4.299 Schönbuch-Westhang/Ammerbuch

 

Würdigung

 

 

zum Naturschutzgebiet „Schönbuch-Westhang/Ammerbuch“

 

1. Landschaftliche Situation

 

1.1. Geographische Lage

Das Naturschutzgebiet liegt im Landkreis Tübingen und erstreckt sich entlang des südwestlichen Schönbuchrandes zwischen der Gemeindegrenze Ammerbuch unterhalb Schloß Roseck und der Kreisgrenze nordwestlich von Breitenholz.

Es ist etwa 459 ha groß und aus verfahrenstechnischen Gründen vom anschließenden Schutzgebiet „Schönbuch-Westhang/Tübingen" getrennt worden.

Das als alte Kulturlandschaft überwiegend waldfreie Gebiet geht im Nordosten mit einem steilen Anstieg in die bewaldete Stubensandsteinhochfläche des Schönbuchs über.

Seine westliche und südliche Begrenzung findet es in den dichter besiedelten tieferen Lagen des Ammer- und des Käsbachtales.

Die mittlere Höhendifferenz der hügeligen, durch mehr oder weniger steile Hänge geprägten Landschaft beträgt 100 m (430-530 m üNN).

 

1.2. Geologie

Der im mittleren Keuper liegende Schönbuchrand ist Teil des südwestdeutschen Schichtstufenlandes.

Die Schichten fallen nach Südosten ein und sowohl Ammer wie auch Käsbach folgen dieser Richtung.

Aufgebaut werden die Hänge von unterschiedlich widerständigen Schichten des Gipskeupers, des geringmächtigen Schilfsandsteins - der nur kleinflächig ansteht - der Bunten Mergel und des Stubensandsteins.

Der erosionsresistente Stubensandstein bildet die Stufe zu den höhergelegenen Bereichen des Keuperberglandes.

Er bringt mineralstoffarme, flachgründige Böden hervor, die meist bewaldet sind.

Die bunten Mergel bauen die oberen Hangbereiche auf.

Sie bestehen aus wechselnden Schichten von mergeligen und sandigen Sedimenten.

Im oberen Bereich befinden sich über wasserundurchlässigen Tonschichten Quellhorizonte.

Die sich leicht aufheizenden dunklen Mergelböden bilden die ideale Voraussetzung für Weinbau.

Die flacheren Hangfußbereiche hingegen liegen im Gipskeuper, der schwere, basenreiche Böden hervorbringt.

Diese Böden werden meist erst seit der Einführung der schweren landwirtschaftlichen Maschinen ackerbaulich genutzt.

 

1.3. Klima

Mit 700 mm Jahresniederschlägen, einer mittleren Jahrestemperatur von 8,3° C und einer Jahresamplitude von 19,5° C liegt das Gebiet im Übergang zwischen ozeanisch und kontinental geprägtem Klima.

Spätfröste bis in den Mai sind im Gebiet dennoch nicht selten und lassen daher den Anbau von Weinreben nur in ausgewählten Expositionen zu.

Für das Kleinklima sind drei Faktoren prägend:

Erstens die günstigen Strahlungsbedingungen durch die südlich bis südwestlich exponierten Hänge,

zweitens die starke Erwärmung der dunklen Mergelböden und

drittens die Wärmespeicherkapazität der Weinbergmauern.

 

1.4. Potentielle natürliche Vegetation

Ohne den Bewirtschaftungseinfluß des Menschen wäre das ganze Gebiet heute von Laubwäldern bedeckt.

Auf den ärmeren Böden der Hochflächen würden Hainsimsen-Buchenwälder stocken.

In den unteren basenreichen, wechselfeuchten Hangbereichen wüchsen Waldlabkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwälder.

Auf den ganzjährig frischen Böden der kleinen Täler fänden sich Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwälder.

Lokal würden sich an den südexponierten Hängen wärmeliebende Eichenmischwälder, wie der subkontinentale Fingerkraut-Eichenwald, etablieren.

 

1.5. Landnutzung

Das günstige Kleinklima des Schönbuchrandes erlaubte schon früh eine intensive Nutzung durch den Menschen.

Die ursprünglich bewaldeten Hänge wurden im 13. und 14. Jahrhundert gerodet und als Weinbauflächen genutzt.

Um 1400 gab es am Schönbuchrand wohl kaum einen Hang, an dem nicht Weinbau betrieben wurde.

Überbleibsel aus dieser Zeit sind die vielen Trockenmauern und die Terrassierung der Hänge.

Infolge des starken Bevölkerungsrückganges und der schlechteren Absatzbedingungen während des 30jährigen Krieges ging der Weinbau im 17. Jahrhundert drastisch zurück.

Großflächig wurde nun von Wein- auf Obstbau umgestellt - zunächst in Form von Baumäckern - wenig später mit Einführung der Stallviehhaltung in Form der effektiveren Baumwiesen.

Eine neue Erwerbsquelle bildete im 19. Jahrhundert der Hopfenanbau, der seinen Höhepunkt zwischen 1894 und 1908 hatte.

Preisverfall, Schädlingsbefall und zu hohe Arbeitsintensität ließen den Hopfenanbau wieder stark zurückgehen.

Eine bedeutende Rolle spielte danach verstärkt bis Mitte des 20. Jahrhunderts der Anbau von Obst.

