1.15.027 Heckengäu - Weil der Stadt

Verordnung des Landratsamtes Böblingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Heckengäu-Weil der Stadt" vom 20.06.1986 (Wochenblatt für Weil der Stadt und Umgebung vom 17.07.1986).

Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Weil der Stadt werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Heckengäu-Weil der Stadt".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 1 875 ha.

(2) Das Schutzgebiet besteht aus 14 Teilgebieten (Teilgebiet I-V c). Es umfaßt nach dem Stand vom 20.06.1986 folgende Landschaftsteile:

·               a)  Im Teilgebiet I a:
 Landschaftsprägende Kuppe des "Kuppelzen" im Südwesten von Weil der Stadt-Hausen und Norden von Weil der Stadt-Münklingen mit angrenzenden Gebietsteilen, die sich bis zur Kreisgrenze zum Enzkreis erstrecken, und zwar auf den Gemarkungen Weil der Stadt-Hausen und Weil der Stadt-Münklingen.

·               b)  Im Teilgebiet I b:
 Streuobstbestandene und durch Heckenzüge gegliederte Hanglagen im Westen und Süden von Weil der Stadt-Münklingen in den Gewannen "Langer Weg", "Bäuerle", "Dorfäcker", "Egerten", "Bruchwiesen" und "Bruckäcker" mit Ausnahme der ausgewiesenen Gartenhausgebiete auf Gemarkung Weil der Stadt-Münklingen.

·               c)  Im Teilgebiet II a:
 Würmtalaue mit Einhängen nördlich von Weil der Stadt-Hausen zwischen der L 574 von Hausen nach Neuhausen und der L 1179 von Hausen nach Heimsheim bis zur Kreisgrenze des Landkreises Enzkreis auf der Gemarkung Weil der Stadt-Hausen.

·               d)  Im Teilgebiet II b:
 Würmtalaue mit Einhängen südlich von Weil der Stadt-Hausen einschließlich des Waldes "Heuberg" westlich der L 1182 Merklingen-Hausen auf den Gemarkungen Weil der Stadt-Hausen und Weil der Stadt-Merklingen.

·               e)  Im Teilgebiet III a:
 Landschaftsprägende Muschelkalkkuppe in den Gewannen "Galgenberg" und "Kugelberg" östlich des Ortsteiles Hausen, sowie angrenzender Talzug in den Gewannen "Waldweg" und "Kuchert" auf Gemarkung Weil der Stadt-Merklingen.

·               f)  Im Teilgebiet III b:
 Typische Heckengäulandschaft nordöstlich von Merklingen in den Gewannen "Geißhecke" und "Herrgottsäcker" auf Gemarkung Weil der Stadt-Merklingen.

·               g)   Im Teilgebiet IV a:
 Bewaldete Hanglagen nördlich der Würmtalaue und am "Schallberg", am "Horn" und im Gewann "Knappshalde" auf Gemarkung Weil der Stadt-Merklingen.

·               h)  Im Teilgebiet IV b:
 Würmtalaue südöstlich von Merklingen zwischen der Landesstraße Weil der Stadt-Merklingen (L 1182) und dem im Osten liegenden Feldweg Nr. 62, ausgenommen das Naturschutzgebiet "Merklinger Ried" auf Gemarkung Weil der Stadt-Merklingen.

·               i)  Im Teilgebiet IV c:
 Streuobstbestandene Hanglage südwestlich der L 1182 (Weil der Stadt-Merklingen) in den Gewannen "Ob dem Weiler Weg" und "Waldenberg" auf Gemarkung Weil der Stadt-Merklingen.

·               j) Im Teilgebiet V a:
 Talzüge der Gewanne "Spätengrund" und "Reifenloch" mit angrenzendem Höhenrücken in den Gewannen "Lerchenstrich" und "Weinhalde" westlich von Weil der Stadt auf Gemarkung Weil der Stadt.

·               k)  Im Teilgebiet V b:
 Talaue des Talackerbaches im Südwesten von Weil der Stadt südlich der B 295 in Richtung Simmozheim bis zur Kreisgrenze zum Landkreis Calw auf Gemarkung Weil der Stadt sowie Waldflächen, Heiden und landwirtschaftlich genutzte Gebietsteile im Südwesten von Weil der Stadt, südlich des Talackerbaches auf Gemarkung Weil der Stadt, im Westen und Süden teilweise begrenzt durch die Kreisgrenze zum Landkreis Calw.

