1.27.043 Mittleres Jagsttal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg als höhere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Mittleres Jagsttal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten" in den Landkreisen Crailsheim und Künzelsau vom 27. Dezember 1972 (GBl. 1973, S. 25).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird verordnet:

§ 1

Der in § 2 näher beschriebene Landschaftsteil in den Gemeindegebieten Bartenstein, Beimbach, Blaufelden, Crailsheim, Dünsbach, Ettenhausen, Gerabronn, Gröningen, Herrentierbach, Kirchberg, Langenburg, Lendsiedel, Michelbach a.d. Heide, Rot am See, Ruppertshofen, Satteldorf, Simprechtshausen, Triensbach (Landkreis Crailsheim), Buchenbach, Dörzbach, Eberbach, Hohebach, Hollenbach, Künzelsau, Mulfingen, Zaisenhausen (Landkreis Künzelsau), wird dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Dieser Landschaftsteil wird als Landschaftsschutzgebiet "Mittleres Jagstal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten" bezeichnet.

§ 2

 (1) Das Schutzgebiet, das eine Größe von ca. 8 880 ha hat, erstreckt sich auf Gemarkungsteile folgender Gemeinden:

·               a) im Gebiet des Landkreises Crailsheim
Bartenstein, Beimbach, Blaufelden, Crailsheim, Dünsbach, Ettenhausen, Gerabronn, Gröningen, Herrentierbach, Kirchberg, Langenburg, Lendsiedel, Michelbach a.d.Heide, Rot am See, Ruppertshofen, Satteldorf, Simprechtshausen, Triensbach;

·               b) im Gebiet des Landkreises Künzelsau
Buchenbach, Dörzbach, Eberbach, Hohebach, Hollenbach, Künzelsau, Mulfingen, Zaisenhausen.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt die gesamten Talräume der mittleren Jagst einschließlich der Talhänge, Talterrassen und die Talkanten gegen die Hochfläche sowie Teile der Hochfläche. Es beginnt bei der Heldenmühle nördlich von Crailsheim und endet flußabwärts mit der westlichen Markungsgrenze von Dörzbach.

 (3) Das Schutzgebiet umfaßt ferner folgende Nebentäler und Klingen, die aus dem morphologischen Bild des Jagsttales herausragen, einschließlich ihrer Talhänge, Talterrassen und Talkanten gegen die Hochfläche sowie Teile der Hochebene.

Linksseitige Zuflüsse der Jagst

1.            Schmiedebach:
Von der Einmündung in die Jagst ca. 400 m Luftlinie bachaufwärts.

1.            Zufluß von Herboldshausen:
Von der Einmündung in die Jagst 1,6 km Luftlinie bachaufwärts.

2.            Teufelsklinge bei Lobenhausen:
Jagst bis an die Straße Lobenhausen-Kirchberg.

3.            Heppach bei Eichenau:
250 m langes Teilstück bis westlich Eichenau mit Hangflächen westlich der Eichenauer Mühle.

4.            Scherrbach bei Dörrmenz:
Von der Einmündung in die Jagst bis Ortsrand Dörrmenz.

5.            Dünsbach bei Morstein:
Vom südlichen Ortsrand Kleinforst bis ca. 200 m nördlich von Dünsbach.

6.            Völkersbach bei Söllbot:
Von der Einmündung in die Jagst ca. 800 m Luftlinie bachaufwärts.

7.            Stechbergklinge bei Nesselbach:
Von der Einmündung in die Jagst bis Ortsrand Nesselbach.

8.            Totensteigle bei Unterregenbach:
Vom Ortsrand Unterregenbach ca. 1,3 km Luftlinie bachaufwärts.

9.            Buchenbach mit Totenklinge bei Buchenbach:
Vom südlichen Ortsrand Buchenbachs, Buchenbach ca. 700 m und Totenklinge ca. 750 m Luftlinie bachaufwärts.

10.        Speltbach bei Berndshofen:
Vom westlichen Ortsrand bis ca. 250 m nördlich von Berndshausen und nördlicher Teil des Speltbaches bis ca. 300 m südlich vom unteren Railhof.

11.        Hetzlesbach bei Heimhausen:
Vom westlichen Ortsrand Heimhausen nördlichen Teil des Hetzlesbaches ca. 1,5 km Luftlinie bachaufwärts, und südlichen Teil des Hetzlesbaches ca. 1,2 km Luftlinie bachaufwärts.

