1.35.005 Großer Bühl

Sammelverordnung gilt für die LSG 1.35.005 - 1.35.026, 1.35.028 - 1.35.034,1.35.035 - 1.35.040, 1.35.042 - 1.35.050, 1.35.052 - 1.35.065, 1.35.067 - 1.35.072 und 1.36.047.

Verordnung des Landratsamtes Heidenheim als untere Naturschutzbehörde zum Schutz von Landschaftsteilen im Kreis Heidenheim vom 20. März 1978 (GBl. 1978, S. 204)

Auf Grund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 sowie § 64 Abs. 1 Nr. 2 und § 67 Abs. 1 Naturschutzgesetz (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen im Kreis Heidenheim werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 3 535 ha.

 (2) Es umfaßt nach dem Stand vom März 1977 im wesentlichen folgende Landschaftsteile:

Kennziffer

Landschaftsteil

Markung

Gemeinde

1.1

Großer Bühl

Heidenheim

Heidenheim

1.2

Kleiner Bühl

Heidenheim

Heidenheim

1.3

Siechenberg mit Vohberg und Umgebung

Heidenheim

Heidenheim

1.4

Flönstäle mit Verbindung um kleinen Starkenberg zum Haintal

Heidenheim

Heidenheim

1.5

Schloßberg

Heidenheim

Heidenheim

1.6

Ugental mit vorderem und hin terem Teil und Arphalde

Heidenheim

Heidenheim

1.7

Ugental zwsichen Ochsenhau und Buchhalde

Heidenheim

Heidenheim

1.8

Heide zwischen Jahnstraße und Fuchssteige (Reute)

Heidenheim

Heidenheim

1.9

Hangteile um den Hahnenschnabel

Heidenheim

Heidenheim

1.10

Teile der Hirschhalde und Laiberberges sowie Talhang nördlich der Vorderen Enggasse

Schnaitheim

Heidenheim

1.11

Weidmichele, Eichelesäcker und anschließender Talgrund

Aufhausen

Heidenheim

1.12

Burren mit Westhang des Kreuzbühls, Fuchsloch

Aufhausen

Heidenheim

1.13

Südwesthang des Moldenberges mit Verbindung über Enges Feld zum Kelzberg mit Heidestreifen am südlichen Möhntalrand

Schnaitheim

Heidenheim

1.14

Teile der Blässhalde, der Täsch, Buchschorren, Lindle- und Gampfertal

Schnaitheim

Heidenheim

9.1

Am Galgenberg

Gerstetten

Gerstetten

9.2

Am Hohberg

Heuchstetten

Gerstetten

9.3

Nachtberg nördlich Heuchstetten

Heuchstetten

Gerstetten

9.4

Bühl westlich des Rüblinger Hofes

Heldenfingen

Gerstetten

9.5

Steighalde nördlich des Rüblinger Hofes

Heldenfingen

Gerstetten

9.6

Geländeteile um den Erpfenhauser Hof

Gerstetten

Gerstetten

9.7

Hirntal

Dettingen

Gerstetten

10.1

Irpfel mit Bernauer Feld, Rechberg, Läutenberg, Kürnberg, Schießberg, Heideflächen im Hölletal

Giengen, Hohenmemmingen und Hürben

Giengen

10.2

Hoher Rain

Hürben

Giengen

10.3

Ächselesberg westlich von Hohenmemmingen

Hohenmemmingen

Giengen

10.4

Salztröge südwestl. von Giengen

Giengen

Giengen

10.5

Westl. Brenztalhang südlich von Giengen mit Nordteil des Bruckersberges sowie Greutberg, Hürbenhalde