Streuobstwiesen als Landschaftselement sind für die Schönbuchhänge und für die Tübinger Stufenrandbucht also seit über 100 Jahren prägend.

Oberhalb Entringens ist die Nutzung der Landschaft darüberhinaus von dem recht großen Gipssteinbruch geprägt.

Ältere Abbauabschnitte davon sind nahezu unverändert liegengeblieben und bieten heute trockene Felskuppen und schattige Schluchten.

Im derzeit noch im Abbau und großteils bereits wieder in Verfüllung (Erdaushub) befindlichen Teil kommt unterhalb der Steilwand ein vom Hangdruckwasser gespeister Sohlentümpel vor, der für Amphibien (Kreuzkrötenvorkommen) von überregionaler Bedeutung ist.

Als Ergebnis der Nutzungsarten im Laufe der letzten 200 Jahre findet man heute eine äußerst abwechslungsreiche Landschaft mit einer Vielzahl an Kleinstrukturen wie Böschungs- und Abbruchkanten, Mauern und Hohlwegen.

 

2. Schutzwürdigkeit

 

2.1. Lage im Naturraum

Schönbuch und Rammert, die größten zusammenhängenden Waldgebiete im Naturraum „Schönbuch und Glemswald" fußen auf widerstandsfähigem Stubensandstein.

Die darunterliegenden weichen Mergelschichten wurden, war die Decke erst angeschnitten, im Gebiet von dem Flüßchen Ammer und dem Neckar leicht ausgeräumt.

So bildete sich in der Keuperstufe eine recht breite und tiefe Bucht aus, in deren engstem Bogenteil und somit beim Zusammenfluß der Gewässer die Stadt Tübingen liegt.

Der nördliche Bogen zwischen Tübingen und Herrenberg, also der nach Süden und Westen exponierte Schönbuchrand, bietet die hier vorgestellten warmen und offenen Hänge.

 

2.2. Pflanzenwelt

Streuobstwiesen sind die prägenden Elemente des Schönbuchrandes.

Die heute noch kleinbäuerliche Bewirtschaftung mit ihren kleinen Parzellen schuf ein feinstrukturiertes Mosaik aus Salbei-Glatthaferwiesen, Fettwiesen, Weinbergen, Brachen mit Schlehen-Liguster-Gebüschen, wärmeliebenden Säumen, Halbtrockenrasen und Wacholderheide-Resten.

Eine besondere Bedeutung im Gebiet haben Wiesen, die v.a. auf den Hangfuß- bis Mittelhangbereichen größere Flächen einnehmen.

Bemerkens- und erhaltenswert sind ihre vielfältigen Ausprägungen als Reaktion auf Standortbedingungen und Wirtschaftsformen.

Sie reichen von der mastigen Glatthafer-Wiesen-Gesellschaft mit Bärenklau und Löwenzahn in den Wiesentälchen und den feuchten Kohldistel-Wiesen (teilweise noch mit Trollblume) bis zu der magereren Gesellschaft, der Salbei-Glatthafer-Wiese in ihrer den Halbtrockenrasen zuzurechnenden Ausbildung mit Esparsette (Onobrychis viciaefolia), Salbei (Salvia pratensis) und Wundklee (Anthyllis vulneraria) und zahlreichen weiteren buntblühenden und schützenswerten Pflanzen.

Sie bieten reiche Nahrungsquelle und Brutraum für eine Vielzahl von Tierarten.

Geschützte und schonungsbedürftige Pflanzen dieser Wiesen sind unter anderem:

Kugel-Teufelskralle (Phyteuma orbiculare R 3), Echte Schlüsselblume (Primula veris R 5), Knöllchen-Steinbrech (Saxifraga granulata R 5), Büschel-Glockenblume (Campanula glomerata R 5), Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum R 2), Bienenragwurz (Ophrys apifera R 3), Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Aufrechter Ziest (Stachys recta) und Schopfige Kreuzblume (Polygala comosa).

Diese Arten charakterisieren die Wiesen auch als „besonders geschützte Biotope" nach dem Biotopschutzgesetz von 1991.

In den oberen, steileren Hangbereichen werden sie abgelöst von ausgeprägten Halbtrockenrasen und ihren Versaumungsstadien, in denen unter anderem Wärme- und Trockenheitszeiger, wie die gefährdeten Arten:

Traubige Graslilie (Anthericum liliago R3), Rauher Alant (Inula hirta R3), Arznei-Haarstrang (Peucedanum officinale R3), Wiesen-Leinblatt (Thesium pyrenaicum R2), Kamm-Wachtelweizen (Melampyrum cristatum R3), Weißes Fingerkraut (Potentilla alba R3), Kalkaster (Aster amellus R5) und Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum R5) vorkommen.

Als Relikt der ehemaligen Schafweide hat sich an der Hangoberkante ein Wacholderheiden-Rest erhalten können (z.B. bei Burg Müneck).

Eine weitere Besonderheit für den Naturraum ist der Vegetationskomplex der Steppenheide im weiteren Sinn, also des Mosaiks von Saum,- Gebüsch- und Waldgesellschaften auf den trockenen Bunten Mergeln der Oberhänge mit Relikten aus der nacheiszeitlichen Wärmezeit.

