1.17.064 Butzbachtal - Pliensbachtal

Verordnung des Landratsamtes Göppingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Butzbachtal - Pliensbachtal" vom 14. Juni 1983 (Göppinger Kreisnachrichten vom 22.06.1983).

Auf Grund von § 22 und § 58 Abs. 3 und 4 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Albershausen, Boll, Hattenhofen, Uhingen und Zell u.A. werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Butzbachtal - Pliensbachtal".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 133,5 ha, davon entfallen auf den Teil A 55 ha und den Teil B 78,5 ha.

(2) Das Schutzgebiet umfaßt das Gelände beiderseits des Butzbaches und des Pliensbaches von der Landesstraße Boll - Zell u.A. (L 1214) bis in die Nähe der Ortslage von Albershausen.

Es erstreckt sich ganz oder teilweise auf folgende Gewanne:

·               Gemarkung Albershausen
Keeslehen.

·               Gemarkung und Gemeinde Boll
Zeller Steg, Schelmengarten, Billingsschlau, Schiefergrube und Untere Döbere.

·               Gemarkung Eckwälden, Gemeinde Boll
Billingsschlag.

·               Gemeinde Hattenhofen
Obere Bachwiesen, im Käslehen, untere Bachwiesen und im Reustädter Öschle.

·               Gemarkung Sparwiesen, Gemeinde Uhingen
Beckenhalt, Floss, Wagrainhalden, Breitwiesen, Riemen, Riemenhalden, untere Halde, Hürlensäcker, obere Wiesen und Langenhalden.

·               Gemeinde Zell u.A.
Löschenwiesen, Herrenwiesen, Bächle, Büchle, Sulz, Stegäcker, Flenner, Mühlgarten, Mühlacker, Steinleswiese, Birkwiesen, Wieset, Schütte, Maßholder und Hohhalde.

(3) Das Schutzgebiet wird durch folgende in ihm liegende Grundstücke und Wasserläufe, sowie außerhalb liegende Straßen und Wege begrenzt:

a) Bereich zwischen Bad Boll und Hattenhofen

·               Gemarkung Zell u.A.
Flst.Nr. 1280, 1278, über Bachlauf Nr. 889, Flst.Nr. 1276, über FW 1275, FW 1255 nach N, FW 1122 nach W, FW 1114 nach NO, FW 1093 nach N, FW 1099 nach O, entlang des westlichen Bachufers 889 nach N, Flst. Nr. 872, FW 823 nach W, Flst.Nr. 877 bis 879 und 881 bis 884.

·               Gemarkung Hattenhofen
Über Bach 1618, Flst.Nr. 1629, über FW 1628, Flst.Nr. 1619, über FW 1604, Flst.Nr. 1615, 1614, 1613, 1612, 1611, 1610, 1609, 1705/3, 1705/2, 1705/4, 2548, über den Pliensbach, Flst. Nr. 1855, 1856, 1857, 1852, 1868/3, 1868/2, 1867/2, 1867/1, 1863 und 1864.

·               Gemarkung Zell u.A.
Flst.Nr. 890, entlang dem nördlichen Ufer von Bach Nr. 892 nach O, FW 903 nach S, FW 1002 nach O, Flst.Nr. 1003, über FW 895 und diesen nach O, FW 1072 nach S, FW 1062 nach O und S, über FW 1045, FW 1065 nach S, über FW 1072, Flst.Nr. 1073.

·               Gemarkung Boll
Flst.Nr. 1533, FW 31 nach S, FW 2593 nach O bis L 1214, entlang L 1214 nach W, Bach Nr. 2122 abwärts, Flst.Nr. 2618 und 1616 zur Markungsgrenze mit Eckwälden.

·               Gemarkung Boll-Eckwälden
Entlang FW 28 nach W bis Markungsgrenze mit Zell u.A. und Ausgangspunkt.

b)Bereich zwischen Hattenhofen und Albershausen

·               Gemarkung Albershausen
Beginnend an der Markungsgrenze mit Hattenhofen, Flst.Nr. 263, 268, 267, 266, 281, 283/1 und /2, 245 und Bach 234/1 abwärts bis zur Einmündung in Bach 2/2 (Butzbach) .

·               Gemarkung Sparwiesen, Gemeinde Uhingen
Markungsgrenze mit Albershausen, Flst.Nr. 150/3, entlang Vic.Weg Nr. 5 nach S und O, Flst.Nr. 137/4 bis 2, 136, über Bach 1, Flst.Nr. 126/2, 126/1, 110, 111, 112, 79, 80, über Vic.Weg 4, Flst.Nr. 633, 630, 629/2, 629/1, 627, 623, 624, 673, 669, 670, 665, 663, 661, 660, 659, 658, 650.

·               Gemarkung Hattenhofen
Markungsgrenze mit Sparwiesen, von der Südwestecke des Flst.Nr. 729 der Gemarkung Sparwiesen in SW-Richtung über Flst.Nr. 2089 zur NOEcke von Flst.Nr. 2088, Flst.Nr. 2088, 2084, 2082, über Bach 1, Flst.Nr. 502/3, 503, 504/2, 505, 554, 557, 558, über Vic.Weg 3, Flst. Nr. 567/1, 566, 613, 620-623, 627-629, 630/1 und 630/2 zum Ausgangspunkt.

(4) Das Landschaftsschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in drei Flurkarten (Teil A, Teil B - Blatt 1, Teil B - Blatt 2) im Maßstab 1 : 2 500 schwarz umgrenzt und grün angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Göppingen als untere Naturschutzbehörde verwahrt und kann während der Dienststunden eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Butzbachtales in seiner natürlichen Eigenart und Schönheit, insbesonders der Schutz vor Landschaftsbelastungen, die Erhaltung der offenen Wiesenauen und des ausgeprägten Landschaftsbildes der Hanglagen und Hangbuchten sowie des Bachgehölzes in diesem reizvollen Erholungs- und Wandergebiet.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

4.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellter Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel oder von Erholungseinrichtungen einschließlich Motorsportanlagen, sowie der Betrieb von Motorsport;

8.            Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

9.            die Errichtung von Stegen;

10.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

11.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

12.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

13.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

14.        Rodung (Ausstockung) von Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen;

15.        Graben und Aufschütten sowie Veränderung der natürlichen geologischen Aufschlüsse am Pliensbach.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

(6) Eine nach Abs. 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von zwei Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als zwei Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke,

2.            für ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei,

3.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14,

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen,

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

Liegen die Voraussetzungen für die Erteilung einer Erlaubnis nicht vor, so kann die untere Naturschutzbehörde mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde von den Vorschriften dieser Verordnung nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Göppingen, den 14. Juni 1983

Dr. Schwarzmann

1.17.065 Oberes Filstal - Gemeinde Mühlhausen im