1.15.082 Leonberg

Verordnung des Landratsamtes Böblingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Leonberg" vom 23.04.1987 (Amtsblatt der Stadt Leonberg vom 07.05.1987).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Leonberg werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Landschaftsschutzgebiet Leonberg".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 1 600 ha.

(2) Das Schutzgebiet besteht aus 12 Teilgebieten (Teilgebiete I-VII). Es umfaßt nach dem Stand vom 23.04.1987 folgende Landschaftsteile:

·               a)  Im Teilgebiet I:
Flache Talmulde nördlich und westlich von Leonberg-Gebersheim bis zur Gemarkungsgrenze nach Rutesheim.

·               b)  Im Teilgebiet IIa:
Obstbaumwiesen im Nordwesten von Leonberg-Höfingen entlang des Höfinger Waldes im Süden begrenzt durch die K 1059.

·               c)  Im Teilgebiet IIb:
Seitental der Glems im Nordwesten von Leonberg in den Gewannen "Katzental", "Lettenberg", "Steigle", "Fockental", "Forst", "Loch" und "Heringsgrund" auf den Gemarkungen Leonberg-Gebersheim, Leonberg-Höfingen, Leonberg und Leonberg-Eltingen im Osten begrenzt durch die Bahnlinie Leonberg-Stuttgart.

·               d)  Im Teilgebiet IIc:
Glemstalaue nördlich der Rutesheimer Straße ab der Clausenmühle bis zur Gemarkungsgrenze nach Gerlingen und Ditzingen sowie Teile der Gewanne "hintere Rauäcker", "vordere Rauäcker" und "Tilgshäuslesweg", auf den Gemarkungen Leonberg und Leonberg-Höfingen im Norden und Westen begrenzt durch die Bahnlinie Leonberg-Stuttgart.

·               e)  Im Teilgebiet III:
Lohlenbachtal im Südwesten und Nordwesten der Leonberger Gartenstadt südlich der L 1180 auf Gemarkung Leonberg bis zur Gemarkungsgrenze nach Rutesheim.

·               f)  Im Teilgebiet IV:
Streuobstwiesen und landwirtschaftliche Flächen in den Gewannen "Zwischen den Wegen" und "Kalbskopf" auf Gemarkung Leonberg, im Osten begrenzt durch den Vic. Weg 3/2, im Süden durch den Vic. Weg 3/1, im Westen durch die östliche Grenze des Flst.-Nr. 1004 und im Norden durch die B 295 Leonberg-Stuttgart.

·               g)   Im Teilgebiet Va:
Die markanten Höhenzüge des Engelberges, des Bockberges und der Leonberger Heide sowie Flächen entlang der A 81 in den Gewannen "Lange Furch", "Elsäßer" und "Blosenberg" auf Gemarkung Leonberg. Am Engelberg begrenzt durch die Bebauung entlang der Stuttgarter Straße und der Oberen Burghalde, im Gewann "Lange Furch" begrenzt im Norden durch die Gemarkungsgrenze nach Gerlingen und im Süden durch die L 1180 Leonberg-Stuttgart, am Bockberg begrenzt durch die Bebauung entlang des Heckenweges und der Unteren und Oberen Tannenbergstraße, an der Leonberger Heide im Norden begrenzt durch die L 1180 Leonberg-Stuttgart, im Osten durch die L 1141 (Neue Ramtelstraße) , im Süden durch den August-Lämmle-Weg und den BPI-Entwurf "August-Lämmle-Weg", im Westen durch die östliche Grenze des Flst.-Nr. 2869/4.

·               h)  Im Teilgebiet Vb:
Höhenzüge mit angrenzenden zum Teil bewaldeten, zum Teil mit Streuobst bestandenen Hanglagen im Osten der Stadt Leonberg in den Gewannen "Studentenbäumle", "Rappenhof" und "Steinenfirst" auf Gemarkung Leonberg und Leonberg-Eltingen, im Norden begrenzt durch die
L 1141 Leonberg-Stuttgart/Schillerhöhe, im Osten durch die Gemarkungsgrenze nach Gerlingen/Kreis Ludwigsburg, im Süden und Westen durch die L 1187 Leonberg-Stuttgart. Ausgenommen von der Unterschutzstellung ist das ausgewiesene Gartenhausgebiet "Schumisberg /Hinterer Ehrenberg".

·               i)  Im Teilgebiet Vc:
Talaue der Glems mit den sie begleitenden Ausläufern und Klingen der im Süden von Leonberg verlaufenden Waldgebiete auf Gemarkung Leonberg und Leonberg-Eltingen, im Südosten begrenzt durch die Gemarkungsgrenze zum Stadtkreis Stuttgart, im Süden im wesentlichen begrenzt durch die Erddeponie "Autobahn-Rennstrecke" im Westen durch die A 8 Karlsruhe-Stuttgart, im Norden durch das Autobahnkreuz Leonberg und im Nordosten durch die L 1187 Leonberg-Stuttgart.