·               l)  Im Teilgebiet VI a:
 Würmtalaue zwischen Weil der Stadt und Schafhausen und Teile des Würmtales westlich und südlich von Schafhausen, welche bis zur Gemarkungsgrenze nach Grafenau-Döffingen reichen, östlich der Bahnlinie Weil der Stadt-Calw und westlich des Vizinalweges 2 zwischen Schafhausen und Weil der Stadt.

·               m)  Im Teilgebiet VI b:
 Bergrücken des "Blammerberges", der "Inneren Nuß", des "Mittelberges", "Blosenberges" und des "Kappelesberges" mit dazwischenliegenden Talzügen und östlich angrenzenden Gebietsteilen bis zur Gemarkungsgrenze nach Renningen und Magstadt, sowie Gebietsteile östlich und südlich von Schafhausen zwischen der L 1189 Schafhausen-Magstadt und der Ölmühle.

·               n) Im Teilgebiet VI c:
 Wiesen im Gewann "Neuland", im Norden begrenzt durch den F.W. Nr. 2753, im Nordosten durch Wald im Gewann "Hacksberg", im Westen durch die Kreisgrenze zum Landkreis Calw und im Süden durch die Grenze des Landschaftsschutzgebietes "Hacksberg" auf Gemarkung Grafenau-Dätzingen.

(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in den Flurkarten Nr. 1-20 im Maßstab 1 : 2 500 grün eingetragen.

·               Die Flächen, in denen die Umwandlung von Grünland in Acker der Erlaubnispflicht gem. § 5 Abs. 2 Nr. 17 unterliegt, sind in den Flurkarten Nrn. 1, 3, 8, 10, 11, 13 und 14 mit unterbrochener schwarzer Linie und hellgrün geschummert eingetragen.

·               Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Böblingen als untere Naturschutzbehörde in 7030 Böblingen, Parkstraße 16, und bei der Stadtverwaltung Weil der Stadt, Rathaus Merklingen, Kirchplatz 2 in 7252 Weil der Stadt 2 zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

 Schutzzweck ist:

·               a)  Im Teilgebiet I a:
Erhaltung der unmittelbar an das Naturschutzgebiet "Büchelberg"/ Enzkreis angrenzenden typischen und reizvollen Vorschwarzwaldlandschaft in ihrer besonderen Eigenart mit teilweise sehr wertvollen Pflanzenstandorten, Streuobstbeständen und der landschaftsprägenden, mit Laubholz und Forchen bestandenen Kuppe des Kuppelzen als Erholungsraum; Verhinderung der Zersiedelung dieser Landschaft.

·               b)  Im Teilgebiet I b:
Erhaltung der landschaftsprägenden Streuobstwiesen mit angrenzendem Grünland. Sicherung dieses charakteristischen Landschaftsteiles für die Erholungsnutzung; Schutz vor weiterer Zersiedelung.

·               c)  Im Teilgebiet II a:
Erhaltung der naturnahen, zum Teil mit Schilf bestandenen Würmtalaue mit bachbegleitendem Gehölz als Wiesentallandschaft sowie die Sicherung der landschaftsbedeutenden, den Talverlauf begleitenden Einhänge mit Streuobstbeständen als auch des kulturhistorisch bedeutsamen Landgrabens in der charakteristischen Eigenart; Schutz vor Zersiedelung.

·               d)  Im Teilgebiet II b:
Erhaltung der naturnahen, zum Teil mit Schilf bestandenen Würmtalaue mit bachbegleitendem Gehölz als Wiesentallandschaft, die Sicherung der landschaftsbedeutenden, den Talverlauf begleitenden Einhänge in ihrer charakteristischen Eigenart; Schutz vor Zersiedelung.

·               e)  Im Teilgebiet III a:
Erhaltung der landschaftsbeherrschenden, offengehaltenen Muschelkalkkuppe in den Gewannen "Galgenberg" und "Kugelberg" für die Erholungssuchenden sowie Sicherung der landschaftstypischen Streuobstbestände und Verhinderung weiterer Zersiedelung.

