1.27.088 Fischachtal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten zwischen Herlebach und Kottspiel

Verordnung des Landratsamtes Schwäbisch Hall über das Landschaftsschutzgebiet "Fischachtal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten zwischen Herlebach und Kottspiel"

vom 09.11.1998

Aufgrund von § 22 und § 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der zum Zeitpunkt des Verordnungserlasses geltenden Fassung wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Obersontheim, Bühlertann und Bühlerzell werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Fischachtal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten zwischen Herlebach und Kottspiel".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 1 554 ha.

(2) Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom November 1998 folgende Landschaftsteile:

·               Das Fischachtal zwischen Herlebach und Kottspiel mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten auf Gemarkung und Gemeinde Bühlertann, Gemarkung Geifertshofen, Gemeinde Bühlerzell und den Gemarkungen Mittelfischach, Oberfischach und Untersontheim, Gemeinde Obersontheim.

Folgende Gewanne sind vollständig oder teilweise im Landschaftsschutzgebiet enthalten:

·               Abendweide, Aderbühl, Aischklinge, Altbach, Altersbach, Ameisenbühl, Amsbach, Anwander, Aspich, Auäcker, Auchtäcker, Auwiesen, Bachäcker, Bachwiesen, Baumgarten, Bäheäcker, Becherhalde, Benzäcker, Benzenäcker, Benzwasen, Bergäcker, Bergbusch, Bergwiesen, Bildäcker, Birkach, Birkäcker, Birkenberg, Breitäcker, Breitenbach, Breitwiesen, Bruchäcker, Bruchhalde, Brunnenfeld, Brunnenwiesen, Brückenwasen, Brühl, Brühlwiesen, Buch, Bühl, Bühlacker, Bühlwiesen, Büttenwiesen, Dunkele, Dürrwand, Erlenbacher Berg, Erlenklinge, Eseläcker, Eselsfeld, Eulengeschrei, Finstere Klinge, Fischach, Fischachfeld, Fischachrain, Fischachwiesen, Fischerholz, Flachsäcker, Flachswiesen, Forstäcker, Froschäcker, Fuchswiesen, Furtwiesen, Gehäck, Geigerhalde, Gemeine Halde, Gerich, Götzenäcker, Grabenäcker, Graubühl, Grauwinkel, Greut, Großer Röschbühl, Gröningsäcker, Grund, Grundäcker, Gründlesäcker, Gumpenwiesen, Gutes Brückle, Hag, Hagwiesen, Halde, Haldenwiesen, Hallweg, Hartäcker, Harzplatte, Hasenweide, Haubühl, Hauswiesen, Hägele, Hägelesäcker, Häuserberg, Häuserloh, Hauserrain, Heg, Helle Platte, Herbstwiesen, Herrenbühl, Heumahd, Hinteres Löhle, Hofäcker, Hofwiesen, Hohäcker, Hohengraben, Holzwiesen, Höhäcker, Hölzle, Horlesäcker, Hubäcker, Hufwiesen, Hummeläcker, Hummelshalde, Hummelsteich, Hundsäcker, Hundsrücken, Hut, Huwiesen, Hühnerhalde, Hühnerklinge, Kalkberg, Kappeläcker, Katzenrain, Katzwiesen, Kirchbühl, Kirchlesäcker, Kirschenäcker, Kittäcker, Kleiner Röschbühl, Klinge, Klingenbeet, Köhläcker, Köhlklinge, Kreben, Kreuzäcker, Kreuzfeld, Krumme Halde, Kurzwiesen, Küchenäcker, Kummeläcker, Kümmelebene, Kümmelwiesen, Lang-Wiesen, Langäcker, Lange Äcker, Lange Wiesen, Langer Strich, Langes Holz, Langwiesen, Lederhalde, Lembach, Lindach, Lindachäcker, Linderich, Lohhalde, Lotthaus, Löchle, Löchlesklinge, Löhlen, Lustbach, Mahdegert, Mannsreute, Michelshalde, Mittelbergebene, Mittelbergrain, Mühläcker, Mühlebene, Mühlhalde, Mühlwiesen, Naßhalde, Naßwiesen, Neuäcker, Neuwiesen, Pechhalde, Pfingstrain, Pfingstwiesen, Rainlesberg, Rainlesklinge, Reutäcker, Reute, Ried, Riegelwiesen, Rohrsumpf, Rohrwiesen, Roßäcker, Roßnagel, Rot, Rotäcker, Rotenberg, Rothof, Röt, Sand, Sandäcker, Sauäcker, Schafrain, Scheller, Schelmenklinge, Scheuerhalde, Schiefshütte, Schinderäcker, Schlehmahd, Seewiesen, Sommerhalde, Spatzenäcker, Spatzenwiesen, Spitzäcker, Spöck, Stauchäcker, Stättäcker, Stegäcker, Stegwiesen, Steige, Steigeräcker, Steinach, Steinachäcker, Steinäcker und Wiesen, Steinich, Steinrutschen, Stockacker, Stockäcker, Stockwiesen, Streiche, Stück, Süßhalde, Tannenbergrain, Taubfeld, Teich, Tiefer Wert, Tränkle, Untere Klinge, Vogelteich, Wacholderäcker, Wandelhalde, Wanne, Wannenäcker, Wannenteich, Weilerwiesen, Weinberg, Wiesklinge, Wolfsberg, Wolfswiesen, Wüster, Zwirnäcker.

