1.16.016 Neidlinger Tal

Verordnung des Landratsamtes Esslingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Neidlinger Tal" vom 18. Dezember 1975 (Nürtinger Zeitung, Teckbote, Esslinger Zeitung vom 31.12.1975).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1

Der in § 2 näher beschriebene Landschaftsteil auf der Gemarkung Neidlingen, Landkreis Esslingen, wird dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Dieser Landschaftsteil wird als Landschaftsschutzgebiet "Neidlinger Tal" bezeichnet.

§ 2

(1) Das Landschaftsschutzgebiet "Neidlinger Tal" umfaßt die gesamte Gemarkung Neidlingen.

Ausgenommen sind lediglich

·               a) der Ortsbereich Neidlingen

·               b) ein Geländestreifen beiderseits der Landesstraße 1200 von unterschiedlicher Gesamtbreite (ca. zwischen 300 und 500 m)  beginnend an der Markungsgrenze Neidlingen aus Richtung Weilheim a.d.Teck bis zum Beginn des Ortsbereichs Neidlingen.

(2) Das Landschaftsschutzgebiet grenzt sich von den nichtgeschützten Teilen der Markung Neidlingen durch folgende in ihm liegende Flurstücke, Wege und Bäche ab:

·               Ausgangspunkt: Markungsgrenze zwischen Neidlingen/Weilheim Parz.Nr. 1109 weiter in Richtung Süd-Ost Parz.Nr. 1117, 1118, 1119, 1122, 1124, 1125, 1126, 1127, 1128, 1129, 1130, 1131, 1132, 1133, 1134, 1135, 1136, 1137, 1139, 1377/1, 1377/2, 1378, 1382, kreuzt den FW. Nr. 4, Parz.Nr. 1383/1, 1383/2, 1384, 1385, 1386, 1387, 1388/1, 1388/2, 1389, 1391, 1392, 1393, 1394, 1396, 1397, 1398, 1399, 1400, 1401, 1402, 1403/1, 1403/2, 1404, 1406/1, 1406/2, 1408, 1409, 1410, kreuzt den FW.Nr. 1/2, Parz.Nr. 1411, 1414, 1415, 1416, kreuzt den Bach Nr. 9, Parz.Nr. 1422/1, 1422/2, Teilstück Parz.Nr. 1460, kreuzt den FW.Nr. 6, Teilstück Parz. Nr. 1460, Parz.Nr. 1461, 1462, 1464, 1465, 1466, 1467, 1468/1, 1468/2, 1469, 1470, 3676, 1587/4, Bach Nr. 11 bis Parz.Nr. 1572, Parz.Nr. 1593, 1594, kreuzt FW.Nr. 19, Parz. Nr. 1676/2, 1676/1, Parz.Nr. 1674, 1673, 1672, 1670, 1669, 1668, 1667, kreuzt den FW. Nr. 162, Parz.Nr. 1665/1, 1664/1, 1663/1, 1662/1, 1661/1, 1660/2, 1660/1, 1656, 1655/1, kreuzt den FW.Nr. 62/1 nach Osten, Parz.Nr. 2384, 1788/1, 1788/2, 1789/1, 1789/2, 1790/1, 1790/2, 1814/2, kreuzt den FW.Nr. 63/2, nach Süden Parz. Nr. 2352, 2353/2, kreuzt den FW. Nr. 144, Parz.Nr. 2364/2, 2363, Bach Nr. 3, Parz.Nr. 2404, FW.Nr. 32, Parz.Nr. 2415, 2417/1, 2539, 2541, nach Westen 2543/1, kreuzt den FW.Nr. 10, Parz.Nr. 2535, nach Süden Parz. Nr. 2534, 2533, 2532, 2531, 2530, 2529, 2528, 2527, 2526, 2525, 2524, 2523, 2522, 2521, 2520, 2519,2518,2517,2516, 2515/2, 2515/1, 2514, 2513, 2512, 2511, 2510, 2509/1, 2508/1, kreuzt den FW.Nr. 166, nach Süd-Westen, Teilfläche von Parz.Nr. 3672, kreuzt FW.Nr. 30, Teilfläche von Parz.Nr. 3672, Parz. Nr. 2667, 2670/2, 2671/1, 2673/1, 2673/2, 2675, 2694/2, kreuzt die Wiesensteiger Straße (L 1200), Parz.Nr.2691, 2690, 2689, 2688, 2687/3, nach Süden Parz. Nr. 2687/1, 2687/2, nach Süd-Westen Parz.Nr. 2736, nach Nord-Westen Bach Nr. 6, FW.Nr. 22 bis Kirchstraße, nach Süden Parz. Nr. 2763/2, 2764, 2765, 2766, 2767, 2768, 2769, 2770, 2771, 2772, 2774, 2775, 2776, 2777/1, 2777/2, 2778/1, 2778/2, 2779 in Richtung Westen, kreuzt die Kirchstraße Parz.Nr. 3345, Bach Nr. 1 (Lindach) , entlang des Bachs Nr. 1 (nach Norden) bis Ende Parz.Nr. 3349/2, FW.Nr. 75, Parz. Nr. 3349/4, 3349/5, 3350/2, 3351/1, 3352, 3353, 334/1, 331, 332, 333, 338, 339, 340, 342/1, 342/2, 3665, 343, Teilflächen des Grundstücks Nr. 36 an der Kirchstraße (ab westlicher Gebäudewand) , Parz.Nr. 346, 347, 348, 349, 350, 351, 353, 358, 359, 360, 361/2, 362, 363, 364/2, nach NordWesten 365, 366, 367, südlicher Teil der Parz. Nr. 619/2, 619/1, Parz. Nr. 518/2, 517/1, kreuzt den FW.Nr. 55/1, Parz.Nr. 516/2, 515/2, FW. Nr. 124, Parz.Nr. 531/3, kreuzt den FW.Nr. 56 entlang FW.Nr. 56 bis Parz. Nr. 534/2, nach Norden Parz.Nr. 534/2, 541, 586, 585, 584, 583, 582/2, 582/1, 581, 580, 579, 547, 548, 573, 570, 566, 565, südlicher Teil Parz.Nr. 563, kreuzt FW.Nr. 16/4, nördlicher Teil Parz. Nr. 563, Parz.Nr. 452/2, 452/1, kreuzt den FW.Nr. 108/2, FW.Nr. 108/2 bis zur Einmündung des FW.Nr. 31/1, kreuzt diesen, dann Grundstück Ziegelhütte, Parz.Nr. 659/2, kreuzt FW.Nr. 31/1, nördlicher Teil der Parz.Nr. 660, Parz.Nr. 797, 796, 785/2, 785/1, 868/1, kreuzt den FW.Nr. 77, Parz. Nr. 868/5, 776, 775, 774, 773, 772/4, 772/1, dann entlang der Markungsgrenze Neidlingen-Weilheim bis zum Ausgangspunkt.