·               j) Im Teilgebiet Vd:
Bewaldete Einhänge des Kammerforstes auf Gemarkung Leonberg-Eltingen, im Westen begrenzt durch die Deponie "Rübenloch", im Süden und Südosten im wesentlichen begrenzt durch den Kammerforstweg, im Osten durch die A 8 Stuttgart-Karlsruhe und im Norden durch die Gartenhausgebiete "Tiefenbach, Mollenbach, Girshalde und Obere Feinau" südlich der A 8 Leonberg-Karlsruhe.

·               k)  Im Teilgebiet VI:
Talaue des Maisgrabens sowie Wiesen und Streuobstbestände im Norden und Osten des Stadtteiles Warmbronn auf Gemarkung Leonberg-Warmbronn, im Norden und Osten begrenzt durch das ausgewiesene Wochenendhausgebiet "Ob der Halde" und den Warmbronner See, im Westen durch den Ortsrand und zum Teil durch die K 1009 Warmbronn-Leonberg sowie im Süden durch die Gewanne "Eltinger Weg" und "Brühl".

·               l)  Im Teilgebiet VII:
Streuobsthänge im Süden des Stadtteiles Warmbronn, zum Teil unter Einbeziehung des Waldes um den Warmbronner Kopf, sowie flache Talmulde um den Maisgraben westlich von Warmbronn, jeweils vom Ostrand bis an die Gemarkungsgrenze nach Magstadt und nach Renningen.

(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in den Flurkarten Nrn. 1-38 im Maßstab 1 : 2 500 grün eingetragen.

Die Flächen, in denen die Umwandlung von Grünland in Acker der Erlaubnispflicht gem. § 5 Abs. 2 Nr. 17 unterliegt, sind in den Flurkarten Nrn. 7, 8, 9, 10, 13, 14, 24, 25, 30, 31, 36 und 37 mit unterbrochener schwarzer Linie und hellgrün geschummert eingetragen.

Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Böblingen als untere Naturschutzbehörde in 7030 Böblingen, Parkstraße 16, und bei der Stadtverwaltung Leonberg, Rathaus, Belforter Platz 1, in 7250 Leonberg zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

 Schutzzweck ist:

·               a)  Im Teilgebiet I:
Offenhaltung und Erhaltung der breit ausgemuldeten Talaue als wertvolles Naherholungsgebiet, das sich in Obstbaumwiesen, Äcker, Feldgehölze, Trockenrasen, Sukzessionsflächen und teilweise Wald gliedert.

·               b)  Im Teilgebiet IIa:
Erhaltung der durch Streuobstwiesen entlang eines Waldtraufes reizvoll gestalteten Landschaft in ihrer charakteristischen Eigenart und Schönheit, d.h. vor allem Verhinderung der Zersiedelung dieses Landschaftsteiles und Sicherung der bestehenden Streuobstbestände.

·               c)  Im Teilgebiet IIb:
Erhaltung der Seitentäler der Glems, geprägt durch Trockenrasen, Streuobstwiesen, Äcker, Feldgehölze und teilweise Wald in ihrer reizvollen landschaftlichen Vielfalt und charakteristischen Eigenart, d.h. vor allem Verhinderung der Zersiedelung dieser Landschaftsteile.

·               d)  Im Teilgebiet IIc:
Erhaltung der Glemstalaue mit ihrem bachbegleitenden Gehölz als Wiesentallandschaft.

·               e)  Im Teilgebiet III:
Erhaltung des Lohlenbachtales, als Seitental der Glems, sowie Offenhaltung der umgebenden Wiesen- und Ackerflächen, d.h. vor allem Verhinderung der Zersiedelung dieses Landschaftsteiles.

·               f)  Im Teilgebiet IV:
Offenhaltung der zum Teil landwirtschaftliche und durch Streuobstbau genutzten Flächen, d.h. Verhinderung der Zersiedelung dieses Landschaftsteiles, dessen angrenzendes zum Teil stark belastetes Gebiet im Rahmen grünordnerischer Festsetzungen in einem Bebauungsplan gesichert werden soll.

·               g)   Im Teilgebiet Va:
Erhaltung der markanten Höhenzüge des Engelberges, des Bockberges und der Leonberger Heide als Landmarke und wertvolles Naherholungsgebiet sowie als einzigartige landschaftsprägende "wirksame Keuperstufe", d.h. Freihaltung von jeglicher Bebauung sowie Erhaltung der restlichen Trockenrasenflächen. Außerdem langfristige Sicherung der Flächen entlang der Autobahn A 81 in den Gewannen "Lange Furch", "Elsäßer" und "Blosenberg" zur späteren Wiederherstellung des Erholungswertes nach Aufgabe dieses Autobahnabschnitts.

