1.26.006 Brettach-und Heimbachtal mit angrenzenden Höhenzügen (Verrenberg, Golberg und Lindelberg)

Verordnung des Landratsamtes Öhringen vom 15. Januar 1963 (Hohenloher Ztg. v. 25.01.1963), VO 12.08.1999 (Änd.), VO 19.12.2000 (Änd s. NSG 1.243).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) i.d.F. des 2. Änderungsgesetzes vom 01.12.1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) i.d.F. der Änderungsverordnung vom 19.03.1956 (GBl. S. 77) wird folgendes verordnet:

§ 1

 (1) Die in der Landschaftsschutzkarte beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg mit grüner Farbe eingetragenen Landschaftsteile Brettach- und Heimbachtal mit angrenzenden Höhenzügen (Verrenberg, Golberg und Lindelberg) in den Gemeindegebieten Adolzfurt, Bretzfeld, Geddelsbach, Maienfels, Neuhütten, Pfedelbach, Unterheimbach, Verrenberg und Windischenbach, Landkreis Öhringen, werden in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

(1 a) Abweichend von oben Absatz 1 liegen auf Gemarkung Pfedelbach Flur Gleichen die Flurstücke 182/1, 182, 183/11, 183/2 sowie die nordwestliche Ecke von Flst. 180 mit einer Ausdehnung von ca. 10 x 10 m nicht im Landschaftsschutzgebiet (Änd-VO 12.08.1999).

 

 (2) Mehrfertigungen der Landschaftsschutzkarte befinden sich beim Landratsamt Öhringen und den Bürgermeisterämtern Adolzfurt, Bretzfeld, Geddelsbach, Maienfels, Neuhütten, Pfedelbach, Unterheimbach, Verrenberg und Windischenbach.

 (3) Die Landschaftsschutzkarte oder ihre Mehrfertigungen können während der Dienststunden bei den in den Absätzen 1 und 2 genannten Behörden eingesehen werden.

§ 2

Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

 (1) Der Erlaubnis des Landratsamtes Öhringen bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.

 (2) Der Erlaubnis bedarf insbesondere, wer beabsichtigt,

·               a) Bauten aller Art, auch wenn sie einer baurechtlichen Genehmigung nicht bedürfen,

·               b) Stützmauern, Zäune und andere Einfriedigungen,

·               c) Drahtleitungen zu errichten oder zu ändern,

·               d) Steine, Lehm, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise zu ändern,

·               e) Wege, Parkplätze, Zeltplätze und Badeplätze anzulegen, auf anderen als den zugelassenen Plätzen zu lagern oder zu zelten,

·               f) Abfälle, Müll und Schutt abzulagern,

·               g)  Gewässer, Gräben und Kanäle anzulegen, zu verändern oder zu beseitigen,

·               h) Ufergehölz auszustocken, Felsen oder sonstige Naturerscheinungen zu verändern oder zu beseitigen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht gegen das Verbot des § 2 verstößt. Sie ist mit entsprechenden Auflagen und Bedingungen zu erteilen, wenn durch diese ein Verstoß der Maßnahme gegen das Verbot des § 2 abgewendet werden kann. In den übrigen Fällen ist sie zu versagen.

§ 4

 (1) Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf Maßnahmen, die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind und das Landschaftsbild möglichst schonen.

 (2) Veränderungen der Nutzungsart, die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, sind dem Landratsamt Öhringen schriftlich anzuzeigen und dürfen erst vorgenommen werden, wenn das Landratsamt Öhringen die Veränderung nicht binnen 6 Wochen seit der Anzeige untersagt hat. Das Landratsamt ist befugt, die Veränderung zu untersagen, wenn sie eine der in § 2 genannten Wirkungen hätte. Die Untersagung ist aufzuheben, wenn nachgewiesen wird, daß die Veränderung für die Fortführung des Betriebs unerläßlich ist.

 (3) Nutzungsart im Sinne des Absatzes 2 ist die Nutzung eines Grundstückes als Ackerland, als Obstwiese, als Weide, als Weinberg oder als Wald.

 (4) Die Absätze 1 und 2 finden keine Anwendung auf Bauwerke, die einer baurechtlichen Genehmigung bedürfen. Für Bauwerke, die der Land- und Forstwirtschaft dienen und keiner baurechtlichen Genehmigung bedürfen, gilt Abs. 2 entsprechend.

§ 5

Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf

·               a) das Aufstellen von Schildern, die auf den Landschaftsschutz hinweisen, Verbotstafeln und Verkehrszeichen,

·               b) die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.

§ 6

 (1) In besonderen Fällen kann das Landratsamt Öhringen mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg Ausnahmen von § 2 zulassen.

 (2) Die Ausnahme kann an Bedingungen und Auflagen gebunden werden.

§ 7

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Öhringen ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dieses den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 8

Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 Reichsnaturschutzgesetz bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08.06.1959 (GBl. S. 53) mit Geldbuße geahndet.

§ 9

(1) Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Die Anordnung des Landratsamtes Öhringen vom 27. Februar 1958 über die einstweilige Sicherstellung des Geddelsbacher Hanges wird aufgehoben.

 (ohne Unterschrift)

Änderung:

Verordnung des Landratsamts Hohenlohekreis als untere Naturschutzbehörde zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Brettach‑ und Heimbachtal mit angrenzenden Höhenzügen" auf Gemarkung Pfedelbach Flur Gleichen vom 12. August 1999, (Pfedelbacher Gemeindeblatt v. 27.08.1999).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3, 59 Abs. 6 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385), wird verordnet:

§ 1

Die Verordnung des früheren Landratsamts Öhringen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Brettach‑ und Heimbachtal mit angrenzenden Höhenzügen (Verrenberg, Golberg und Lindelberg)" vom 15. Januar 1963, veröffentlicht im Kreisamtsblatt (Hohenloher Zeitung) vom 25.01.1963, wird dadurch geändert bzw. ergänzt, daß nach § 1 Abs. 1 folgender Absatz 1 a eingefügt wird:

 (1 a) Abweichend von oben Absatz 1 liegen auf Gemarkung Pfedelbach Flur Gleichen die Flurstücke 182/1, 182, 183/11, 183/2 sowie die nordwestliche Ecke von Flst. 180 mit einer Ausdehnung von ca. 10 x 10 m nicht im Landschaftsschutzgebiet.

§ 2

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Lang

Änderung:

Durch VO vom 19.12.2000 (NSG 1.243 ”Brettachtal oberhalb Geddelsbach”) Fläche um 19 ha verkleinert.