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Landschaftsschutzkarte grün eingetragen. Die Landschaftsschutzkarte besteht aus 19 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 (Nr. 1 - 19). Die Landschaftsschutzkarte wird beim Landratsamt Esslingen aufbewahrt. Eine Mehrfertigung befindet sich beim Bürgermeisteramt Neidlingen. Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3

Im Schutzgebiet sind Änderungen verboten, welche die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 4

(1) Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Landratsamtes.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere:

1.            Errichtung von Anlagen, die nach der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen; das gleiche gilt für die der Errichtung gleichgestellten Maßnahmen;

1.            Errichtung oder Änderung von Mauern, Zäunen oder anderen Einfriedigungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

2.            Verlegen von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

3.            Abgrabung von Steinen, Lehm, Sand, Kies oder anderen Erdbestandteilen einschließlich der Erweiterung bereits bestehender Abbaustätten, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

4.            Änderung der bisherigen Bodengestalt vor allem durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

5.            Anlage oder Änderung von Straßen und Wegen, mit Ausnahme von forstlichen Wirtschaftswegen innerhalb des Waldes und Unterhaltungsmaßnahmen;

6.            Anlage oder Änderung von Plätzen (Zelt-, Abstell- oder Lagerplätze u.ä.), soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

7.            Außerhalb der zugelassenen Plätze das nicht nur vorübergehende Aufstellen von Zelten, Wohn- oder Verkaufswagen, auch wenn die Wagen nicht überwiegend ortsfest benutzt werden;

