1.17.010 Christental und Galgenberg bei Nenningen

VO vom 02.11.1937 - siehe unter Nr. 1.17.003.

Erweiterung:

Verordnung des Landratsamtes Göppingen über das Landschaftsschutzgebiet Christental und Galgenberg bei Nenningen (Geislinger Ztg. v. 24. Juni 1967).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg als höhere Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

(1) Die in den Absätzen 2 und 3 näher bezeichneten Landschaftsteile im Gemeindegebiet Nenningen, Landkreis Göppingen, werden als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

(2) Das Schutzgebiet liegt im Bereich der Gemarkung Nenningen und erstreckt sich auf die Gewanne Zunderhalde, Schwarzwiesen, Tannweiler Äcker, Pfaffenlauh, Eigenlauh, Eichhalde, Kuhberg, Leimgrube, Braunhalde, Binsenäcker, Strang, Wert, Burghalde, Weinhalde und Bergebene.

(3) Das Schutzgebiet umfaßt folgende Grundstücke:

Einen Teil der Parz.Nr. 444/1, und zwar die Fläche, welche nördlich der Linie liegt, die an der Südgrenze der Parz.Nr. 519 beginnt und über Sig. Traufberg in gerader Richtung zur Markungsgrenze führt. Ferner die Parz. Nrn. 519-522, 524/1-525, 527-528/11, 530-534/2, 536, 539-544/2, 560-570/2, 572-574, 576-578/10, 580, 584-591, 593-601, 603-617, 619-621, 623-625, 627-630, 632-637, 639/1-643, 645, 655/1 bis 665, 668-705, 707708/3, 709/2 ausgenommen die Teilfläche südlich und östlich des Bergebeneweges, 710-726, 728-732, 751-753 und die Feldwege, welche in diesem Gebiet liegen.

(4) Das Schutzgebiet ist in der Landschaftsschutzkarte des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg (1 : 2 500) mit grüner Farbe eingetragen. Mehrfertigungen der Landschaftsschutzkarte befinden sich beim Landratsamt Göppingen und beim Bürgermeisteramt Nenningen; diese können dort eingesehen werden.

§ 2

Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

(1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Göppingen bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

(2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

·               a)  Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige nicht bedürfen,

·               b)  Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

·               c)  Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

·               d)  Steine oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise wesentlich zu ändern,

·               e)  Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen,

·               f)  Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

·               g)   Wohnwagen aufzustellen,

·               h)  auf anderen als den zugelassenen Plätzen zu lagern oder zu zelten.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahmen nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

(1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die der Nutzung eines Grundstückes als Ackerland, als Wiese, als Obstwiese, als Weide oder als Wald dienen und das Landschaftsbild möglichst schonen.

(2) Unter die Ausnahmeregelung von Abs. 1 fällt nicht die Erstellung von Bauten und die Errichtung von Zäunen und anderen Einfriedigungen, es sei denn, es handelt sich um einen nur vorübergehend aufgestellten transportablen Weidezaun oder um einen feststehenden Weidezaun aus Holzpfosten mit einer Höhe von höchstens 1,3 m und mit 2 bis 3 Längsdrähten bzw. Querlatten oder mit einem Knotengitter.

(3) Die Aufforstung oder die Rodung (Waldausstockung) eines Grundstückes ist dem Landratsamt Göppingen schriftlich anzuzeigen und darf erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt ist befugt, die Veränderung zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebes unerläßlich ist.

§ 5

Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

·               a)  das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

·               b)  die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

(1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Göppingen mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg Ausnahmen von § 2 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 8

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Göppingen über das Landschaftsschutzgebiet Christental auf Markung Nenningen vom 24.03.1961 (Amtsblatt für den Landkreis Göppingen vom 01.04.1961, Nr. 12) in der Fassung vom 12.01.1962 (Amtsblatt vom 20.01.1962, Nr. 3) außer Kraft.

(3) Die Verordnung des früheren Landratsamtes Geislingen an der Steige zum Schutz von Landschaftsteilen im Kreis Geislingen vom 02.11.1937 (Geislinger Zeitung vom 06.11.1937) wird insoweit aufgehoben, als sie sich auf den zum früheren Kreis Geislingen gehörigen Teil des Galgenberges und der Burghalde bezieht.

Göppingen, den 20. Juni 1967

Landratsamt

Änderungen:

·               Durch VO vom 29.12.1993 (NSG 1.198 " Heldenberg ") Fläche um 20 ha verringert.

·               Durch VO vom 23.12.1994 (NSG 1.205 " Kaltes Feld mit Hornberg, Galgenberg und Eierberg") Fläche um 94 ha verringert.

 

Verordnung des Landratsamtes Göppingen zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Christental und Galgenberg bei Nenningen" vom 20. 6. 1967 (Mitteilungsbl. Lauterstein v. 11.05.2001).

 

Aufgrund der §§ 22, 58 III des Naturschutzgesetzes (NatSchG) für Baden-Württemberg in der Fassung vom 29. 3. 1995 (GBI. S. 385) wird verordnet:

§ 1

Geltungsbereich

l. Die Rechtsverordnung des Landratsamts vom 20. 6.1967 über das Landschaftsschutzgebiet "Christental und Galgenberg bei Nenningen" wird hinsichtlich ihres Geltungsbereiches geändert und teilweise aufgehoben.

 

II. Der aufzuhebende Bereich erstreckt sich auf die Grundstücke Flst. Nr. 647/8, 652/1, 661/1, 661/2, 661/3, 661/4, 662/1, 662/2, 662/ 3, 662/4, 662/5, 662/6, 663/1, 663/2, 663/3, 35 teilweise, 37 teilweise, 1657 teilweise, 1662 teilweise, 1663 teilweise, der Gemarkung Nenningen. Er hat einen Flächenumfang von 1,1 ha.

 

III. Bestandteil dieser Änderungsverordnung ist die Flurkarte im Maßstab 1:2500 mit zeichnerischer Darstellung der bisher gültigen und künftig geltenden Schutzgebietsgrenzen vom 15.01.1999. Die aufzuhebenden Grenzen sind gelb, die neuen Grenzen grün angeschummert.

 

IV. Die Verordnung mit Karte wird beim Landratsamt Göppingen und beim Bürgermeisteramt Lauterstein zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der üblichen Sprechzeiten niedergelegt.

§ 2

In-Kraft-Treten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Göppingen, den 20.4.2001

Majocco

Erster Landesbeamter