2.16.002 Iffezheimer Sanddünen

Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen auf Gemarkung Iffezheim, Bezirk Rastatt (Rastatter Tagblatt und Amtsblatt "Der Führer" vom 2. Mai 1938).

Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 13 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBL. I S. 1275) wird mit Ermächtigung des Herrn Ministers des Kultus und Unterrichts in Karlsruhe vom 31. Januar 1938 Nr. E 597 für den Bereich des Amtsbezirks Rastatt folgendes verordnet:

§ 1

Die in der Landschaftsschutzkarte bei dem Minister des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde mit roter Farbe eingetragenen Landschaftsteile im Bereich der Gemeinde Iffezheim - Sanddünen - werden in dem Umfange, der sich aus der Eintragung in der Landschaftsschutzkarte ergibt, mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

§ 2

Es ist verboten, innerhalb der in der Landschaftsschutzkarte durch besondere rote Umrahmung kenntlich gemachten Landschaftsteile Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, insbesondere den Sanddünen Abtrag zu tun, den Naturschutz zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten. Hierunter fällt u.a. auch die Anlage von Bauwerken aller Art, Verkaufsbuden, Zelt- und Lagerplätzen, Müll- und Schuttplätzen, sowie das Anbringen von Inschriften und dergleichen. Unberührt bleibt die wirtschaftliche Nutzung, sofern sie dem Zweck dieser Verordnung nicht widerspricht. Die Sandgewinnung ist auf jeden Fall ausgeschlossen.

§ 3

Ausnahmen von den Vorschriften in § 2 können von mir in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4

Wer den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und dem § 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 5

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im "Führer" in Kraft.

Rastatt, den 30. April 1938

Der Landrat als untere Naturschutzbehörde