8.            Schaffung, Beseitigung oder Änderung fließender oder stehender Gewässer, sowie die Einleitung von Abwässern in solche, mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch wenn sie keiner wasserrechtlichen Entscheidung bedürfen;

9.            Ablagerung oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Müll, Erd- und Gesteinsaushub, Schutt, Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen, soweit nicht bereits Nr. 1, das Abfallgesetz (GBl. 1972 S. 1) oder das Abfallbeseitigungsgesetz (BGBl. 1972 S. 873) Anwendung finden;

10.        Anbringen von Plakaten, Schildern und Schrifttafeln, soweit nicht bereits § 7 Abs. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung oder Nr. 1 zutrifft;

11.        Änderung der Bodennutzung, insbesondere Neuaufforstungen und Ausstockungen;

12.        Beseitigung oder Änderung wesentlicher Landschaftsbestandteile, insbesondere von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen, Felsen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen, soweit nicht bereits § 14 Abs. 1 der Naturschutzverordnung in der jeweils geltenden Fassung zutrifft;

13.        Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen;

14.        Kahlschläge über 4 ha.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme Wirkungen der in § 3 genannten Art nicht zur Folge hat. Sie ist mit Auflagen oder Bedingungen zu erteilen, wenn dadurch solche Wirkungen abgewendet werden können; zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden. In den übrigen Fällen ist die Erlaubnis zu versagen. Will das Landratsamt entgegen der Stellungnahme des Kreisbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege eine Erlaubnis erteilen, so ist zuvor die Weisung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde einzuholen.

(4) Soweit für Bauvorhaben die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Verwaltungsbehörde nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes in der jeweils geltenden Fassung erforderlich ist, muß auch die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes kann mit einer entsprechenden Regelung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde verbunden werden.

(5) Genehmigungs-, Erlaubnis- Anzeigepflichten nach anderen gesetzlichen Vorschriften bleiben unberührt.

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§ 5

(1) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf das Landschaftsbild schonende Änderungen:

1.            durch die Acker in Grünland oder Grünland in Acker umgewandelt wird, oder

2.            die nach den Regeln einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Kahlschläge über 4 ha, Ausstockungen, Neuaufforstungen, die Anlage von Obstkulturen oder die in § 4 Abs. 2 Nrn. 1, 5, 6 und 9 genannten Änderungen handelt.

(2) Die nach Absatz 1 Nr. 2 erforderliche Erlaubnis ist auch dann zu erteilen, wenn nachgewiesen wird, daß die Änderung für die Fortführung des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes unerläßlich ist.

§ 6

Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf

1.            das Aufstellen von Schildern, die auf den Schutz des Gebietes hinweisen, Verbotstafeln, Verkehrszeichen sowie Schilder für die Forst- und Waldeinteilung,

2.            die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei mit Ausnahme der Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne des § 4 Abs. 2 Nr. 1.

§ 7

(1) In besonderen Fällen, namentlich wenn überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit vorliegen, kann das Landratsamt mit Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde Ausnahmen von § 3 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann mit Auflagen oder Bedingungen versehen sowie widerruflich oder befristet zugelassen werden. § 4 Abs. 3 Satz 2 zweiter Halbsatz gilt entsprechend.

§ 8

Bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen sind auf Verlangen des Landratsamtes ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 9

Wer in dem Schutzgebiet

1.            entgegen § 3 die Landschaft verunstaltet oder die Natur schädigt oder den Naturgenuß beeinträchtigt,

2.            entgegen § 4 Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des Landratsamtes vornimmt,

handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25. Juli 1972 (GBl. S. 400), und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 10

Diese Verordnung tritt am 31.12.1975 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung des früheren Landratsamtes Nürtingen zum Schutz eines Teils der Markung Neidlingen gegen Verunstaltung vom 24.04.1939 außer Kraft.

Esslingen, den 18. Dezember 1975

Landratsamt Esslingen

- Untere Naturschutzbehörde -

gez. Dr. Braun

Landrat

Änderung:

Durch VO vom 20.11.1992 (NSG 1.190 "Unter dem Burz") Fläche um 27 ha verringert.