1.16.045 Albtrauf Beuren

Verordnung des Landratsamtes Nürtingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Albtrauf - Beuren" im Landkreis Nürtingen vom 26.07.1972 (Nürtinger Ztg. v. 03.08.1972).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums vom 12.06.1972 als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1

Der in § 2 näher beschriebene Landschaftsteil auf der Gemarkung Beuren, Landkreis Nürtingen, wird dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Dieser Landschaftsteil wird als Landschaftsschutzgebiet "Albtrauf - Beuren" bezeichnet.

§ 2

(1) Zu dem Schutzgebiet, das eine Größe von ca. 542 ha hat, gehören folgende Landschaftsteile:

·               Fläche I
Hierbei handelt es sich um die Ausdehnung des bestehenden Landschaftsschutzgebietes "Erken­brechtsweiler - Berghalbinsel - Jusi", in Richtung Norden bis zur Ortslage von Beuren. Das neue Gebiet umfaßt die gesamte Talmulde des Kessels Beuren zwischen Beurener Fels und Hohenneuffen. Das Gelände selbst gliedert sich in zwei Seitentäler mit Wasserläufen sowie Viehweiden und Weinberge (ein Vulkan).

·               Fläche II
Mit diesem Teil II wird eine Verbindung zum bestehenden Landschaftsschutzgebiet "Tiefenbachtal" hergestellt. Es sind Waldflächen und Freiflächen, im Süden die Vulkankegel Engelberg und Spitzenberg (Altenberg)  . Die Ost- und Nordseite des Gebietes wird begrenzt durch das Tiefenbachtal, die Westseite durch den Bruderwald und die Beurener Tiefenbachstraße.

·               Fläche III
Diese Fläche ist eine Ausdehnung des Landschaftsschutzgebietes "Tiefenbachtal". Das schutzwürdige Gelände ist ein Wiesental, das in ein großes, fast unerschlossenes und unberührtes Waldgebiet mündet.

(2) Das Schutzgebiet umfaßt nach der Bezeichnung am 23. September 1971 folgende Grundstücke:

·               Fläche I
Beginn am nördlichsten Punkt mit Parz. Nr. 1901 im Uhrzeigersinn. Die genannten Parzellen bilden die äußere Begrenzung des geplanten Landschaftsschutzgebietes und gehören mit ihrer gesamten Fläche dazu. Parz. 1901, 1902, 1903, 1904, 1905, 1906, 2041, weiter entlang des Feldwegs 164 bis Parz. 2023, Parz. 2016, weiter entlang des Feldwegs Nr. 168 bis Parz. 1679, einschließlich Feldweg Nr. 15 bis in Höhe von Parz. 1644, 1636/3, 1637/1, 1637/2, 1638, 1635, 1634, 1633, 1632, 1631, 1630, 1629, 1627, 1626/3, 1626/2, 1626/1, 1625 bis 1613, 1612 bis 1605 einschließlich Feldweg Nr. 16, 1097/1, 1097, 477/1, 475, 478, 476 b und 47a einschließlich Weg, 489/3, 489/1, 499/2, 499/1, 498, 497, 389/1, 389/2, 390, 416/10, 416/9, 416/8, 416/7, 416/6, 416/5, 416/4, 416/3, 416/2, 416/1, 415, 414, 424/2, 424/3, 423, 420, 434, 433, 432/2, 432/1, 325, 326, 323, 283, 282/2, 281, 280, 277, 276, 275, 273, 273/1, 658, 659, 663, 664, 665, 666, 589, 587, 586, 584, 583, 689, 688, 686, 685, 683, 709, 708, 736, 585, 738, Feldweg 225 in südl. Richtung bis Parz. 976, 947, 940, 934, 933, 931, 928, 927, 925, 924, 922, 921, 920, 919, 918, 917, 912, entlang Neuffener Straße (Feldweg 13/1) bis Parz. 1234, 1232, 1231/2, 1231/1, 1227, 1226, 1225, 1224, 1220, 1216, 1214, 1207, 1200, 1199, 1196, 1192, 1189, 1186, 1184, 1182, 1321, 1379, 1723, weiter entlang Feld Nr. 18 bis Parz. 1788, 1840, 1842, 1890, 1901.

