1.16.034 Schopflocher Berghalbinsel mit den Hängen der Teck

Verordnung zum Schutze der Landschaftsbestandteile und Landschaftsteile im Kreis Nürtingen (Der Teckbote, Nürtinger Tagblatt vom 26.10.1942).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I. S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBl. I S. 1184) wird mit Ermächtigung des Herrn Kultministers - als der höheren Naturschutzbehörde - für den Bereich des Landkreises Nürtingen folgendes verordnet:

§ 1

1.Die in der Landschaftsschutzkarte bei der unteren Naturschutzbehörde -Landratsamt- in Nürtingen auf den Gemeindemarkungen Nürtingen, Aich, Altdorf, Altenriet, Bempflingen, Beuren, Bissingen, Dettingen, Frickenhausen, Grafenberg, Grötzingen, Großbettlingen, Gutenberg, Hardt, Hepsisau, Holzmaden, Jesingen, Kappishäusern, Kirchheim mit Ötlingen und Lindorf, Kleinbettlingen, Kohlberg, Linsenhofen, Nabern, Neckarhausen, Neckartailfingen, Neckartenzlingen, Neidlingen, Neuenhaus, Neuffen, Notzingen, Oberboihingen, Oberlenningen, Ochsenwang, Ohmden, Owen, Raidwangen, Reudern, Schlaitdorf, Schlattstall, Schopfloch, Tischardt, Unterensingen, Unterlenningen mit Brucken, Weilheim, Wendlingen mit Unterboihingen, Zizishausen eingetragenen rot umrandeten (und grün angelegten) Landschaftsteile und die mit grüner und roter Farbe eingetragenen Landschaftsbestandteile werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte und aus den dazu gehörenden Verzeichnissen ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

2.Die für einen Teil der Markung Neidlingen am 24. April 1939 und für den Landschaftsteil "Tiefenbachtal" im Bereich der Markungen Nürtingen, Dettingen u.T., Owen und Beuren am 16.10.1940 von der unteren Naturschutzbehörde bereits erlassenen Schutzverordnungen bleiben daneben bestehen.

3.Für die Sommerschafweiden gilt außerdem meine Verordnung vom 27.04.1939.

4.Die von der höheren Naturschutzbehörde erlassenen Verordnungen zum Schutze des Landschaftsteils "Erkenbrechtsweiler Berghalbinsel-Jusi" vom 25.10.1939 und zum Schutze von Landschaftsbestandteilen und Landschaftsteilen entlang der Reichsautobahn Stuttgart-München vom 12.08.1940 bleiben gleichfalls unberührt.

§ 2

1.Es ist verboten, die in der Landschaftsschutzkarte mit grüner Farbe eingetragenen Landschaftsbestandteile zu verändern, zu beschädigen oder zu beseitigen. Ferner ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung und grüne Anlegung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

2.Im besonderen ist untersagt:

·               a) Bauwerke aller Art, Verkaufsbuden, Wochenendhäuser, Drahtleitungen, Zäune (außerhalb von Gartengebieten) und dergleichen zu erstellen;

·               b) Bodenbestandteile abzuhauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der natürlichen Wasserläufe, Teiche, Felsen, Erdfälle, Höhlen, Quellen und sonstigen Naturgebilden zu verändern, zu beschädigen, zu beseitigen oder zuzuschütten;

·               c) die innerhalb der Landschaftsteile liegenden, für das Landschaftsbild und den Vogelschutz wichtigen Bäume, Hecken und Feldgehölze, insbesondere soweit sie in der Karte mit roter Farbe hervorgehoben sind, zu verunstalten, kahl zu schlagen, abzubrennen oder zu roden;

·               d) Schutt, Müll, alte Töpfe und dergleichen außerhalb der hierzu bestimmten Plätze abzulagern;

·               e) Inschriften und Schilder anzubringen, soweit sie nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen, Verbote oder auf Wege hinweisen;

·               f) Steinbrüche, Kies- und Sandgruben anzulegen oder vorhandene entgegen den Weisungen der Unteren Naturschutzbehörde fortzuführen;

·               g)  an den geschichtlichen und vorgeschichtlichen Mauern, Schanzen, Grabhügeln, Wällen und Gräben irgendwelche Veränderungen vorzunehmen;

·               h) im Wald Kahlschläge mit scharfen Grenzen auszuführen oder Einzelparzellen außerhalb des Waldes aufzuforsten;

·               i) neue Wege anzulegen.

3.Verunstaltungen sind zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zumutbar und ohne größere Aufwendungen möglich ist.

§ 3

Unberührt bleiben von der Schutzverordnung:

1.           die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung der Grundstücke einschließlich der Nutzung von Hecken und Feldgehölzen sowie die hiefür erforderlichen betriebswirtschaftlichen Maßnahmen in Hof und Feld;

1.           Meliorationsmaßnahmen und Bodenbewegungen aller Art, die auf Veranlassung und unter Aufsicht der zuständigen staatlichen Stellen oder des Reichsnährstandes erfolgen, insbesondere Maßnahmen zur Neuordnung der Markungen und Aufrüstung des Dorfes, Umlegung auf Grund der Reichsumlegungsordnung vom 16.06.1937, Ent- und Bewässerungsmaßnahmen sowie landwirtschaftliche Folgeeinrichtungen. Hierbei sind jedoch die Bestimmungen des § 20 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) und des § 14 der Durchführungsverordnung hiezu vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden sowie des § 42 Abs. 2 der Reichsumlegungsordnung vom 16.06.1937 (RGBl. I S. 633) zu beachten.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bedürfen der Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

§ 5

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

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§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe in den Amtsblättern des Kreises Nürtingen (Nürtinger Tagblatt und Teckbote in Kirchheim) in Kraft.

Nürtingen, den 22. Oktober 1942

Der Landrat

als untere Naturschutzbehörde

Maier

Änderungen:

Durch VO vom 22.12.1971 (LSG 1.16.033 "Unterlenningen") und VO vom 16.05.1973 (LSG 1.16.048 "Albtrauf Oberlenningen") Fläche um 225 ha verringert.

Durch VO vom 05.06.1974 (LSG 1.16.049 "Owen") Fläche um 124 ha verringert.

Durch VO vom 10.08.1982 (NSG 1.29 "Randecker Maar mit Zipfelbachschlucht") Fläche um 27 ha verringet.

Durch VO vom 02.07.1987 (NSG 1.152 "Oberes Lenninger Tal mit Seitentälern") Fläche um 322 ha verringert.

Durch VO vom 01.06.1988 (LSG 1.16.078 "Gebiete um Bissingen und Ochsenwang") Fläche um 549 ha verringert.

Durch VO vom 13.10.07 (NSG 1.013) Fläche verringert.