1.17.003 Heiligenbühl und Königsbühl

Sammelverordnung für die Landschaftsschutzgebiete Nr. 1.9.3, 1.9.5 bis 1.9.8, 1.9.10, 1.9.41, 1.9.46 und 1.9.55

Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Kreis Geislingen (Geislinger Ztg. v. 6. Nov. 1937).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des 2. Ergänzungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275), wird mit Ermächtigung des Württ. Kultministers für den Bereich des Kreises Geislingen (Steige) folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Landrat in Geislingen (untere Naturschutzbehörde) mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsbestandteile und Landschaftsteile im Bereich des Kreises Geislingen, und zwar auf Markung

·               Aufhausen:
im "Lauch" östlich des Ortes je ein Stück südlich des Wasserbehälters mit älteren und jüngeren Linden und jenseits des Stückes Ackerflur, östlich des Wasserbehälters einschließlich der Straßengabel, mit alten Linden und Buchen;

·               Bad Ditzenbach und Deggingen:
die Wacholderheideflächen südlich der Schonterhöhe auf Heiligenbühl und Königsbühl zwischen den beiden von der Schonterhöhe aus fast parallel nach Süden verlaufenden Wegen;

·               Bad Überkingen:
die Märzenhalde im Autal nördlich Aufhausen;

·               Böhmenkirch:
die Anlage um St. Patriz nördlich vom Ort, mit alten Linden und Fichten, samt der näheren Umgebung;

·               Deggingen:
auf der Nordostseite der Nordalb im Rennhau zwischen den zwei Wegen ein Stück Holzwiese;

·               Drackenstein:
am Hummelberg ein Stück Heide mit alten Weidebuchen und Gehölz;

·               Gosbach:
am Leimberg nördlich des Ortes die Wacholderheide an der Kuppe, die Heide am Hang südlich der Kapelle und die Wacholderheide auf dem Wagrain auf der Alb südöstlich vom Ort;

·               Reichenbach:
die Kuppe des Wasserberges mit einem nach Osten sich anschließenden Stück Hochfläche;

·               Steinenkirch:
die Eibenhalde im Pfergelstein im obersten Teil des Magentales wo es nach Osten umbiegt;

·               Türkheim:
die Schildwacht über Geislingen, Wacholderheide mit lichtem Gehölz, bis zur Ackergrenze im Süden; ferner die Märzenhalde nördlich des Ortes;

·               Unterböhringen:
die Kuppe des Burren mit dem Burrenbäumle (Eiche)  und der anstoßenden Hochfläche bis zu dem vom Graben heraufkommenden Weg;

·               Wiesensteig:
die Wacholderheide nordöstlich der Stadt am Rechberg ferner die Wacholderheide nördlich der Stadt am Regenbogen;

·               Renningen:
der zum Kreis Geislingen gehörige Teil des Galgenberges und der Burghalde,

werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, die in der Landschaftsschutzkarte mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsbestandteile zu verändern, zu beschädigen oder zu beseitigen. Es ist ferner verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Unter das Verbot fallen die Anlage von Bauwerken aller Art, von Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen, sowie das Anbringen von Inschriften und dergleichen, soweit letztere nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinweisen. Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe in der Geislinger Zeitung in Kraft.

Geislingen (Steige), den 2. November 1937

Der Landrat

als untere Naturschutzbehörde

Nagel A.V.