1.27.016 Lerchenberg-Hahnenberg

Sammelverordnung für die Landschaftsschutzgebiete 1.27.16 und 1.27.92

Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen und Landschaftsbestandteilen im Kreis Crailsheim (Hohenloher Tagblatt vom 7. Juni 1951).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Zweiten Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnungen vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Ermächtigung der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart für den Bereich des Kreises Crailsheim folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt als unterer Naturschutzbehörde in Crailsheim mit grüner Farbe eingetragenen und in einem besonderen Verzeichnis unter Nr. 1 - 9 aufgeführten Landschaftsteile und Landschaftsbestandteile im Bereich der Gemarkungen Crailsheim und Ingersheim werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Es handelt sich hierbei um folgende Stellen:

1.     Jagstufer und Talhang Heldenmühle bis Auholz;

2.     Jagstufer, Heldenmühle bis zur Tiefenbacher Straße;

3.     Kregelberg und Karlsberg;

4.     Hermannsberg;

5.     Eichwald - Waldrand, alte Linden;

6.     Eichwald - Waldrand;

7.     Baumgruppe (Pappeln) Feldweg von Altenmünster nach Ingersheim, Kreuzung, Grundweg;

8.     Jagstufer
Wiesmühle Markung Jagstheim bis Kuppelismühle;

9.     Lerchenberg – Hahnenberg
Straße Ingersheim - Alexandersreut.

§ 2

 (1) Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch farbige Umrahmung kenntlich gemachten Gebiete Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, das Landschaftsbild oder die Natur zu beeinträchtigen.

 (2) Unter das Verbot fallen insbesondere:

·               a) die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von solchen, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen, einschließlich von Umzäunungen oder sonstigen Einfriedigungen;

·               b) der Bau von Drahtleitungen;

·               c) das Ablagern von Abfällen, Müll und Schutt;

·               d) die Anlage von Abschütthalden, Steinbrüchen, Baggerbetrieben, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder die Erweiterung bestehender Betriebe, sofern sie in Widerspruch mit dem Sinn dieser Verordnung stehen;

·               e) die Beseitigung oder Beschädigung der innerhalb der geschützten Landschaftsteile vorhandenen Hecken, Bäume und Gehölze außerhalb des Waldes, der Tümpel und Teiche;

·               f) die Beseitigung der als Landschaftsbestandteile geschützten Ufergehölze an der Jagst und der Baumgruppe südöstlich des Ortsteiles Altenmünster soweit das nicht von der zuständigen Wasserbaubehörde aus Gründen des Hochwasserschutzes oder aus Gründen der Verkehrssicherheit für nötig erachtet wird;

·               g)  die Durchführung von Rodungen und Kahlschlägen in den mitgeschützten Waldteilen;

·               h) die Aufforstung von Wiesen und Äckern;

·               i) das Lagern und Zelten an anderen als hierfür vorgesehenen Plätzen;

·               k) das Anbringen von Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz und den Verkehr beziehen.

 (3) Vorhandene landschaftliche Verunstaltungen sind auf Anordnung der zuständigen Naturschutzbehörde zu beseitigen, sofern es sich nicht um behördlich genehmigte Anlagen handelt und die Beseitigung ohne größeren Schaden möglich ist. Die Naturschutzbehörde kann verlangen, daß zur Verdeckung von Bauwerken, die das Landschaftsbild beeinträchtigen, Bäume oder Sträucher gepflanzt werden, soweit dies dem Betroffenen wirtschaftlich zumutbar ist.

§ 3

Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Weise und im bisherigen Umfang sowie pflegliche Maßnahmen, sofern sie dem Zwecke der Verordnung nicht widersprechen. Die in § 2 Abs. 2 f genannten Ufergehölze dürfen nur auszugsweise genutzt werden, und zwar jährlich höchstens bis zu einem Fünftel des Bestandes. Es dürfen jedoch nur einzelne Bäume oder Sträucher, keine zusammenhängende Reihen entfernt werden. Für die beseitigten Gehölze ist Ersatz zu pflanzen, falls nicht Stockholzausschlag zu erwarten ist.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften der §§ 2 und 3 können in Ausnahmefällen von der unteren Naturschutzbehörde zugelassen werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im "Hohenloher Tagblatt" in Kraft.

Crailsheim, den 2. Juni 1951

Landratsamt

als untere Naturschutzbehörde.