1.17.047 Hungerbrunnental

Verordnung gilt für die Landschaftsschutzgebiete Nr. 1.9.47 und 1.12.3

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg als höhere Naturschutzbehörde zum Schutz des Landschaftsteils "Hungerbrunnental" in den Landkreisen Heidenheim, Ulm und Göppingen vom 6. September 1972 (GBl. 1973, S. 22)

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111), sowie des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird verordnet:

§ 1

(1) Der in Absatz 2 näher beschriebene Landschaftsteil in den Gemeindegebieten Gerstetten, Hausen ob Lontal, Heuchlingen im Landkreis Heidenheim, Altheim (Alb), Ballendorf, Bräunisheim, Schlalkstetten, Setzingen, Weidenstetten im Landkreis Ulm und Geislingen/Steige im Landkreis Göppingen wird als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

(2) Das Landschaftsschutzgebiet wird durch folgende Kreis- und Markungsgrenzen, in ihm liegende Flurstücke und Wasserläufe sowie außerhalb liegende Straßen und Wege begrenzt:

Kreis Heidenheim

·               Markung Gussenstadt, Gemeinde Gerstetten
Kreisgrenze von VicW 6/2 nach W und N, FW 161 nach N, FW 155 nach O, FW 116 nach N, FW 17 nach O, VicW 6/2 nach S, FW 95 nach O und S, unvermarkter Weg durch Parz. 1652 und 1651 nach SW, Parz. 1645, 1646, 1648, 1649, 1671/3-/1, 1670, 1674/1, 1705, 2046/1, 2060-2069, 2071, 2073, FW 115 nach O, FW 133 nach S, FW 86 nach O (über VicW 8), Parz. 2136/1, 2141, 2140, 2144, 2146, 2152, 2159, (über FW 26), FW 45 nach SW, Parz. 2159, 2205/1-/2, 2276, 2187, FW 46 nach O, FW 28/1 nach S, Weg auf Parz. 2302/1 und östlich der Parz. 3380-3382 und auf Parz. 2307 nach S. Markung Gerstetten VicW 6/3 nach O, FW 277 und 50 nach S, Parz. 1422, VicW 14 nach S, VicW 7 nach NO, FW 305 nach SO, FW 308 nach S, Parz. 1426, 1303, 1302/2, 1302/1, 1186/1-/3, 1293, FW 94 nach S, Parz. 1279, FW 313 nach S, Parz. 1259 ca. 50 m breiter als Laubgehölz genutzter Teil Parz. 611, 832, FW 369 nach S, Parz. 611, VicW 8/1 nach S.

·               Markung Heldenfingen, Gemeinde Gerstetten
Landstraße Gerstetten-Altheim (VicW 5) nach S bis zur Kreisgrenze mit Ulm, mit Kreisgrenze Heidenheim-Ulm nach O, FW 14 nach O, FW 204 nach S, FW 29 nach O, Parz. 2091/2, 1927, 1928 (über VicW 2), FW 185 nach O. Markung Heuchlingen Parz. 2288, FW 139 nach NO, FW 138 und 108 nach S, VicW 6 nach O, auf Höhe der Ostgrenze von Parz. 295 geradlinig nach S durch Parz. 287, Parz. 295, 351, mit unvermarktem Weg auf Parz. 360 ca. 110 m nach S und ca. 525 m nach O, FW 59 nach S, Parz. 448-441, FW 61 nach S, (über FW 62), FW 63 nach W und S, Parz. 459, 632/7, /6 und /4, 629, FW 70 nach O, FW 9 und 71 nach S und SO, Parz. 655/2, FW 74 nach N, Parz. 659, FW 76 nach S. Parz. 656, (über FW 5), Parz. 789, 655/2, 888/1 und 887.

·               Markung Hausen ob Lontal
Parz. 146 und 145, Wege 141 und 142 nach O, Gemeindestraße 162 Heuchlingen-Hausen nach S, FW 130 nach W, Parz. 109/1, 108 (neu 412), 107, 328, 327, 326, 99, 320, 319, 316 und 342, Markungsgrenze Hausen-Setzingen nach SW bis zum östlichen Ende des Waldweges 806 (dem Endpunkt der Grenzbeschreibung auf Markung Ballendorf, Kreis Ulm) .