Dieses kleinräumige Nebeneinander von versaumten Halbtrockenrasen und lichten, wärmeliebenden Eichenwäldchen weist die rarsten Kostbarkeiten der weiteren Umgebung aus Fauna und Flora auf:

Purpurklee (Trifolium rubens R 3), Blaßgelber Klee (Trifolium ochroleucon R 3), Arzneihaarstrang (Peucedanum officinale R 3), Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum R2), Sichelblättriges Hasenohr (Bupleurum falcatum), Hirsch-Haarstrang (Peucedanum cervaria R 5), Ästige Graslilie (Anthericum ramosum R 5), Traubige Graslilie (Anthericum liliago R 3), Samt-Rose (Rosa villosa), Bibernell-Rose (Rosa pimpinellifolia), Gelber Zahntrost (Odontites lutea R 3), Rauher Eibisch (Althaea hirsuta R 2), Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera R 3), Weißes Fingerkraut (Potentilla alba R 3), Gewöhnliche Pechnelke (Lychnis viscaria R 3), Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata R 3) und Männliches Knabenkraut (Orchis mascula R3).

Die hangaufwärts an die offene Landschaft anschließenden Waldgebiete zeichnen sich, soweit sie in das Naturschutzgebiet aufgenommen worden sind, durch Vorkommen von Eiche, Hainbuche, Elsbeere, Winterlinde neben Strauch- und Staudenarten aus den Trockensäumen ihrer unteren Ränder aus.

Sie werden größtenteils nicht oder wenig wirtschaftlich genutzt und nehmen im Naturhaushalt des Gebietes einen nicht unbeträchtlichen Stellenwert ein.

Beispielsweise sind sie bevorzugter Nahrungsraum der im Gebiet vorkommenden Spechtarten, bieten Nistmöglichkeiten und in ihrer Strukturvielfalt, Lichtigkeit und Artenzusammensetzung, Lebensraum für zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tierarten.

Spechte gelten beispielsweise als Zeigerarten für die Naturnähe eines Waldes.

Sie reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen der Baumarten, der Stammdurchmesser und sind angewiesen auf Vorhandensein von stehendem, morschem Holz.

Die in das Schutzgebiet mit aufgenommenen Waldgebiete am Rande des großen zusammenhängenden, dahinterliegenden Waldes Schönbuch zeichnen sich einerseits durch diese naturhaushaltlich wichtige Randlage, andererseits aber auch durch ihre Vegetationskundliche Einstufung als naturnahe Waldgesellschaften und zum Teil dazuhin noch durch ihr hohes Alter aus.

 

2.3. Tierwelt

Vögel

Die Hänge des Schönbuchrandes, die mit Streuobstbäumen bestanden sind, beherbergen mit 50 Brutvogelarten eine ungewöhnlich reiche Avifauna.

Insbesondere die Obstwiesen in verschiedener Altersstruktur mit vielen Höhlenangeboten und in abgelegener Seitentälchen-Lage, verbunden mit nahrungsreichen Wiesen, Säumen und Gebüschen und die lichten, warmen Eichen-Kiefernbestände an der Hangoberkante sind unabdingbare und selten gewordene Voraussetzungen für die Besiedlung durch die Höhlenbrüter:

Wendehals R 2, Mittelspecht R 2, Schwarzspecht R 5, Buntspecht, Grauspecht R5, Grünspecht R5, Hohltaube R2, Gartenrotschwanz R3, Kleiber, Halsbandschnäpper R2.

Sie sind auf ein ausreichendes Angebot an Totholz im Brutrevier angewiesen.

Sie brauchen zusätzlich ein genügendes Angebot an Insekten, Regenwürmern und anderer tierischer Nahrung, die sie in den extensiv genutzten Wiesen und den angrenzenden Rainen und Böschungen reichlich finden.

Als Besonderheit ist der Halsbandschnäpper zu erwähnen.

Sein Vorkommen in Tübingen liegt an der Westgrenze des Gesamtareals der Art und hierbei in einem inselartigen Vorposten.

Er ist angewiesen auf lichte Buchen- oder Eichenwälder oder auch Streuobstbestände vergleichbarer Struktur.

Seine Bestandsabnahme seit den letzten Jahrzehnten ist unter anderem auf den Rückgang dieser Habitate zurückzuführen, nicht zuletzt aber auch auf die Anwendung von Insektiziden.

Für den Bereich um Breitenholz muß auf das Vorkommen des Braunkehlchens besonders hingewiesen werden.

Es benötigt für eine erfolgreiche Brut extensiv genutztes Feucht-Grünland.

Düngung, Herbizideinsatz und zu früher Mahdtermin wirken sich negativ auf das Nahrungsangebot aus.

Die Talwiesen „hinter" Breitenholz sind in dieser Hinsicht noch recht gut erhalten, befinden sich jedoch teilweise bereits im Übergang zu sehr stark gedüngten Wiesen.

Extensivierung dieser Flächen brächte der noch erhaltenen Population die überlebensnotwendige Stabilität.

Das Brüten bzw. regelmäßige Erscheinen von seltenen Beutegreifern wie Habicht R5, Sperber R5, Baumfalke R2 und Wanderfalke R2 ist ein Indiz für die insgesamt hohe Vogeldichte des Naturraumes.

In den Weinberg- und Wiesenbrachen siedeln überwiegend Boden- und Strauchbrüter (unter anderem: Rebhuhn R2).

Jedoch nimmt auch deren Arten- und Individuenzahl mit zunehmender Verbuschung ab, wogegen sich Verzahnung von genutzten (Streuobst)-Wiesen mit ungenutzten als populationsbegünstigend auswirkt.

