1.16.081 Randbereiche Sauhag mit Riederwiesen (2 Teilgebiete)

Verordnung des Landratsamtes Esslingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Randbereiche Sauhag mit Riederwiesen" auf Gemarkung Wolfschlugen vom 01.03.1989 (Mitteilungsblatt Wolfschlugen vom 29.03.1989).

Aufgrund von §§ 22, 40, 58 Abs. 3 und 4 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch Art. 49 Anp-VO vom 19.03.1985 (GBl. S. 71), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Wolfschlugen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Randbereiche Sauhag mit Riederwiesen" auf Gemarkung Wolfschlugen.

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 32 ha. Es handelt sich im wesentlichen um die Übergangsbereiche zu den Waldflächen des Sauhags als nördliche und südliche Erweiterung des bereits bestehenden Teils D des Landschaftsschutzgebietes "Wolfschlugen".

(2) Das Landschaftsschutzgebiet besteht aus einem nördlichen und einem südlichen Teil.

·               Der nördliche Teil (17,49 ha)
Umfaßt ganz oder teilweise die Gewanne "Vor Schöllhau", "Ob dem Riedbrunnen", "Opfenweil", "Vor dem Striegel" und "Steghag".
Die Grenze des nördlichen Teils verläuft - im Uhrzeigersinn betrachtet - ausgehend vom nordwestlichen Eckpunkt des Flst. Nr. 3852 wie folgt (soweit nichts anders bestimmt ist, liegen genannte Flurstücke und Feldwege, Straßen oder andere Bezugspunkte innerhalb des Landschaftsschutzgebietes): In südöstlicher Richtung entlang den Flst. 3852-3854, 3856-3868, 3870-3874, 3874/1 (Weg)  , 3878, 3877, das Flst. 1875/1 (Weg)   kreuzend entlang dem Flst. 1875/1 (Weg)   bis zum Kreuzpunkt mit dem Flst. 1956/1 (Weg)  . Von dort entlang dem Flst. 1956/1 (Weg)   bis zur Markungsgrenze gegen Neuhausen, dann entlang an der Markungsgrenze bis zum Flst. 1665/2, entlang den Flst. 1667 (teilweise) , 1668/2, 1669/2, 1670, 1671/2 entlang dem Flst. 1606/1 (Weg)   (außerhalb) , entlang den Flst. 1675, 1673/2, 1672/1, 1671/1, 1670, 1669/1, 1668/1, 1875, 1875/1 (Weg)   (außerhalb) , auf halber Höhe des Flst. 1948 den Weg kreuzend, entlang den Flst. 1958, 1959, 1875/1 (Weg)  , 2027/1 (Weg)  , 1970, 1971, 2027/1 (Weg)  , 2000/1 (Weg)  , 2026/1, 2027/1 (Weg)  , 3839, 2040/1 (Weg)  , das Flst. 4103 (Weg)   überquerend, entlang dem Flst. 2069/1 (Weg)   und der Straße L 1202 (außerhalb)  bis zur Markungsgrenze gegen Neuhausen. An der Markungsgrenze entlang zurück bis zum Ausgangspunkt.

·               Der südliche Teil (14,46 ha)
Umfaßt die Gewanne bzw. Teile der Gewanne "Wolfloch", "Eisernes Mahd", "Riederwiesen", "Apfelhecke" und "Starke Äcker".
Die Grenze des südlichen Teiles verläuft - im Uhrzeigersinn betrachtet - ausgehend vom nordöstlichen Punkt des Flst. Nr. 1570/1 wie folgt (soweit nichts anders bestimmt ist, liegen genannte Flurstücke und Feldwege, Straße oder andere Bezugsobjekte innerhalb des Landschaftsschutzgebietes): In südlicher Richtung entlang dem Flst. 1570/1, das Flst. 4098 (Weg)   kreuzend, entlang dem Flst. 4098 (außerhalb) , entlang dem Flst. 4005/1 (Weg)   (außerhalb) , entlang den Flst. 1324 (Weg)   und 3937. Von dort das Flst. 1503/1 (Weg)   schräg kreuzend bis zum nordwestlichen Eckpunkt des Flst. 1512 (außerhalb)  dann entlang dem Flst. 1503/1 (Weg)  . Entlang den Flst.1378, 1377, 1374, 1375/1, 1376/1 (Weg)  , 1390/1 (Weg)  , 3958, 3983 (außerhalb) , entlang den Flst. 4098 (Weg)   (außerhalb) , 1570/2 und 1570/1 zum Ausgangspunkt.

