1.17.049 Kaltes Feld bis Rosenstein

Verordnung gilt für die Landschaftsschutzgebiete Nr. 1.9.49 und 1.13.21

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Kaltes Feld bis Rosenstein" in den Landkreisen Ostalbkreis und Göppingen vom 4. November 1974 (GBl. 1974, S. 490)

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203), wird verordnet:

§ 1

Der in § 2 näher beschriebene Landschaftsteil "Kaltes Feld bis Rosenstein" in den Gemeindegebieten Schwäbisch Gmünd, Heubach, Waldstetten, Ostalbkreis und Lauterstein, Landkreis Göppingen, wird als Landschaftsschutzgebiet dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

(1) Das Schutzgebiet wird durch folgende in ihm liegende Flurstücke und Wasserläufe sowie folgende außerhalb liegende Straßen und Wege begrenzt:

·               Markung Haldenhof, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
ab Markungsgrenze Weiler in den Bergen/Haldenhof mit VicW 2 nach O und NO, Flst. Nr. 16

·               Markung Oberer Lauchhof, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
ab Markungsgrenze Haldenhof/Oberer Lauchhof mit VicW 2 nach O, bis Markungsgrenze Oberer Lauchhof/Giengerhof

·               Markung Giengerhof, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst.Nr. 2

·               Markung Bargau, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst.Nr. 1014, 1005 mit FW 19 nach O, Flst. 938/1 mit FW 32 nach SO über FW 25, FW 33 ca. 70 m nach Süden, über FW 33, Flst. 1410, 1413-1415, 1427, über FW 34, Flst. 1426, 1089, 1084, 1081, über FW 26, Flst. 1079, 1480, 1479, über VicW 1, VicW 1 nach N, Flst. 1113, über FW 20, Flst. 1108/2

·               Markung Birkhof, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst. 12/8, 12/15

·               Markung Bargau, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
der nordöstliche Teil des Flst. 1108/1, Flst. 1107/3, /2 und /1

·               Markung Birkhof, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst. 12/14, /3 und /2, VicW 2 nach O, NO und S, VicW 8 nach SW, Gebäude 1 Birkhof, Flst. 15, mit Markungsgrenze Buch/Birkhof nach O und S

·               Markung Buch, Gemeinde Heubach, Ostalbkreis:
FW 10 nach O bis Markungsgrenze Buch/Heubach

·               Markung Heubach, Gemeinde Heubach, Ostalbkreis:
Flst. 1828 a, 1829 a, FW 44 nach NO, VicW 5 nach O und SO, Flst. 395, 403, 402/2, 402/3, 402/4, 402/5, 420, 433

·               Markung Beuren, Gemeinde Heubach, Ostalbkreis:
Flst. 192/4 (Weg)  , Flst. 192/3, 196, 181, 180, 175, 171, 177, 172, 196, 154/2, 153, 152/3, /2 und /1, über VicW 1, Flst. 136, 135, 132, 122, 121, 106-103, 96/14, 97/11 und /12, 98, 98/1 über FW 3, Flst. 62, 63, 65/1, 66, 241, 56, über VicW 3, Flst. 51, 241, 245

·               Markung Heubach, Gemeinde Heubach, Ostalbkreis:
Flst. 1674/1, über Bach 3 (Tambach) , Flst. 1664/1, über FW 141/1, Flst. 1663, FW 34 nach O, VicW 2/1 (L 1162) nach N, Flst. 1760, 1763, 1759/2 über FW 103 (Schillerweg)  , Flst. 1763, über FW 102, Flst. 1782, 1783, FW 138 nach N, FW 21 nach NO und FW 33 nach N und NO, Flst. 1474, 1473, 1471

·               Markung Lautern, Gemeinde Heubach, Ostalbkreis:
Flst. 980/2, nicht vermarkter Weg im südl. Teil des Flst. 980/1, nach O und SO, Flst. 982/1 und /2, 983, der nordwestl. Teil des Flst. 980/1 mit FW 11 über Bach 2 nach O, Flst. 1061, über FW 7, Flst. 1063, FW 8 nach S, Gemarkungsgrenze Lautern-Lauterburg nach W und NW, Flst. 1066, 11861202, 1163, 1162/2, 1161, 1160, 1143-1146

·               Markung Heubach, Gemeinde Heubach, Ostalbkreis:
Flst. 1773/3, 1772, 1762/5, 1771, 1762/2 und /1, über VicW 2/3, mit Markungsgrenze Heubach/Bartholomä nach S und W