12.        Hohebach bei Hohebach:
Vom Ortsrand Hohebach bachaufwärts bis ca. 250 m nördlich von Seidelklingen.

13.        Forellenbach bei Hohebach:
Vom Ortsrand Hohebach ca. 2,2 km Luftlinie bachaufwärts.

14.        Klinge am Läusersberg bei Hohebach:
Vom Ortsrand Hohebach ca. 900 m Luftlinie bachaufwärts.

Rechtsseitige Zuflüsse der Jagst

15.        Teufelsklinge gegenüber Tiefenbach:
Von der Einmündung in die Jagst ca. 900 m Luftlinie bachaufwärts.

16.        Gronach bei Gröningen:
Von der Einmündung in die Jagst ca. 1,5 km bachaufwärts.

17.        Steinbach bei Mistlau:
Von der Einmündung in die Jagst ca. 1,1 km Luftlinie bachaufwärts.

18.        Steinbach bei Hangberg:
Von der Einmündung in die Jagst ca. 1,1 km Luftlinie bachaufwärts.

19.        Brettach:
Von der Einmündung in die Jagst bis ca. 1 km Luftlinie westlich von Brettenfeld.
a)Linksseitige Zuflüsse der Brettach
aa)Beimbach bei Beimbach:
Von der Einmündung in die Brettach ca. 1,2 km Luftlinie bachaufwärts.
b)Rechtsseitige Zuflüsse der Brettach
aa)Blaubach bei Blaubach-Amlishagen:
Von der Einmündung in die Brettach ca. 2 km Luftlinie bachaufwärts sowie als Zufluß des Blaubachs.
Klinge im Gewand Kühlstatt bei Blaubach. Von der Einmündung in den Blaubach 1,2 km Luftlinie klingenaufwärts.
bb)Klinge am Steinberg bei Amlishagen:
Von der Einmündung in die Brettach 1,2 km Luftlinie klingenaufwärts.
cc)Schinderklinge bei Michelbach a.d.Heide - Gerabronn:
Von der Einmündung in die Brettach 700 m Luftlinie klingenaufwärts.
dd)Michelbach bei Michelbach:
Von der Einmündung in die Brettach 1,5 km Luftlinie bachaufwärts.

20.        Ziegelbach bei Bächlingen:
Von Ortsrand Bächlingen 600 m Luftlinie bachaufwärts.

21.        Schimbach bei Langenburg:
Von der Einmündung in die Jagst 1,1 km Luftlinie bachaufwärts.

22.        Reisichsbach bei Oberregenbach:
Von der Einmündung in die Jagst 1,4 km Luftlinie bachaufwärts.

23.        Holderbach bei Unterregenbach:
Von der Einmündung in die Jagst 1,8 km Luftlinie bachaufwärts.

24.        Weidenklinge bei Eberbach, Kreis Künzelsau:
Vollkommen im Landschaftsschutzgebiet.

25.        Rötelbach:
Vom Ortsende Eberbach bachaufwärts bis 1,5 km Luftlinie westlich von Raboldshausen.
a)Rechtsseitige Zuflüsse des Rötelbaches
aa)Weilersbach:
Von der Einmündung in den Rötelbach 900 m Luftlinie bachaufwärts in Richtung Raboldshausen.
bb)Galgenklinge bei Billingsbach:
Von der Einmündung in den Rötelbach 700 m Luftlinie klingenaufwärts.
cc)Billingsbach bei Billingsbach:
Von der Einmündung in den Rötelbach bis 200 m Luftlinie vom Ortsrand Billingsbach.
dd)Mittelbach bei Mittelbach:
Von der Einmündung in den Rötelbach bis Ortsrand Mittelbach. ee) Zufluß östlich Waldteil "Taubenhof" bei Simmetshausen:
Von der Einmüdnung in den Rötelbach 1,3 km Luftlinie bachaufwärts.
ff)Huttersbrunnen bei Simprechtshausen:
Von der Einmündung in den Rötelbach 1,1 km Luftlinie bachaufwärts.