Kreis Göppingen

·               Markung Waldhausen, Gemeinde Geislingen/Steige
Von Kreisgrenze bei VicW 6/2 auf Markung Gussenstadt, Gemeinde Gerstetten, Kreis Heidenheim mit Weg 68 und 112/1 nach S, FW 323 nach O.

Kreis Ulm

·               Markung Schalkstetten
FW 381 und 380 nach S, FW 335 nach O, FW 374 nach SO, FW 376 nach S, FW 362 nach O, Nachbarschaftsweg 436 Gerstetten-Gussenstadt-Bräunisheim nach S.

·               Markung Bräunisheim
Nachbarschaftsweg 384 nach S, Parz. 430, FW 357 nach O, FW 439 nach SW, FW 52 nach O, FW 484 und 492 nach S, FW 493 nach W, FW 157, 511 und Landstraße 755 nach O.

·               Markung Sontbergen, Gemeinde Bräunisheim
Landstraße 755 nach O, unvermarkter Weg auf Parz. 106 nach N, FW 110 nach NO, FW 109 nach N, Parz. 113, FW 130 nach , FW 123 nach O, FW 122 nach N und O, FW 150 nach SO, FW 173 nach O, FW 179 nach NO, Parz. 183, VicW 185 nach SO, Markungsgrenze mit Altheim nach S, FW 27 nach W, FW 199 nach S, Parz. 200, FW 203 nach W, (über Landstraße 755), Parz. 74, 40 und 41, FW 44 nach W und N, FW 82 nach SW, mit Markungsgrenze Sontbergen-Bräunisheim nach S.

·               Markung Zähringen, Gemeinde Altheim
Mit Markungsgrenze Bräunisheim-Zähringen nach S.

·               Markung Weidenstetten
Markungsgrenze Weidenstetten-Bräunisheim und Weidenstetten-Stubersheim nach S und NW, Parz. 883/1, Markungsgrenze Weidenstetten-Ettlenschieß nach S, Landstraße 1232 (Ettlenschieß-Weidenstetten) ca. 2,5 km nach SO, FW 761 nach N, FW 785 nach O, FW 346 nach SO, Parz. 2661, 2680, FW 376 nach SO, FW 385 und 417 nach N, FW 418 nach W, Parz. 2692 a, FW 424/1 nach N, FW 425 nach O, FW 392 nach N, FW 433 nach W, Parz. 428.

·               Markung Altheim/Alb
Parz. 4555, 4573 und 1824, FW 1822 nach NO, FW 1289 nach W und N, FW 964 nach N und O, FW 1317 nach N, Parz. 1315 c, Parz. 1321, 1315 f, e, d, g, FW 1342 nach N, Landstraße 755 (Altheim-Zähringen) nach N, Parz. 44174413/1, Waldparzelle 1355, Parz. 159/1 f, 1355, 1356, Landstraße 1165 (Gerstetten-Altheim)  nach S und SW, Landstraße 673 (Altheim-Heuchlingen) nach O, FW 1103 nach N, FW 1410 nach NO, Weg 1401 und 1430 nach SO, FW 1431 nach O.

·               Markung Ballendorf
FW 698 nach NO, FW 726 nach SO, FW 719 nach O und S, FW 691 nach O, Nachbarschaftsweg 735 nach S, FW 751 nach O, FW 750 nach N, FW 742 nach O, FW 748 nach S, FW 760 nach NO, FW 773 nach S, FW 846 nach O, FW 841 nach NO, FW 819 nach SO, FW 815 nach NO, SO und S, FW 819 nach SO, Markungsgrenze Ballendorf-Setzingen nach S, FW 822 nach S, FW 931 nach SO, FW 961 nach N, Markungsgrenze Ballendorf-Setzingen nach S.

·               Markung Setzingen
Markungsgrenze Setzingen-Ballendorf nach S, Waldweg 806 nach O, bis zur Markungsgrenze gegen Hausen ob Lone (zugleich Kreisgrenze) , dem östlichen Schnittpunkt der Grenzbeschreibung auf Markung Hausen ob Lone, Kreis Heidenheim.