·               Markung Bargau, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst. 1149, mit Markungsgrenze Bargau/Bartholomä nach W

·               Markung Weiler in den Bergen, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis: mit Markungsgrenze Weiler in den Bergen, Bartholomä und Weiler in den Bergen/Weißenstein nach S und W

·               Markung Weißenstein, Gemeinde Lauterstein, Landkreis Göppingen:
neue Wegtrasse (nicht vermarkter Weg durch Flst. 631) nach S bis Markungsgrenze Weißenstein/Degenfeld

·               Markung Degenfeld, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
vom NO-Punkt des Flst. 974 beginnend nach Süden mit Markungsgrenze Degenfeld/Weißenstein und Degenfeld/Nenningen

·               Markung Tannweiler, Gemeinde Waldstetten, Ostalbkreis:
Markungsgrenze Tannweiler/Nenningen, Bach 4 aufwärts, Flst. 87, 86/3, 86/2 a, 86/1, 83, 79 a und b, über FW 4, Flst. 6002, 62/1 und /2, 75

·               Markung Tannhof, Gemeinde Waldstetten, Ostalbkreis:
Markungsgrenze Tannhof/Tannweiler nach NW, FW 3 nach NW und NO, FW 2 nach NW und NO, FW 1 nach O und NO

·               Markung Weilerstoffel, Gemeinde Waldstetten, Ostalbkreis:
Flst. 99/1 und /2, 100, 101/1 a, 102/2 und /1

·               Markung Zusenhof, Gemeinde Waldstetten, Ostalbkreis:
Flst. 22, 23 (südlicher Teil)

·               Markung Waldstetten, Gemeinde Waldstetten, Ostalbkreis:
der an Flst 23 Markung Zusenhof nördlich anschließende, südl. von Weg 1175/3 und westl. von Bach 2 (Goldbach)  liegende Teil von Flst. 1175/1, Flst. 1159/1160, Bach 2 (Goldbach)  abwärts bis zur Grenze zwischen den Flst. 1174 und 1175/1, mit dieser Grundstücksgrenze nach O, über Weg 1175/3, Weg 1175/3 nach N, FW 12 nach NW bis zur Grundstücksgrenze zwischen Flst. 1175/1 und 1188 mit dieser Grundstücksgrenze nach NO, entlang des Wasserlaufs durch Flst. 1175/1, zum SO-Grenzpunkt des Flst. 1231, mit der östl. Grundstücksgrenze des Flst. 1231 zum FW 50/2, FW 50/2 bis zur Markungsgrenze Waldstetten/Zusenhof

·               Markung Zusenhof, Gemeinde Waldstetten, Ostalbkreis:
vom Schnittpunkt Markungsgrenze Zusenhof/Waldstetten - FW 4/2 in gerader Linie nach O zur Markungsgrenze Zusenhof/Steinbacher Höfe

·               Markung Steinbacher Höfe, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
von dem sich nach der vorstehenden Beschreibung der Markung Zusenhof ergebenden Punkt der Markungsgrenze Zusenhof/Steinbacher Höfe in gerader Linie nach O über FW 3/1 zum FW 7, FW 7 nach S, Flst. 47, VicW 2/2 nach NO

·               Markung Weiler in den Bergen, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
mit Markungsgrenze Steinbacher Höfe/Weiler in den Bergen nach N und SO, Flst. 609, 611

·               Markung Herdtlinsweiler, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst. 42, 43/2, 47/1, 49

·               Markung Steinbacher Höfe, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst. 47

·               Markung Herdtlinsweiler, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
Flst. 61, 85, 86/3, Teil des Flst. 92 südl. des Wassergrabens, Bach 1 (Haldenbach)  aufwärts, Flst. 93, 95, südl. Teil des Flst. 96/2, Flst. 125, 127, 126, 124, 120, 118, 116, 115, 103/2, über VicW 2, Flst. 160/4 und /5, 161, 162