Wildbienen

Die Wildbienenpopulation der Keuperhänge zeigt eine mit den Vogelarten vergleichbare Vielfalt.

Es wurden 119 Bienenarten nachgewiesen, darunter 32 aus der Roten Liste.

Der Anteil der auf nur bestimmte Nahrungspflanzen spezialisierten Arten ist besonders hoch.

Die meisten Wildbienen sind auf reichstrukturierte Landschaften angewiesen, mit buntblühenden Wiesen oder Hochstaudenfluren als Nahrungshabitate und offenen Bodenflächen, Ruderalstellen, Totholz oder Trockenmauern als Nisthabitate.

Die stark gefährdete Anthophora aestivalis, R 2, baut ihre Nester beispielsweise nur in besonnten Abbruchkanten und wird v.a. gefährdet durch aufkommendes Gehölz oder gar Aufforstung ihres Nisthabitats.

Dabei ist sie in ihrer Standortwahl sehr konservativ, das heißt, sie breitet sich nicht ohne weiteres auf angebotene Ersatzstandorte aus.

Heuschrecken

Von den 19 im Gebiet vorkommenden Heuschreckenarten, darunter 2 aus der Roten Liste, sind 18 wärme- und trockenheitsbedürftige Arten.

Die meisten Arten findet man in den natürlich gewachsenen Waldrändern, in den unverbuschten Weinbergbrachen (darunter die Westliche Beißschrecke) und in den Salbei-Glatthafer-Wiesen.

Schmetterlinge

Tagfalter benötigen in ihrem Lebensraum das Vorhandensein mehrerer Faktoren im Aktionsraum der jeweiligen Art.

Dazu gehören: Raupennahrung, Falternahrung, Vorhandensein von „Rendezvous"- und Schlafplätzen, Überwinterungsplätzen für Raupen, Puppen oder Falter neben den allgemeinen klimatischen Anforderungen einer Art.

Im geplanten Naturschutzgebiet konnten 53 verschiedene Tagfalterarten, davon 27 von der Roten Liste, nachgewiesen werden.

Eine davon, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling (Maculinea nausithous) ist sogar europaweit bedroht und seine noch vorhandenen Lebensräume müssen nach EG-Richtlinie europaweit unter Schutz gestellt werden.

Die Wiesen der Gewanne: „Waldwiesen", „Blaier", „Hinteres Härensloch", „Neuen" sind für diese besonders stark gefährdete Art von großer Bedeutung.

Quellaustritte werden im Gebiet von Kohldistel-Glatthaferwiesen mit Großem Wiesenknopf besiedelt, sie werden Mitte Juni gemäht (nicht alle zum selben Zeitpunkt, manche nur alle zwei Jahre) und im August stehen schon wieder und immer noch Eiablagepflanzen zur Verfügung, so daß die Raupen noch rechtzeitig vor dem Winter die Ameisenbauten erreichen, in denen sie parasitisch weiterleben.

Im Gebiet sind die für die (gefährdeten) Tagfalterarten (und auch andere Insektengruppen, wie die Wildbienen) günstigsten und damit für das Naturschutzgebiet unverzichtbaren Lebensräume: die Halbtrockenrasen im oberen Hangbereich, die mageren Salbei-Glatthaferwiesen, deren frühe Entwicklungsstadien nach Aufgeben der Mahd (also Mahd im Turnus von 2-3 Jahren), die feuchten Kohldistel-Wiesen und die Wiesen mit Vorkommen des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis), die Kleinstrukturen wie Böschungen, Trockenmauern und freie Bodenplätze.

Schnecken

Die Untersuchung der wärmeliebenden Land-Gehäuseschnecken-Arten, der sogenannten „Heideschnecken" (Kulturfolger wie Weinbergschnecke oder die Wegschnecken sind nicht von naturschützerischer Bedeutung im engeren Sinne) ergab, daß diese Kleinschnecken wegen ihrer geringen Aktionsradien in besonderem Maße von Biotopzerschneidung (stark frequentierte Wege, biozidbehandelte Grundstücke) und Biotopzerstörung auch im kleinen Maßstab (Aufforstung-, Ausbringen von Gülle, Überbauung) betroffen werden.

Die seltensten und bedeutendsten Arten unter ihnen: Granaria frumentum, Helicella itala, Zebrina detrita, Candidula unifasciata benötigen offengehaltene, warme Vegetationsstrukturen, also Trockenrasen und Halbtrockenrasen mit lockerem Boden, die nicht mehr als einmal im Jahr durch Mähen oder Entbuschen gestört werden.

Besonnte Böschungen, Hohlwege, auch der Hangfuß sind existentielle Lebensräume dieser Arten.

Verdichtung des Bodens durch Koppelhaltung von Nutztieren und „Querfeldeintourismus" sind hier der ökologischen Wertigkeit abträglich.

 

3. Schutzzweck

Schutzzweck ist der Erhalt des auf über hundert Hektar ausgedehnten, geschlossenen, fast ununterbrochenen Streuobstwiesengürtels um den Schönbuch mit mehreren tausend Hochstammbäumen, ihrer Altersstruktur inklusive Erhalt von Totholz und Ersatz abgehender Bäume durch ortstypische Sorten oder Wildobstbäume.

