1.18.058 Kirchbachtal

zwischen Hohenhaslach und Großsachsenheim , Mettertal zwischen Sersheim und Großsachsenheim, jeweils mit weiterer Umgebung, insbesondere Gebiet nordwestlich von Kleinsachsenheim, westlich von Großsachsenheim südlich, östlich und nördlich von Sersheim.

Verordnung des Landratsamtes Ludwigsburg als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Kirbachtal zwischen Hohenhaslach und Großsachsenheim, Mettertal zwischen Sersheim und Großsachsenheim, jeweils mit weiterer Umgebung, insbesondere Gebiete nordwestlich von Kleinsachsenheim westlich von Großsachsenheim, südlich, östlich und nördlich von Sersheim" vom 04.11.1988 (Ludwigsburger Kreiszeitung vom 24.11.1988).

Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Städte Sachsenheim, Oberriexingen und der Gemeinde Sersheim wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Kirbachtal zwischen Hohenhaslach und Großsachsenheim, Mettertal zwischen Sersheim und Großsachsenheim jeweils mit weiterer Umgebung, insbesondere Gebiete nordwestlich von Kleinsachsenheim, westlich von Großsachsenheim, südlich, östlich und nördlich von Sersheim".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 1 358,5 ha. Das Schutzgebiet wird im wesentlichen wie folgt begrenzt und umfaßt das Kirbachtal zwischen Hohenhaslach und Großsachsenheim sowie das Mettertal zwischen Sersheim und Großsachsenheim mit ihren weiteren Umgebungen.

Das Schutzgebiet umfaßt im einzelnen:

Auf dem Gebiet der Stadt Sachsenheim

·               Markung Hohenhaslach: Die Gewanne bzw. Teile der Gewanne Etz, Bruch, Brühl, Tal, Beim Kirchle, Langwiesen, Wiesenäcker, Schlüssel, Sulz, Reutfeld, Seewiesen, Kelterle, Abtshau, Seeäcker, Katzenbach, Bühlwädle, Neufeld, Katzenbachegart, Egartenfeld, Vorratswiese, Der Liebensteinacker, Hofmeisterwiese, Senfacker, Allenfeld, Wegacker, Schlankentäle, Oberer Seeacker, Oberer See, Schulerbronnen, Unterer Seeacker, Unterer See, Mittlerer See, Langmantel, Hinter dem Dörfle, Bachäcker, Mölle, Kellerli, Krumme Morgen, Stacken, Füllenswiese, Kalkofen, Kalte Küche, Hart, Wolfskeulen, Halde und Hohenhaslacher See.

·               Markung Kleinsachsenheim: Die Gewanne bzw. Teile der Gewanne Oberer See, Schlanken, Seebuckel, Klosterseebuckel, Hundsrücken, Pfützenäcker, Beim Schöttiger Bäumle, Langmantel, Güttichen, Augstbaum, Sträßlesäcker, Breitwiesen, Fuchswiesen, Krebsrain, Krebsrainpfad, Borzinger, Bütticher Steigle, Untere Jäuchen, Unter der Ruhestätte, Au, Äußerer Grund, Innere Jäuchen, Ruit, Ziegelhalde, Steinäcker, Rollesbaum, Ehrenweg, Geißäcker, Eltinger, Gütticher Weg, Kreuzäcker, Roßäcker, Essigberg, Hachel, Taubenbaum, Hachelpfad und Heiligenäcker.

·               Markung Großsachsenheim: Die Gewanne bzw. Teile der Gewanne Kühplattenwald, Pfaffenlöchle, Bernthal, Bahnhalde, Klingenberg, Rode, Roden, Schneckenrain, Eichwald, Rodenpfädle und Waldäcker.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Sersheim

