2.15.026 Bernhardsweiher

Verordnung zum Schutze des Landschaftsteils "Bernhardsweiher" auf Markung Derdingen, Kreis Vaihingen/Enz ("Amtsblatt des Kreises Vaihingen/Enz" vom 23. Juli 1949).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Zweiten Änderungsgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Ermächtigung des Kultministeriums als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart folgendes verordnet:

§ 1

Der in der Landschaftsschutzkarte beim Landratsamt Vaihingen/Enz mit grüner Farbe umgrenzte und in einem besonderen Verzeichnis unter Nr. 6 aufgeführte Landschaftsteil "Bernhardsweiher" auf Markung Derdingen wird mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

 (1) Um den Bernhardsweiher und seine Umgebung als Landschaftsbild zu erhalten, ist es verboten, innerhalb des in der Landschaftsschutzkarte durch grüne Umrahmung kenntlich gemachten Gebiets Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuß zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten.

 (2) Im besonderen fallen unter das Verbot:

·               a) die Anlage von Bauwerken aller Art, auch von solchen, die keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen;

·               b) die Erstellung von Drahtleitungen, Betonmauern und störenden Zäunen, das Anbringen von Automaten und das Aufstellen fester Fahnenstangen;

·               c) die Ablagerung von Abfällen, Müll, Schutt und Bodenbestandteilen an anderen als dafür vorgesehenen Plätzen;

·               d) das Anbringen von Tafeln, Inschriften und dergleichen, soweit sie sich nicht auf den Landschaftsschutz oder den Verkehr beziehen;

·               e) die Rodung und der Kahlschlag des Ufergehölzes und der Waldflächen, das Ausbrennen von Hecken, ferner das Abbrennen von dürren Grasflächen, Böschungen und Rainen, auch in der Zeit vom 1.9. bis 15.3. jeden Jahres;

·               f) die Anlage oder Weiterbenutzung von Lehm-, Sand- und Kiesgruben sowie sonstige wesentliche Veränderungen der natürlichen Geländeform durch Sprengungen, Abgrabungen und Aufschüttungen;

·               g) das Zelten innerhalb des geschützten Landschaftsteils und das Baden außerhalb der vom Forstamt freigegebenen Badestelle;

·               h) die Verwendung von Beton für Stützmauern, Treppen und Pfähle in den Weinbergen.

 (3) Vorhandene landschaftliche Verunstaltungen sind auf Anordnung der zuständigen Naturschutzbehörde zu beseitigen, sofern es sich nicht um behördlich genehmigte Anlagen handelt und die Beseitigung ohne größere Aufwendungen möglich ist.

§ 3

Unberührt bleiben

·               a) Die jagd-, land- und forstwirtschaftliche Nutzung in bisheriger Weise nach Art und Umfang;

·               b) die teichwirtschaftliche Nutzung und die dafür erforderlichen pfleglichen Maßnahmen, sofern sie dem Zweck der Verordnung nicht widersprechen. Bei notwendig werdenden Entkrautungen der Wasserfläche muß in der Osthälfte des Teiches ein Schilfgürtel von 20 m Breite erhalten bleiben.

§ 4

Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können auf begründeten Antrag von der zuständigen Naturschutzbehörde zugelassen werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Kreises Vaihingen/Enz in Kraft.

Vaihingen/Enz, den 18. Juli 1949

Landratsamt

- als untere Naturschutzbehörde -

gez. Dr. Kuhnle

Landrat