Der Wert des gesamten Biotops hängt dabei wesentlich auch vom Erhalt der angrenzenden Streuobstwiesen und Trockenhänge auf Tübinger Gebiet ab.

Die Hänge am Südwestrand des Schönbuchs beheimaten noch den alten, reich strukturierten Kultur- und Lebensraum, in dem riesige, wenig erschlossene Obstbaumwälder in sonnigwarmer Lage günstig verzahnt sind mit Salbei-Glatthafer-Wiesen, Weinbergbrachen, mit Mäuerchen, Hohlwegen, Hecken, mit natürlichen Waldrändern aus wärmeliebendem Saum und Gebüsch, mit häufig anschließendem, natürlich aufgewachsenem Eichen-Elsbeeren-Wald oder naturnahem Wald von hohem Alter.

Der seither kaum durch Flurbereinigung oder durch weitgreifende bauliche Maßnahmen wesentlich gestörte Lebensraum (Ausnahme ist der Entringer Steinbruch) ist für die Zukunft dennoch gegen auch heute schon vermehrt auftretende Bauabsichten (Wochenendhäuschen, Freizeitanlagen, Wegebau) oder landwirtschaftliche Intensi-vierungsbestrebungen (Umbruch zu modernen Weingärten, vermehrte Düngung, häufigerer Wiesenschnitt zur Silagegewinnung) aber auch gegen zunehmende Störungen durch „Querfeldein-Sportarten" aller Art zu schützen.

Dies kann ein Landschaftsschutzgebiet nicht leisten.

Obwohl diese wertvolle, erhaltungswürdige Landschaftsstruktur ganz überwiegend durch die Wirtschaftsweise früherer Jahrhunderte von den hier arbeitenden Menschen geschaffen wurde, bedarf es, um sie zu erhalten, begleitender behördlicher Schutzmaßnahmen, da die Freizeitansprüche unserer Gesellschaft und marktwirtschaftlich orientierte Nutzungsintensivierung teils zu einer Verarmung, teils sogar zu einer Schädigung der Strukturen und Merkmale führen können.

Die Salbei-Glatthafer-Wiesen erfahren derzeit landesweit eine zunehmende Verdrängung durch Nutzungsänderung, meistens eine Nutzungsintensivierung, häufig auch Brachfallen.

Am Schönbuchrand sind noch größere Flächen dieser wertvollen Wiesengesellschaft erhalten.

Zusammen mit den Halbtrockenrasen und den jeweiligen Versaumungsstadien bis zur zugehörigen Waldgesellschaft stellen sie den Kern der botanisch hochwertigen Flächen dar.

Dieses Vegetationsmosaik kommt nur auf sehr wärme-begünstigten, trockenen Standorten vor und ist auf den südexponierten Steilhängen zwischen Tübingen und Herrenberg besonders reich ausgebildet.

Alle vorhandenen Grünlandgesellschaften müssen vor Intensivierung in Form von vermehrter Düngergabe und zu häufigem, zu frühem oder ausbleibendem Schnitt, aber auch vor zunehmender Koppelhaltung von Haustieren geschont werden.

Insbesondere Umbruch, Aufforstung aber auch Trittschäden im Bereich der Halbtrockenrasen würden das Ökosystem hier schwächen.

Im Bereich des Waldes ist auf den Erhalt und die Pflege der naturnahen Waldgesellschaften mit standortgerechten und einheimischen Baumarten zu achten, wobei das Alter der Bestände ein Höchstmaß erreichen soll und die seitherige Struktur bewahrt bzw. verbessert werden soll.

Schutzzweck ist auch die Erhaltung der artenreichen Tierbestände (Vögel, Reptilien, Amphibien, Insekten und Schnecken sind diesbezüglich eingehend untersucht bzw. bekannt) und ihrer Lebensraumansprüche.

Die Anwesenheit des Menschen im Gebiet muß besonders in der Balz und Brutzeit der Vögel auf das Notwendige im Rahmen der Bewirtschaftung beschränkt bleiben.

Insbesondere Freizeitnutzung muß hierauf verstärkt Rücksicht nehmen.

Durch das Naturschutzgesetz für Baden-Württemberg (§24 a) sind zwar die meisten der schützenswerten im Gebiet vorkommenden Pflanzen-Gesellschaften bereits seit 1991 vor Veränderungen zum Schlechteren geschützt, sie sind jedoch dennoch Einflüssen genannter Art ausgesetzt, solange sie nicht als solche deklariert sind und danach in ein Schutz- und Pflegekonzept eingebunden werden, was ebenfalls in einem Landschaftsschutzgebiet nicht so verwirklicht werden kann.

Schutzzweck ist auch die Erhaltung der Arten und Lebensräume, die der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, kurz: FFH-Richtlinie) und der vorangegangenen Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogelschutzrichtlinie) in besonderem Maße entsprechen.

Nach den dortigen Anforderungen kommen im Schutzgebiet folgende Arten in ihren Lebensräumen vor:

Vögel

Grauspecht (Picus incanus), Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis), Neuntöter (Lanius collurio), Rotmilan (Milvus milvus), Schwarzspecht (Dendroocopus martius) und Mittelspecht (Dendrocopus medius)

Schmetterlinge

Dunkler Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling (Maculinea nausithous),

sowie folgende Lebensräume:

Trespen-Schwingel-Kalk-Tockenrasen mit bemerkenswerten Orchideen (prioritär)

Trespen-Schwingel-Kalk-Trockenrasen, Formationen von Juniperus communis, magere Flachland-Mähwiesen sowie Labkraut-Eichen-Hainbuchen-Wälder.

