1.25.006 Michaelsberg

Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen und Landschaftsbestandteilen auf Markung Cleebronn ("Zaberwacht" Brackenheim, Datum unbekannt).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Ermächtigung des Herrn Württ. Kultministers in Stuttgart als der höheren Naturschutzbehörde für den Bereich des Kreises Brackenheim folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Landrat in Brackenheim mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsbestandteile (Erlen- und Eschenbaumgruppen 180 m und 80 m südöstlich und südlich von Treffentrill) und Landschaftsteil der "Michaelsberg" auf Markung Cleebronn werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tag der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, die in der Landschaftsschutzkarte eingetragenen Landschaftsbestandteile zu verändern, zu beschädigen und zu beseitigen. Weiter ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Hierunter fällt insbesondere die Anlage von Bauwerken aller Art, Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen sowie das Anbringen von Inschriften und dergleichen. Es ist ferner verboten, Treppen, Weinbergmauern und sonstige Mauern aus Zement oder Beton auszuführen; sie sind vielmehr in Naturstein oder Natursteinverblendung zu errichten. Die Erstellung von Weinberghäuschen ist genehmigungspflichtig; als genehmigte Muster gelten die auf dem Rathaus Cleebronn niedergelegten Typenpläne. Grundsätzlich verboten ist die sichtbare Verwendung von Blech und Beton; Dachziegel sind nicht glasiert, sondern ingobiert zu verwenden. Der Schutzverordnung unterliegt insbesondere auch die gesamte Pflanzenwelt der Wegränder, Böschungen, Ödflächen (verwilderte Schwertlilien, Steppenheidegemeinschaften, Gebüsche jeder Art) sowie der Friedhof und Kirchplatz. Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, soweit sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften im § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 in der Fassung vom 01.12.1936 und 20.01.1938 und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt nach ihrer Bekanntmachung in der "Zaberwacht" Brackenheim in Kraft.

Brackenheim, den 30. August 1938

Der Landrat in Brackenheim

als untere Naturschutzbehörde

1.25.007 Weinberghang südlich und nordöstlich des