2.15.058 Waldbronner Albgau

Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Waldbronner Albgau" vom 22. Mai 1992 (Amtsbl. Waldbronn v. 17.06.1992).

Auf Grund von § 22 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19.11.1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Landschaftsschutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Waldbronn wird zum Landschaftsschutzgebiet mit der Bezeichnung "Waldbronner Albgau" erklärt.

§ 2 Schutzgegenstand

 (1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 666 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde folgende Gewanne und Walddistrikte ganz oder teilweise. Diese werden gemäß der Nummernreihenfolge der Detailkarten im Maßstab 1 : 5 000 Karte für Karte aufgeführt.

1. Gemarkung Busenbach:

·               Karte 1
Auf die Eichen, Auf der Läng, In den oberen Wengertlen, In den unteren Wengertlen, Im langen Los, Auf dem Wald.

·               Karte 2
Auf der Rückgrüb, Im vorderen Los, Im kurzen Los, In den Steinbuckeln, Brünnliswiesen, In den Kalmäckern, In den Schmidtäckern, Mittelgewann, Im Mittelviertel, Im Hatzenwiesen, Im unteren Wingertfeld, In den Hecklen, Im Oberen Nordfeld.

·               Karte 4
Gemeindewald Distrikt I Busenbacher Berg.

·               Karte 5
Gemeindewald Distrikt I Busenbacher Berg.

 (2.)* Gemarkung Reichenbach:

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* eingefügt: LfU

·               Karte 2
Mittelgewann, Außer dem Stupfericher Weg III. Zelg.

·               Karte 3
Außer dem Stupfericher Weg II. Zelg, In den Haberäckern, In den Krautländern, Außer den Krautländern, Außer dem Stupfericher Weg III. Zelg.

·               Karte 5
Gemeindewald Distrikt IV Reichenbacher Wald.

·               Karte 6
In der neuen Gewann, Schweinesteig, Auf der Fleckenhöhe, Im Kaisergrund, Kohlblatt, Fleckenhöhe, In den Neubrüch, Reichenzipf, Neubruch sowie Gemeindewald Distrikt IV Reichenbacher Wald.

·               Karte 7
Auf den Otenwiesen sowie Gemeindewald Distrikt IV Reichenbacher Wald.

·               Karte 8
Gemeindewald Distrikt I.

3. Gemarkung Etzenrot:

·               Karte 5
Gemeindewald Distrikt II Sohlschlag.

·               Karte 7
Im alten Feld an der neuen Gewann, In den Neubruch, Im Espigfeld, Espigfeld, In den neuen Neubruch, In den Käppliswiesen, Auf den Dorfwiesen, Kirchenweg, In den Hohbergswiesen sowie Gemeindewald Distrikt II Sohlschlag und Distrikt III Etzenroter Berg und Staatswald Distrikt I Hohberg.

 (2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 sowie in 8 Detailkarten im Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Karlsruhe sowie beim Bürgermeisteramt Waldbronn zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Erhaltung

1.            eines weitläufigen Streuobstgebietes sowie Einzelbäumen als ökologischer Ausgleichs- und Lebensraum insbesondere für die daran gebundene Tier- und Pflanzenwelt,

2.            eines auf der Hochfläche stark zurückgedrängten Waldes mit zum Teil stufig aufgebauten Waldsäumen als artenreicher Lebensraum insbesondere für die daran gebundene Tierwelt sowie den zum Albtal abfallenden Hangwald,

3.            *von Hecken- und Feldgehölzen als Glieder der dortigen Kulturlandschaft,

4.            *von Ackerböden in deren Bedeutung als nutzungsfähige Naturgüter,

5.            *eines zur Alb abfließenden Seitenbaches mit dessen Wiesen und Ufergehölzen.

Die unter Ziffer 1 bis 5 genannten Flächen erfüllen alle Zielsetzungen eines Landschaftsschutzgebietes.

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* eingefügt: LfU

 

§ 4 Verbote

In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch

1.            der Naturhaushalt geschädigt,

2.            die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,

3.            eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,

4.            das Landschaftsbild nachteilig verändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder

5.            der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.

 

§ 5 Erlaubnisvorbehalt

 (1) Handlungen, die den Charakter des Landschaftsschutzgebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.

 (2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen:

1.             Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;

2.             Errichtung von Einfriedigungen, auch lebenden Zäunen;

3.             Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art;

4.             Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;

5.             Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;

6.             Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen;

7.             Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;

8.             Anlage oder Veränderung von Flugplätzen sowie von Modellflugplätzen;

9.             Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;

10.        Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das mehrtägige Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;

11.        Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;

12.        Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;

13.        Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;

14.        Neuaufforstungen, Anlegen von Baumschulen, Kleingärten, Schmuckreisig- und Christbaum­kulturen oder das wesentliche Ändern der Bodennutzung auf andere Weise;

15.        Umwandlung von Dauergrünland in Ackerflächen, soweit es sich nicht nur zeitweilig um kleingärtnerische Zwecke handelt;

16.        Beseitigen oder Ändern von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Streuobstbäume, Feldgehölze, Hecken, Ufergehölze und Uferstaudenfluren;

17.        Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha.

 (3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.

 (4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergangen ist.

 (5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.

§ 6 Zulässige Handlungen

§§ 4 und 5 gelten nicht:

1.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Ziff. 14-16 beachtet werden;

2.            für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Nr. 17 beachtet wird;

3.            für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei;

4.            für Schutzzäune an Verkehrswegen;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtung(en)* in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.

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*eingefügt: LfU

 

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden von der unteren Naturschutzbehörde im Einzelfall festgelegt.

§ 8 Befreiung

 (1) Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 (2) Die Befreiung bedarf bei folgenden Handlungen der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde:

1.            Abbau von Bodenbestandteilen;

2.            Verlegung oder wesentliche Änderung oberirdischer Leitungen;

3.            Anlage und wesentliche Änderung von Verkehrsanlagen.

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1.            im Landschaftsschutzgebiet entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,

2.            entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.

 

§ 10 Inkrafttreten

 (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft.

 (2) Die Verordnung des Regierungspräsidiums Nordbaden zum allgemeinen Landschaftsschutz des Albtales im Bereich des Landkreises Karlsruhe vom 11.04.1953 tritt außer Kraft, soweit sie den Bereich des Landschaftsschutzgebietes "Waldbronner Albgau" betrifft.

Karlsruhe, den 22. Mai 1992

Dr. Ditteney, Landrat

Änderung:

Durch VO vom 01.06.1994 (NSG 2.178 "Albtal und Seitentäler" und LSG 2.15.060 "Albtalplatten und Herrenalber Berge") Fläche um 13 ha verkleinert.