(3) Die genauen Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in 3 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 schwarz umgrenzt und grün angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Bürgermeisteramt Wolfschlugen, Kirchstraße 19 in 7448 Wolfschlugen, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der Übergangsbereiche zu den Waldflächen des Sauhags sowie der Wiesen und Obstbaumbestände. Die zahlreichen Grenz- und Übergangsbereiche wie Waldsaumgesellschaften und Graswege mit Wegraingesellschaften bilden sehr wertvolle natürliche Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Streuobstwiesen mit ihren besonders wertvollen Baumbeständen haben außer dem landschaftsprägenden Element große Bedeutung als Erholungsraum für die Allgemeinheit. Die ausgedehnten Wiesenbereiche bilden Lebensraum für zahlreiche, teilweise geschützte Pflanzenarten, die durch zunehmende ackerbauliche Nutzung der Flurstücke akut bedroht sind und deren Schutzzweck daher von besonderer Bedeutung ist.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

·               1.der Naturhaushalt geschädigt,

·               2.die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

·               3.eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

·               4.das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

·               5.der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.           Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung (LBO) in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

1.           Errichtung von Einfriedigungen;

2.           Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

3.           Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen, Vornahme von Bohrungen oder Veränderungen der Bodengestalt auf andere Weise;

4.           Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

5.           Lagern von Abfällen;

6.           Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrsanlagen;

7.           Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen sowie Betrieb von Motorsport und von motorgetriebenen Schlitten;

8.           Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und mehrtägiges Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

9.           Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern und Entwässern natürlicher Feuchtbereiche;

10.      Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

11.      Neuaufforstung, Umwandlung von Wald, Anlage von Kleingärten, Anpflanzung standortfremder Gehölze oder wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

12.      Beseitigung oder Veränderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie z.B. landschaftsprägenden Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen;

13.      Errichtung von intensiv bewirtschafteten Obstanlagen (z.B. Nieder- und Halbstammanlagen, Obsthecken);

14.      Beseitigung von Obstbäumen und Umbruch von Wiesen zu Äckern.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt.

Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

(6) Eine nach Absatz 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von zwei Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als zwei Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.           für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, mit Ausnahme der Handlungen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14 und 15;

2.           für die Beseitigung von einzelnen absterbenden Obstbäumen, wenn anstelle des alten Baumes auf dem Grundstück ein junger Obstbaum (Hochstamm) gepflanzt wird;

3.           für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

4.           für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 13;

5.           für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

(1) Liegen die Voraussetzungen für die Erteilung einer Erlaubnis nicht vor, so kann die untere Naturschutzbehörde von den Vorschriften dieser Verordnung nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

(2) Die Befreiung bedarf bei folgenden Handlungen der Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde:

1.           Genehmigung von Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen;

2.           Anlage oder Veränderung von Vorhaben im Sinne von § 63 Abs. 2 Nr. 2 NatSchG, die zu Eingriffen von besonderer Tragweite oder zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überörtlicher Interessen der erholungssuchenden Bevölkerung führen können;

3.           Errichtung von Freizeitanlagen, die in besonders gelagerten Einzelfällen die landschaftliche Eigenart beeinträchtigen können, so z.B. Skilifte oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.           entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG i.V. m. § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.           entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Esslingen am Neckar, den 01.03.1989

Landratsamt:

Dr. Braun, Landrat

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