·               Markung Weiler in den Bergen, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
ab dem sich nach der vorstehenden Beschreibung der Markung Herdtlinsweiler ergebenden Punkt der Markungsgrenze Herdtlinsweiler/Weiler in den Bergen in gerader Linie nach N über Bach 8 (Bilsenbach)  und durch Flst. 718 zum südl. Punkt des nicht vermarkten Weges, diesen nach N, über VicW 2/2 (L 1160), L 1160 nach NO, Flst. 724/2 über VicW 2/1, Flst. 725, über FW 21, Flst. 771, Bach 4 (Breitenbach)  abwärts, Bach 5/2 (Langenbach)  abwärts, Flst. 123 bis 125, 163/2 und /1, 162, 154, 151, 147, 158, 254/1, 261, 363, 352, 351, 350/1 und /3, 136, neue Wegtrasse durch die Flst. 351, 254/1, 444 und 443, Flst. 431, über FW 10, Flst. 433, Bach (Beurenbach)  abwärts bis VicW 1/1, Flst. 474, 476/1 zum Ausgangspunkt.

(2) Aus dem Landschaftsschutzgebiet ist die Ortslage Degenfeld, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, herausgenommen. Sie wird durch folgende im Landschaftsschutzgebiet liegende Flurstücke und Wasserläufe sowie außerhalb liegende Straßen und Wege begrenzt:

·               Markung Degenfeld, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis:
(Beginn Blatt Nr. 2153 der Flurkarte 1 : 2 500 im Uhrzeigersinn) ab südl. Punkt Flst. 634, nach No, Flst. 634-637, 639, über FW 3, Flst. 107, Bach 1/1 (Laute)  abwärts, über Bach 1/1 zum SW-Grenzpunkt Flst. 104, Flst. 104, über VicW 1 (L 1160), Flst. 252/2, 251, 258, vom südl. Grenzpunkt des Flst. 258, durch Flst. 256 parallel zur westl. Grundstücksgrenze, weiter in gerader Linie durch Flst. 261 zum westl. Grenzpunkt des Flst. 263, Flst. 263, 274/1, 280, 301, 298, über FW 9, Flst. 338-340, Bach 2 (Glosbach)  abwärts bis Einmündung Bach 1/1 (Lauter), Bach 1/1 ca. 30 m aufwärts, über Bach 1/1, Flst. 467-470, 505, 509, 514/1, 558, 555/1, 521/3, in gerader Linie durch Flst. 521/2 zum SO-Grenzpunkt Flst. 528-524, über FW 5, Flst. 621 zum Ausgangspunkt.

(3) Die Grenzen des Schutzgebiets sind mit grüner Farbe in die beim Regierungspräsidium Stuttgart aufliegende Landschaftsschutzkarte eingetragen. Die Landschaftsschutzkarte besteht aus einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und 46 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 (Nr. 1 - 46). Ausfertigungen der Karte befinden sich bei den Landratsämtern Ostalbkreis und Göppingen. die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3

Im Schutzgebiet sind Änderungen verboten, welche die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 4

(1) Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Landratsamts, in dessen Gebiet das betroffene Grundstück gelegen ist.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere:

1.            Errichtung von Anlagen, die nach der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen; das gleiche gilt für die der Errichtung gleichgestellten Maßnahmen;

2.            Errichtung oder Änderung von Mauern, Zäunen oder anderen Einfriedigungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

3.            verlegen von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

4.            Abgrabung von Steinen, Lehm, Sand, Kies oder anderen Erdbestandteilen einschließlich der Erweiterung bereits bestehender Abbaustätten, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

5.            Änderung der bisherigen Bodengestalt vor allem durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

6.            Anlage oder Änderung von Straßen und Wegen, mit Ausnahme von forstlichen Wirtschaftswegen innerhalb des Waldes und Unterhaltungsmaßnahmen, einschließlich unwesentlicher Änderungen (Zwischenausbau), auch soweit sie keiner straßen- oder wegerechtlichen Entscheidung bedürfen;

7.            Anlage oder Änderung von Plätzen (Zelt-, Abstell- oder Lagerplätze u.ä.), soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

8.            außerhalb der zugelassenen Plätze das nicht nur vorübergehende Aufstellen von Zelten, Wohn- oder Verkaufswagen, auch wenn die Wagen nicht überwiegend ortsfest benutzt werden;

9.            Schaffung, Beseitigung oder Änderung fließender oder stehender Gewässer, sowie die Einleitung von Abwässern in solche, mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch wenn sie keiner wasserrechtlichen Entscheidung bedürfen;

10.        Ablagerung oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Müll, Erd- und Gesteinsaushub, Schutt, Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen, soweit nicht bereits Nr. 1, das Abfallgesetz (GBl. 1972, S. 1), oder das Abfallbeseitigungsgesetz (BGBl. I 1972, S. 873), Anwendung findet;