·               f)  Im Teilgebiet III b:
Erhaltung der typischen Heckengäulandschaft mit Steinriegeln, ausgeprägten Feldgehölzen sowie Streuobstbereichen für die Erholungssuchenden; Schutz vor Zersiedelung.

·               g)   Im Teilgebiet IV a:
Erhaltung der landschaftsprägenden und reizvollen Hangsituation der miteinander verbundenen Landschaftsteile des "Schallbergs", des "Horns" und der "Knappshalde".

·               h)  Im Teilgebiet IV b:
Erhaltung der naturnahen Uferzonen und Randbereiche der Würm als Wiesentallandschaft sowie die Einbindung des Naturschutzgebietes "Merklinger Ried" zu dessen langfristiger Sicherung; Erhaltung der streuobstbestandenen Hangbereiche süd-westlich der L 1182 zwischen Weil der Stadt und Merklingen als wichtige Grünzäsur.

·               i)  Im Teilgebiet IV c:
Offenhaltung bzw. Erhaltung der wertvollen, z.T. mit Streuobst bestandenen Grünzäsur zwischen Weil der Stadt und Weil der Stadt-Merklingen.

·               j) Im Teilgebiet V a:
Erhaltung der typischen Heckengäulandschaft mit Steinriegeln, Hecken, Feldgehölzen, Wald, Streuobstbeständen und der charakteristischen Wiesentälchen für die Erholungssuchenden; Verhinderung der Zersiedelung dieser Landschaft.

·               k)  Im Teilgebiet V b:
Erhaltung der landschaftlich reizvollen, naturnah gestalteten Talaue entlang des Talackerbaches in ihrer charakteristischen Eigenart, teilweise geprägt durch Schilfbestände, Wiesen und bachbegleitendes Gehölz, sowie die Erhaltung der südlich an den Talackerbach anschließenden Höhenzüge mit dazugehörigen Ausläufern als wertvolles Naherholungsgebiet, d.h. vor allem Verhinderung der Zersiedelung.

·               l)  Im Teilgebiet VI a:
Erhaltung der breitausgemuldeten Talaue der Würm mit angrenzenden Streuobstwiesen; Förderung der Grünlandnutzung im Talauenbereich.

·               m)  Im Teilgebiet VI b:
Erhaltung der ausgedehnten, landschaftsbestimmenden und offengehaltenen Höhenzüge und dazugehörigen Landschaftsteile, die durch Heckenriegel, Halbtrockenrasen, Grünland und sonstige landwirtschaftliche Flächen geprägt sind, in ihrer charakteristischen Eigenart und Sicherung der zum Teil wertvollen Pflanzenstandorte; Verhinderung der Zersiedelung.

·               n) Im Teilgebiet VI c:
Erhaltung der charakteristischen Wiesenlandschaft zur Abrundung des auf Gemarkung Grafenau-Dätzingen bestehenden Landschaftsschutzgebietes "Hacksberg".

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.           der Naturhaushalt geschädigt,

2.           die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.           eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.           das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.           der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

6.           Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

7.           Errichtung oder Änderung von Mauern, Zäunen oder anderen Einfriedigungen;

8.           Verlegen von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen;

9.           Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise, insbesondere durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung;

10.      Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

11.      Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

12.      Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

13.      Anlage oder Veränderung von Flugplätzen und Modellfluggeländen;

14.      Betrieb von Motorsport, von motorgetriebenen Schlitten, sowie Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen;

15.      Aufstellen von Wohnwagen und Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

16.      Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;

17.       Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

18.      Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

19.      Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha, soweit er nicht als wesentlicher Landschaftsbestandteil unter Nr. 16 aufgeführt ist;

20.      Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

21.      Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie z.B. Heckenraine, Steinriegel, Feldgehölze, Gehölz- und Gebüschgruppen, Streuobstbestände, Heideflächen und Halbtrockenrasen, Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände sowie von Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen;

22.      Die Umwandlung von Grünland in Acker in den Flächen der Teilgebiete II a + b, IV b, V b, VI a, die in den Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 Nrn. 1, 3, 8, 10, 11, 13 und 14 mit unterbrochener schwarzer Linie und hellgrün geschummert, eingetragen sind.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

(6) Eine nach Abs. 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von 3 Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als 3 Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

23.      für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 14, 15, 16 und 17;

24.      für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

25.      für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 16;

26.      für Schutzzäune an Verkehrswegen;

27.      für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für das Landschaftsschutzgebiet werden erforderlichenfalls durch Einzelanordnung festgelegt.