Aus dem Landschaftsschutzgebiet ist folgende Ortslage herausgenommen:

·               Zähringen, Gemeinde Altheim, Kreis Ulm
Bei Landstraße 755 beginnend mit FW 69, 70, 6 und 74 nach O, FW 78 nach W, FW 136 nach S, Parz. 131, FW 12 nach NW, FW 16 nach SW, FW 156 nach NW, FW 21 nach NO, Landstraße 755 nach NW bis zum Ausgangspunkt zurück.

(3) Die Grenzen des geschützten Gebiets sind mit grüner Farbe in die beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg in Stuttgart aufliegende Landschaftsschutzkarte eingetragen. Die Landschaftsschutzkarte besteht aus 4 Übersichtskarten im Maßstab 1 : 25 000 und 43 Einzelblättern im Maßstab 1 : 2 500 bzw. 1 : 5 000. Mehrfertigungen dieser Karten befinden sich bei den Landratsämtern Heidenheim, Ulm und Göppingen. Sie können dort während der Dienststunden eingesehen werden.

§ 2

Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

(1) Der Genehmigung bedarf, wer im geschützten Gebiet Maßnahmen durchführt, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen. Über die Erteilung der Genehmigung entscheidet das Landratsamt, in dessen Bezirk das von der Maßnahme betroffene Grundstück liegt.

(2) Der Genehmigung bedarf insbesondere, wer im geschützten Gebiet:

1.           bauliche Anlagen im Sinne von § 2 Abs. 1 der Landesbauordnung für Baden-Württemberg vom 6. April 1964 (GBl. S. 151) errichtet oder ändert, auch soweit hierfür eine Baugenehmigung oder eine Bauanzeige nicht erforderlich ist;

1.           Einfriedigungen errichtet, vornimmt oder ändert, auch soweit diese keine baulichen Anlagen sind;

2.           Drahtleitungen verlegt oder ändert;

3.           Wohn- oder Verkaufswagen aufstellt oder den Aufstellplatz hierfür ändert, auch wenn die Wagen nicht überwiegend ortsfest benutzt werden;

4.           Wege, Park-, Zelt-, Bade-, Ausstellungs-, Abstell- oder Lagerplätze anlegt;

5.           Abfälle, Müll, Erdaushub, Schutt, Autowracks oder ähnliches ablagert oder Erdauffüllungen vornimmt;

6.           Gewässer aller Art anlegt, ändert, zuschüttet oder auf andere Weise beseitigt;

7.           Felsen oder sonstige Naturerscheinungen verändert oder beseitigt;

8.           die bisherigen Bodengestaltungen sonst in irgendeiner Weise ändert;

9.           vorhandene Ödlandreste beseitigt;

10.      Feld- oder Bachgehölz ausstockt;

11.      die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, ungenutztem Gelände, an Hängen oder Hecken abbrennt;

12.      Zelte, Verkaufsstände oder Kioske aufstellt;

13.      Spruchbänder, Schilder, Inschriften oder dergleichen anbringt, auch wenn sie nach § 7 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl.
S. 53) i.d.F. des Gesetzes vom 6. April 1964 (GBl. S. 151) keiner Genehmigung bedürfen.

(3) Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

(1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung dienen und das Landschaftsbild möglichst schonen.

(2) Folgende Veränderungen der Nutzungsart sind dem Landratsamt, in dessen Bezirk sie vorgenommen werden sollen, schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit der Anzeige untersagt hat:

·               a)  die Umwandlung von (Obst-)Wiesen, Weiden oder Ackerland in Wald oder in Intensivkulturen, mit denen bauliche Anlagen, Einfriedigungen oder Drahtanlagen verbunden sind;

·               b)  die Umwandlung von Wald in landwirtschaftlich genutztes Gelände.

Das zuständige Landratsamt ist befugt, die Veränderung zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebs unerläßlich ist.

(3) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf bauliche Anlagen.

§ 5

Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

·               a)  das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

·               b)  die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

(1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt, in dessen Bezirk das von der Maßnahme betroffene Grundstück liegt, mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Ausnahmen von § 2 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamts, in dessen Bezirk das betroffene Grundstück liegt, ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

Wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen der §§ 2, 3 oder 4 Abs. 2 zuwiderhandelt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und durch das Gesetz über die Beseitigung von Abfällen (Abfallgesetz) vom 21.12.1971 (GBl. 1972, S. 1), und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 9

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg in Kraft.

Stuttgart, den 6. September 1972

Roemer