26.        Lausenbach bei Simprechtshausen:
Von der Einmündung in die Jagst 1,9 km Luftlinie bachaufwärts.

27.        Märzenbach bei Simprechtshausen:
Von der Einmündung in die Jagst 2 km Luftlinie bachaufwärts.

28.        Roggelhäuserbach bei Mulfingen:
Vom Ortsrand Mulfingen bachaufwärts bis Ortsrand Alkertshausen.

29.        Ette:
Vollkommen im Landschaftsschutzgebiet.
a)Linksseitige Zuflüsse der Ette
aa) Tierbach bei Herrentierbach:
Von der Einmündung in die Ette bachaufwärts bis 300 m nördlich von Herrentierbach.
b)Rechtsseitige Zuflüsse der Ette
aa)Eselsbach bei Riedbach:
Vom Zusammenfluß mit dem Tierbach bachaufwärts bis Ortsanfang Heuchlingen.
Die Zuflüsse des Eselsbach
Kalkofenbach bei Riedbach:
Von der Einmündung in den Eselsbach 300 m Luftlinie bachaufwärts.
Riedbach bei Riedbach:
Von der Einmündung in den Eselsbach bis 250 m vor Ortsrand Riedbach.
bb)Gütbach bei Bartenstein:
Von der Einmündung in die Ette bis Klopfhof.
cc)Pippibach bei Zaisenhausen:
Vom Ortsrand Zaisenhausen 1,1 km Luftlinie bachaufwärts. dd) Staigerbach bei Staigerbach:
Von der Einmündung in die Ette bachaufwärts bis Ortsrand Staigerbach.

30.        Rißbach.
Vollkommen im Landschaftsschutzgebiet.
a)Linksseitige Zuflüsse des Rißbaches
aa)Hollenbach bei Hollenbach:
Von dem Zusammenfluß mit dem Meisenbach bachaufwärts bis 300 m westlich von Hollenbach.
b)Rechtsseitige Zuflüsse des Rißbaches
aa)Meisenbach bei Hollenbach:
Vom Zusammenfluß mit dem Hollenbach 1,6 km Luftlinie bachaufwärts.
bb)Burgklinge bei der ehemaligen Burg Gruningen:
Von der Einmündung in den Rißbach 700 m Luftlinie klingenaufwärts.
cc)Steinbach bei Ailringen:
Von der Einmündung in den Rißbach 1,5 km Luftlinie bachaufwärts.
dd)Ameisenklinge bei Ailringen:
Von der Einmündung in den Rißbach 700 m Luftlinie bachaufwärts.

31.        Kiesgraben bei Dörzbach:
Vollkommen im Landschaftsschutzgebiet.

32.        Goldbach bei Dörzbach:
Vom Ortsrand Dörzbach 1,3 km Luftlinie bachaufwärts.

 (4) Ausgenommen vom Schutzgebiet sind die Ortslagen sowie die für eine Bebauung vorgesehenen Geländeteile.

 (5) Die Grenzen des Schutzgebiets sind mit grüner Farbe in die beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg aufliegende Landschaftsschutzkarte, die aus 7 Übersichtskarten im Maßstab 1 : 25 000 (Ziff. I bis VII), 176 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 (Ziff. 1 - 176), 5 Flurbereinigungskarten (Flurbereinigung Hohebach), Maßstab 1 : 5 000, Flurbereinigung Hollenbach Zuteilungskarte 1, Maßstab 1 : 5 000, Flurbereinigung Hollenbach Zuteilungskarte 2, Maßstab 1 : 5 000 Flurbereinigung Gaggstatt-Hornberg Zuteilungskarte 5, Maßstab 1 : 2 500, Flurbereinigung Gaggstatt-Hornberg Zuteilungskarte 6, Maßstab 1 : 2 500 (Ziffern 177-181) und 2 Flächennutzungsplänen (Flächennutzungsplan Mulfingen, Maßstab 1 : 5 000 und Flächennutzungsplan Dörzbach, Maßstab 1 : 5 000, Ziff. 182 und 183) besteht, eingetragen.

 (6) Mehrfertigungen der Landschaftsschutzkarte befinden sich bei den Landratsämtern Crailsheim und Künzelsau.

 (7) Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3

Im Schutzgebiet sind Änderungen verboten, welche die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.

§ 4

 (1) Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Landratsamts.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere:

1.            Errichtung von Anlagen, die nach der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen; das gleiche gilt für die der Errichtung gleichgestellten Maßnahmen;

2.            Errichtung oder Änderung von Mauern, Zäunen oder anderen Einfriedigungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

3.            Verlegen von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

4.            Abgrabung von Steinen, Lehm, Sand, Kies oder anderen Erdbestandteilen einschließlich der Erweiterung bereits bestehender Abbaustätten, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

5.            Änderung der bisherigen Bodengestalt vor allem durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

6.            Anlage oder Änderung von Straßen und Wegen, mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch soweit sie keiner straßen- oder wegerechtlichen Entscheidung bedürfen;

7.            Anlage oder Änderung von Plätzen (Zelt-, Abstell-, Lager-, Spiel- oder Sportplätze u.ä.), soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

