten und Säurezeiger.

Bedingt durch die Nutzung als Rinderweide sind auf einem Teil der Fläche Fettwiesengräser eingewandert.

An einigen Stellen zeigen sich aber auch noch hier Reste der Magerrasenflora.

Unter den bisher 165 bestimmten Pflanzenarten, wurden 16 geschützte und/oder Rote-Liste-Arten gefunden. (gekürzt)

Für Vögel bildet das Schutzgebiet eine ökologische Insel in der ausgeräumten Feldflur.

Von 25 beobachteten Arten sind ca. 15 Arten Brutvögel, wobei Gebüschbrüter dominieren.

Hervorzuheben ist eine mehrere Paare umfassende Population des Bluthänflings (Carduelis cannabina).

Der Fichtenbestand lockt Sommergoldhähnchen, Schwarzspecht und Buntspecht an.

Der Bestand an Vogelarten ist der Biotopstruktur entsprechend mit 25 Arten, davon 5 auf Roten Listen, hochwertig. (gekürzt)

Der kleinflächige Wechsel von offener Wacholderheide, mehreren Gruppen alter Fichten, z.T. mit Weidbuchen gemischt, Gehölzzonen mit mächtigen Wacholderbüschen, sowie Heckenstreifen zur Feldflur ergeben ein landschaftlich reizvolles und nach der Artenzusammensetzung hochwertiges Gebiet.

Als letzter mehr oder weniger offener Bereich neben dem Gebiet „Lehrhau" auf der östlichen Albhochfläche der Gemarkung und als wichtige Schafweidefläche des Heideverbunds Lonsee-Amstetten stellt dieses Teilgebiet eine „Sicherungsfläche" dar, d.h. es ist unbedingt schutzwürdig.