 (3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte des Landratsamtes Schwäbisch Hall vom November 1998 im Maßstab 1:25 000 und in 4 Flurkarten im Maßstab 1 : 5 000 schwarz umgrenzt und grün angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt, Münzstraße 1, 74523 Schwäbisch Hall, beim Bürgermeisteramt Obersontheim, 74423 Obersontheim, beim Bürgermeisteramt Bühlertann, 74424 Bühlertann, und beim Bürgermeisteramt Bühlerzell, 74426 Bühlerzell, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann wahrend der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist

1.            Die Erhaltung und Sicherung des weitgestreckten Tales mit Nebentälern und angrenzenden Höhen samt seinen Pflanzen-, Tier- und Waldbeständen;

1.            die Erhaltung und Sicherung der ökologisch wertvollen Vernetzung zwischen Wald, Waldrändern und -säumen, Feldgehölzen, Hecken, Streuobstwiesen, Grünländern und Äckern, Heiden und Magerrasen, Fließgewässern und Bachtälern;

2.            die Sicherung des vielgestaltigen Landschaftsbildes, das wesentlich von lebhaften Geländeformen mit daran angepaßten Nutzungen bestimmt wird;

3.            die Erhaltung und Sicherung des wertvollen und reich gegliederten Landschaftsraumes als Ausgleichsgebiet für Naherholung und Naturerlebnisse.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere, wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.            Errichtung von Einfriedungen, ausgenommen Einfriedungen in Ausübung einer ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft;

3.            Verlegen oder Ändern von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art;

4.            Veränderung der Bodengestalt, insbesondere durch Auffüllungen und Abgrabungen;

5.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrsanlagen;

7.            Anlage oder Veränderung von Erholungseinrichtungen oder von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen, sowie das Grasskifahren und das Mountainbikefahren abseits von Wegen;

8.            Großveranstaltungen mit über 300 erwarteten Besuchern;

9.            Betrieb von Modellmotorflugzeugen und Modellmotorbooten;

10.        Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;

11.        Aufstellen von Wohnwagen, Wohnmobilen oder Verkaufsständen und das mehrtägige Abstellen von Kraftfahrzeugen außerhalb der zugelassenen Plätze;

12.        das Abhalten von Zeltlagern mit mehr als fünf Zelten;

13.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern und die Errichtung von Stegen;

14.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;

15.        Anlegen von Feuerstellen sowie das Anzünden und Unterhalten von Feuer außerhalb der eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen;

16.        Erstaufforstung, Umwandlung von Wald oder die Anlage von Christbaum- und Schmuckreisigkulturen bzw. Vorratspflanzungen von Bäumen und Sträuchern;

17.        Änderung der Art und des Umfangs der Grundstücksnutzung und Anlage von Kleingärten entgegen dem Schutzzweck;

18.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, die zur Zierde oder Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen. Das sind im einzelnen seggen- und binsenreiche Naßwiesen, Magerrasen, Feldhecken, Feldgehölze und Hohlwege, soweit sie nicht nach § 24 a NatSchG ohnehin geschützt sind.

19.        Beseitigung oder wesentliche Änderung von Streuobstbestanden.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können.

Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

 (6) Eine nach Abs. 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von zwei Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als zwei Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

 (1) Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke nach dem jeweiligen Stand der Technik und Wissenschaft, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 1, 18 und l9;

2.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 16;

3.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

4.            für die Beseitigung von einzelnen alten oder abgestorbenen Obstbäumen in Streuobstbeständen, wenn als Ersatz für den alten Baum in gleicher oder anderer Parzelle ein junger Obstbaum (Hoch­stamm) gepflanzt wird.

Unberührt bleiben auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 18.

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt;

2.            entgegen § 5 Abs. 2 dieser Verordnung ohne vorherige Erlaubnis Handlungen vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Mit Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Verordnungen des Landratsamtes Schwäbisch Hall über die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes "Gebiet am Hundsrücken bei Herlebach" vom 26.08.1963 sowie des Landschaftsschutzgebietes "Gebiet im Unterlauf des Brühlbachs (bei Herlebach)" vom 26.08.1963 außer Kraft.

Stückle

Landrat

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