8.            außerhalb der zugelassenen Plätze das nicht nur vorübergehende Aufstellen von Zelten, Wohn- oder Verkaufswagen, auch wenn die Wagen nicht überwiegend ortsfest benutzt werden;

9.            Verankern von Wohnbooten, Wohnflößen oder anderen schwimmenden Anlagen sowie von Bojen;

10.        Schaffung, Beseitigung oder Änderung fließender oder stehender Gewässer sowie die Einleitung von Abwässern in solche, mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch wenn sie keiner wasserrechtlichen Entscheidung bedürfen;

11.        Ablagerung oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Müll, Erd- und Gesteinsaushub, Schutt, Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

12.        Anbringen von Plakaten, Schildern und Schrifttafeln, soweit nicht bereits § 7 Abs. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung oder Nr. 1 zutrifft;

13.        Änderung der Bodennutzung, insbesondere Neuaufforstungen, Ausstockungen und Großkahlschläge;

14.        Beseitigung oder Änderung wesentlicher Landschaftsbestandteile, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen, insbesondere von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Heideflächen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen, Felsen und Steinriegeln, soweit nicht bereits § 14 Abs. 1 der Naturschutzverordnung in der jeweils geltenden Fassung zutrifft;

15.        Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme Wirkungen der in § 3 genannten Art nicht zur Folge hat. Sie ist mit Auflagen oder Bedingungen zu erteilen, wenn dadurch solche Wirkungen abgewendet werden können. Zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden. In den übrigen Fällen ist die Erlaubnis zu versagen. Will das Landratsamt entgegen der Stellungnahme des Kreisbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege eine Erlaubnis erteilen, so ist zuvor die Weisung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde einzuholen.

 (4) Soweit für Bauvorhaben die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Verwaltungsbehörde nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes in der jeweils geltenden Fassung erforderlich ist, muß auch die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes kann mit einer entsprechenden Regelung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde verbunden werden.

 (5) Genehmigungs-, Erlaubnis- und Anzeigepflichten nach anderen gesetzlichen Vorschriften bleiben unberührt.

§ 5

 (1) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf das Landschaftsbild schonende Änderungen,

1.            durch die Acker in Grünland oder Grünland in Acker umgewandelt wird, oder

2.            die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Großkahlschläge, Ausstockungen, Neuaufforstungen, die Anlage von Obstkulturen oder die in § 4 Abs. 2 Nr. 1, 2, 5, 6 und 10 genannten Änderungen handelt.

 (2) Die §§ 3 und 4 finden weiter keine Anwendung auf:

1.            das Aufstellen transportabler Weidezäune;

2.            die Errichtung feststehender Weidezäune aus Holzpfosten mit einer Höhe bis 1,30 m und 3 Längsdrähten bzw. ungehobelten Querlatten oder Knotengitter.

 (3) Die nach Absatz 1 Nr. 2 erforderliche Erlaubnis ist auch dann zu erteilen, wenn nachgewiesen wird, daß die Änderung für die Fortführung des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs unerläßlich ist.

§ 6

Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf:

1.            das Aufstellen von Schildern, die auf den Schutz des Gebiets hinweisen, Verbotstafeln, Verkehrszeichen sowie Schilder für die Forst- und Waldeinteilung;

2.            die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei mit Ausnahme der Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne des § 4 Abs. 2 Nr. 1.

§ 7

 (1) In besonderen Fällen, namentlich wenn überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit vorliegen, kann das Landratsamt mit Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde Ausnahmen von § 3 zulassen.

 (2) Die Ausnahme kann mit Auflagen oder Bedingungen versehen sowie widerruflich oder befristet zugelassen werden. § 4 Abs. 3 Satz 2 zweiter Halbsatz gilt entsprechend.

§ 8

Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen sind auf Verlangen des Landratsamts ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.

§ 9

Wer in dem Schutzgebiet

1.            entgegen § 3 die Landschaft verunstaltet oder die Natur schädigt oder den Naturgenuß beeinträchtigt,

2.            entgegen § 4 Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des Landratsamts vornimmt,

handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 10

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Stuttgart, den 27. Dezember 1972

Roemer

Änderung:

Durch VO vom 07.03.1974 (NSG 1.47 "Reiherhalde bei Bächlingen") Fläche um 80 ha verringert.

Durch VO vom 14.01.2003 (NSG 1.256 u. LSG 1.4.90 "Jagsttal mit Seitentälern zwischen Crailsheim und Kirchberg") Fläche um 862 ha verringert.