2.15.004 Hochgestade westlich von Graben

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen auf Gemarkung Graben, Landkreis Karlsruhe (Amtsverkündigungsblatt "Der Führer" vom 4. September 1940).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Zweiten Ergänzungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275), wird mit Ermächtigung des Herrn Ministers des Kultus und Unterrichts in Karlsruhe für den Bereich des Hochgestades auf Gemarkung Graben, Landkreis Karlsruhe, folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich des Hochgestades westlich von Graben, auf Gemarkung Graben, Landkreis Karlsruhe, werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Unter das Verbot fallen insbesondere das Abgraben oder Abbrennen des Raines und die Beseitigung des dort vorhandenen Baumbestandes und der Hecken, ferner die Errichtung von Bauwerken aller Art, auch von Einzäunungen, sowie die Anlage von Zelt- und Lagerplätzen, von Müll- und Schuttplätzen, das Anbringen von Inschriften und dergleichen, soweit letztere nicht auf die Landschaftsschutzmaßnahmen hinweisen.

Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zwecke der Verordnung nicht widerspricht. Eingriffe in den Hecken- und Baumbestand dürfen nur im Benehmen mit der Kreisnaturschutzbehörde und dem zuständigen Forstamt vorgenommen werden.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften im § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsverkündiger für den Landkreis Karlsruhe, dem "Führer", in Kraft.

Karlsruhe, den 31. August 1940

Der Landrat

als untere Naturschutzbehörde