11.        Anbringen von Plakaten, Schildern und Schrifttafeln, soweit nicht bereits § 7 Abs. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung oder Nr. 1 zutrifft;

12.        Änderung der Bodennutzung, insbesondere Neuaufforstungen und Ausstockungen;

13.        Beseitigung oder Änderung wesentlicher Landschaftsbestandteile, insbesondere von Bäumen, Feldgehölzen, Felsen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen, soweit nicht bereits § 14 Abs. 1 der Naturschutzverordnung in der jeweils geltenden Fassung zutrifft;

14.        Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen;

15.        Kahlschläge über 4 ha.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme Wirkungen der in § 3 genannten Art nicht zur Folge hat. Sie ist mit Auflagen oder Bedingungen zu erteilen, wenn dadurch solche Wirkungen abgewendet werden können; zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden. In den übrigen Fällen ist die Erlaubnis zu versagen. Will das Landratsamt entgegen der Stellungnahme des Kreisbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege eine Erlaubnis erteilen, so ist zuvor die Weisung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde einzuholen.

(4) Soweit für Bauvorhaben die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Verwaltungsbehörde nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes in der jeweils geltenden Fassung erforderlich ist, muß auch die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes kann mit einer entsprechenden Regelung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde verbunden werden.

(5) Genehmigungs-, Erlaubnis- und Anzeigepflicht nach anderen gesetzlichen Vorschriften bleiben unberührt.

§ 5

(1) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf das Landschaftsbild schonende Änderungen,

1.            durch die Acker in Grünland oder Grünland in Acker umgewandelt wird oder

2.            die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Kahlschläge über 4 ha, Ausstockungen, Neuaufforstungen, die Anlage von Obstkulturen oder die in § 4 Abs. 2 Nr. 1, 5, 6 und 9 genannten Änderungen handelt.

(2) Die §§ 3 und 4 finden weiter keine Anwendung auf

3.            das Aufstellen transportabler Weidezäune;

4.            die Errichtung feststehender Weidezäune aus Holzpfosten mit einer Höhe bis 1,30 m und 3 Längsdrähten, ungehobelten Querlatten oder Knotengitter;

5.            die Errichtung offener Viehunterstände auf den als Viehweide genutzten Grundstücken.

(3) Die nach Abs. 1 Nr. 2 erforderliche Erlaubnis ist auch dann zu erteilen, wenn nachgewiesen wird, daß die Änderung für die Fortführung des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes unerläßlich ist.

§ 6

Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf

1.            das Aufstellen von Schildern, die auf den Schutz des Gebiets hinweisen, Verbotstafeln, Verkehrszeichen sowie Schilder für die Forst- und Waldeinteilung;

2.            die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei mit Ausnahme der Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne des § 4 Abs. 2 Nr. 1.

§ 7

(1) In besonderen Fällen, namentlich wenn überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit vorliegen, kann das Landratsamt in dessen Gebiet das betroffenen Grundstück gelegen ist, mit Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde Ausnahmen von § 3 zulassen.

(2) Die Ausnahme kann mit Auflagen oder Bedingungen versehen sowie widerruflich oder befristet zugelassen werden. § 4 Abs. 3 Satz 2 zweiter Halbsatz gilt entsprechend.

§ 8

Bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen sind auf Verlangen des Landratsamts, in dessen Gebiet das betroffene Grundstück gelegen ist, ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 9

Wer in dem Schutzgebiet

1.            entgegen § 3 die Landschaft verunstaltet oder die Natur schädigt, oder den Naturgenuß beeinträchtigt,

2.            entgegen § 4 Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des zuständigen Landratsamts vornimmt,

handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25. Juli 1972 (GBl. S. 400), und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 10

(1) Die Verordnungen des Landratsamts Schwäbisch Gmünd zum Schutze des Landschaftsteiles "Kaltes Feld" auf den Markungen Degenfeld und Waldstetten vom 31. Juli 1939 und zum Schutze des Landschaftsteiles "Rosenstein" auf den Markungen Heubach und Lautern vom 18. April 1955 werden aufgehoben.

(2) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Stuttgart, den 4. November 1974

Roemer

Änderung:

Durch VO vom 23.12.1994 (NSG 1.205 " Kaltes Feld mit Hornberg, Galgenberg und Eierberg") Fläche um 21 ha verkleinert.