1.27.086 Ostabfall des Mainhardter Waldes mit Teilen des Kochertales und Nebentälern zwischen Gaildorf und Westheim

Verordnung des Landratsamtes Schwäbisch Hall über das Landschaftsschutzgebiet "Ostabfall des Mainhardter Waldes mit Teilen des Kochertales und Nebentälern zwischen Gaildorf und Westheim" vom 19.04.1996 (Haller Tagblatt vom 25.04.1996).

Aufgrund von § 22 und § 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der zum Zeitpunkt des Verordnungserlasses geltenden Fassung wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Gaildorf und der Gemeinde Rosengarten werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Ostabfall des Mainhardter Waldes mit Teilen des Kochertales und Nebentälern zwischen Gaildorf und Westheim".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1)Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 891 ha.

 (2)Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom April 1996 folgende Landschaftsteile:

·               Den Ostabfall des Mainhardter Waldes zwischen Gaildorf-Unterrot und Westheim sowie Teile des Kochertales zwischen Gaildorf und Westheim auf den Gemarkungen Gaildorf, Eutendorf und Ottendorf, Stadt Gaildorf und der Gemarkung Westheim, Gemeinde Rosengarten.

Folgende Gewanne sind vollständig oder teilweise im Landschaftsschutzgebiet enthalten:

·               Abtshalde, Apenbronnwiesen, Badhalde, Baierfeld, Beilstein, Bibersbrühl, Birkach, Breitäcker, Breitfurt, Breitwiesen, Bringenwört, Brühl, Buchreute Burkhardshalde, Dazenäcker, Eicheläcker, Eulat, Eselsberg, Feldle, Fleischäcker, Fleischwiesen, Flürle, Fronau, Fuchsäcker, Gaisbühl, Gemeind, Gereut, Gözenloh, Graber, Gries, Großohnor, Haalrain, Hagenbühl, Hägenauer Acker, Hägenauer Wiesen, Hardt, Hartmannsklinge, Häslensäcker, Häusersbach, Heerbeet, Heckäcker, Hinlesbach, hintere Haaläcker, hinteres Löchle, hinter Loh, Hohe Egerten, Höhe, Hörnlesloh, Hühnerberg, Hupfenbühl, Hushalde, Kaih, Kammerwiesen, Kappelesberg, Kappelisberg, Kieselwiesen, Kirchbühl, Kirchhalde, Kirgel, Kirgelhalden, Klebäcker, Kleinohnst, klein Ohnot, Klingenäcker, Kocheräcker, Kreben, Krummenau, krumme Halden, Landgraben, Laubiger Sumpf, Lauswiesen, Liensbacht Löchle, Loh- und Flachsklinge, Löchlen, Mettelsbühl, Mühlhalde, Mühlrain, Neuwiesen, obere Au, Pfennig, Pfingstäcker, Rain, Raingärten, Rainwiesen, Reutäcker, Reute, Rinnich, Rohrwiesen, Roksee, Rothalde, Rühl, Rutenäcker, Sandhalde, Schafwasen, Schelmenbach, Schelmenwasen, Schlauchäcker, Schloßäcker, Schlossbach, Schönrain, Schwärzenbach, Seefeld, Seeklinge, Seewiesen, Spitzwasen, Stadtflur, Staigwasen, Stammerloh, Steinäcker, Steinbühl, Steinlesbach, Steppach, Stockwiesen, Straßfeld, Suhl, Thaläcker, Tiefenrot, Trögenäcker, unterer Anger, Vogelau, Vogelheerd, vordere Haaläcker, vorderes Löchle, Walpenäcker, Walpenteich, Weberswiesen, Wehrwiesen, Westrich, Wieslensloh, Winkelwiesen, Wolfswiesen, Wüsthalde, Zaunäcker, Zimmerfeld.

