2.15.031 Weckerlesbrünnle

Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Weckerlesbrünnle" vom 7. November 1983 (Amtsblatt der Stadt Bretten vom 22.12.1983).

Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz vom 04. Juli 1983 (GBl. S. 265), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Bretten, Gemarkung Bretten, wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Weckerlesbrünnle".

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 25 ha.

 (2) Das Schutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom 17.04.1982 auf dem Gebiet der Stadt Bretten, Gemarkung Bretten, die Grundstücke 1336, 1337, 1339, 1340, 1341, 1343, 1344, 1346, 1348, 1350, 1351, 1352/1, 1352/2, 1353, 1354, 1355/1, 1355/2, 1356, 1357, 1358, 1359 (teilweise), 1362, 1363, 1440, 1441, 1443, 1444/1, 1444/2, 1444/3, 1445, 1446, 1447, 1448, 1449, 1450, 1451, 1452, 1454, 1455, 1456, 1457, 1458, 1460/1, 1461, 1462, 1463, 1464, 1465, 1466, 1467, 1468, 1469, 1470, 1471, 1472, 1475, 1478, 1479, 1480, 1482, 1483, 1484, 1486, 1487, 1488, 1489/1, 1489, 1490, 1492, 1493, 1494, 1495, 1496, 1497, 1497/1, 1498, 1502, 1503/1, 1504/1, 1504/2, 1505, 1506/1, 1506/2, 1508, 1508/1, 1512/2, 1512/3, 1513, 1515/1, 1516, 1517, 1518, 1519, 1520, 1521, 1522, 1531, 1532, 1533, 1534, 1535, 1536, 1537, 1538, 1539, 1541/1, 1541/2, 1542, 1543, 1546, 1547, 1548, 1550/1, 1551, 1552/1, 1552/2, 1553, 1554, 1555, 1556, 1557, 1558 sowie einen ca. 50 m breiten Streifen des angrenzenden Lehrwaldes nordwestlich der Waldsteine 1-12.

 (3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25 000 und in einer Katasterplankarte im Maßstab 1:1500 grün eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Karlsruhe - Umweltschutzamt - in Karlsruhe, Schloßplatz 19 und beim Bürgermeisteramt Bretten - Bauverwaltung - in Bretten, Untere Kirchgasse 9, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des durch Streuobstbestände mit extensiver Wiesennutzung, Heckenreihen, Feldrainen, Quellbereichen und Bachläufen geprägten Landschaftsteiles als ökologischer Ausgleichsraum für die umgebende Feldflur zur Sicherung eines leistungsfähigen Naturhaushaltes.

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.             Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.             Errichtung von Einfriedigungen;

3.             Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.             Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.             Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.             Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder sonstigen Verkehrsanlagen;

7.             Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen und der Betrieb von Motorsport;

8.             Anlage oder Veränderung von Flugplätzen sowie der Betrieb von Flugzeugmodellen;

9.             Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen sowie das Zelten außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Abstellen von Kraftfahrzeugen;

10.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

11.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

12.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 1/3 des geschützten Waldbereiches;

13.        Neuaufforstungen, Umwandlung von Wald, Anlage von Baumschulen und Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;

14.        Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Hecken, Obstbäumen und Feldrainen;

15.        Umbrechen von Dauergrünland in Ackerland.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen, Bedingungen, einen Widerrufsvorbehalt oder eine Befristung abgewendet werden können.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

Die §§ 4 und 5 gelten nicht

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Ziff. 12-15 einzuhalten ist,

2.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei,

3.            für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14,

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen,

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden von der unteren Naturschutzbehörde durch Einzelanordnung festgelegt.

§ 8 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilt werden.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig

1.            entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Schutzgebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.

§ 10 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Karlsruhe, den 7. November 1983

Landratsamt Karlsruhe

- Umweltschutzamt -

Dr. Ditteney

Landrat