·               Fläche II
Beginn am nördlichsten Punkt mit Parz. 5386 im Uhrzeigersinn.
Parz. 5386, 5387, 5388/1, 5388/2, 5388/3, 5388/4, 5391, 5392, 5940, 5941, 5943, 5930, 5927, 5928/2, 5928/1, 5927, 5926, 5923, 5922, 5918, 5917, 5914, 5913, 5910, 5909, 5908, 5907, 5906, 5903, 5902, 5899, 5896, 5895, 5894/1, 5893, 5892, 5889, 5888/1, 5887/2, 5887/1, 5894/2, 5886, 5883, 5882, 5881, 5878, 5877, 5874, 5873, 5869, 5868, 5867/2, 5866, 5865, 5864, 5863, 5705, 5704, 5703, 2708, 2707, 2706, 2705, 2704, 2714, 2798, 2797/3, 2824, 2822, 2821, 2820/1, 2816/1, 2816/2, 2817, 2818, 2831, 2819/1, 2830, 2829/2, 2865/1, 2837/1, 2837/2, 2837/3, 2838, 2839, 2840, 2841, 2842, 2843, 2655, 2647, 2649/1, 2649/2, 2650/1, 2650/2, 2634, 2633, 1639/2, 1639/3, 1639/8, 1639/9, 1639/8, 1639/2, 1639/4, Vic. Weg 3, 2506, 2505, 2500, 2499, 2498, 2496, 2493, 2492, 2481/4, 2476, 2475, 2474, 2473, 3028, 3032, 3033, 3036, 3039, 3040, 3041/3, 3042, 3043, 3044, 3045, 3046, 3047, 3048, 3049, 3050, 3051, 3052, 3054, 3055, 3056, 3057, 3058, 3059, 3060, 3061, 3062/1, 3062/2, 3065, 3072/2, 3068, 3069, 3070, 3071, 3074, 3075, 3076, 3078, 3079, 3080, 3137, 3136, 3135, 3144, 3145, 3146, 3144, 3245, 3246, 3247, Weg, 3452, 3453, 3454/1, 3454/2, 3449/2, 3449/1, 3448, 3447, 3447/3, 3475/2, 3474, 3479, 3478/2, 3478/1, 3469, 3468, 3467, entlang des Weges bis Parz. 3527, 2974/1, 4923, 4955, weiter entlang des Feldweges Nr. 90 bis Parz. 5236, 5603/1, 5290, Feldweg überquert in Höhe von Parz. 5288, 5291, 5293, 5312, weiter entlang Bach Nr. 6 bis Parz. 5340, 5342/1, 5342/2, 5344, 5345, 5346, 5347, 5348/1, 5348/2, 5352, 5353, 5354, 5355, 5358, 5359, 5360, 5364, 5369/2, 5369/1, 5385, 5386.

·               Fläche III
Beginn der Beschreibung am nördlichsten Punkt mit der Parz. Nr. 6267 im Uhrzeigersinn.
Parz. 6267, 6268/2, weiter entlang des Baches Nr. 12 bis zur Parz. 6211/1, 6218, 6221, 6222, 6223, 6224, 6226, 6227, 6228/1, 6228/2, 6230/1, 6230/2, 6166, 6112, 6111, 6110, 6109, 6104, 6102, 6101, 6100, 6099/1, 6099/3, 6099/2, 6105, 6106, 6108, FW 95, 6109, 6113, 6114, 6115, 6116, 6117, 6118, 6119, 6120, 6121, 6122, 6123, 6124, 6125, 6126, 6127, 6128, 6129, 6130, 6131, 6132, 6133, 6135/1, 6245/1, 6245/2, 6246, 6249/1, 6249/2, 6250, 6253/1, 6253/2, 6253/2, 6254, 6255, 6256, 6257, 6258/1, 6259, 6260/1, 6263, 6264, 6265, 6266, 6267.

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte im Maßstab 1 : 2500 grün eingetragen, die beim Landratsamt archivmäßig aufbewahrt wird. Diese Karte kann beim Landratsamt Nürtingen,, Marktstraße 14, Zimmer 29, während der Dienststunden eingesehen werden.

§ 3

Im Schutzgebiet sind Änderungen verboten, welche die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 4

(1) Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Landratsamtes Nürtingen.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere:

1.            Errichtung von Anlagen, die nach der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen; das gleiche gilt für die Errichtung gleichgestellter Maßnahmen;

1.            Errichtung oder Änderung von Mauern, Zäunen oder anderen Einfriedigungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

2.            Verlegen von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

3.            Abgrabung von Steinen, Lehm, Sand, Kies oder anderen Erdbestandteilen einschließlich der Erweiterung bereits bestehender Abbaustätten, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

4.            Änderung der bisherigen Bodengestalt vor allem durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

5.            Anlage oder Änderung von Straßen und Wegen, mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch soweit sie keiner straßen- oder wegerechtlichen Entscheidung bedürfen;

6.            Anlage oder Änderung von Plätzen (Zelt-, Abstell- oder Lagerplätze u.ä.), soweit nicht bereits
Nr. 1 Anwendung findet;