Giengen und Hermaringen

Giengen und Hermaringen

10.6

Hänge um den Schelmenberg sowie Langer Berg

Hohenmemmingen

Hermaringen

11.1

Heinzental

Großkuchen

Heidenheim

11.2

Westliches Neresheimer Tal

Großkuchen

Heidenheim

13.1

Lützelwiesen

Bolheim

Herbrechtingen

13.2

Rothauäcker östlich des Ugenhofes

Bolheim

Herbrechtingen

13.3

Gelände zwischen Rothau und Zollhau

Bolheim

Herbrechtingen

13.4

Hasenloch mit Orstelhalde, Lindach, Stürzel und Heidental

Bolheim und Anhausen

Herbrechtingen

13.5

Eselsburger Tal mit Buigen und angrenzenden Geländeteilen

Eselsburg und Anhausen

Herbrechtingen

13.6

Geländeteile am westlichen Wartberg-

Bolheim und Herbrechtingen

Herbrechtingen

13.7

Schießberg mit Teilen des Galgen- und Nolberges

Herbrechtingen

Herbrechtingen

14.2

Schloßberg

Hermaringen

Hermaringen

14.3

Benzenberg

Hermaringen

Hermaringen

14.4

Fuchsberg, Kappersberg, Weißer Berg, Strohnberg

Hermaringen

Hermaringen

16.1

Flachsberg nördlich Königsbronn

Königsbronn

Königsbronn

16.2

Auffahrtsberg nördlich Itzelberg, Reute mit Umgebung

Itzelberg

Königsbronn

16.3

Falchen nördlich Ochsenberg

Ochsenberg

Königsbronn

16.4

Itzelberger See mit den Mooswiesen

Itzelberg und Königsbronn

Königsbronn

17.1

Reibertal mit Scheiterhäule, Lindletal, westliche Halde, Zimmertle und Stephanstal

Nattheim

Nattheim

17.2

Zettelhalde, Südhang des Hinteren Ohrberges nordöstlich von Fleinheim

Fleinheim Dischingen

Nattheim Dischingen

17.3

Kuchener Tal, Hinter dem Wiesenberg, Hinter dem Mittelhof und Wiesenberggrund (teilweise)

Auernheim

Nattheim

17.4

Heide am Kühlberg und am Buck

Auernheim

Nattheim

18.1

Berg, Magerrasenflächen südwestlich von Niederstotzingen entlang Bahnlinie

Niederstotzingen

Niederstotzingen

18.2

Donaumoosrand mit Hart, Espen bühl, Plon, Lache, Moos

Sontheim und Niederstotzingen

Sontheim und Niederstotzingen

19.1

Dexelberg westliche von Sontheim

Sontheim

Sontheim

19.2

Kühtal westlich Bergenweiler

Bergenweiler

Sontheim

20.1

Steinheimer Becken mit Schäfhalde, Teilen des Stuben- und Zwerchstubentales mit Nebentälern und angrenzenden Geländeteilen (ausgenommen Ortsbereiche von Steinheim und Sontheim)

Steinheim Sontheim/St. Söhnstetten Heuchstetten

Steinheim Steinheim Steinheim Gerstetten

20.2

Dudelberg

Söhnstetten

Steinheim

20.3

Heuschlaufenberg sowie Süd- und Osthänge des Kutschenberges

Söhnstetten

Steinheim

20.4

Mauertal mit Kuhberg, Stöckelberg und Wenzeltal

Söhnstetten

Steinheim

20.5

Am Grothau östlich von Neuselhalden

Neuselhalden

Steinheim

20.6

Klösterle und nordwestlicher Teil des Hochberges nordwestlich von Steinheim

Steinheim

Steinheim

20.7

Oberes Doschental mit Heide südlich des Waldrandes "Blümlesbrunnen"

