1.26.022 Langenbachtal zwischen Diebach und Crispenhofen mit weiterer Umgebung

Verordnung des Landratsamtes Hohenlohekreis über das Landschaftsschutzgebiet "Langenbachtal zwischen Diebach und Crispenhofen mit weiterer Umgebung" vom 30. April 1985 (Hohenloher Zeitung vom 07.05.1985).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06.06.1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Weißbach (Gemarkung Crispenhofen), Schöntal (Gemarkung Sindeldorf) und der Stadt Ingelfingen (Gemarkung Criesbach, Diebach, Eberstal und Flur Bobachshof) werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Langenbachtal zwischen Diebach und Crispenhofen mit weiterer Umgebung".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 343 ha.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt im wesentlichen folgende Landschaftsteile:

·               das Hettenbachtal und den Criesbacher Sattel

·               Umgebung des Bobachshofes

·               das Langenbachtal zwischen Diebach und Crispenhofen

·               Gebiet nördlich von Diebach und westlich der Hohen Straße

·               Kelterberg und Gewann Gäbich nördlich von Crispenhofen.

 (3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Flurkarte M 1 : 5 000 und einer Übersichtskarte M 1 : 25 000 schwarz eingegrenzt und grün angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Hohenlohekreis in 7118 Künzelsau - Amt für Umweltschutz - zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung eines weitgehend naturnahen Landschaftsabschnittes mit vielfältigen Oberflächenformen und Landnutzungen sowie auch im Interesse der Naherholung die Sicherung eines gesunden Naturhaushaltes.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

1.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

2.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

3.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen i.S. der Landesbauordnung für Baden-Württemberg in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedungen;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderungen von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.            Anlagen oder Veränderung von Flugplätzen;

9.            Betrieb von Motorsport sowie motorgetriebenen Schlitten;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

13.        Neuaufforstungen, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf sonstige Weise;

14.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäume, Hecken, Gebüsch, Feld- und Ufergehölzen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen;

15.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter der Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

3.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiung

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilt werden.

Die Befreiung bedarf bei Handlungen im Sinne von § 5 Abs. 2 Ziff. 1, Ziff. 3, Ziff. 4, Ziff. 6, Ziff. 7, Ziff. 11 und Ziff. 14 der Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig i.S. des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des NatSchG i.V. mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft.

Landratsamt Hohenlohekreis

Kownatzki

Änderung:

Durch VO vom 08.02.1993(Änderung) Fläche um 2 ha verkleinert (VO s. u.).

Verordnung des Landratsamtes Hohenlohekreis als untere Naturschutzbehörde zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Langenbachtal zwischen Diebach und Crispenhofen" auf Gemarkung Weißbach-Crispenhofen vom 08. Februar 1993.

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert am 19.11.1991 (GBl. S. 701), wird verordnet.

§ 1

Die Verordnung des Landratsamts Hohenlohekreis als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Langenbachtal zwischen Diebach und Crispenhofen" vom 30.04.1985 (Amtsblatt für den Hohenlohekreis - Hohenloher Zeitung vom 07.05.1985) wird dadurch geändert bzw. ergänzt, daß an § 2 Abs. 3 folgender Absatz angefügt wird:

"(4) Hinsichtlich des Gewanns "Brückle" in Crispenhofen gilt die sich aus der Neufassung der Karte 1 : 25 000 und der Flurkarte 1 : 2 500 vom heutigen Tag ergebende Abgrenzung. Die Flurstücke 2578, 353, 354, 355, 357, 360 und 2583 sowie Teile von Flst. 356/3, 358 und 359, Gemarkung Crispenhofen und die dortigen Wegflächen, liegen somit nicht mehr im Landschaftsschutzgebiet. Die Verordnung mit Karten liegt beim Bürgermeisteramt Weißbach zur Einsicht durch jedermann auf, eine Mehrfertigung befindet sich beim Landratsamt Hohenlohekreis".

§ 2

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Lang