1.36.050 Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiershofen

Verordnung des Landratsamtes Ostalbkreis als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiershofen" vom 20. März 1986 (Amtsblatt des Ostalbkreises vom 04.04.1986).

Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Landesplanungsgesetz vom 10. Oktober 1983 (GBl. S. 621) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Aalen und der Gemeinde Westhausen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiershofen".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 732 ha. Dabei entfallen auf die Stadt Aalen ca. 683 ha und auf die Gemeinde Westhausen ca. 49 ha.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom 27.02.1984 den Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiershofen. Im Schutzgebiet liegen ganz oder teilweise folgende Gewanne:

Gäbele, Einhorn, Feldle, Halde, Schafwiesen (Gemeinde Westhausen); Brauwolf, Weiher, Hagwiesen, Steige, Wacholder, Hausacker, Taläcker, Krummlehen, Haindel, Gülberg, Lohwiesen, Lauch, Strütfeld, Bülz, Eckklinge, Wolfäcker, Breitlauch, Halde, Braunenberg, Burgäcker, Rötenberg, Steinhalde, Halde, Roßäcker, Hinterfeld, Rissental, Unterfeld, Sandfeld, Hirschbach, Buchhalde, Kaiserwasen, Geißhalde, Wasserloh, Grießfeld, Halde, Grießäcker, Steigwiesen, Im Feldle, Oberes Feld, Birkenbuck, Oberfeld, Tiefental, Hinterer Brand, Oberer Brand, Brand und Heulenberg (Stadt Aalen).

 (3) Das Landschaftsschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 schwarz umgrenzt und flächig grün angeschummert und in drei Flurkarten im Maßstab 1 : 5 000 schwarz umgrenzt und grün angeschummert. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Ostalbkreis in Aalen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung der besonders markanten und charakteristischen Teile des Albtraufes. Der Wechsel an Nutzungen (Wald, Heide, Felder und Wiesen), die stellenweise getreppte Topographie im Traufbereich prägen diesen Abschnitt des Albrandes; eine regelrechte Verzahnung der freien Flur mit den Siedlungsrändern kennzeichnet deren harmonische Abgrenzung.

Weiterer Schutzzweck ist die Erhaltung dieses Gebietes als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt sowie als Naherholungsraum für die Bevölkerung in einem unbelasteten Zustand.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

1.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

2.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

3.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

4.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.            Errichtung von baulichen Anlagen i.S. d. Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

1.            Errichtung von Einfriedigungen;

2.            Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

3.            Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

4.            Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;

5.            Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

6.            Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

7.            Anlage oder Veränderung von Flugplätzen und die Durchführung von Motormodellflugbetrieb;

8.            Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;

9.            Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das nicht nur vorübergehende Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

10.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

11.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

12.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;

13.        Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

14.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäume, Hecken, Gebüsche, Heide und Heidevegetation auf Böschungen, Feld- und Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände, Felsen und ähnliche Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis ist durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

 (1) Die §§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke;

2.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

3.            für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze, Gewässer und Energieversorgungsanlagen und Fernmeldeanlagen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 15;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für Pflegemaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde angeordnet werden.

 (2) Zur ordnungsmäßigen Nutzung im Sinne von Abs. 1 Nr. 1 gehören insbesondere:

·               Die Errichtung von Weidezäunen, von forstlichen Kulturzäunen, Beregnungsanlagen, die Anlage von einfachen Drainageleitungen außerhalb von Feuchtgebieten, die vorübergehende Lagerung land- und forstwirtschaftlicher Produkte und Hilfsmittel, der Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von nicht mehr als 4 ha, die

·               Anlage von land- und forstwirtschaftlichen Erschließungswegen und landschaftsbezogenen Erholungseinrichtungen. Soweit mit diesen wesentliche Eingriffe verbunden sind, erfolgt ihre Anlage im Benehmen mit der Naturschutzbehörde.

Nicht zur ordnungsmäßigen Nutzung gehören zum Beispiel:

·               Auffüllungen, die Errichtung von Gebäuden im Außenbereich, der Abbau von Gesteinen, die Veränderung oder Neuanlage von Gewässern sowie genehmigungspflichtige Kahlhiebe.

§ 7 (Befreiungen) eigefügt LfU

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden. Die Befreiung bedarf der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne die vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 100 000,-- DM geahndet werden.

§ 9 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 (2) Gleichzeitig tritt die Landschaftsschutzverordnung für den Landkreis Aalen vom 05. Dezember 1968 insoweit außer Kraft, als sie das Landschaftsschutzgebiet "Braunenberg" betrifft (vgl. Nr. 15 der Anlage zur Landschaftsschutzverordnung vom 05. Dezember 1968).

Aalen, den 20.03.1986

Landratsamt Ostalbkreis

Dr. Winter, Landrat

 

Änderung:

Verordnung des Landratsamts Ostalbkreis zur 1. Änderung der Verordnung des Landratsamtes Ostalbkreis als Untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet „Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiershofen" vom 28.09.2001 (Amtsbl. Westhausen v. 18.10.2001).

Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 des Naturschutzgesetzes in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385) wird verordnet:

§ 1

Die Verordnung des Landratsamtes Ostalbkreis als Untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet „Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiershofen" vom 20. März 1996 (Amtsblatt des Ostalbkreises vom 04. April 1987) wird wie folgt geändert:

Auf dem Gebiet der Stadt Aalen, Gemarkung Wasseralfingen, werden die Flurstücke Nrn. 72, 73, 74, 75 zum Teil, 76 zum Teil, 70/1 zum Teil und 88/4 (Weg) zum Teil aus dem Landschafts­schutzgebiet „Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiershofen" herausgenommen.

Die aus dem Landschaftsschutzgebiet entfallende Fläche ist in einer Übersichtskarte des Landratsamts Ostalbkreis vom 07. Mai 2001 im Maßstab 1:25000 (Anlage 1) und in einer Flurkarte des Landratsamts Ostalbkreis vom 07. Mai 2001 im Maßstab 1:2500 (Anlage 2) schwarz umgrenzt und flächig rot eingetragen. Die geänderten Grenzen des Schutzgebietes sind in der Flurkarte schwarz punktiert und grün angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung.

§ 2

(1) Die Änderungsverordnung mit Karten wird bei der Stadtverwaltung Aalen,

Marktplatz 30, 73430 Aalen, beim Bürgermeisteramt Westhausen, Jahnstraße 2, 73463 Westhausen sowie beim Landratsamt Ostalbkreis, Stuttgarter Straße 41, 73430 Aalen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

(2) Die Verordnung des Landratsamts Ostalbkreis als Untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet „Albtrauf zwischen Unterkochen und Baiers-hofen" vom 20. März 1986 bleibt im Übrigen unberührt.

§ 3

Diese Verordnung tritt am Tage nach Ihrer Verkündung in Kraft.

 

Aalen, den 28.09.2001

Hubert Götz

Erster Landesbeamter