7.            Außerhalb der zugelassenen Plätze das nicht nur vorübergehende Aufstellen von Zelten, Wohn- oder Verkaufswagen, auch wenn die Wagen nicht überwiegend ortsfest benutzt werden;

8.            Schaffung, Beseitigung oder Änderung fließender oder stehender Gewässer sowie die Einleitung von Abwässern in solche, mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch wenn sie keiner wasserrechtlichen Entscheidung bedürfen;

9.            Ablagerung oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Müll, Erd- und Gesteinsaushub, Schutt, Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

10.        Anbringen von Plakaten, Schildern und Schrifttafeln, soweit nicht bereits § 7 Abs. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung oder Nr. 1 zutrifft;

11.        Änderung der Bodennutzung, insbesondere Aufforstungen, Ausstockungen und Kahlschläge;

12.        Beseitigung oder Änderung wesentlicher Landschaftsbestandteile, insbesondere von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen, Felsen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen, soweit nicht bereits § 14 Abs. 1 der Naturschutzverordnung in der jeweils geltenden Fassung zutrifft;

13.        Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme Wirkungen der in § 3 genannten Art nicht zur Folge hat. Sie ist mit Auflagen oder Bedingungen zu erteilen, wenn dadurch solche Wirkungen abgewendet werden können; zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden. In den übrigen Fällen ist die Erlaubnis zu versagen. Will das Landratsamt entgegen der Stellungnahme des Kreisbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege eine Erlaubnis erteilen, so ist zuvor die Weisung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde einzuholen.

(4) Soweit für Bauvorhaben die Zustimmung des Regierungspräsidiums als Höhere Verwaltungsbehörde nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes erforderlich ist, muß auch die Zustimmung des Regierungspräsidiums als Höhere Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes kann mit einer entsprechenden Regelung des Regierungspräsidiums als Höhere Naturschutzbehörde verbunden werden.

(5) Genehmigungs-, Erlaubnis- und Anzeigepflichten nach anderen gesetzlichen Vorschriften bleiben unberührt.

§ 5

(1) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf das Landschaftsbild schonende Änderung,

1.            durch die Acker in Grünland oder Grünland in Acker umgewandelt wird oder

2.            die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Kahlschläge, Ausstockungen, Neuaufforstungen, die Anlage von Obstkulturen oder die in § 4 Abs. 2 Nrn. 1, 2, 5, 6 und 9 genannten Änderungen handelt.

(2) Die nach Absatz 1 Nr. 2 erforderliche Erlaubnis ist auch dann zu erteilen, wenn nachgewiesen wird, daß die Änderung für die Fortführung des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs unerläßlich ist.

§ 6

Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf

1.            das Aufstellen von Schildern, die auf den Schutz des Gebiets hinweisen, Verbotstafeln, Verkehrszeichen sowie Schilder für die Forst- und Waldeinteilung,

2.            die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei mit Ausnahme der Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne des § 4 Abs. 2 Nr. 1.

§ 7

(1) In besonderen Fällen, namentlich wenn überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit vorliegen, kann das Landratsamt mit Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde Ausnahmen von § 3 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann mit Auflagen oder Bedingungen versehen sowie widerruflich oder befristet zugelassen werden. § 4 Abs. 3 Satz 2 zweiter Halbsatz gilt entsprechend.

§ 8

Bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen sind auf Verlangen des Landratsamtes ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 9

Wer in dem Schutzgebiet

1.            entgegen § 3 die Landschaft verunstaltet oder die Natur schädigt oder den Naturgenuß beeinträchtigt,

2.            entgegen § 4 Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des Landratsamts vornimmt,

handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08.06.1959 (GBl. S. 53) zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 10

In das Landschaftsschutzgebiet "Albtrauf-Beuren" werden folgende Landschaftsteile aus der Landschaftsschutzverordnung des Landratsamtes Nürtingen vom 22.10.1942 übernommen:

1.            Nr. 5 der VO :Hoh-Bölle, Vulkan, Parz. Nr. 1097 c, Flächengröße 7 ha

2.            Nr. 6 der VO :Engelberg, Vulkan, Parz. Nr. 2974/1, Flächengröße 5 ha

3.            Nr. 7 der VO :Spitzberg, Vulkan, Parz. Nr. 2972

4.            Nr. 8 der VO :Basaltgruben an der Straße Beuren-Owen-Erkenbrechtsweiler.

Mit dem Inkrafttreten der LSchVO "Albtrauf-Beuren" wird die Landschaftsschutzverordnung des Landratsamtes Nürtingen vom 22.10.1942 bezüglich dieser Landschaftsteile außer Kraft gesetzt.

§ 11

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung im Amtsblatt des Landkreises Nürtingen in Kraft.

Landratsamt Nürtingen

- Untere Naturschutzbehörde -

Dr. Schaude, Landrat