 (3)Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte des Landratsamtes Schwäbisch Hall vom April 1996 im Maßstab 1:25 000 und in sechs Flurkarten im Maßstab 1:5 000 eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist:

1.            Die Erhaltung und Sicherung des Randbereiches des Mainhardter Waldes und des weitgestreckten Tales mit Seitentälern mit seinen Pflanzen-, Tier- und Waldbeständen;

1.            die Erhaltung und Sicherung der ökologisch hochwertigen Vernetzung zwischen Wald, Waldrändern und -säumen, Streuobstwiesen, Hecken, Feldgehölzen, Grünländern und Äckern, Fließgewässern und Bach- bzw. Flußtälern;

2.            die Sicherung des vielgestaltigen Landschaftsbildes, das in der quellreichen Keuperstufe von lebhaften Geländeformen mit daran angepaßten Nutzungen bestimmt wird;

3.            die Erhaltung und Sicherung des wertvollen und reich gegliederten Landschaftsraumes als Ausgleichsgebiet für Naherholung und Naturerlebnisse.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere, wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1)Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2)Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedigungen, ausgenommen Einfriedigungen in Ausübung einer ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrsanlagen;

7.            Anlage oder Veränderung von Flugplätzen oder von Geländen für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z. B. Hängegleiter, Ultraleichtflugzeuge, Gleitschirme und Freiballone);

8.            Anlage oder Veränderung von Erholungseinrichtungen oder von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen: sowie das Grasskifahren;

9.            Großveranstaltungen mit über 300 erwarteten Besuchern;

10.        Betrieb von Modellmotorflugzeugen und Modellmotorbooten;

11.        Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;

12.        Aufstellen von Wohnwagen, Wohnmobilen oder Verkaufsständen und das mehrtägige Abstellen von Kraftfahrzeugen außerhalb der zugelassenen Plätze;

13.        Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen;

14.        das mehrtägige Zelten;

15.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern und die Errichtung von Stegen;

16.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

17.        Anlegen von Feuerstellen sowie das Anzünden und Unterhalten von Feuer außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen;

18.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

19.        Erstaufforstung, Umwandlung von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

20.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, die zur Zierde oder Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen. Das sind im einzelnen seggen- und binsenreiche Naßwiesen, Wacholderheiden, Magerrasen, Feldhecken und Feldgehölze, Hohlwege, Trockenmauern und Steinriegel, soweit sie nicht nach § 24 a NatSchG ohnehin geschützt sind;

21.        Beseitigung oder wesentliche Änderung von Streuobstwiesen.

 (3)Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können.Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

(4)Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5)Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

 (6)Eine nach Abs. 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von 2 Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als 2 Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke nach dem jeweiligen Stand der Technik und Wissenschaft, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 20 und 21;

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 18 und 19;

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

3.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege und Plätze, Bahnanlagen, Gewässer und vorhandenen unterirdischen Leitungen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 20;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für die Beseitigung von einzelnen abgestorbenen Obstbäumen in Streuobstbeständen, wenn als Ersatz für den alten Baum im Bestand ein junger Obstbaum (Hochstamm) gepflanzt wird.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter dieses Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Mit Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Verordnung des Landratsamtes Schwäbisch Hall über die Ausweisung des Landschaftsschutzgebiets "Steilabfall im Wald beim Steinbühl, südwestlich von Westheim" vom 26.08.1963 und die Verordnung des Landratsamtes Backnang über das Landschaftsschutzgebiet "Kirgelhalde" vom 15.04.1971 außer Kraft. Außerdem treten die Verordnung des Landratsamtes Backnang über das Landschaftsschutzgebiet "Kochertal mit angrenzenden Höhenzügen" vom 15.04.1971 und die Verordnung des Landratsamtes Schwäbisch Hall über die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes "Westabhang der Limpurger Berge" vom 23.12.1975 außer Kraft, soweit beide Verordnungen den Geltungsbereich dieser Verordnung betreffen.

Schwäbisch Hall, den 19.04.1996

Stückle

Landrat