Das gesamte Gebiet gehört zu einem europäischen Netz der Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse.

Die Ausweisung eines Naturschutzgebietes soll es ferner erlauben, staatliche und europäische Finanzmittel bei der Landschaftspflege mit dem Ziel der Extensivierung und Pflege bzw. zur Erhaltung und Nachpflanzung beispielsweise von Obstbäumen einzusetzen.

 

4. Gefährdung

Eine Gefährdung der vorhandenen Landschaftstruktur liegt in der zunehmenden Nutzungsaufgabe der extensiv bewirtschafteten Flächen.

Aufgelassene Weinberge nehmen zunächst an Artenvielfalt enorm zu, entwickeln sich größtenteils zu Halbtrockenrasen mit Ruderalarten, verbuschen und verarmen aber nach langjähriger Brache extrem an Pflanzen- und Tierarten.

Gerade die durch verschieden junge Sukzessionsstadien heterogenen Weinbergbrachen böten mit ihrem Blütenreichtum ein hervorragendes Nahrungshabitat für Wildbienen und andere Insekten.

Auch besitzen sie für viele wärmebedürftigen Tiere und Pflanzen wichtige Funktionen als Inseln zwischen bewirtschafteten Grundstücken.

Auf den traditionell zweischürigen Salbei-Glatthafer-Wiesen wird vielfach nur noch einmal gemulcht, d.h., das Mähgut wird zum Verrotten auf der Wiese gelassen.

Das Artenspektrum verschiebt sich zugunsten von anspruchslosen Arten (z.B.Gräsern) und zum Schaden vieler blütenbesuchender Insekten.

So sind auch die hier vorkommenden Arten: Wundklee, Gewöhnlicher Dost, Thymian, Hufeisenklee und Futter-Esparsette unersetzliche Futterpflanzen für im Gebiet nachgewiesen Schmetterlingsarten.

Nachteilig für die meisten Wildbienenarten wirkt sich der zu frühe Schnitt vor Juni aus, insbesondere dann, wenn großflächig zum gleichen Zeitpunkt gemäht wird.

Sowohl Fauna wie auch Flora leiden unter Ausbringung von Bioziden aller Art auch in den benachbarten Weinbergen.

Mit den vor dem Niedergang der Weinwirtschaft angelegten Weinbergen teilen die neuen Anlagen weder deren Artenvielfalt noch deren strukturanreichernde Wirkung auf den Gesamtlebensraum.

Zumindest eine Beschränkung auf die Pflanzenschutzanwendungsverordnung in Naturschutzgebieten ist im Gebiet notwendig.

Langfristig besteht die Gefahr, daß der Obstbaumbestand allmählich abnimmt.

Häufig wird versäumt, zum Erhalt des Bestandes junge Hochstämme nachzupflanzen.

Dabei ist es allerdings wichtig, daß abgegangene Bäume möglichst lange als Totholzanbieter stehengelassen werden.

Eine weitere Gefahr durch Nutzungsintensivierung ist vorwiegend auf den sich immer weiter ausdehnenden kleingärtnerisch genutzten Flächen (Gütle) zu beobachten.

Der häufige Schnitt mit dem Rasenmäher läßt Wiesengesellschaften an blütentragenden Kräutern verarmen.

Zudem wird die einheimische Flora durch Einbringen von Exoten in die Gärten verfremdet.

Nicht zuletzt werden Hütten und Zäune gebaut (Störung der Vegetation, Anwesenheit des Menschen bis in späte Stunden, Einbringen von Fremdstoffen (Baustoffe) in die Landschaft).

Die mikroklimatisch wichtigen Trockenmauern werden in den verbuschten Bereichen zunehmend beschattet und können ihre für viele Insekten und Reptilien notwendige Funktion als Wärmespeicher nicht mehr ausüben.

In den intensiv genutzten und besonders in den neu angelegten Weinbergen und Gärten besteht jedoch häufig die Tendenz zum Beton-Verfugen der Natursteinmauern (womit sie ihre ökologische Funktion jedoch größtenteils verlieren) oder in der Neuanlage fugenloser Mauern.

Der historisch gewachsene Waldrand mit seinen warmen Saum- und Gebüschzonen bildet einen struktur- und artenreichen Übergang zwischen naturnahen eichen- und elsbeerenreichen Wäldern und dem Offenland.

Er wird stellenweise durch z.T. illegale Aufforstungen der angrenzenden Wiesenflächen dieser Funktion beraubt.

Hier wäre in jedem Fall Pflege in Form von Wiederherstellen der noch vorhandenen historischen Strukturen angezeigt.

 

5. Schutzmaßnahmen, Pflege und Entwicklung

Ziel ist es, den alten, historisch gewachsenen Kulturraum in seiner Struktur zu erhalten und damit die an diesen Lebensraum angepaßten, selten gewordenen Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen zu schützen.

Ziel ist es außerdem, auf den Streuobstwiesen die traditionelle, extensive Nutzung aufrechtzuerhalten.

Dies beinhaltet zweimalige Mahd der Wiesen mit Abfuhr des Mähgutes.