§ 8 Befreiungen

(1) Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) Befreiung erteilt werden.

(2) Die Befreiung bedarf bei Vorhaben i.S.v. § 63 II Nr. 2 NatSchG, die zu Eingriffen von besonderer Tragweite oder zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überörtlicher Interessen der erholungssuchenden Bevölkerung führen können, der Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

28.      entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes i.V.m. § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

29.      entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung des Landratsamtes Leonberg vom 10.01.1968 "Landschaftsschutzgebiete Kuppelzen und Wolfsgrube", sowie die Verordnung des Landratsamtes Leonberg vom 14.11.1968 über das Landschaftsschutzgebiet "Nördlich Merklingen" für den Teil der Gemarkung Weil der Stadt außer Kraft.

Böblingen, den 03.07.1986

Dr. Heeb, Landrat

Änderungen:

Durch VO vom 19.12.1989 (NSG 1.162 "Kappelwiesen - Beim Roten Brunnen - Salzwiesen" und 1.164 "Würmaue am Heuberg") Fläche um 56 ha verringert.

 

VERORDNUNG des Landratsamtes Böblingen als untere Naturschutzbehörde

zur Änderung des räumlichen Geltungsbereiches des Landschaftsschutzgebietes

"Heckengäu - Weil der Stadt" für das Teilgebiet 14 vom 03.11.2004

 

Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in der Fassung vom 29.März

1995 (Gesetzblatt Seite 386), zuletzt geändert durch Gesetz zur Änderung des

Naturschutzgesetzes vom 19. November 2002 (Gesetzblatt Seite 424) und Art. 4 des

Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über die Umweltverträglichkeitsprüfung und

anderer Gesetze vom 19. November 2002 (Gesetzblatt Seite 428) wird verordnet:

 

§ 1

 

          (1) Der räumliche Geltungsbereich der Verordnung des Landratsamtes Böblingen

                über das Landschaftsschutzgebiet "Heckengäu - Weil der Stadt" vom

                20.06.1986 wird im Teilgebiet 14 wie folgt geändert:

Auf dem Gebiet der Stadt Weil der Stadt auf der Gemarkung Weil der Stadt in

den Gewannen "Mittelberg", "Reuteweg", "Bloßenberg" "Schafhauser Tal" und

"Oberes Schafhauser Tal" werden die Grundstücke Flst. Nrn. 834 teilweise,

845, 906 teilweise, 883, 1164, 1165/1, 1163, 2096, 2098, 2109, 2101, 2102,

2103/1, 2104, 2134, 2134/1, 2134/2, 2134/3 und 2134/4 mit einer

Gesamtfläche von ca. 36.950 m2 aus dem Teilgebiet 14 des

Landschaftsschutzgebiets herausgenommen.

          (2)  Die von der Änderung berührte Fläche ist in einer Übersichtskarte im Maßstab

                1 :25.000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1 :2.500 flächig rot eingetragen.

Die geänderte Grenze des Schutzgebietes ist in der Flurkarte grün

eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung.

 (3) Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Böblingen, untere

Naturschutzbehörde, Parkstrasse 16 in 71034 Böblingen, und bei der

Stadtverwaltung Weil der Stadt, ehemaliges Rathaus, Kirchplatz 2, 71263 Weil

der Stadt - Merklingen zur kostenlosen Einsicht für jedermann während der

Dienststunden dauerhaft niedergelegt.

(4) Die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Heckengäu - Weil der

Stadt" vom 20.06.1986 bleibt im übrigen unberührt-

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Böblingen, den 03.11.2004

 

Maier

Landrat

 

Hinweis:

Eine etwaige Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens- und

Formvorschriften wird nach § 60 a Abs. 1 NatSchG unbeachtlich, wenn sie nicht

innerhalb eines Jahres nach Erlass dieser Verordnung gegenüber der Unteren

Naturschutzbehörde beim Landratsamt Böblingen, Parkstraße 16 in 71034

Böblingen, schriftlich geltend gemacht worden ist. Der Sachverhalt, der die

Verletzung begründen soll, ist darzulegen.