·               Markung Sersheim: Die Gewanne bzw. Teile der Gewanne Dreispitz, Rainbiegel, Seewiesen am Eichwald, Sulz, Eichwald, Heiligenholz, Marbach, Senfbusch, Tal, Heiligenhölzle, Klebsattel, Büchele, Bei der Ruhestätte, Haslacher Straße, Äußere Spindelhofen, Innere Spindelhofen, Untere Spindelhofen, Kelternwäldle, Dornschlag, Buchenwäldle, Johanniswiesen, Hummelberg, Kappeläcker, Steingrube, Uttenau, Unteres Tal, Unter dem Sachsenheimer Weg, Beim Holderbrunnen, Zwieback, Köpperlesäcker, Unteres Köpperle, Stumpen, Oberes Köpperle, Hetzweg, Schöllbrunnen, Platte, Merzental, Neubruch, Unteres Merzental, Ludwigsegerte, Reutwäldle, Altes Gereut, Ob dem Alten Gereut und Lange Fuche.

Auf dem Gebiet der Stadt Oberriexingen

·               Markung Oberriexingen: Teile des Gewannes Hart.

(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in zwei Flurkarten im Maßstab 1 : 5 000 schwarz umrandet und grün angeschummert eingetragen.

(3) Die Karten enthalten die rechtsverbindliche Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes und sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten ist bei der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ludwigsburg verwahrt und können während der üblichen Dienststunden eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung und Sicherung des Charakters einer vielgestaltigen Kulturlandschaft mit ihren verschiedenen Nutzungsarten. Die ökologische Funktion der Landschaft als Lebens‑ und Rückzugsraum der wildlebenden Tier- und Pflanzenwelt soll ebenso wie die Bedeutung für den gesamten Naturhaushalt langfristig gesichert werden. Die Bewahrung des Gebietes als Erholungsraum und der Schutz vor störenden und beeinträchtigenden Veränderungen des Landschaftsbildes soll gewährleistet werden. Dazu gehört auch die Aufrechterhaltung der Nutzungsstrukturen, insbesondere der Wiesen in den Tallagen. Die Wiesenauen des Kirbach- und Mettertales sowie die Obstbaumbestände des Schutzgebietes sind als landschaftlich und ökologisch wertvolle Landschaftsbestandteile besonders schutzwürdig.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

1.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

2.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

3.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

4.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung oder Änderung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige nicht bedürfen;

2.            Errichtung oder Ändern von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.            Betrieb von Motorsport, sowie von motorgetriebenen Schlitten sowie Anlagen für Modell- und Segelflugzeuge;

9.             Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

10.        Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 1 ha;

14.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

15.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Röhrichtbeständen, Felsen und ähnlichen Naturerscheinungen sowie der Umbruch von Wiesen in den Tallagen und die Beseitigung von Obstbäumen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            a) für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke; mit der Ausnahme von Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15;

2.            b) für die Beseitigung von einzelnen absterbenden Obstbäumen, wenn anstelle des alten Baumes auf dem Grundstück ein junger Obstbaum (Hochstamm) gepflanzt wird;

3.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

4.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze, Bahnanlagen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15, sofern Unterhaltungsmaßnahmen nicht lediglich aus Verkehrssicherheitsgründen vorgenommen werden;

5.            für die Unterhaltung der Gewässer nach § 28 Wasserhaushaltsgesetz und § 47 Abs. 1 des Wassergesetzes für Baden-Württemberg durch die Unterhaltspflichtigen. Eingriffe in das Ufergehölz sowie die Schilf- und Röhrichtbestände im Rahmen der Gewässerunterhaltung sind jedoch im Benehmen mit der unteren Naturschutzbehörde vorzunehmen;

6.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

7.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

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§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen;

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Gleichzeitig treten außer Kraft:

·               § 2 Abs. 3 Ziffer 14 der Verordnung des Landratsamtes Ludwigsburg über die einstweilige Sicherstellung von Schutzgebieten im Landkreis Ludwigsburg vom 25.03.1985;

·               die Landschaftsschutzverordnung für das Kirbachtal des Landratsamtes Vaihingen vom 06.12.1966 soweit diese das in der Anlage zu dieser Verordnung abgegrenzte Gebiet betrifft.

Ludwigsburg, den 04.11.1988

Landratsamt

Dr. Ulrich Hartmann

Landrat