Der erste Schnitt sollte nicht vor der Blühzeit (Orientierungspflanzen sind Wiesenfuchsschwanz, Glatthafer und Wiesensalbei), also etwa Mitte Juni erfolgen, um Pflanzen und Insekten genügend Zeit für ihre Entwicklung zu lassen.

Dennoch ist eine Staffelung der Pflegeintensität, des Schnittzeitpunktes von Wiesen und Nachpflanzen von Bäumen bei gleichzeitigem Erhalt abgegangener Einzelbäume für die Vielfalt bedeutend.

Halbtrockenrasen, Versaumungsstadien und Gebüsche sollen eng verzahnt nebeneinander vorkommen; flächige Gebüschausbreitung muß allerdings von Zeit zu Zeit zurückgedrängt werden.

Dies gilt auch für Raine und Böschungen, Trockenmauern und Abbruchkanten.

Pestizideinsatz (auch in der Nachbarschaft), Koppeltierhaltung oder häufiges Mähen liefen dem Schutzzweck ebenso zuwider wie Brachfallen und Aufforsten von Wiesen.

In den Weinbergbrachen sollte durch kleinflächig unterschiedliche Pflegemaßnahmen die vorhandene Vielfalt der Brachestadien von Ruderalfluren, Magerrasen, wärmeliebenden Säumen und Gebüschen erhalten werden.

Pflegeziel der Naturschutzverwaltung wird sein, daß die Hänge nicht großflächig verbuschen.

In einigen bereits jetzt stark verbuschten Bereichen soll Entfernen oder Zurückdrängen der Gehölze gefördert werden.

Raine und Böschungen mit ihrem reichen Insektenvorkommen dürfen keiner Säuberungsaktion (Pestizideinsatz oder Abflämmen) unterzogen werden.

Insbesondere die hier vorkommenden Ameisenkolonien sind wichtige Nahrungsquellen für die brütenden Spechte und dürfen daher in der Regel nicht übergittert werden.

Kleinstrukturen sollen aber auch nicht einheitlich brachfallen, sondern nach Möglichkeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemäht werden.

Im Rahmen der Pflegemaßnahmen sind auch beschattete Trockenmauern und Abbruchkanten nach Kräften wieder freizulegen, da sie eine wichtige Bedeutung als Wärmeinseln für viele wärmebedürftige Organismen haben.

Eine weitere Ausdehnung der kleingärtnerisch genutzten Flächen und modernen Weinberge bedürfte der Prüfung, inwieweit sie gesetzlich geschützte Biotope wie beispielsweise Trockenrasen, Halbtrockenrasen, Säume und Gebüsche zurückdrängen und beeinträchtigen könnten.

Sie kann daher nicht schlechthin zugelassen, sondern nur bei Rücksichtnahme auf gesetzlich geschützte Biotope realisiert werden. (Diese Rechtslage besteht auch bereits vor der Gültigkeit der Naturschutzverordnung).

Für die brachliegenden Wiesen, die nach §24a geschützter Biotope, die verbuschten Hangbereiche und die ins Offenland vorgedrungenen Waldränder soll ein Pflegeplan die notwendigen Maßnahmen festlegen.

 

6. Zusammenfassung

Strukturreichtum und Artenfülle in einer noch weitgehend in historischer Form erhaltenen Kulturlandschaft sind die Hauptkriterien für die Unterschutzstellung des Schönbuch-Westhanges, wobei vor allem die „extrem stark gefährdeten Vegetationstypen", die Trocken- und Halbtrockenrasen geschützt werden müssen.

Die Faunenvielfalt, stellvertretend und aufgrund ihres Zeigerwertes sind Vögel, Schmetterlinge, Schnecken, Heuschrecken und Wildbienen untersucht worden, zeigt darüberhinaus, daß der Lebensraum zahlreiche Brut- und Nahrungsnischen bietet und dies in hoher Dichte.

Soll dieser vom traditionell wirtschaftenden Menschen geschaffene Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten werden, so muß zum einen die seitherige, extensive Wirtschaftsweise beibehalten werden, und zum anderen die ehemalige, schonende Bewirtschaftung in den Lagen, die in den letzten Jahrzehnten aufgelassen worden sind, durch Entbuschen und Mähen entsprechend der zur Verfügung stehenden Tat- und Finanzkraft wieder aufgenommen werden.

Neuanlage von Weinbergen (außerhalb der in der Schutzgebietskarte markierten Flächen) oder von Gärten, Umnutzung zu Standweiden oder Wochenendgrundstücken oder Aufforstungen würden die durch traditionelle Bewirtschaftung geschaffene hohe ökologische Wertigkeit außerordentlich nachteilig verändern.

Das teilweise im Landschaftsschutzgebiet „Schönbuch" (Schutz des Landschaftsbildes), teilweise auch im Naturpark „Schönbuch" (Schutz der Erholungsfunktion der Landschaft) liegende Naturschutzgebiet „Schönbuch-Westhang /Ammerbuch" verfolgt über die Ziele dieser Schutzinstrumente hinaus vorrangig den Schutz und die Pflege von Flora und Fauna des Gebietes.

Die erforschten und hier dargelegten Daten und ökologischen Zusammenhänge sind die Grundlagen, die ein Pflegeplan im Einzelnen umsetzen wird.

