1.25.048 Wunnenstein, Forstberg und Köchersberg mit angrenzenden Gebieten; insbesondere Heuerbachtal bei Oberstenfeld und Ilsfelder Hälde bei Winzerhausen

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VO gilt für die LSG 1.25.048 und 1.18.073

Verordnung des Landratsamtes Ludwigsburg als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Wunnenstein, Forstberg und Köchersberg mit angrenzenden Gebieten, insbesondere Heuerbachtal bei Oberstenfeld und Ilsfelder Hälde bei Winzerhausen" vom 06.11.1989 (Ludwigsburger Kreisztg. v. 20.11.1989).

Aufgrund von § 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Großbottwar und der Gemeinde Oberstenfeld im Landkreis Ludwigsburg und der Gemeinde Ilsfeld im Landkreis Heilbronn, wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Wunnenstein, Forstberg und Köchersberg mit angrenzenden Gebieten, insbesondere Heuerbachtal bei Oberstenfeld und Ilsfelder Hälde bei Winzerhausen".

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 544,9 ha und umfaßt im einzelnen die Gewanne bzw. Teile der Gewanne:

Auf dem Gebiet des Landkreises Heilbronn

·               Gemeinde Ilsfeld
Markung Ilsfeld: Hälde

Auf dem Gebiet des Landkreises Ludwigsburg

·               Auf dem Gebiet der Stadt Großbottwar

·               Markung Winzerhausen:
Klosterwald, Stichäcker, Lindauer, Biegeläcker, Wunnensteinberg, Obere Laubersteige, Hälde, Lücke, Stich, Klinge, Wünsten, Straßenwengert, Wunnenstein, Heiligenwald, Gröner, Seewiesen

·               Markung Großbottwar:
Wünsten, Köchersberg, Kelteräcker, Heilbronner Feld, Lerchenberg, Klingen, Wünstental, Unter dem Köchersberg, Schäferhölzle, Beim Schäferhölzle, Hintere Höhe, Breitloh, Sandweg, Bocksberg und Heuerbach.

·               Auf dem Gebiet der Gemeinde Oberstenfeld

·               Markung Oberstenfeld:
Egarten, Forstberg, Hagenloch, Ditzis, Gehrn, Heerweg, Bildäcker, Lerchenbergweg, Lerchenberg, Schelmengraben, Heuerbach, Nußbaum, Krixenberg, Ob der Großbottwarer Straße.

(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:5000 schwarz umrandet und grün angeschummert, eingetragen.

(3) Beide Karten enthalten die rechtsverbindliche Abgrenzung des Landschaftsschutzgebietes und sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten ist bei der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ludwigsburg in 7140 Ludwigsburg, Hindenburgstraße 40, Zimmer 701, niedergelegt und kann von jedermann kostenlos während der Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung und Sicherung der vorhandenen Kulturlandschaft, die geprägt ist, durch die landschaftlich markanten, bewaldeten und weinbaulich genutzten Erhebungen des Wunnenstein, Forstberg und Köchersberg. Die sich an die Weinbaulagen anschließenden Streuobstbestände des Schutzgebietes sind landschaftlich und ökologisch besonders schutzwürdig. Die Tallagen des Karwinkelbaches und des Heuerbaches sind landschaftlich besonders schutzwürdig.

Das Eindringen landschaftsfremder Einflüsse soll verhindert werden, dazu gehört auch das Verhindern von weiteren Kleinbauten und Einfriedigungen.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

1.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

2.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

3.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

4.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder gleichgestellte Maßnahmen, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige nicht bedürfen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen, sowie Anlagen für Segel- und Modellflugzeuge;

8.            Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;

9.            Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

10.        Verankern von schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

14.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

15.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Röhrichtbeständen, Natursteinmauern und -treppen, Felsen und ähnlichen Naturerscheinungen; die Beseitigung von hochstämmigen Obstbäumen sowie der Umbruch von Wiesen in den Tallagen.

(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Beseitigung von einzelnen, absterbenden, hochstämmigen Obstbäumen, wenn anstelle des alten Baumes auf dem Grundstück ein junger Obstbaum (Hochstamm) gepflanzt wird;

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

3.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege und Plätze, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15, sofern Unterhaltungsmaßnahmen aus Verkehrssicherheitsgründen vorgenommen werden;

4.            für die Unterhaltung der Gewässer nach § 28 Wasserhaushaltsgesetz und § 47 Abs. 1 des Wassergesetzes für Baden-Württemberg durch die Unterhaltspflichtigen. Eingriffe in das Ufergehölz sowie die Schilf- und Röhrichtbestände im Rahmen der Gewässerunterhaltung sind jedoch im Benehmen mit der unteren Naturschutzbehörde vorzunehmen;

5.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

6.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

7.            für die Entnahme von Erde aus der Kiesgrube westlich des Forstberges für Zwecke des Weinbaues.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG i.V. m. § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt außer Kraft:

§ 2 Abs. 3 Ziff. 5 der Verordnung des Landratsamtes Ludwigsburg über die einstweilige Sicherstellung von Schutzgebieten im Landkreis Ludwigsburg vom 25.03.1985.

Ludwigsburg, den 06.11.1989

Landratsamt

Dr. Ulrich Hartmann