Steinheim

Steinheim

21.1

Buchberg mit Umgebung westlich von Demmingen

Demmingen

Dischingen

21.2

Kuhreisberg, Dörrbergle, Kammerbergle mit Umgebung nördlich von Demmingen

Demmingen

Dischingen

21.3

Spitzbergle südwestlich von Demmingen

Demmingen

Dischingen

21.4

Alte Burg südlich von Demmingen

Demmingen

Dischingen

22.1

Egautal und Katzensteiner Tal mit angrenzenden großflächigen Geländeteilen

Dischingen Iggenhausen Katzenstein

Dischingen

22.2

Roggenbuck westlich des Hochstatter Hofes

Hochstatter Hof

Dischingen

22.3

Michaelsberg, Eisbühl mit Um gebung, südwestlich von Dischingen

Dischingen

Dischingen

22.4

Beim Karlsbrunnen mit Umgebung, nördlich Trugenhofen

Trugenhofen

Dischingen

24.1

Buchberg mit Umgebung, südöstlich von Dunstelkingen

Dunstelkingen

Dischingen

25.1

Am Zeughaus, Bierkeller Eglingen, südlich von Eglingen

Eglingen

Dischingen

 

 (3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in 9 topographischen Übersichtskarten im Maßstab 1 : 25 000, in 6 Flurkarten (Großblätter) im Maßstab 1 : 5 000 und 160 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 grün eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der unteren Naturschutzbehörde verwahrt und kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

Die Unterschutzstellung erfolgt insbesondere um:

1.            Naherholungsgebiete in ihrem besonderen Erholungsinhalt und -wert sowie ihren landschaftlichen Reiz für die Allgemeinheit zu erhalten und zu steigern;

2.            erd- und flußgeschichtlich bedeutungsvolle Objekte und Landschaftsräume in ihrer natürlichen Ausbildung zu erhalten;

3.            Heiden mit Magerrasen und häufig typischem Bewuchs von Wacholder, Weidbuchen, Eichen u.a. zu erhalten und zu pflegen;

4.            weitere typische Landschaftsglieder wie Trockentäler, Flußtäler, Feuchtflächen, herausragende Höhen und sonstige Landschaftsteile in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit zu erhalten.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

5.            der Naturhaushalt geschädigt,

6.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

7.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

8.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

9.            Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

10.        Errichtung von Einfriedigungen;

11.        Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

12.        Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

13.        Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

14.        Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

15.        Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

16.        Anlage oder Veränderung von Flugplätzen;

17.        Betrieb von Motorsport, sowie von motorgetriebenen Schlitten;

18.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

19.        Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;

20.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

21.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

22.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

23.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

24.        Beseitigung oder Veränderung von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen, Felsen und ähnlichen Naturerscheinungen, soweit diese zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen und daher wesentliche Bestandteile der Landschaft darstellen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen. Zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

 (6) Eine nach Abs. 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von zwei Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als zwei Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

25.        für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke;

26.        für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;

27.        für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 16;

28.        für Schutzzäune an Verkehrswegen;

29.        für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Befreiungen

 (1) Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 (2) Die Befreiung bedarf bei folgenden Handlungen der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde:

30.        Abbau von Bodenbestandteilen;

31.        Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung, von Anlagen, die als solche gelten, oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

32.        Verlegung oder wesentliche Änderung oberirdischer Leitungen;

33.        Anlage oder wesentliche Änderung von Verkehrsanlagen;

34.        Veränderungen in oder an einem Gewässer.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in den Landschaftsschutzgebieten vorsätzlich oder fahrlässig

35.        entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen;

36.        entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 9 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung treten folgende Landschaftsschutzverordnungen außer Kraft:

37.        Verordnung zum Schutze des Landschaftsteils "Steinheimer Becken" vom 20. Dezember 1937;

38.        Verordnung zum Schutze des Landschaftsteils "Eselsburgertal mit Buigen" vom 8. Mai 1939;

39.        Verordnung zum Schutze der Sommerschafweiden als Landschaftsteile im Kreis Heidenheim vom 15. Mai 1939;

40.        Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Landkreis Heidenheim vom 18. Februar 1956.

Heidenheim, den 20. März 1978

In Vertretung

Scholz