1.27.017 Volkersbach mit Bachgehölz

Sammelverordnung für die Landschaftsschutzgebiete 1.27.17, 1.27.18, 1.27.23, 1.27.24, 1.27.93

Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen und Landschaftsbestandteilen im Kreis Crailsheim (Hohenloher Tagblatt vom 2. Oktober 1959).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung der Gesetze vom 29. September 1935 (RGBl. I S. 1191), vom 1.Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) und vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der Verordnung zur Durchführung des RNG vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Verordnung vom 19.03.1956 (GBl. S. 77) und in Verbindung mit § 17 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08.06.1959 (GBl. S. 53) wird mit Ermächtigung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg folgendes verordnet:

§ 1

 (1) Die nachstehenden Gebiete werden dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt:

1.     Brettheim
Nordwärts vom Rohrturm die Landhege, ein alter bewaldeter Grenzwall von 1433, um das Rothenburger Gebiet herum;

2.     Ellrichshausen
Der Volkersbach mit Bachgehölz von der Brücke Volkershausen bis zur Straße nach Bronnholzheim;

3.     Gaggstatt
Umlaufberg Lobenhausen mit Kirche und Friedhof, etwa bis zur Höhenlinie 370 m im Norden, 390 m im Süden;

4.     Gröningen
Nördlich Bölgental "Pappelgruppe" (etwa 8 Pappeln);

5.     Gröningen
An der Straße Bölgental-Gröningen "6 Linden" und "2 Ahorn", weiter unten (östlich) noch "1 Linde";

6.     Kirchberg/Jagst
"Lindenallee" an der Lobenhäuser Straße

7.     Lautenbach
"Storchenweiher";

8.     Marktlustenau
"Kressberg". Abgrenzung: Unten das Sträßchen, im Norden von Brenntenberg ein Weg, bei Marktlustenau das Wäldchen und Sträßchen mit Holzschranken bis zum Friedhof;

9.     Marktlustenau
"Schönbach" mit Ufergehölz von der Straßenbrücke bis westlich Kressberg;

10.           Oberspeltach
Die obere Kuppe des Burgberges (Grenze: Waldwege, die um die Kuppe herumführen);

11.           Onolzheim
"Pappelallee" südlich Onolzheim, z.T. als Doppelallee mit etwa 50 Schwarzpappeln;

12.           Rechenberg
"Mühlweiher"

13.           Satteldorf
Schloß Burleswagen "Berghang gegen Nord und West"; Abgrenzung: Im Norden Straße, im Westen Jagst bis zur Rinne an der Eiche;

14.           Satteldorf
"Teufelsklinge" nördl. Crailsheim-Auhof. Muschelkalkklinge mit alten Steinbrüchen im oberen Teil; reichhaltige Flora;

15.           Westgartshausen
"Wacholderberg" (Steppenheide) vom Waldrand im Westen an 1 km ostwärts;

16.           Wildenstein
"Stockweiher";

17.           Wildenstein
"Rohrweiher" bei Wäldershub.

 (2) Die Grenzen der geschützten Gebiete sind mit grüner Farbe in die Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt Crailsheim eingezeichnet. Ausfertigungen der Landschaftsschutzkarte befinden sich beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg und bei den Bürgermeisterämtern der vorstehend genannten Markungen.

§ 2

 (1) In den geschützten Gebieten (§ 1) sind Änderungen, welche die Landschaft verunstalten, die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen, verboten.

 (2) Die bisherige wirtschaftliche Nutzung bleibt erlaubt, soweit sie dem Zweck dieser Verordnung nicht zuwiderläuft.

 (3) In den geschützten Gebieten (§ 1) bedürfen der Genehmigung:

·               a) das Errichten, Erneuern und Verändern von Bauwerken aller Art; hierzu gehören auch Feldscheuern, Gartenhäuschen, Geschirrhütten, Lagerschuppen, Verkaufsstände und dergleichen, auch wenn diese Bauten nur unbedeutende Abmessungen besitzen oder wenn sie beweglich sind;

·               b) das Errichten von Stützmauern und Einfriedigungen;

·               c) das Anbringen von Werbetafeln, Plakaten, Spruchbändern, Inschriften, Schildern und dergleichen, soweit sie nicht ausschließlich der Verkehrsregelung, der amtlichen Wegbeschilderung, der Kennzeichnung von Wanderwegen oder von Waldorten oder dem Hinweis auf den Landschaftsschutz dienen;

·               d) das Ablagern von Abfällen, Müll, Schutt, Baugrubenaushub und dergleichen;

·               e) das Anlegen von Lehm-, Sand- oder Kiesgruben, von Steinbrüchen, Abschutthalden, das Erweitern bestehender und das Wiedereröffnen stillgelegter derartiger Anlagen;

·               f) sonstige Veränderungen der natürlichen Geländeform durch Sprengungen, Grabungen oder Aufschüttungen und dergleichen, insbesondere der Bau von Wegen und Parkplätzen;

·               g)  das Abbrennen von Grasflächen während des ganzen Jahres (auch in der Zeit vom 1. September bis 15. März);

·               h) Erstaufforstungen sowie Waldausstockungen (Rodungen);

·               i) das Beseitigen vorhandener Ödlandreste;

·               k) das Lagern und Zelten an anderen als den vom zuständigen Bürgermeisteramt vorgesehenen Plätzen;

·               l) der Bau von Drahtleitungen;

·               m) das Anlegen und Verändern von Gewässern, Gräben und Kanälen;

·               n)das Beseitigen oder wesentliche Verändern von Bäumen, Gebüschen und Gehölzen außerhalb des geschlossenen Waldes sowie von Hecken und Rainen;

·               o) das Beseitigen oder Verändern von Felsen oder sonstigen Naturerscheinungen;

·               p) sonstige wesentliche Veränderungen innerhalb der geschützten Gebiete.

 (4) Die Genehmigung (Abs. 3) wird erteilt, wenn die Änderungen weder die Landschaft verunstalten, noch die Natur schädigen, noch den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 3

Zur Erteilung der Genehmigung und zum Erlaß von sonstigen Verfügungen auf Grund dieser Verordnung ist das Landratsamt Crailsheim zuständig.

§ 4

 (1) Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen des Landratsamtes Crailsheim ganz oder teilweise zu beseitigen. Das Verlangen muß dem Betroffenen zumutbar sein; es darf keine größeren Aufwendungen erfordern.

 (2) Abs. 1 ist auf behördlich genehmigte Anlagen nicht anzuwenden.

§ 5

Verstöße gegen die Vorschriften in § 2 werden nach §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Hohenloher Tagblatt in Kraft.

Crailsheim, den 22. September 1959

Landratsamt als untere Naturschutzbehörde