1.35.001 Wental

Verordnung zum Schutze des Landschaftsteils "Wental" in den Kreisen Heidenheim und Aalen (Regierungsanzeiger für Württemberg vom 29. August 1941).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20.01.1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 13 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 31.10.1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16.09.1938 (RGBl. I S. 1184) wird von der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart folgendes verordnet:

§ 1

Der in der Landschaftsschutzkarte bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart eingetragene und durch rote Umrahmung kenntlich gemachte Landschaftsteil "Wental" in den Kreisen Heidenheim und Aalen wird in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

(1) Es ist verboten, innerhalb des in der Landschaftsschutzkarte durch farbige Umrahmung kenntlich gemachten Gebiets Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, das Landschaftsbild oder die Natur zu beeinträchtigen.

(2) Unter das Verbot fallen insbesondere:

·               a)  die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von solchen die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

·               b)  das Lagern und Zelten an anderen als hierfür vorgesehenen Plätzen;

·               c)  das Ablagern von Abfällen, Müll und Schutt;

·               d)  das Anbringen von Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz, die Wegebezeichnung oder den Verkehr beziehen;

·               e)  der Bau von Drahtleitungen;

·               f)  die Anlage von Abschütthalden, Steinbrüchen, Baggerbetrieben, Kies-, Sand- oder Lehmgruben oder die Erweiterung bestehender Betriebe, sofern sie im Widerspruch mit dem Sinn dieser Verordnung steht;

·               g)   die Beseitigung oder Beschädigung der innerhalb des geschützten Landschaftsteils vorhandenen Hecken, Bäume und Gehölze außerhalb des geschlossenen Waldes.

 (3) Vorhandene landschaftliche Verunstaltungen sind auf Anordnung der zuständigen Naturschutzbehörde zu beseitigen, sofern es sich nicht um behördlich genehmigte Anlagen handelt und die Beseitigung ohne größere Aufwendungen möglich ist.

§ 3

 (1) Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht. Bei der forstlichen Bewirtschaftung ist den bodenständigen Waldbäumen der Vorzug zu geben und auf das Landschaftsbild Rücksicht zu nehmen.

 (2) Das Lagern, Zelten und Feuermachen ist an den durch Tafeln besonders kenntlich gemachten Orten allgemein gestattet. Die Bestimmung dieser Plätze erfolgt durch das zuständige Forstamt im Benehmen mit dem jeweils beteiligten Kreisbeauftragten für Naturschutz und dem Grundbesitzer.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften im § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im "Regierungsanzeiger für Württemberg" in Kraft.

Stuttgart, den 22. August 1941

Der Kultminister

- als höhere Naturschutzbehörde -

J.B. Mending