Nach dem gesetzlichen Auftrag und dem landschaftspflegerischen Potential bezüglich Arbeitskräften und Haushaltsmitteln soll in diesem Naturschutzgebiet eine Kulturlandschaft erhalten werden, die bei größtmöglicher lebensraumtypischer Vielfalt die Nutzungsgeschichte der Schönbuchhänge auch in späteren Zeiten noch ablesen läßt.

 

7. Literatur

BOCK, A. (1986): Vegetationskundliche Untersuchungen in einer „historischen Weinberglandschaft" bei Unterjesingen (Stadt Tübingen). Veröff. Naturschutz und Landschaftspflege Bad.-Württ. 61: 336-348.

DAHL, A. (1994): Untersuchung der Landschnecken am Schönbuchrand zwischen Tübingen und Breitenholz; Auftragsarbeit der BNL Tübingen.

DER LANDKREIS TÜBINGEN (LKB TÜ) II (1972): Entringen

FABER, A. (1938): Pflanzensoziologisches Kartenblatt des mittleren Neckar- und des Ammertalgebietes (Tübingen, Schönbuchrand und Rammert). Hrsg.von der Württ. Forstdirektion und der Württ. Naturaliensammlung in Stuttgart.

FILZER, P., (1969): Das Pflanzenkleid des Schönbuchs im Wandel der Zeiten. In: Der Schönbuch. Beiträge zu seiner landeskulturellen Erforschung. Hrsg. H. Grees- Bühl/Baden.

GÖRS, S., (1966): Die Pflanzengesesllchaften der Rebhänge am Spitzberg. In: der Spitzberg bei Tübingen. Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Baden-Württembergs, Band 3, 1966.

GREES, H., (1969): Der Schönbuch. Beiträge zu seiner landeskundlichen Erforschung, Bühl/Baden.

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HÖLZINGER, J., BERTHOLD, P., KÖNIG C., MAHLER U.: Die in Baden-Württemberg gefährdeten Vogelarten. „Rote Liste" (4.Fassung. Stand 31.12.1995); in Ornithologische Jahreshefte für Baden-Württemberg, Band 9 (1993), Heft 2, 1996.

KRATZER, R. (1991): Die Vogelwelt im Landkreis Tübingen. Beih. Veröff.  Naturschutz und Landschaftspflege Baden-Württemberg. 61: 1-240.

LEISNER, G. (1992): Vegetationskartierung in einer alten Kulturlandschaft am südwestlichen Schönbuchrand unter Berücksichtigung kulturhistorischer Aspekte, Diplomarbeit Hohenheim.

LEISNER, B. u. WATTENDORF, P. (1992): Gebietsmonographie für ein geplantes Naturschutzgebiet im Bereich der Schönbuchhänge zwischen dem Himbachtal (Stadt Tübingen) und der Fohlensteige bei Entringen (Gemeinde Ammberbuch), Werkvertragsarbeit BNL Tübingen.

MAURER, J. (1994): Untersuchung der Tagfalter am Schönbuchrand zwischen Tübingen und Breitenholz; Auftragsarbeit der BNL Tübingen.

MÖNCH, W., (1949): Der Weinbau im Gäu. In: Aus Schönbuch und Gäu, Nr. 4, Böblingen.

MÜLLER, T., OBERDORFER, E., & G. PHILIPPI (1974): Die potentielle natürliche Vegetation von Baden-Württemberg. In: Beihefte Veröffentlichen Naturschutz und Landschaftspflege Baden-Württemberg, Heft 6.

ROCKSTROH, M. (1944): Der württembergische Hopfenanbau. Seine Verbreitung und seine natürlichen und wirtschaftlichen Grundlagen. Dissertation Tübingen.

STADELMAIER, H.(1992): Die Avizönose der traditionellen Kuturlandschaft am südwestlichen Schönbuchrand zwischen Tübingen und Herrenberg unter besonderer Berücksichtigung der Streuobstwiesen: Teil I: Himbachtal bis Fohlensteige bei Entringen; Werkvertragsarbeit BNL Tübingen.

STADELMAIER, H.(1993): Die Avizönose der traditionellen Kulturlandschaft am südlichen Schönbuchrand zwischen Tübingen und Herrenberg unter besonderer Berücksichtigung der Streuobstwiesen: Teil II: Fohlensteige bei Entringen bis Gemarkungsgrenze Kayh (Lkr.Böblingen); Werkvertragsarbeit der BNL Tübingen.

WELLER, F., et.al. (1986): Untersuchung über die Möglichkeiten zur Erhaltung des landschaftsprägenden Streuobstwiesenbaus in Baden-Württemberg. Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt und Forsten Baden-Württemberg.

WESTRICH, P. (1992): Faunistisch-ökologisches Gutachten zur Wildbienenfauna der Schönbuchhänge zwischen Tübingen und der westlichen Kreisgrenze; Werkvertragsarbeit BNL Tübingen.

WESTRICH, P. (1992): Faunistisch-ökologisches Gutachten zur Heuschreckenfauna der Schönbuchhänge zwischen Tübingen und der westlichen Kreisgrenze; Werkvertragsarbeit BNL Tübingen.

JUNGER, U. (1997): Vegetationsentwicklung auf ausgewählten Weinbergsbrachen in der Tübinger Stufenrandbucht; Diplomarbeit Universität Saarland, Fachbereich 6.6, Fachrichtung Biogeographie.

 

 

 

Tübingen, den 20.09.2000

 

 

Venth