2.15.001 Bocksbachtal

Verordnung gilt für die LSG 2.15.001, 206018 und 2.36.001

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Bocksbachtal auf den Gemarkungen Langensteinbach, Mutschelbach, Stupferich, Kleinsteinbach und Singen (Landkreise Karlsruhe und Pforzheim). (Amtsblatt "Der Führer" vom 8. März 1939 und Amtsblatt des Badischen Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 17. Januar 1939, S. 10).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275), wird für den Bereich der Landkreise Karlsruhe und Pforzheim folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Minister des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Gemarkungen Langensteinbach, Mutschelbach, Stupferich, Kleinsteinbach, Landkreis Karlsruhe und Singen, Landkreis Pforzheim, werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Hierunter fällt die Anlage von Bauwerken aller Art, Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen sowie das Anbringen von Drahtleitungen und Drahteinzäunungen, Inschriften und dergleichen. Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht.

Dies bedeutet im einzelnen:

·               a) beim Ufergebüsch und den Einzelbaumgruppen dürfen einzelne Stämme bis zu 20 v. H. des Bestandes ausgehauen werden;

·               b) beim Wald soll der Trauf, namentlich da, wo er durch Laubhölzer gebildet wird, in seiner bisherigen Form möglichst erhalten werden;

·               c) die Wiesen sollen als solche erhalten bleiben; die Nutzung bleibt unbeschränkt.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 17. Januar 1939

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

i.V. F r a n k

Änderung:

Durch VO vom 28.11.1991 (LSG 2.15.056 "Pfinzgau") Fläche um 8 ha verringert.