·               h)  Im Teilgebiet Vb:
Erhaltung der bewaldeten Hanglagen des Schonwaldes "Steinenfirst" und der Streuobstbestände als wertvolles Naherholungsgebiet sowie Sicherung der restlichen Streuobstwiesen und Verhinderung der Zersiedlung dieses Landschaftsteiles vor allem im Gewann "Winterrain", welches als Grün- und Pufferzone zwischen der Bebauung des Stadtteiles Ramtel und dem Gartenhausgebiet "Schumisberg/Hinterer Ehrenberg" gesichert werden muß.

·               i)  Im Teilgebiet Vc:
Erhaltung des naturnahen, zum Teil noch mit Schilf bestandenen Talzuges der Glems als Wiesentallandschaft sowie langfristige Sicherung der sie begleitenden zum Teil bis ins Tal hinunterreichenden bewaldeten Einhänge und Klingen in ihrer charakteristischen Eigenart und landschaftlichen Schönheit.

·               j) Im Teilgebiet Vd:
Langfristige Sicherung der geologischen Struktur des durch Verwerfungen, Klingen, Steilabfälle und Ausläufer geprägten Waldgebietes des Kammerforstes als interessantes und wertvolles Naherholungs- und Wandergebiet sowie Einbindung der landschaftlich reizvoll gelegenen Gartenhausgebiete "Tiefenbach, Mollenbach, Girshalde und Obere Feinau" mit ihren Streuobstbeständen.

·               k)  Im Teilgebiet VI:
Erhaltung der reizvollen Landschaft in unmittelbarer Ortsnähe, geprägt durch Obstbaumwiesen und die Wiesentallandschaft des Maisgrabens, in ihrer charakteristischen Eigenart, d.h. vor allem Verhinderung der Zersiedelung dieses Landschaftsteiles und Sicherung der bestehenden Streuobstbestände.

·               l)  Im Teilgebiet VII:
Erhaltung der reizvollen Landschaft in unmittelbarer Ortsnähe, geprägt durch Obstbaumwiesen, Waldträufe und die breit ausgemuldete Talaue des Maisgrabens in ihrer charakteristischen Eigenart, d.h. vor allem Verhinderung der Zersiedlung dieses Landschaftsteiles und Sicherung der bestehenden Streuobstbestände.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder die dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

6.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

7.            Errichtung oder Änderung von Mauern, Zäunen oder anderen Einfriedigungen;

8.            Verlegen von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen;

9.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise, insbesondere durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung;

10.        Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

11.        Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

12.        Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

13.        Anlage oder Veränderung von Flugplätzen und Modellfluggeländen;

14.        Betrieb von Motorsport, von motorgetriebenen Schlitten sowie Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen;

15.         Aufstellen von Wohnwagen und Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

16.         Die Errichtung von Stegen oder sonstige wasserbauliche Veränderungen;

17.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

18.         Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

19.         Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha, soweit er nicht als wesentlicher Landschaftsbestandteil unter Nr. 16 aufgeführt ist;

20.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

21.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Heckenrainen, Steinriegel, Feldgehölze, Gehölz- und Gebüschgruppen, Streuobstbestände, Heideflächen und Halbtrockenrasen, Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände sowie von Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen;

22.        Die Umwandlung von Grünland in Acker in den Flächen der Teilgebiete IIc) und Vc), die in den Flurkarten i.M. 1 : 2 500 Nrn. 7, 8, 9, 10, 13, 14, 24, 25, 30, 31, 36 und 37 mit unterbrochener schwarzer Linie und hellgrün geschummert eingetragen sind.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

(6) Eine nach Abs. 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von 3 Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als 3 Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht

23.        für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14, 15, 16 und 17,

24.        für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei,

25.        für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 16,

26.        für Schutzzäune an Verkehrswegen,

27.        für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für das Landschaftsschutzgebiet werden erforderlichenfalls durch Einzelanordnungen festgelegt.

§ 8 Befreiungen

(1) Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) Befreiung erteilt werden.

(2) Die Befreiung bedarf bei Vorhaben i.S. v. § 63, II Nr. 2 NatSchG, die zu Eingriffen von besonderer Tragweite oder zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überörtlicher Interessen der erholungssuchenden Bevölkerung führen können, der Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

28.        entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes i.V. m. § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

29.        entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung des Kultusministers zum Schutz von Landschaftsteilen und Landschaftsbestandteilen entlang der Reichsautobahnen Stuttgart-Heilbronn und Stuttgart-Karlsruhe in den Kreisen Leonberg und Vaihingen vom 22.05.1941 für die Gemarkung Leonberg bis auf den Bereich nordwestlich der B 295 - in den Flurkarten Nr. 16, 17, 18, 21, 22 und 23 gelb dargestellt - außer Kraft.

Böblingen, den 23.04.1987

Dr. Heeb, Landrat

Änderungen:

Durch VO vom 30.12.1991 (NSG 1.181 "Gerlinger Heide") Fläche geringfügig verringert (0,4 ha).

Durch VO vom 16.10.1995 (LSG 1.15.089 "Glemswald") Fläche um 1144 ha verringert.